Archive for September, 2013

…that was yesterday…

Montag, September 30th, 2013

Gar nicht so lange her. Nicht lang genug, wenn es sich jährt, zweierlei im Jahr. Die Tage Ende März an dem du starbst, auf die Welt geholt und unter Erde begraben wurdest. Dann die Tage am Ende des Septembers, die auf ewig immer die selben Fragen flüstern, die selben Erinnerungen hervor holen werden.
Wie wäre es nur, wärest du hier bei uns? Zwei Jahre solltest du alt sein. Und an Tagen wie diesen fehlst du so unglaublich sehr. Ich kann das Loch förmlich sehen, dass du hinterlassen hast, wie ein kleines Licht, dass zwischen den Kindern tanzt. Die Trauer wird nie weg gehen. Die Erinnerung an dich, die bleibt.

Ich liebe dich so sehr, kleiner Mensch.

Sonntagsfreuden

Sonntag, September 29th, 2013

Eigentlich war mein Wochenende eine einzige Sonntagsfreude.

Im Gegenteil zum letzten war keine Backerei von Nöten und auch kein Überleben ohne den Mann und krank war ich ja nun auch nicht.
Gestern konnte ich also ausschlafen, da fing der Tag schon mal gut an. Der Mann hatte wie immer Frühstück gemacht und das genossen wir ausgiebigst. Da mir schon Freitag aufgefallen war, dass ich schon eine Woche nicht schwimmen gewesen war, zog es mich genau dahin. Kurz hatte ich überlegt das Tochterkind mitzunehmen, aber das ließ ich dann doch, das ist meine Zeit für mich. Nach meinen 40 kleinen Bahnen in der Halle, schwamm ich noch weitere nur zum Vergnügen und hatte währenddessen wie immer viel Unterhaltung hier und da. Als ich zurück kam, wieder mitten rein ins Hamsterrad, kochte ich erstmal Mittagessen, der Mann fuhr mit Emil sein Rad vom Bahnhof abholen, denn der nachgemachte Schlüssel war gerade angekommen. Nach dem Essen, wollte ich Franzbrötchen backen und die waren auch super lecker und schnell verputzt. Abends waren wir völlig aus der Routine mit dem ins Bett bringen der Kinder und dennoch oder gerade deswegen war es richtig entspannt. Als Ruhe eingekehrt war, schauten wir zu Zweit einen Film an.
Mein Highlight war der heutige Tag, an dem ich zwar nicht ausschlafen konnte, aber von einer Freundin um 8Uhr abgeholt wurde, um mit ihr in den Waldkletterpark Oberbayern zu fahren. Das hatte ich noch nie gemacht, war ein absoluter Herzenswunsch, weil ich mir vorstellen konnte, das mir das richtig gut gefällt. Und das war auch wirklich super toll. Das Anziehen, so nahe ist mir seit Jahren kein fremder Mann gekommen und die Einweisung kosteten Überwindung, weil ich mich wie der erste Mensch angestellt habe, wie ging der Haken noch mal auf, wie herum sollte ich den einstecken und im Anschluss richtig unschön bei den ersten beiden Flying Foxes auf dem Hintern landete. Ich bin heute so oft über meinen Schatten gesprungen, habe mich Dinge getraut, von denen ich nicht gedacht hätte, dass sich mich soviel Überwindung kosten würden, denn von unten oder beim Vordermann sieht immer alles irgendwie viel leichter aus, als wenn man dann wirklich vor dem Abgrund steht und springen soll (oder sich auf einem Bobbycar setzen darf, dass dir halt einfach entgleitet, wenn du nicht richtig Halt hast.) Es war ein Riesenspaß, wir hatten viel zu lachen. Ich hab bis auf eine Übung (von denen, die wir angepackt haben) alles geschafft, manchmal mit und dank meiner Freundin, die mir im wahrsten Sinne des Wortes unter die Arme griff. Und irgendwann möchte ich die Autoreifen gut nehmen können, an denen ich heute gescheitert bin. Nach fünfen hatte ich wegen falschem Ansatz (und überhaupt: Aufregung) keine Kraft mehr in den Armen und ließ mich fallen, danach war ich so zittrig, dass ich schon Angst hatte, nicht mehr weiter machen zu können. Meine Hände tun weh, eigentlich tut mir alles an meinem Körper weh, aber ich fühl mich wie ein kleines Kind- meine Augen glänzen noch! :) Das muss ich auf jeden Fall wiederholen.
Zu Hause angekommen hatte ich eine kleine Pause und dann brachen wir mit meiner Lieblingsschwägerin und Lieblingsschwiegermama zu Kunst & Kürbis auf. Dort fanden wir viele liebe Gesichter, ein paar Naschereien und die eine oder andere Überraschung nur für mich! Außerdem hatten wir einfach eine schöne Zeit zusammen. Und jetzt freu ich mich auf einen ruhigen Abend mit meinem Mann.

