Die Farbe Rosa…

April 27th, 2017

Wenn meine Mama mich anruft und nur mich sprechen will, dann ist das meistens kein gutes Zeichen. Wenn kein Text reicht, keine kurze Nachricht, muss etwas gesagt werden, das wenn nicht persönlich, dann doch wenigstens von Mund zu Ohr…

Ich gebe nicht gern die Kontrolle ab, darüber kann ich mich mit meinem Mann gut und gerne streiten, darüber dass ich immer alles nur allein gut machen kann, nichts abgeben kann, nicht loslassen, ja das fällt mir schwer. Aber wie geht man damit um, dass die eigene Mutter Brustkrebs hat? Wie soll man da loslassen? Aber an was genau festhalten? Kann nur ich die richtigen Worte finden? Das Richtige denken? Fühlen? Alles in die richtige Richtung schubsen?

Wenn mein Kind Seh- und Hörstörungen hat ist das beängstigend, ich kann optimistisch da heran gehen, es von außen kritisch betrachten und versuchen es mir logisch zu erklären, wenn doch das Einfachste vom Arzt ausgeschlossen wurde, ich kann ruhig bleiben, aber es dennoch im Auge behalten…
Wenn mein Kind Fieber hat, kann ich mich sorgen und hoffen, das es schnell wieder gesund ist… All das ist in meiner Macht, ein Fels zu sein, stark und fürsorglich…

Ich habe fast zwei Jahre gelernt und trainiert, dass ich keine Panikattacke bekommen muss, wenn etwas beängstigend sein könnte, dass ich nicht immer vom Schlimmsten ausgehen muss, dass ich gut zu höre, wenn ein Arzt etwas sagt, anstatt meine Fantasie zu beflügeln, ich habe gelernt mit meiner Angst zu leben, sie anzunehmen, auch als etwas Gutes zu betrachten, etwas das mich schützt, aber allem Zeit zu lassen und in den letzten Wochen, das Wichtigste, dass all das was ich gelernt habe in den letzten Monaten, mich nicht dafür schützen wird, dass wirklich etwas Schlimmes passiert… Aber das ich nicht ausraste, bevor es passiert. Das war alles, was ich mir wünschte… „Das Leben ist immerlebensgefährlich…“, sagte Erich Kästner… es brachte mich fast um den Verstand, daran zu denken, was wie sein könnte, wir Menschen sind uns unseres eigenes Todes und unser Verwundbarkeit bewusst, aber können nicht leben ohne all das täglich auszublenden, weil wir sonst gelähmt wären und genau das war ich…

Ich war gelähmt. Ich hatte erlebt, dass es nicht immer ein Happy End gibt, ich habe Menschen verloren, sie durch tiefe Täler begleitet und irgendwann war nur noch Platz dafür… Ich hatte solche Angst, mir oder den Menschen, die ich liebe könnte etwas zustossen, ich könnte noch mehr verlieren, müsste noch mehr aushalten. Ich habe soviel überlebt, mich selbst, meine Depressionen und mehr schon als Teenager, völlige Haltlosigkeit, Sorgen um Kinder und Verlust von Ungeborenen, ich habe Menschen verloren, die ich liebte… ich bin zerbrochen und habe mich selbst zusammen geklebt… aber meine Seele war verrückt worden, nicht mehr an Ort und Stelle, mir fehlte die Unbeschwertheit des Moments, der Genuss des Hier und noch heute fällt es mir schwer…

Und nun höre ich die Worte, ich nehme alles auf, ich höre das Weinen, ich gebe die Worte weiter, ich tröste und ermutige, wo ich mit meinen Worte weiter gab, was ich eben selbst erst gehört hatte, aber so neu, so nahe… ich stehe unter Schock, eingeschlossen in einem Raum mit meinen Gefühlen, draußen höre ich Stimmen, ich höre die Worte, sie kommen auch an, aber da ist diese Wand, die mich von allem anderen trennt…. alles ist so unwirklich… als wären wir am gleichen Ort, aber zu verschiedenen Zeiten…

Aus meinem Raum, schicke ich Nachrichten, an Menschen die mir nahe stehen, ich möchte zurück in die richtige Zeitzone, aber alles ist viel langsamer… wie in Zeitlupe… alles braucht Zeit…

