Von der zweiten Entthronung

Dezember 2nd, 2016

Du kleiner Knopf, heute Abend musste ich daran denken, wie du vor einem Jahr auf dem Sofa sahst, ich dir mit einem Leuchten in den Augen erklärte, ob du verstanden hättest, dass ein Baby in meinem Bauch wäre? Dein Blick hatte sich verfinstert und du schautest mich aus dunklen Augen an: „Nein!“- „Doch Schatz, da ist ein Baby in meinem Bauch. Ein Mädchen!“, sprudelte es aus mir heraus, das ganze Glück und du verzogst deine Mundwinkel nach unten und sagtest grimmig: „Ich hasse sie!“ Wir haben gelacht. Ich so sehr mit dir, nicht über dich. Weil ich dich so sehr liebte für die normalste und menschlichste Reaktion auf diese frohe Kunde, du fandest das alles gar nicht schön und du hast dich getraut, das laut zu sagen. Auch als der Name greifbarer wurde und alle so begeistert waren, wolltest du deine Schwester lieber „Zahnpasta“ nennen, fängt schliesslich auch mit Z an. Später hast du behauptet mit diesem unvergleichlichem Stolz in der Stimme, es wäre deine Idee gewesen, sie so zu nennen. So soll es sein! Was sollte man da mit dir diskutieren?! Wozu?
Heute lagst du wieder neben deiner Schwester, das muss sein, wenn du schon hier oben bei mir bist, dann auch neben ihr. Ganz nahe. Erst hast du sie zugedeckt, sie lag nahe bei mir und trank. Dann hast du zärtlich ihren Kopf gestreichelt, ganz vorsichtig, ihn geküsst, ihre Hand gehalten, ihr Gesicht gestreichelt… „Darf ich Mama?! Ganz vorsichtig?“ Das bist du. Ganz liebevoll im Umgang mit ihr, ganz sachte, als wäre sie kostbar und später, wenn du schon schläfst, schmiegt sie sich an dich und gibt dir ganz viel zurück, von dem was sie von dir bekommen hat…

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Ein Jahr später…

November 26th, 2016
17+4

17+4

Vor einem Jahr postete ich dieses Foto (das drei Wochen vorher am Geburtstag von Zoe entstanden war) und gab damit die Schwangerschaft mit dir im Netz bekannt. Drei Tage zuvor hatte ich mit dir Bergfest gefeiert. Die Hälfte dieser Reise war geschafft. Endlich… und doch war ich unsicher… Vor uns lagen noch beinahe drei Wochen bis du zwar immer noch ein super kleines Frühchen gewesen wärst, aber man hätte dir helfen müssen. Man hätte gemusst. Das war mein Meilenstein. Der noch vor mir lag.
Nervlich die für mich angespannteste Zeit überhaupt. So viel Weg geschafft und alles dennoch so unglaublich zerbrechlich…
Erst kurz vor diesem Termin war ich beim Gefässchirurgen gewesen, ich war so dünnhäutig und an diesem Tag noch mehr als sonst. Ich las mittags noch Twilight um mich abzulenken, aber ich brach an diesem Donnerstag immer wieder in Tränen aus. Ich hatte solche Sorge irgendetwas könnte mit dir sein, wegen der Medikamente, die ich nehmen musste. Gaumenspalte, Hydrocephalus, offener Rücken, Herzfehler… Worte in meinem Kopf, deren Ausmaß ich zum Teil kannte. Der grosse Organultraschall erwartete mich und dein Papa war dabei. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob es der erste und letzte Termin war, zu dem er mich begleitete, aber es war selten, dass wir gemeinsam gehen konnten und heute kam er mit. Ich versuchte mir selber logisch zu erklären, dass es dir wohl gut gehen sollte, wenn du mich so stark treten konntest, zumindest, was deinen Rücken betraf, aber da war so alles, ein fieser Brei aus Selbstvorwürfen und unendlicher Liebe… Aber bis zur Erlösung fühlte ich mich wie auf dem Weg zum Schafott, mir war speiübel, ich war so unendlich aufgeregt und da war diese Schuld, an deine Gesundheit heran getreten zu sein, um meine zu wahren, das fühlte sich alles so unglaublich falsch an.
Und dann purzelte alles durch einander. Schon ewig musste ich nicht mehr so lange warten, bis ich erfuhr, ob ich ein Mädchen oder einen Jungen bekäme, ausser bei Zoe- und dann warst du augenscheinlich nicht nur gesund, sondern auch ein Mädchen! Das ging alles so schnell und ich war so dankbar.
Ich war total überwältigt… wir. Wir saßen uns anschliessend doof grinsend gegenüber in einem Café und waren einfach hin und weg, ein Mädchen, wir waren total glücklich. Namen huschten im Gespräch vorbei und das fühlte sich alles so ungewohnt an.
Zu Hause erfuhren es die Kinder hütende Oma und danach die Kinder selbst von der Schwangerschaft erst einmal überhaupt und dann dass da diesmal ein Mädchen käme: du. Ich war so aufgeregt… und dann wars raus… 18 Wochen- erst nur du und ich, dann dein Papa, später ein kleiner Kreis und nun die wichtigsten Menschen- und dann die ganze Welt…
Du ein Mädchen, ich Mutter von Töchtern- das war und ist bis heute ein riesengroßes Geschenk. Ich liebe dich so sehr!