Nach einer Idee von Maria.

Leben mit Kindern

Samstag, September 28th, 2013

Morgens rennen Tom und Ben die Treppe hinauf, auf einmal weint einer von beiden, dann wird sich darüber gestritten, was eigentlich vorgefallen ist. Von unten hören wir aus der oberen Etage nur: „Gezwickt!“- „Gekratzt!“- „Gezwickt!“- „Gekratzt!“- „Gezwickt!“- „Gekratzt!“- „Ge… !“…

Vormittags höre ich aus Noahs Kinderzimmer nur die seltsame Frage: „Wo ist eigentlich der dritte Arm?!“ Den hätte ich auch gern, denke ich. Nehme auch einen vierten, fünften und sechsten.

Mittags reden wir wie immer mal wieder heute über diese Premiere: Fernsehverbot. Weil wir uns unsicher sind, wie wir mit dieser spontan ausgesprochenen Strafe umgehen sollen, lachen wir und sagen im Spaß: „Das tut uns jetzt mehr weh als dir!“ Woraufhin das Kind schlagfertig, aber mit einem Lächeln auf den Lippen sagt: „Nein! Mir tuts weh! Und ihr seid Schuld!“

Nachmittags fragt mich das Tochterkind: „Können wir das später alles lesen im Internet, was du schreibst?!“- „Ja, das ist ja das Schöne. Zumindest hoffe ich dann, dass ihr das auch so gut findet.“

Abends sagt ein Kind über das andere, es hätte das Nachbarskind geknutscht. Sage im Spaß, dass ich jetzt sofort rüber gehen werde und mich beschwere, so ginge es ja wohl nicht! „Aber die sind halt verliebt!“- „Na und…“ sage ich lachend, „ist mir doch egal, so geht das doch nicht!“- „Aber du und der Papa?! Ihr habt doch auch geknutscht!“- „Da waren wir aber 10 Jahre älter!“ Ich muss lachen und gehe zum bösen knutschenden Kind: „Ich habe gehört du knutscht herum, so geht das aber nicht!“ Das Kind strahlt mich grenzdebil an: „JA!“- „Ich geh jetzt rüber und schimpfe. Ihr seid viel zu jung!“- „Bestimmt 60 Mal haben wir uns geküsst, derdiedas mag das so!“ Gehe empört zum Mann und sage: „Wenn das so weiter geht, müssen wir den armen Kindern Labello kaufen!“…

Krümelmonster- Muffins

Samstag, September 28th, 2013

Einen Moment hatte es gedauert bis ich ein schönes Rezept für die Krümelmonster für Bens Geburtstag erprobt hatte. Weil Fragen nach dem Rezept aufkamen, schreibe ich es heute auf.

Für 12 Stück:

350g Mehl
ein Päckchen Backpulver
1 TL Natron
1/4 TL Salz
150g Schokotropfen

125g Butter
140g Zucker
Vanilleschote
2 Eier
125ml Milch

Die Butter in einem Topf schmelzen, dazu die Milch gießen mit der Vanille. Den Zucker und die Eier mit einem Schneebesen unterrühren und zu den trockenen Zutaten geben, zum Schluss die Schokotropfen ebenfalls vorsichtig und langsam unterheben. Den Teig gleichmässig auf 12 Muffinförmchen verteilen und 15min bei 175Grad backen, wie immer Stäbchenprobe machen. Die Muffins abkühlen lassen.