Ich bin die Frau mit den Farben, ich habe alle in meinem Herzen, weil ich so viel gesehen und erlebt habe, ich bin ein Mensch der Vielfalt liebt, die mit dem buntem Tuchhaufen und dem Mustermix, mit den bunten Wänden und dem Strauss an Kindern, die alle so unterschiedlich sind, ich bin die, deren Webseite schon alles enthält… ich bin das alles, jedes kleine Puzzleteil macht mich aus und zu mir…

Ich bin die, die abends ihren Kindern sagt, dass ihre Oma krank ist, eine Frau mit Mann, die erst 52 Jahre alt ist, zwei Töcher hat und neun Enkelkinder… eine Frau, die alles braucht, aber keinen Brustkrebs.
Ich bin die Tochter, die die Krone richtet, die nutzen wird, was sie zwei Jahre lang gelernt hat, ich werde gerade aus blicken, optimistisch sein, etwas in dem ich noch nicht so geübt bin, aber daran werde ich wachsen… diese Zellen, die da nicht hingehören, werden schrumpfen und ich werde über mich hinaus wachsen…

Von Trauer, Loslassen, Festhalten und Glück

April 18th, 2017

Wenn ich meine einjährige Tochter ansehe, die -als wäre ein Knoten geplatzt- praktisch seit ihrem ersten Geburtstag nur noch läuft, bin ich beinahe ehrfürchtig, gegenüber dem Leben, der Unplanbarkeit des Seins und des sich Bewusstwerden des vorhandenen Glücks.
Nachdem was uns passiert ist, nach diesen drei Fehlgeburten nach einander, nach all der Angst, der Trauer, dem Schmerz und der sich ausbreitenden Hoffnungslosigkeit, sind ebenso nach einander drei Kinder auf diese Welt gekommen, die eine mehr, die andere eine weniger holprige Schwangerschaft, aber im Grunde sind sie alle drei gesund und munter gelandet- wie man so schön sagt, wobei munter oder lebendig mir das wohl Wichtigste ist…
Es gleicht einem Wunder, dass ich das erleben durfte und darf, nachdem ich an so einem Punkt in meinem Leben war, der alles verändert hat.
Ich weiss, dass viele Paare Schlimmeres erleben, aber an diesem Punkt in meinem Leben war ich auch davor selbst aufzugeben, es gab diesen einen Moment, in dem die Endgültigkeit und Leere mich so einnahmen, dass ich selbst nicht mehr leben wollte und meinen (Lebens-) Traum, mein Bild von mir, meine Persönlichkeit als Grossfamilienmama dahinschwinden sah, meine Identität verloren glaubte, dabei war ich nicht bereit all das aufzugeben, ich wollte mich daran festhalten, ich verging an dieser Ohnmacht, einer mir aufgezwungenen Machtlosigkeit, gefangen in Passivität und einem Meer von Gedanken, die nirgendwo endeten.
Es gab schmerzliche Worte, die sich in dieser Situation ohne äusseren Schutzpanzer, ohne Haut nach all den Jahren in mein Innerstes eingefurcht haben- wie ein nur verheilter Bruch, den man immer noch sehen kann, bin ich einmal ganz zerbrochen, zersplittert und habe mich wieder zusammen geklebt oder zusammen gepuzzelt und auf Heilung gewartet, ein erstes echtes Lachen- als wären wir nicht dankbar genug, für das vorhandene Glück und nun nach all den Jahren, es ist mittlerweile beinahe sechs Jahre her, dass ich mich von der letzten Seele verabschieden musste, spreche ich auch nicht mehr soviel darüber…
Aber diese Erinnerungen sind da, haben mich für immer verändert, unsere Familie zu der gemacht, die sie ist und ich bin dankbar und stolz zugleich, dass wir es immer wieder gewagt haben und ich heute nach drei Sternenkindern, quasi drei Regenbogenkinder geboren habe, die ich über alles liebe und von denen ich damals nicht zu träumen gewagt hätte, damals als alles ungewiss war und niemand wusste, ob zu Vieren überhaupt noch mal jemals ein weiteres Kind dazu käme, die Verzweiflung so gross war, dass wir uns haben untersuchen lassen… ich weiss, dass ich dankbar sein kann, dass ich immer allein schwanger werden konnte und nicht auf die Hilfe Dritter angewiesen war, dass uns soviel erspart blieb, aber es ist unsere Geschichte und hier durfte drei Mal mehr das Glück einziehen, auch wenn die die fehlen, nie vergessen werden und wir sehr offen damit umgehen…
Aber auch darum tue ich mich nach wie vor schwer, mit diesen so lieb gemeinten Fragen, ob wir denn noch eines wollen oder wir uns komplett fühlen?! Ich habe noch kein Bestellformular gefunden, auch gibt es keine Auswahloptionen, ob ein drittes Mädchen schöner wäre, als ein erneuter Junge, auch den Zeitpunkt kann man nicht gut planen, wenn man erlebt hat, dass nicht alles geradlinig planbar ist.
Wenn man erlebt hat, dass all die guten Gedanken, die man sich gemacht hat, alle Ideen die man hatte, alle guten Gründe keine mehr sein durften…
Wie fühlt sich komplett an? Wo fängt die Vernunft an, wo hört die Sehnsucht auf?!…
Das sind Gedanken, die ich auch habe, wenn aus meinem kleinsten Baby, ein Kleinkind wird…
Es gibt Tage, da fühle ich mich voll gefüllt und da ist dann kein Platz mehr für noch mehr Gedanken um einen Menschen, den ich liebe und an anderen Tagen ist das Herz so weit und offen und noch so viel Liebe, Hoffnung und Gedankenplatz da…