Das große Erinnern 1.0

November 16th, 2016

Je näher Zoes 12. Geburtstag rückte, desto mehr Erinnerungen strömten auf mich ein. Dieses Mädchen machte uns damals zu Eltern und mich zur Mutter…
Ich kann mich noch an so viele Kleinigkeiten erinnern, daran was ich für ein Mensch war, welche Gedanken ich mir machte, welche Ängste und Hoffnungen ich in mir trug…
Da tauchten rundum den Geburtstag Erinnerungen auf an die Geburt, das Licht, das auf das Bett im Kreisssaal fiel, die warmen Sonnenstrahlen eines neuen Tages, die ersten Stunden mit unserer Tochter, das erste Mal aufstehen und es bereuen und was man nach so einer Geburt alles zum ersten Mal macht, die ersten Stunden im Krankenhausbett mit ihr, dieses nicht begreifen können, dass das das Kind war mit dem ich soviel Zwiesprache gehalten hatte, nun vor mir lag und nicht mehr in meinem Bauch war, dass es doch ein und die selbe Person war, mein Herz brauchte Zeit zu verstehen. Aber ich denke auch an mein fernes Baby im Stubenwagen, das zu weit weg lag für mein Gefühl in dieser ersten gemeinsamen Nacht gleich zu Hause neben unserem Bett, wo ich mich unbedingt hingeschafft hatte, aber da sollte es doch schlafen hatte man uns gesagt, also hatte ich den Stoff bei Seite geschlagen, damit ich sie wenigstens sehen könnte, begreifen konnte, aber auch an das Weinen unter der Dusche, als ich das erste Mal dort stand und mein Körper nicht mehr meiner war, den ich kannte. Alles schmerzte und ich mir selbst so fremd war mit mir und ich nie mehr die gleiche wie zuvor wurde, ich mich zerbrechlich fühlte wie noch nie, als könnte ich jeden Moment auseinander fallen, ich das tat ich auch ein bisschen, als ich Monate später nochmal operiert werden musste oder ich nachts weinend über der Milchpumpe hing und da nicht viel kam und ich mich wie ein Versager fühlte, weil ich das auch nicht konnte, mein Baby schrie und ich Seiten und Grenzen an mir entdeckte, die ich gar nicht haben wollte, während ich doch die perfekte Mutter sein wollte, geduldig und einfühlsam, und nie verstehen konnte wie man das einem so kleinen Wesen verwehren könnte… Dieses Kind hat mich weiter gerettet und mich heiler gemacht, mich gezwungen weiter Verantwortung zu übernehmen… Und dennoch kämpfte ich mit mir- in meiner neuen Rolle, mit meinen Aufgaben und meinem Bild, das ich so sehr haben wollte und erreichen, damit wie ich sein wollte und wie ich war, meinen Anforderungen und Forderungen an mich und mein Muttersein…
Ich kann mich an den Baby Björn erinnern und das mich eine ältere Dame mal gefragt hatte, ob mein Kind da überhaupt Luft bekommen könnte, an Zoes ersten Köpper von der Wickelkommode und das Hüpfen mit der Babywiege vom Küchentisch… das Kreischweinen beim Zahnen nachts um genau diesen Tisch auf allen Vieren und das Hoffen, das Zäpfchen würde endlich wirken und die Wanderungen durch die Nacht mit dem Mann bis sie endlich schlief…
Ich erinnere mich an den ersten Hochzeitstag in Friedrichskoog- nach der Taufe in Berlin/Brandenburg- genau in dem Apartment, in dem wir in den Flitterwochen gewohnt hatten und wo ich den zweiten Test gemacht hatte, wo nun ein kleines drei Monate altes Baby gegen Mitternacht neben uns einschlief und mir wegen meiner Müdigkeit der Arzt später ein Buch vom Schlafenlernen empfahl, das ich auch las und nutzte.