Für die Creme:

200g weiße Schokolade
125g Puderzucker
125g Butter
Lebensmittelfarbe blau von Dr. Ö

ansonsten noch:

Fondant
Oreos
Kokosraspeln
Lebensmittelfarbe blau

Die Schokolade schmelzen, weiche Butter und Puderzucker dazu geben und cremig schlagen. Die Farbe einrühren, je nach gewünschter Farbintensität 2-3 Tuben Farbe. Die Creme auf die 12 Muffins geben und verstreichen.
Die Kokosraspeln in einen Gefrierbeutel schütten, die blaue Farbe dazu geben und schließen. Mit den Fingern die Farbe von Außen in die Raspeln reiben. Das konnten die Kinder super gut machen und hatten ihren Spaß dabei. Die blauen Kokosraspeln streute ich mit einem kleinen Teelöffel über die Cupcakes, bis sie überall auf der Creme haften geblieben waren.
Danach nahm ich 6 Oreos auseinander, entfernte die Milchcreme und steckte jeweils eine Kekshälfte seitlich in die nun 12 Cupcakes.
Für die Augen nahm ich weißen und schwarzen Fondant. Wog für 12 Augenpaare 24 weiße Kugeln á 4g ab, rollte und erwärmte sie mit den Händen, formte die Masse zu kleinen Kugeln und drücke sie (noch handwarm, sonst reißt der Rand ein) ganz leicht platt. Im Anschluss nahm ich eine winzige Menge von der schwarzen Farbe, formte immer ungefähr gleiche Mengen in Paaren vorsichtig zwischen den Fingerspitzen, legte sie auf die weißen runden Augen und drückte sie noch so leicht handwarm mit der flachen Rückseite eines Stäbchens vorsichtig und gleichmässig rund als Pupille in die weißen Augen. Setzte die Augen in die blaue Creme und fertig waren die Krümelmonster.

15 Monate

Freitag, September 27th, 2013

Um die vielen Kleinigkeiten vom Fußboden aufzuheben, begebe ich mich ins Bad. Ich freue mich einen Moment Ruhe dafür zu haben, Emils Hinterlassenschaften von heute morgen weg zu räumen. Zeit, die ich nutzte um zu duschen und meine Haare trocken zu föhnen. Auf dem Boden liegen vier teilweise leere Körbe und daneben Q-Tipps, Wattepads, Zahnpasta, Shampoo, Haarbürsten, ein Föhn, Stilleinlagen und andere Damen- Hygieneartikel verstreut. Ich habe ein paar Minuten, sortiere alles ein, stelle alles in den Schrank zurück und freue mich am Ende, dass es nicht mehr aussieht, als wäre ein Drogeriemarkt explodiert. Ich laufe ins Schlafzimmer mit der festen Absicht noch eben das Bett zu machen, wenn ich gerade so einen guten Lauf habe und finde den verschnupften Emil auf dem Boden mit den Nasentropfen in den Hand, genau genommen mit der leeren Packung Nasentropfen, der Inhalt ist verteilt aus seinem Oberteil, seiner Hose und dem Holzboden. Scheint verdammt viel Inhalt in so einem kleinen Fläschchen, wird eindeutig unterschätzt. Ach ja, denke ich so, hole ein Handtuch wische alles auf und wünschte mir fast, er hätte es getrunken, vielleicht hätte er dann nun nie mehr Schnupfen? :)