Allererster Geburtstag…

April 16th, 2017

23:34Uhr- mein Blick fällt auf die Uhr, etwa um diese Zeit platzte meine Fruchtblase auf dem Sofa. Ein bekanntes Knacken und schon sprang ich auf und es war bestimmt ein lustiges Bild wie ich da stand und wartete, darauf ob ich zu recht hoch geschreckt oder ob es womöglich doch falscher Alarm war und gerade als ich mich vielleicht wieder setzen wollte, bahnte sich das Wasser seinen Weg… Ich war sooo aufgeregt, es änderte einfach alles von jetzt auf gleich, in einem Bruchteil von Sekunden, ich würde nun in wenigen Stunden unsere Tochter gebären… es konnte niemand wissen, dass es nur eineinhalb Stunden sein würden…
Ich lege mich nachts ins Bett und ziehe Zelda an mich, die Uhr zeigt: 0:02Uhr- „Hallo Geburtstagskind!“ denke ich und werde überrollt von dem Glück, eine Einjährige im Arm zu halten, ein Kleinlind, kein Baby mehr innerhalb von Sekunden, dabei hatten wir alle Zeit der Welt dir beim Wachsen zuzusehen…
So liegen wir da mitten in der Nacht, in selben Bett, in dem ich dich geboren habe… und wenn ich mir Bilder ansehe von deinen ersten Lebenstagen hast du heute die gleiche Frisur wie damals, was hab ich diesen Flaum geliebt und liebe ihn nach wie vor, überhaupt siehst du auf den ersten Bildern schon aus wie du… nun kuschelst du dich auch an mich und wachst in dieser Nacht unruhig alle fünf Minuten auf bis wir dir ein Zäpfchen geben, Anton und Emil besuchen uns, man könnte da viel hinein interpretieren, aber du zahnst wohl nur oder verarbeitest deine Impfung…
So viel haben wir erlebt in diesem Jahr, so viel ist passiert, so viele erste Male, nach wie vor finde ich es erstaunlich, bewundernswert und ein Wunder wie viel ein Baby im ersten Lebensjahr lernt! So beharrlich, nur angetrieben durch sich selbst… Ich habe jeden Moment genossen, jeden Meilenstein, den du hinter dir liest um nur wieder etwas Neues zu lernen… Ich habe es genossen dich bis hierher voll zu stillen, was ich nie für möglich gehalten hätte und dich zusätzlich täglich zu tragen… Soviel Nähe… die sich langsam auflöst… damit du frei sein kannst, losgelöst von mir durch die Welt gehen…

Erinnerungen bahnten sich ihren Weg mit jedem Tag, die dein erster Geburtstag näher rückte… Wie rund mein Bauch war und wie zart und zerbrechlich du wirktest in meinen Armen nach deiner Geburt… nach dem das Wasser endlich gebrochen war…