Ich erinnere mich an eine Liste, die ich meiner Schwiegermutter schrieb, als Zoe das erste Mal bei ihr übernachtete, eine Bedienungsanleitung für ein kleines Baby, was uns heute alle erheitert, aber damals enorm wichtig war.
Ich erinnere mich an mein Baby von nicht mal 10Monaten, dass voller Energie vor mir her krabbelte, während ich erschöpft in der Ecke lag und ich mich fragte, wieso ich gleich schon wieder schwanger werden wollte und mich fragte wie ich das nur jemals schaffen soll…
Ich erinnere mich an die ersten Besuche im Freibad und den ersten Sommerurlaub am Meer… an Versuche Matschepampe in sie rein zu bekommen und das Schimpfen vom Arzt warum sie noch so viel Flaschen bekäme oder nur Toast mit Marmelade und Butter, statt Brei, aber sie wollte etwas mit mehr Biss…
Ich erinnere mich an das Besuchen von Omas Krabbelgruppe in ihrem Ort mit dem Kinderwagen -was ein Akt immer- , zu dem wir mit der SBahn inklusive Umsteigen fuhren und sie uns dann immer abends Heim gefahren hatte, ich hoffend du würdest kein Nickerchen machen… Ich erinnere mich an die ersten Schritte am ersten Geburtstag, das Ablecken der Schokoladentorte und Abpulen der Smarties, den Besuch im Tierpark… aber auch an die Hilflosigkeit als Noah fast zu früh kam und meine Verzweiflung, weil sie zwar laufen konnte, aber nicht dahin wohin ich wollte und ich sauer auf diese kleine Person war, weil sie nicht (weiter) lief, auch später nicht, als der kleine Bruder dann da war… Und die Schuldgefühle, die ich heute habe, weil ich es jetzt besser weiss, auch wegen des Weinens in der Nacht, aber damals dachte ich wirklich ich würde das Richtige tun oder einfordern, ich wusste es nicht besser, an das Schimpfen einen Abend und als ich die eine Tür zuhielt und der Papa die andere vom Durchgangskinderzimmer, heute kann ich darüber lachen, damals sagte sie „Och manno!“ Und sie ging in ihr Bett zurück…
Ich erinnere mich an die Sorge, als ich Krankenhaus war, wegen der vorzeitigen Wehen von Noah in meinem Bauch und sie zurück lassen musste, diese kleine Maus, sie Wochen später ihrer Tante anvertraute um ihn zu gebären und sie wieder allein liess, weil ich ihn nicht mit nach Hause nehmen konnte und so Angst um ihn hatte, aber auch an ihre kleinen Hände am Glasbettchen im Krankenhaus, als sie ihren Bruder selbst nicht mal 1 1/2 Jahre alt zum ersten Mal sah… Oder wie sie ihm später ein Springseil in die Hand gab und ihn quer durchs Zimmer zog, während er lachte und gluckste… Sie ihm das Fläschchen gab, das sie doch selbst noch bekam… ich könnte ewig so weiter machen… da sind so viele Erinnerungen, die ich nicht mag, Dinge die ich aus bester Überzeugung oder weil ich gar nicht anders konnte, getan habe aber heute anders machen würde, aber auch so viele Erinnerungen, die mich erfüllen, an die ich gern zurückdenke… mich noch heute zum Lachen oder ins Schwelgen bringen… keine einzige Minute möchte ich missen, nicht eine von alledem…
Und ich sehe vor mir nun viel mehr eine junge & tolle Frau, die einfühlsam, wissberierig, ehrgeizig, aufgeschlossen, intelligent, streitlustig, bücherliebend, herausfordernd, wortgewandt, talentiert, künstlerisch begabt, humorvoll und nicht zuletzt wunderschön ist- innen wie aussen.