undläuft

Ein Tag

Mittwoch, September 25th, 2013

Alles begann schon vorm Frühstück, ein fragiler Moment, wenn das kleinste Kindergartenkind sich nicht anzieht, also griff ich ihm liebevoll unter die Arme um nur Minuten später zu hören: „Ich mag aber nicht in den Kindergarten gehen…“ Erfahren wie ich bin, Mutter von fünf Kindern, entfuhr mir Erwachsenenlogik: „Nun gehst du erstmal hin und wenn es nachher wirklich so blöd ist, sagst du der Lisa Bescheid und die kann mich dann anrufen, mir Bescheid sagen, dass ich dich abholen soll!“ Bombenidee. Das Kind war selig, aß sein Frühstück und war vergnügt drauf. Nachdem ich die Schulkinder zum Bus gebracht hatte und unter der Dusche stand, bekam ich via WhatsApp vom Mann die Information, es wäre beim Übergeben im Kindergarten alles okay gewesen. Spitze! Mein Vormittag konnte kommen. Da hatte ich aber das Elefantengedächtnis meines Sohnes unterschätzt. Viertel nach 9Uhr erleuchtete mein Handy ein Anruf, den ich vergnügt wie ich war, erst gar nicht mitbekommen hatte. Ich rief selbstverständlich zurück und erfuhr, mein Sohn wäre nun bereit abgeholt zu werden. Upps. Das war natürlich nicht im Sinne der Erzieherinnen, die darin einen Rückschritt gesehen hätten, sollte ich nun das Kind wirklich abholen. Für mich stand dummerweise nur im Vordergrung, dass ich ihm ja ein Versprechen gegeben hatte. Die Erzieherinnen wollten noch einmal mit ihm sprechen. In der Zeit des Wartens rief ich den Mann an, bis erneut Lisa anrief: Ben würde schon geholt werden wollen, aber Tom nicht. Irgendwie lustig. Ene, mene, muh und raus bist du. Ich entschied mich dazu, da das abholwillige Kind mittendrin im Spiel war, es zwar früher, aber nicht sofort und jetzt abzuholen, so dass Tom noch seinen Obsttag in Ruhe beenden würde können und Ben trotzdem eher seine Mama sehen würde. Emil schlief nun. Ich entspannte mich etwas, obwohl in meinem Kopf alles Samba tanzte: „Was wenn das jetzt wieder so schlimm wird? Was wenn er will, dass ich ihn immer bringe? Für zwei Stunden Kindergarten morgens zwei Stunden hin und her fahren?“ Drei Telefonate hin und her am Vormittag. Das fing ja gut an.
Im Kindergarten um 12Uhr passte dann alles. Beide waren glücklich- ich auch. Ich traf eine Freundin. Und brachte zufriedene und ausgeglichene Jungs nach Hause. Weil Tom mittlerweile Angst hat, die Minuten allein zu Hause zu sein, Ben aber genau das wollte, (das zieht sich so durch) setzte ich den müden Ben tricky wie ich fand, in den Zwillingswagen, daneben den Emil und so fuhren wir zu viert und höchst zufrieden, Zoe und Noah vom Bus abholen.
Zu Hause angekommen hatten wir ein zweites Mal am heutigen Tag nur wenig Zeit- in der Zoe sich Sorgen um ihre Freundinnen machte, die den Bus verpasst hatten, wir zu einer Entscheidung kamen, ob sie nun hier zu Hause warten würde oder mitkommen, alle etwas trinken konnten, Taschen abladen und dann ging es zurück zur Bushaltestelle. Bis dahin hatte ich also die Bushaltestelle drei mal begrüßt und schon zwei Mal verabschiedet.
Pünktlich betraten wir die Zahnarztpraxis, nahmen kurz im Wartezimmer Platz und wurden schon nach einem kurzen Moment aufgerufen, also zog es uns zu fünft ins Behandlungszimmer, wo genau das passierte was ich annahm: „Hatte er Schmerzen? Nein? Großartig! Die Zähne werden von Woche zu Woche wieder fester. Das machst du prima, Noah. Macht weiter so mit der Zahnpflege, das ist super. Auf wiedersehen bis ins zwei Wochen!