In den letzten Wochen haben wir die neueste Staffel Homeland geschaut und die von Vikings, so wie letztes Jahr um diese Zeit, auch haben wir ganz viel Zeit durch die Freistellung deines Papas, vieles wiederholt sich gerade… so wie ich jede Blüte genieße, wie vor einem Jahr, so wie du in meinem Bauch erst unsichtbar und dann nicht zu übersehen und in diesem Jahr erblühtest, jeden Moment mehr… sogar Laufen kannst du schon, mittlerweile die ganze Strecke vom Wohnzimmer zu mir in die Küche oder heute wo du den Tag bisher hauptsächlich auf zwei Beinen begehst… und dann wirkst du wieder ganz klein, wenn du getragen werden möchtest oder dich durch die Nacht stillst, denn allein kannst du das noch nicht, dafür gibt es so viele andere Dinge, die du schon allein kannst…

Ich bin dankbar deine Mama sein zu dürfen und so stolz auf dich, deine wachen Augen mit denen du scheinbar die ganze Welt aufsaugen willst… Jeden Moment festhalten und genießen… Dabei darf ich dich begleiten, das ist ein großes Geschenk… Ich liebe dich! <3

Damit Leben…

April 7th, 2017

Ich bin gestern Nacht glaube ich guter Dinge ins Bett gegangen, ich war allein ein paar Freundinnen treffen, ich war schwimmen und hatte mein Buch beendet… doch… ich schlief vielleicht aufgeregt ein, weil der Mann heute Abend bis in der Nacht zum Sonntag weg sein wird, aber doch irgendwie auch zuversichtlich, dass ich genug Kraft und Glück getankt hatte, um das gut zu bewältigen…
Und dann erwachte ich mit Schmerzen im Knie, erstmal so fies, das ich mich nicht traute aufzutreten, ich blieb ruhig soweit es ging und schmierte sofort eine Cortisonsalbe drauf, bat den Mann mir um halb sieben, da esse ich niemals nicht Frühstück, ein Brot zu machen und mir zwei Gläser Wasser zu bringen und so nahm ich doch wieder zwei meiner Tabletten, die ich reduzieren wollte, weil Zelda eine Lebend- Impfung bekommen hatte und ich wollte, dass ihr kleiner Körper optimal dagegen anhalten kann… und nicht durch meine Medikamente ihre Abwehr herunter gefahren wird…
Erst gestern oder vorgestern war ich dankbar, dass ohne viel meiner Grübelei wir es auf ein Jahr volles Stillen geschafft hatten, worüber ich sehr dankbar bin… Dankbar dass ich sie tragen darf… immernoch…

Seit zwei, drei Tagen tat mir meine rechte Ferse weh und ich dachte daran, einen Termin beim Orthopäden auszumachen und mir mal langsam meine Einlagen neu zu besorgen… Und nun atme ich tief durch… und verfalle nicht in Panik, was mir auch irgendwie Druck macht…

Oft vergesse ich meine chronische Erkrankung, ich lebe ganz normal und mit keinerlei Einschränkungen und dann haut es mich doch hin und wieder um… Sind das diese Schübe? Ich muss es immer noch lernen, ich habe meine Diagnose erst zwei Jahre und war etwas mehr als 10 Monate davon schwanger und im Himmel, was meinen Kram anging…
Ich hab es vielleicht gemerkt, mein Körper kämpft sehr mit dem Heuschnupfen, das zerrt zusätzlich an mir, meine Abwehr ist immerzu beschäftigt, meine Blutwerte vor zwei Wochen hatten das auch gezeigt… Aber ich atme durch, ich versuche mal optimistisch zu sein, während ich eine Ibuprofen einwarf und meine Knie schmiere und versuche in keine Schonhaltung zu gehen, weil sonst ein anderes Gelenk anfängt zu meckern, eine Kettenreaktion immer… Ich versuche entspannt zu bleiben, auch wenn ich weiß, dass der Mann nun über 24Stunden einfach nicht hier sein wird und meine Ärztin vielleicht im Urlaub, denn vielleicht geht es mir morgen schon wieder so gut, dass ich meine Arthritis wieder vergessen kann, vielleicht auch nicht… aber ich darf mich nicht gefangen nehmen lassen von den Erinnerungen an diesen ersten schlimmen Schub… Ich habe Hilfe erhalten, ich habe Werkzeug bekommen für Körper und Seele und ich bin nicht unvorbereitet… Ich atme…

