Archive for Dezember, 2010

Sagt viel aus…

Freitag, Dezember 31st, 2010

Und das Tochterkind sprach zum Bruderherz: „Ich bin die Goldsocke, obwohl ich manchmal
nerve. Tom ist eine Goldsocke, obwohl er manchmal nervt. Ben ist auch eine Goldsocke,
obwohl er manchmal nervt…“

Nerven können wir doch alle mal so richtig, schön dass man trotzdem weiß, dass man geliebt
wird. Sogar die Kinder. Irgendwie machen mich diese Sätze hier gerade so richtig froh, es gibt
einfach ein schönes Gleichgewicht. Und nein, dass müssen Sie jetzt gar nicht verstehen, es langt
mir im Herzen.

Gute Vorsätze für 2010

Freitag, Dezember 31st, 2010

Jedes Jahr am Neujahrstag schreibe ich still für mich in meinem Kämmerlein 10 Dinge auf, die mir
wichtig sind und jedes Jahr zum Jahresende schaue ich, was davon wirklich geworden ist…

1.) Ein toller neuer Job für den Gatten.
2.) Ein tolles neues Heim für uns.
3.) Ein tolles neues Jahr erleben mit vielen schönen Momenten, die sich ins Herz brennen.
4.) Ein tolles neues Baby machen.
5.) Ein tolles neues gesundes Baby austragen.
6.) Dabei selber gesund bleiben.
7.) Gesund bleiben aller außer diverse Infekte.
8.) Mehr Zeit mit mir verbringen.
9.) Unser Glück mehr genießen können.
10.) Mehr Ruhe im Herzen tragen, weniger Hektik im Leben.

Geschützt: retrospects 2010

Donnerstag, Dezember 30th, 2010

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Statistiken und Realität

Donnerstag, Dezember 30th, 2010

Vor zwei, drei Nächten konnte ich nachts nicht schlafen, ich stöberte so durch die Weiten des
Netz und stieß dabei sehr oft auf den Satz: „Jede fünfte Schwangerschaft endet in einer Fehlgeburt.“
Ein bißchen unheimlich wie das nun auf unsere Familie passt. Aber auch lässt es mich hoffen.
Ich habe noch sehr genau die Gesichter meiner Schwiegermama und das meiner Still-Hebamme
vor Augen wie unheimlich glücklich und sie erleichtert waren, dass die vierte Geburt so gut
und teilweise auch glimpflich abgelaufen ist. Sie waren einfach froh. Mich hat das damals ein
bißchen geschockt, natürlich war ich auch froh, aber anders. Die Damen vom Fach, beide
Hebammen haben einfach mehr Erfahrung und unabhängig von beiden, hörte ich, was für ein
unheimliches Glück wir mit unseren Kindern gehabt hätten und dieses wäre eben auch nicht
selbstverständlich. Das wusste ich auch, aber denken und von quasi Dritten hören sind zwei
paar Schuhe.
Mir der Fehlgeburt ist eigentlich genau das passiert, wovor ich mich immer fürchtete. Ich hatte
immer Angst. Die voran gegangenen Schwangerschaften waren ja nie mehr so wirklich ohne
Probleme und ich fürchtete mich sehr davor, dass mein Körper nun ganz gleich zu Beginn
kapituliert und das hat er ja in gewisser Weise getan. Eine Urangst von mir quasi. Aber schon
immer war für uns klar, wir wollen es probieren. Wir wollen noch einmal alles in die Waagschale
werfen und noch ein Kind. Und ich muss wohl akzeptieren, dass zu diesem Wagemut auch
gehört zu verlieren. Und ich habe verloren. Mein Kind. Ich kann nun einfach zufrieden sein
endlich mit dem was ich habe. Aber der Wunsch ist immer noch der gleiche und wir wollen es
noch immer probieren. Wir wünschen uns ein Kind. Und das Kind das ich hatte, hat mich nur
kurz gestreift, einmal geküsst und weg war es wieder.
Ich weiß nicht, was die Zukunft uns bringt. Ich versuche mich nicht darauf zu versteifen, aber
das ist auch ein Ding der Unmöglichkeit irgendwie, denn Kinder sind ein großer Teil unseres
Lebens, meines Lebens.
„Du kannst überhaupt nichts tun.“ sprach der Gatte gestern Abend. Und er hat recht. Das ist gar
nicht so bedrückend wie sich das auf den ersten Blick liest, auch ein Stück befreiend. Ich kann
einfach nichts tun. Gar nichts.