“ Ich schnallte also Emil wieder im Kinderwagen fest und wir flitzten nach einem Blick aufs Handy zur Haltestelle, wobei ich Tom fast über den Haufen rannte. Ich küsste freudig die Kinder, wir waren so schnell gewesen, entschuldigte mich bei Tom, soviel Ruhe war dann noch, denn der Bus brauchte sogar noch um die Kurve zu nehmen. Nun standen wir vor dem Bus und wunderten uns warum die hintere Türe nicht aufgemacht wurde. Der Busfahrer sah mich an, ich sah ihn an, ich versuchte zu kommunizieren er möge doch bitte die Türe aufmachen, schließlich standen wir genau davor, doch sie blieb zu. Und die vordere Türe schloss sich. Ich hüpfte aufgeregt herum und rief dem Fahrer zu, er möge die Türe aufmachen, wir wollen mit! Und er fuhr los. LOS! Meine Kinder waren doch eben noch zur Haltestelle gerannt! Das hatte saugend gepasst. Ohne nach zu denken, rannte ich hysterisch mit dem Armen fuchtelnd dem Bus hinterher und schlug wie ein Geisteskranke an die vordere Tür, wo der Busfahrer gnädig doch auf die Idee kam, die scheiß Tür aufzumachen. Ich war fix und fertig, ob dieser groben Fahrlässig- und Ungerechtigkeit, ging zurück zu den Kindern und hob Kinder und Wagen irgendwie in den Bus, denn wir standen ja nicht mehr an der Bordsteinkante, sondern auf der Straße. Und dann sagte der Busfahrer doch allen ernstes zu mir, er wusste ja nicht, ob wir tatsächlich einsteigen würden wollen. Und ich rief außer Atem nach vorn, peinlich berührt – ja, mir war das alles furchtbar peinlich so mitten vor über 20 Menschen- dass das doch der Sinn einer Haltestelle wäre, man stünde dort, weil man Busfahren möchte! (Und da fährt auch nur dieser eine Bus, verfluchte Mistkacke!) Ich wurde äußerlich ruhiger, mein Herz pochte aber noch, zu Hause war Zoe allein, Ben war müde, die Kinder hatten so toll mit gemacht, das gehörte doch alles belohnt, wir wollten nach Hause… und während ich da stand und eine ältere Dame mir leise beipflichtete, kam da wieder diese altbekannte Wut und Hilflosigkeit, wegen der Abhängigkeit diesen Männern und wenigen Frauen gegenüber, Angst davor beim nächsten Mal nicht mit genommen zu werden usw. Und ich fragte danach die Kinder, wie sie die Situation erlebt hätten- ich war ihnen nicht als Rumpelstilzchen in Erinnerung geblieben, sondern nur der doofe Busfahrer, was mich ein bißchen erleichterte. Aber ich fühlte mich nach wie vor, wie ein wütender Zwerg. Wenigstens waren wir so nur 40 Minuten unterwegs gewesen.
In den eigenen vier Wänden angekommen, kochte ich dann und bekam einen netten Zettel hingelegt „8,90Euro für xyz“. Natürlich hatte ich nicht soviel Kleingeld, zählte was ich hatte und bat den Kindervater via Twitter irgendwie heute Abend den Rest in bar bereit zu haben. Mittags jagte ich die Kinder wie immer hoch zum Zähneputzen, auch das zog sich an diesem Tag sehr in die Länge, es war schon viel später, als normaler Weise. Nur wenige Augenblicke später informierte mich ein Kind freundlicherweise, während ich mir frech einen Kaffee hingestellte hatte und so etwas wie eine kleine Pause machen wollte, über Farbe, Konsistenz und Menge der Dinge, die den Weg in die Toilette gefunden hatten. Höchst interessant. Ich liebe ja diese Art von Gesprächen.
Am Nachmittag spielten die Kinder zusammen wieder total versunken- eine Fusion aus Filly und Lego Ninjago und ich dachte frech bei mir, davon könnten sich doch Politiker eine Scheibe abschneiden. In hohen Maße muttiviert schnappte ich mir Staubsauger und Wischmop, um den dreckigen Boden zu wischen, wohlwissend dass es keine halbe Mahlzeit so bleiben würde. Diese verrückte Idee hatte ich gehabt, als ich Emil wickelte und seine nackten Füße genauer betrachtete. Und während ich so wischte und über Fusionen, Krümel- und andere Essensreste sowie Busfahrer sinnierte, hörte ich von oben seehundähnliche Geräusche und ehe ich mehr Zeit hatte mich zu fragen, was da wohl gerade passierte, lauschte ich einer Diskussion, ob sich so oder wenn nicht so wie dann, eine Alarmanlage anhören würde.
Irgendwann abends brachte ich das Kleinkind ins Bett und als es schlief, tropfte ich vorsichtig und bedächtig erst in das eine, dann in das andere Nasenloch (die Pause dazwischen ist entscheidend) die Nasentropfen und fühlte mich wie ein Held, weil das Kind davon nicht aufwachte… Unten angekommen machte ich mir einen Tomatensalat und sah verblüfft auf die Uhr, als ich diesen tatsächlich noch vor 20Uhr gegessen hatte und auf dem Sofa saß. Himmlische Ruhe. Nun würde ich versuchen möglichst viel Freizeit in so wenig Zeit wie möglich zu packen- Feierabend eben… und ich bloggte.