Nach dem Mittagessen…

März 15th, 2017

Du wäscht dem Kind ordentlich das Gesicht bis das Oberteil schon ganz vollgetropft ist, die Hände und die Unterarme und die Haare wie ein Pro, legst es auf den Wickeltisch, wirst getreten und dann fällt dir ein, dass du die Füße vergessen hast… #Kartoffelpüree

Die Zeit, sie fliegt nur so dahin…

Februar 22nd, 2017

In unserer Küche liegt die Anmeldung für den Kindergartenplatz für unser Sechstgeborenes. Im September soll es also losgehen, nach dem Sommerurlaub, kurz nach seinem dritten Geburtstag. Seit ein paar Monaten schreit er nicht mehr, wenn jemand „Fremdes“ unsere Türschwille übertritt. Er spricht immer mehr und immer deutlicher, ich bin also etwas zuversichtlicher und im Kindergarten wartet dann die liebste Erzieherin auf ihn- wir schaffen das!
Unsere mittleren Jungs aus der Grundstufe hatten letzten Freitag frei und kommen auch am Freitag in dieser Woche schon eher Heim, weil in der Schule die kommenden Erstklässler ihren Schnupperunterricht hatten und die Eltern zu Elterngesprächen eingeladen werden. In diesem Jahr pausieren wir also, wir sind nicht dabei, für die Schule schrieb ich keine Bewerbung und ich organisierte kein Schnuppern und früher Heimkommen, plus Elterngspräch, aber dann im September, wenn Anton das erste Mal in den Kindergarten gehen wird, wird aus Emil ein Vorschüler… Aber jetzt lehne ich mich dahin gehend erstmal gemütlich zurück und versuche Zeit zu finden, für die Kindergartenanmeldung…