Meine Geschenke

Donnerstag, Dezember 30th, 2010

Weil 365 Tage ziemlich lang sein können, hab ich gedacht, es wäre eine schöne Idee die Geschenke
zu fotografieren, quasi um das Gedächtnis etwas zu unterstützen. Also in diesem Jahr gab es:

Babies 2010- Schwangere, Bilder, Emotionen

Mittwoch, Dezember 29th, 2010

Die Brummer:

Gold: Sven Baldur mit 4195g
Silber: Löwenmäulchen mit 4160g
Bronze: Linea Sophie mit 3850g

Die Zarten:

Gold: Maila Chaya Jools mit 1950g
Silber: Sukayna mit 2220g
Bronze: Yamin mit 2610g

Die Dickköpfe:

Gold: Fritz Frederik mit 36cm
Silber: Noah Aslan mit 36cm
Bronze: Löwenmäulchen mit 36cm

Die Langen:

Gold: Jonas mit 57cm
Silber: Linea Sophie mit 55cm
Bronze: Fritz Frederik, Räubertochter, Löwenmäulchen und Sven Baldur mit 54cm

Die Kurzen:

Gold: Sukayna mit 44cm
Silber: Maila Chaya Jools mit 47cm
Bronze: Felicitas mit 48cm

Die Überzieher:

Gold: Cedric mit 15 Tagen
Silber: Murgelina mit 13 Tagen
Bronze: Sven Baldur und Arjen mit 11 Tagen

Die Frühaufsteher:

Gold: Sukayna und Yamin mit 25 Tagen
Silber: Katharina mit 23 Tagen
Bronze: Maila Chaya Jools mit 18 Tagen

Die Dritten:

Gold: Emma
Silber: Carl Willem
Bronze: Sven Baldur

Die Besonderen:

Gold: Das Doppelpack Sukayna und Yamin, sind auch noch zeitgleich Kind 3 und 4
Silber: Die Punktlandung vom kleinen Bruder
Bronze: Die vorzeitigen Blasensprenger Maila und Katharina Maria

Wiederholungstäter gibt es in diesem Jahr noch keine. Aber ich lasse mich unheimlich gern eines
Besseren belehren :)

Zu Hause

Dienstag, Dezember 28th, 2010

Seit Mitte November wohnen wir in unserem Haus schon ein halbes Jahr und ohne mehr viel darüber
nach zu denken, ist es mittlerweile unser zu Hause.
Richtig bewusst war es mir erst, als ich in der Nacht vom diensthabenen, zahnärtzlichen Notdienst
von München aus wieder zurück fuhr und das ganze lange Stück vom Bahnhof nach Hause laufen
musste. In diesem Moment wollte ich, nein eigentlich schon während ich zitternd und völlig müde
auf dem Behandlungsstuhl saß, nur noch nach Hause. Ich wollte heim. Ich wollte in mein Schlafzimmer,
mein Bett und natürlich auch zu meinen Lieben. Aber ich wollte dahin zurück wo ich mich wohl fühle,
dort hin wo ich mich geborgen und vor allem sicher fühlte. Auch während der Fehlgeburt wollte ich
eigentlich nur Glück haben und nicht ins Krankenhaus müssen, ich wollte daheim bleiben. In meinen
vier Wänden.
Ein schönes Gefühl, nach all dem Fremdsein. Dieser Zeitpunkt ist nicht klar definiert. Ich bin nicht
zu Hause nur weil ich weiß, welcher Lichtschalter wo das Licht bedient, sondern wo ich mich einfach
geborgen und wohl fühle. Und das ist jetzt hier.
Und je mehr Zeit vergeht und je öfter ich Bilder von unserer Wohnung sehe, kann ich auch sagen, es
war schön- keine Frage, vielleicht hier und dort noch schöner, aber hier schlägt jetzt mein Herz.
Ich bin zu Hause.

Die farbenfrohe Welt der Frau Kassiopeia

Montag, Dezember 27th, 2010

Morgens in noch Gammelklamotten, immerhin nach dem Frühstück und mit geputzten Zähnen
beschließen, dass es eine tolle Idee ist, die Wand im Flur des 1. Obergeschoss zu streichen.
Mittags genau im Anschluss der ersten Maleraktion, es für eine prima Idee halten mit den Kleinen
in den Baumarkt zu fahren, während der Gatte mit den Großen derweil ins Kino geht.
Abends ohne Selbstbeherrschung noch während der Sandmann läuft mit dem Abkleben zu
beginnen und sich mit Einsetzen des Schlummerchors der Jungs im 1. Obergeschoss sofort
mit Pinsel und Rolle gewaffnet auf den Farbeimer zu stürzen.

Ich hab nen Knall. Kein Zimmer ist sicher oder wird es je sein. Ahnungslose Räume können am
frühen Morgen noch Lavendel sein und am späten Abend in Maigrün erstrahlen. Gut, dass ich
einen Mann habe, der den ganzen Mist immer noch mitmacht und mir sogar hilft. Juhu!

Weihnachten in kleiner Großfamilie

Montag, Dezember 27th, 2010

*Das Beste war, wie ich fand, dass alle Kinder gleichzeitig Geschenke bekamen, nicht nur eines und
die anderen müssen beim Auspacken zuschauen wie an Geburtstagen.