Immer wieder für einen Spaß zu haben…

Dienstag, September 24th, 2013

So langsam könnte man meinen, ich hätte es gelernt oder denke mir hier was aus… Aber nein, nein das bin ja nur ich.

Ich hatte tatsächlich gedacht, nun sei es aber wieder gut. Und da stand ich an Bens Geburtstag allein mit Emil zu Hause, hatte gerade die Türe hinter meiner Schwiegermama geschlossen, die draußen gerade allein und tapfer vier Kinder in ihrem Auto anschnallte. Ich hatte gerade noch Zeit mich darüber zu ärgern, dass mein Bus soeben abfahren würde und mit ein bißchen mehr Planung, dies hätte meiner seien können und ich so schneller bei Ben im Indoor- Spielplatz gewesen wäre. (Wir mussten uns aufteilen.)
Dann fielen mir die vielen Kleinigkeiten ein, die ich vergessen hatte. Ich lief hoch und holte Wechselkleidung für alle Kinder, stopfte die in einen Beutel, während mir auffiel, dass ich die Feuchttücher vergessen hatte, also lief ich erneut hoch und holte welche. Taschentücher würde ich noch brauchen. Ich suchte und suchte mir alles zusammen. Emil setzte ich schon in den Kinderwagen, schnallte ihn an und fuhr ihn schon mal vor die Tür, dann ging ich zur Toilette. Ich warf meine Handtasche um und beinahe hätte ich die Kamera vergessen und das Wasser und die Puschen und die Socken, ich griff alles und wollte gerade nur noch zum Bus rennen, weil ich nun doch wie immer viel zu spät dran war… Vollgepackt schmiss ich die Türe hinter mir zu- ein bißchen stolz, weil ich gefühlt alles hatte (was nicht stimmte, drinnen stand Emils Flasche) und es pünktlich zum Bus schaffen würde, wenn ich jetzt renne (wie immer). Nur noch zu Ben wollte ich und dann hörte ich es mauzen. Maumaumau. Lass mich rein, lass mich rein. Scheiße, die Katze war draußen gewesen. (Das darf sie eigentlich nicht.) Ich schmiss also hektisch, weil viel zu spät dran alles auf das Müllhäuschen und eigentlich wusste ich es schon da, ich könnte jetzt suchen wie ich wollte, ich hatte natürlich meinen Schlüssel drinnen liegen gelassen. Was sowas von egal gewesen wäre, weil meine Schwiegermama einen Schlüssel hat und mein Mann auch… aber die Katze war ja nicht bei denen, die war bei mir. Alle Fenster waren natürlich genau an diesem Tag mal zu. Ich kletterte auf das Fensterbrett der Küche (was bestimmt lustig ausgesehen hat), verrenkte mich und linste hinein, jedenfalls versuchte ich das, doch der Kühlschrank stand genau so, dass ich von da aus nicht sehen konnte, ob eines der Kinder vorhin vergessen hatte die Terrassentür zu schließen. Also lief ich um den Häuserblock mit Emil, um festzustellen, dass die Tür wirklich zu war. Ich rief meine Schwiegermama an und fühlte mich furchtbar elend. Alle zurück wegen mir? Aber sie hatte mit gedacht, wenigstens einer bei klarem Verstand- übergab die Kinder dem Mann und würde dann zurück fahren um mich zu holen. (Gar nicht peinlich.) Ich lief zurück ums Haus, etwas schneller als hin, aus Angst der Kater könnte nun weg sein. Aber er miaute tapfer weiter sein Lied. „Lass mich rein verdammt! Ich werde das nie wieder tun, versprochen!“ (Lügner, der!) Vor kurzem erst hatte ich in meiner Telenovela gesehen wie jemand mit einer Karte die Tür aufbrechen wollte, das versuchte ich auch mit einer abgelaufenen Krankenkassenkarte. Ich zeigte mich aber total talentbefreit was Einbruch ins eigene Haus betraf und winkte fröhlich einer Nachbarin zu, die mich im Vorbeigehen komisch beäugte. Ich holte Emil aus dem Kinderwagen und fragte mich wie wir die kommende Zeit überbrücken sollten. Mindestens 30 Minuten würde es dauern, wenn nicht länger. Also wäre es sicherlich sinnvoller nun in den Garten zu gehen bei dem schönen Wetter, um dort weiter zu warten. Also nahm ich allen ernstes Emil auf dem Arm und setzte den Kater in den Kinderwagen. Im Laufen beschwor ich das Katertier nicht aus dem ruckelnden Kinderwagen hinaus zu springen, (beide Katzen waren schon einmal in der Nachbarschaft verschwunden), das funktionierte dann bis vorne zum ersten Haus unserer Reihe, da reichte es ihm. Ich hob ihn also vorsichtig auf und trug Kater und Kind ehrfürchtig vor mir her. Jeder der schon mal von einer ängstlichen Katze zerfetzt wurde, weiß wieso. Ich gab dann etwa drei Häuser weiter auf beide zu tragen und dabei den Kinderwagen vor mir her zu schieben, lief vor, setzte beide ab und holte den Wagen. (Ich hoffe ja mich hat dabei niemand beobachtet.) Dann ließ ich den Kater nicht mehr aus den Augen, Emil auch nicht, der Kater die Terrassentür nicht- bis meine Schwiegermama uns erlöste und diese Tür öffnete…