Geschützt: Ausgelächelt…

Februar 8th, 2017

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Ein Moment der Stille…

Januar 7th, 2017

Ich sitze hier und zu meinen Füßen oder neben mir, der Weihnachtsbaum… ein letztes Mal schnuppern, ein letztes berühren der mittlerweile getrockneten Tannennadeln, ein letztes Mal die Lichterketten bestaunen, die den nächtlichen, dunklen, stillen Raum in warmes Licht tauchen, während draußen über 16Grad minus sein sollen… Morgen wollen wir den Baum rauswerfen, dafür entschmückte der Liebste ihn heute schon, entfernte behutsam Kugel für Kugel…
Eigentlich wollte ich nur die Türe nochmal abschließen, damit nachts keiner umher wandern kann, dann fiel mir die Heizung ein, die ich vorhin im Keller geärgert hatte, damit sie das Wasser auch wirklich aufheizt, denn Nils war mit den vier Großen Schlittschuhlaufen und vorher Schlittenfahren und ich wollte ihnen ein warmes Bad einlassen können, wenn sie zurück sind. Derweil hatte ich die Zeit mit den drei Kleinen genossen und spontan noch ein paar heisse Waffeln mit Sahne gemacht und vorher zum Mitgeben heißen Tee, vier verschiedene Sorten hatten sie in kleinen Thermoskannen dabei und am Abend, als Noah mit Tom vom Rodeln zurück und die anderen Kinder aus der Badewanne kamen, schauten wir abends noch „Frozen“ mit Broten auf dem Sofa, alle auf ihre Weise platt, nach besuchsreichen Tagen…
Und nun sitze ich hier und musste noch einmal die Lichter des Baumes anmachen, nur ein letztes Mal, um dann doch noch hinzugehen und zu schnuppern und dann war da dieses Gefühl, eher wie eine Frage, ob ich alles genug genossen hätte und die Bilder der vergangenen Wochen zogen durch meinen Kopf, zu dem Tag, an dem der Baum eingezogen war, dem Kaminfeuer im Fernsehen, über die Wochen, in denen ich buk mal mit mal ohne Kinder, auf einigen wenigen Weihnachtsfeiern, leider auch viel krank war, aber immer versucht habe auf Weihnachten hinzuarbeiten und währenddessen den Zauber aufrecht zu erhalten…
Das Weihnachtsfest haben wir in diesem Jahr in die Länge gezogen, entzerrt, obwohl es dadurch nicht weniger anstrengend wurde alles rechtzeitig vorzubereiten- im Gegenteil.
Ich habe so gut wie jedes Geschenk ausgewählt, seit Ende November, mit dem Liebsten viele Abende und Nächte, statt die Ruhe zu geniessen, Listen erstellt, Links verschickt und recherchiert, uns den Kopf zerbrochen, zum Großteil bestellt, (heimlich) gekauft und nàchtelang in Etappen eingepackt. Wir habam am vierten Advent mit Nils Eltern und der liebsten Schwägerin vorgefeiert, da gab es jeweils ein Geschenk pro Kind, das die Kinder durch geschickte Planung aufbauen, geniessen und bespielen konnten, und sind am Nachmittag des 23. nach Berlin gefahren, wo ein Paket mit weiteren Geschenken (jeweils auch nur ein Geschenk pro Kind, das ich gekauft und eingewickelt hatte, weil meine Mama nach einer OP nicht so gut gekonnt hätte plus Geschenken für die Nichte, meine Schwester und deren Mann und meine Eltern) wartete, das ich rechtzeitig hoch geschickt hatte, im Gepäck die Reste, dort an Heilig Abend wartend weitere Präsente, jeweils einem Geschenk pro Kind von meiner Schwester und Mann und zu Hause zurück am 27. noch mal Letztes bestellt und eingepackt, um am 28. final ein letztes Mal Weihnachten zu feiern. All das -und es war so unglaublich viel- hat sich gelohnt, ich habe alles genossen und so Zeldas erstes Weihnachtsfest erlebt, Zoes Dreizehntes und Noahs Elftes, Toms Meuntes, Bens Achtes, Emils Fünftes und Antons Drittes.
Und so sitze ich hier, habe schnell noch den Laptop angemacht, weit nach 1Uhr in der Nacht noch schnell diesen Gedanken festzuhalten, draussen der erste Schnee der letzten Tage und drinnen dieser Baum, dem ich dankbar bin für all das Leuchten… mit dessen Abschied, ein Großereignis endet, beinahe auch die Ferien und eine neue Zeit, das Neujahr einläutet- mit allem was dazu gehören wird…

Das ist übrigens unser Baum, gestern geschmückt wegen akuter Abwesenheit am Heiligen Abend…

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Lesen 2016

Januar 1st, 2017

In diesem Jahr habe ich auch wieder versucht festzuhalten, was ich alles gelesen habe, viel war es nicht. Gut gestartet war ich mit dem Reread eines Twilight Teils, begann anschliessend den nächsten Band, brach diesen aber ab, bis ich wieder ein Buch fand, das mich fesselte. Aber es war ein schleppendes Lesejahr, muss ich gestehen. Es fiel mir unglaublich schwer mich zu konzentrieren, mir die Zeit dafür zu nehmen und nicht mit anderem Kram zu vertüddeln, wie in Tuchgruppen zu fachsimpeln und sich auszutauschen- und wie das so ist mit diesen Smartphones und diesem Internet, man will nur ganz kurz was gucken und schon ist Mitternacht…
Aber gute Ausreden habe ich natürlich auch, es fällt mir schwer, meine Zeit dafür zu finden, ich mag das Tragen eben auch, es ist mein Hobby, ich schwimme sehr gern, ich backe viel und ich hab halt einfach verdammt viel zu tun und wenig Luft, wenn hier erst um 21Uhr und später die Lichter ausgehen. Untertags ist lesen beinahe unmöglich, gerade unter der Woche und am Abend bin ich schwerer dazu zu begeistern gewesen, was ich aber, wenn ich mal im Flow war, gemacht habe ist zwei bis drei Bücher gleichzeitig zu lesen: den Kindern ein Buch vorzulesen, ein E-Book für die Dunkelheit beim Einschlafbegleiten und eines für die Hand bei Tageslicht… Fakt ist, es war zu wenig und ich habe unglaublich viele Bücher begonnen und nicht zu Ende gelesen… Leider. Auch gekaufte. Asche auf mein Haupt.