*Das Blödeste war, wie ich fand, dass ich nicht alle Kinder gleichzeitig beim Auspacken eben dieser
tollen Geschenke fotografieren konnte. Überall gab es soviel zu sehen, aber nur ein paar Augen.

Abschied.

Sonntag, Dezember 26th, 2010

Vor über fünf Wochen machte ich einen Schwangerschaftstest. Genau genommen waren es zwei. Diese
Tests zeigten mir an, was ich schon länger wusste, ich war schwanger. Ich konnte es sehen.
Vor zwei Tagen machte ich wieder einen. Und heute morgen noch einen. Also waren es genau genommen
zwei. Diese Tests zeigten mir anhand ihres Verlaufs an, was ich schon länger weiß. Ich habe mein Kind
verloren. Ich konnte es sehen.

Alles in allem. War es ein sanfter Abschied. Ich hatte vor drei Wochen Zeit, um mich von unserem Kind
zu verabschieden. Es kam nicht so plötzlich, ich hatte ein paar Tage. Und nun endete in diesen Tagen
wie alles begann. Mit zwei Tests. Heute morgen konnte ich wirklich fast keine Linie mehr sehen. Mein
Kind ist gegangen. Ganz sanft. Mein Körper hat es jetzt erst verstanden.

Mittlerweile bin ich erleichtert und ängstlich zugleich. Erleichtert, weil wir einen Teil des Weges
geschafft haben.
Am Freitag zündeten wir zwei Kerzen in der Kirche an: Eine für unser Kind, für das was war, für
unsere Trauer. Das machte mein Mann. Und ich zündete an dieser Kerze eine Zweite an, für die
Hoffnung. Ich habe geweint. Natürlich. Aber es hilft. Alles hilft ein bisschen. Ich kann nicht sagen,
woran es liegt. Es ist wohl wie immer im Leben ein individueller Weg, den man da geht mit seiner
Trauer.

Ich habe mich entschlossen die bestellten Babysachen zu behalten und das tat letzte Woche sehr
gut, dieses Hüten und Bewahren der Erinnerungen. Mir fehlt eine Kiste für diese Sachen. Das spüre
ich.
Das Bild oben im Flur tut mir gut. Es fühlt sich richtig dort an. Es ist als hätte mein Herz nur darauf
gewartet, dass ich diese Dinge tue.
Seitdem mein Mann zu Hause ist, habe ich auch Zeit. Zeit mich auszuklinken, Zeit zu schlafen, Zeit
zum Alleinsein und Zurückziehen aber auch Zeit zum Genießen des heimischen Trubels.
Ich habe die Feiertage sehr genossen und auch die Vorbereitung darauf. Es fehlt mir sogar ein
bisschen. Mir tat es sicherlich gut, mich darauf zu konzentrieren. Ich merke heute Abend wie meine
Stimmung wackelt. Es ist wieder Zeit zu schreiben. Deswegen schreibe ich jetzt.

Ich war sehr berührt vom Weihnachtsbrief meiner Schwiegereltern. Der erste Absatz ist uns gewidmet.
Oder besser unserem Kind. Dort steht es schwarz auf weiß, es steht da, dass es da war und nun fort
ist- unser Kind. Das hat mich mehr bewegt, als ich dachte.

Ich merke wie gut mir das tut. Dieses Erinnern. Und Festhalten. Und auch die Gewissheit, dass dieses
Kind bereits einen Platz in dieser Familie hatte. Es war Willkommen.
Aber auch Teilen. Ich würde es auf keinen Fall missen wollen. Diese Nähe zu anderen. Mit ihnen teilen.
Und auf der anderen Seite.

Bin ich ängstlich. Jetzt wo der Körper versteht und auch ankommt, erreicht mich die Angst. Und auch
da werden wir einen Weg finden. Ich werde einen für mich finden. Leben mit der Trauer über ein
verlorenes Kind und gleichzeitig der Sehnsucht nach einem anderen. Ein Akt auf dem Hochseil. Auch
wenn alles seine Zeit braucht und hat, merke ich immer mehr wie sehr es mich beschäftigt. Ein stetes
Hin und Her, Gefühlsachterbahn.

Wir haben kein Baby mehr im Haus. Ben ist bereits 15 Monate alt. Ich habe angefangen die Kinderzimmer
zu räumen. Neue Spielsachen ein- und alte ausgeräumt. All die wirklichen Babysachen habe ich runter
gebracht- in den Keller. Ich denke an Veränderungen, Verschönerungen im Haus. Und so machen wir
es uns gemütlich, ich versuche es und nehmen in gewisser Weise Abschied von einem möglichen Bald.
Wir geben uns größte Mühe und bleiben im Jetzt.

Du fehlst mir trotzdem.