Aber der Tag war ja noch nicht vorbei… Abends ging der Vater der Kinder dann tapfer seiner Pflicht nach. Der zweite Elternabend diesen Jahres, der erste für dieses Kind- heißt potenziell total wichtig. Er fuhr also mit dem Bus zum Bahnhof, wo sein Rad noch vom Abstellen am Morgen stand und wollte damit weiter Richtung Schule fahren, als er bemerkte, dass sein Achtung *dingdingding* (Fahrradschloss-) Schlüssel abgebrochen war. Damit konnte er also nicht weiter fahren, er lief. Später holte meine Freundin Lisa samt ihrer besseren Hälfte meine bessere Hälfte von der Schule ab- eine Geschichte mit Happy End also. (Bis auf die Kleinigkeit, dass das Fahrrad nun nach wie vor am Bahnhof steht. Der Schlüssel wird gerade ersetzt.)

4!

Montag, September 23rd, 2013

An diesem Montag um 4.40Uhr wurde unser 4.Kind vier Jahre alt.

Ganz intensiv fühlte ich den Geburtstag von Ben schon am Wochenende nahen und das lag nicht an den vielen Backzutaten in der Küche, sondern an den vielen Erinnerungen in denen ich schwelgte.
Seine Ankunft im Leben bleibt bis heute für mich besonders und so erinnere ich mich Jahr für Jahr an die zwei Tage vor seiner Geburt wahnsinnig gern.