Aber zu Ende gelesen habe ich:

01.) „Bis(s) zur Mittagsstunde“, Stephenie Meyer
02.) „Die Mutter meiner Mutter“, Sabine Rennefanz
03.) „Gleis 4“, Franz Hohler
04.) „Die unendliche Geschichte“, Michael Ende, vorgelesen
05.) „Der kleine Vampir“, Angela Sommer-Bodenburg, vorgelesen
06.) „Der Wunschpunsch“, Michael Ende, vorgelesen
07.) „Der kleine Vampir zieht um“, Angela Sommer-Bodenburg, vorgelesen
08.) „Das Biest das aus dem Regen kam“, Angela Sommer-Bodenburg, vorgelesen
09.) „Das Traumbuch“, Nina George
10.) „Die Seelen der Nacht“, Deborah Harkness
11.) „Doitscha“, Adriana Altaras
12.) „September“, Jean Mattern
13.) „Der große Trip“, Cheryl Strayed
14.) „Harry Potter und das verwunschene Kind“, J.K. Rowling, vorgelesen
15.) „Das Blaue vom Himmel über dem Atlantik“, Emma Braslavsky
16.) „Königreich der Dämmerung“, Steven Uhly

Und viele, viele kurze Kinderbücher mit den Kleinen.

Somit las ich nur 10 Bücher aussschließlich für mich, nicht mal eines im Monat. Teilweise war es schwere Kost, für die -ich- Zeit brauchte, nicht erse finden musste und manchmal war es so, als hätten die Bücher genau auf diesen Moment, diese Zeit in meinem Leben auf mich gewartet…
Ich möchte mich im kommenden Jahr mehr auf das Hierbleiben konzentrieren, aufs Lesen, auf weniger Zerstreuung- mal schauen ob das klappt, heute hat das leider zumindest schon mal beim Lesen nicht so gut funktioniert… :)

Eine unbeschriebene Seite frisches, weißes Papier…

Januar 1st, 2017

Das alte Jahr abstreifen, zurück lassen mit all seinen schönen und weniger schönen Erinnerungen… So fühlt sich der erste Januar an, wie ein neuer Kalender, ein frisch ausgepacktes Notizbuch, alles beginnt erneut, auch wenn das Alte dazu gehört, im Hier und Jetzt bleiben…

Ich habe mich in den letzten Stunden des alten Jahres darin erinnert, wie aufgeregt ich war, welche Hoffnung und welcher Zauber in der Luft lag, als ich ein Jahr zuvor um Mitternacht auf das neue Jahr 2016 anstieß, dem Liebsten einen Kuss gab, zärtlich über meinen Kugelbauch fuhr und dabei nur einen großen Wunsch hatte, nämlich das unsere Tochter gesund und munter zur Welt kommt und das meine Lieben gesund bleiben…
Gestern Nacht, heute Nacht hatte ich Zelda ganz dicht bei mir im Tragetuch und war umgeben von meinem Mann, von all meinen Kindern, von denen nur der kleinste Sohn eine Minute vor Mitternacht im Kinderwagen an der klirrenden Kälte eingeschlafen war und lieben Freunden und stieß mit allen voller Hoffnung auf ein, neues hoffentlich fabulöses Jahr, voller Gesundheit, Liebe und Glück an…

Dank ein paar köstlichen Resten von gestern ist Zeit sich ein paar Gedanken zu machen, wo ich stehe, wo ich hinwill, was ich mir wünsche und wozu ich beitragen kann…

Mein Neujahrsritual… in den neuen Kalender alle Geburtstage von lieben Menschen einschreiben und den alten beiseite tun…

Ein von fraukassiopeia (@fraukassiopeia) gepostetes Foto am

Ich wünsche euch allen, ein tolles, aufregendes, neues Jahr und auch diese Zeit zum Kraft tanken, in sich zu gehen für einen kleinen Neustart in dieses Jahr 2017…

Und vielleicht hab ich noch Zeit und Muse mich an die Vorweihnachtszeit zu erinnern und wie wir das im „letzten“ Jahr mit beiden Omas, Tanten und allen Geschenken gemacht haben :)