Ben nahm morgens zum Feiern in den Kindergarten seine Krümelmonster- Muffins mit, wo seine Oma ihn und Tom mittags abholte. Hier versuchten wir mit vereinten Kräften die Kinder allesamt zum Essen zu überreden, was nur so semi gut funktionierte vor lauter Aufregung. Im Anschluss fuhr sie mit Ben und seinen Geschwistern auf seinen Wunsch ohne Gäste in einen Indoor- Spielplatz, an dem sein Papa schon wartete und dort alle in Empfang nahm. Ich wurde dann danach zugegeben etwas ungeplant von meiner Schwiegermama noch einmal zu Hause mit Emil eingesammelt und so konnten wir dann endlich den Nachmittag zusammen verbringen. Aßen Kuchen und sahen den rotwangigen Kindern beim Toben und Spielen zu. Abends ging es mit dem Taxi nach Hause, in dem das Geburtstagskind fast einschlief und dann endlich nach dem Sandmann durfte der Tag im Traum und Bett verarbeitet werden.

Sonntagsfreude

Sonntag, September 22nd, 2013

An diesem Sonntag gab es nur eine allergrößte Freude, nämlich die Wiederkehr des besten Vaters meiner Kinder am frühen Sonntagabend nach einem furchtbaren Wochenende.
Fruchtbar waren weder die Kinder noch die Zeit mit ihnen, eher das Vorbereiten des Geburtstags ohne den Mann in meinem kranken Zustand (und dem von Emil), den ich erst bemerkte, als der Mann schon über alle Berge war. (Dazu gesellte sich ein Zwischenfall mit Tom draußen auf der Straße.).
Nachdem ich Freitag schon etliche Cookies für meine Kinder als Überraschung und die Kinder und die Feier im Kindergarten gebacken hatte, folgten am Wochenende eigentlich nur noch 36 Krümelmonster- Muffins für den Geburtstag, 12 Heidelbeer- Muffins für den Eigenbedarf und ein Mini- Regenbogenkuchen mit weißer Schokoladencreme für unsere Kinder, ebenfalls als Überraschung für den ich bescheuerter Weise Samstag bis Mitternacht in der Küche stand.
Ich war fix und fertig und dann einfach nur erleichtert, als er endlich wieder da war und wir am Abend alles für Bens Geburtstag fertig hatten.

Nach einer Idee von Maria.

Das Leben ist schön

Donnerstag, September 19th, 2013

Heute haben mich bestimmte Kleinigkeiten zum Lächeln gebracht. An die möchte ich mich erinnern:

*Die ältere Dame, die an uns vorbei geht und beim Anblick des schlafenden Emil hachzt. Ein Geräusch, das sich genau so anhört, wie von einer Frau im gebärwilligen Alter beim Kontakt mit einem frisch Geschlüpften.
*Eine Freundin treffen, die exakt genauso verspult, spät dran und in Eile ist wie ich, einander kurz umarmen und in die entgegen gesetzten Richtungen laufen.
*Nach vielen Regentagen endlich wieder Sonne und das Glitzern ihrer Strahlen in einer Pfütze, als ich an der Ampel warten muss.
*Das Lächeln meines Sohnes, der sich freut, weil er genau in dem Moment aus seiner Gruppe kommt, als ich auf den Türsummer drücke, auf die Minute pünktlich bin.
*Endlich mal wieder keine Tränen, kein Ermahnen müssen und gut gelaunte Busfahrkinder mit Mutter.
*Ein Kuchen noch schnell für meine vorhin getroffene Freundin und ihre zwei Töchter gebacken, der im Ofen so herrlich aufgeht und später so wahnsinnig fluffig ist. Einfach perfekt eben.
*Mein Kleinster, der ihre Kleinste erst von sich weg schiebt und als diese weint, sie umarmen und herzen, weil es ihm aufrichtig leid tut.
*Unsere großen Kinder, die im herrlichsten Spiel total versunken sind.
*Nach Monaten (gefühlt zumindest) wieder unglaublich früh auf dem Sofa sitzen und sich freuen, weil man tatsächlich schon um diese Uhrzeit entspannt ist.