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Das Didymos- Gate

November 3rd, 2016

Vor einiger Zeit, vor etwa einem Monat postete ich auf Instagram ein Foto meines letzten „Indio“ Tuchs. Nicht weil ich wusste, was jetzt so kurze Zeit später passieren würde, sondern weil ich schlicht in einfach eine große Liebe aufgegeben hatte und das das letzte seiner Art war, dass ich verkaufen wollte und auch tat (für eine andere Liebe)…(Es handelt sich hier um ein spezielles Muster/Pattern des Herstellers, angelehnt an die allerersten Tücher dieser Firma, siehe Foto.)

Das letzte Indio 💜 Nur echt mit Spucke im Gesicht :)

Ein von fraukassiopeia (@fraukassiopeia) gepostetes Foto am

Nun ist es so, dass erst unbemerkt oder nicht gut einzuordnen (seitens der deutschsprachigen Fan- Gemeinde) in den internationalen Tuch-Fan-Gruppen von Didymos diskutiert wurde, ob das Wort „Indio“ für dieses Muster noch zu vertreten sei. Das Wort „Indio“ ist für die indigene Gesellschaft ein Schimpfwort Man rief zum Boykott der Firma auf, sie wurde bei internationalen Vertrieblern aus dem Register gelöscht, man unterstellte Didymos unter anderem Rassismus, auf Grund der Wahl eines vor Jahrzehnten gewählten Namens. Weiterhin wird der Firma unterstellt, das Muster gestohlen, sich auf dem Rücken einer Minderheit zu bereichern und das noch mit einem Schimpftwort für die indigene Gesellschaft zu benennen, von wo es angeblich gestohlen wurde.

Ich persönlich finde zum einen eine Worthygiene unglaublich wichtig. In unserem Haushalt wird seit Jahren nur noch das Wort Schaum- oder Schokokuss verwendet. Das fiel mir vor ein paar mehr Wochen auf, als unsere Kinder ein Gespräch zwischen uns Eltern mithörten und entgeistert fragen, was denn um Himmels Willen ein *kuss wäre und wir sie aufklärten. Ich würde meine Kinder nicht mehr als Indianer verkleidet losziehen lassen, schon gar nicht ohne Gespräch. Ich wiederhole sooft es geht, wenn wir von einer ihrer Zukunft sprechen immer „Freund oder Freundin“ wie ein Mantra, weil es normal sein soll, dass jeder jeden lieben soll- ohne Wertung, weil es uns am Ende nichts angeht. Es sind Kleinigkeiten, aber ich möchte meine Kinder zu aufgeklärten, intelligenten Menschen erziehen. In einer Stadt, die ein ehemaliges KZ beherbergt vielleicht umso mehr.

Was nun aber passiert ist macht mir Bauchschmerzen. Die Art und Weise wie das passiert ist, mag vielleicht am doch hier und da noch sehr anonym anmutendem Internet liegen. Und es ist sicherlich auch ein Problem der Sprachen, wenn man Englisch nicht als Muttersprachler spricht und andersherum Deutsch aus Unternehmersicht wie alle anderen Sprachen immer auch feine Nuancen hat, die man verstehen können muss. Ich glaube, dass das nicht einfach, sondern das Gespräch kompliziert. Aber es mutet doch an wie „henkt den Henker“, wenn Didymos öffentlich an den Pranger gestellt wird mit dem Hashtag „yourindioisracist“. Ich persönlich hätte das anders gemacht.

Tragehilfen sind keine Erfindung einer Kultur, seit jeher versuchen Eltern sich aus den verschiedensten Materialien Hilfe zu schaffen, um die Hände frei zu haben- für andere Kinder und oder um zu arbeiten und trotzdem sein Kind bei sich zu haben und sei es aus allein praktischen Gründen. Wenn ich mir das Buch „Babys in den Kulturen der Welt“ zur Hand nehme, sehe ich genau das bebildert.
Sogar in Deutschland stösst man noch auf Unverständnis wieso/weshalb/warum man sein Kind tragen muss, als hätte man kein Geld für einen ordentlichen Kinderwagen. Und wie bei allem in der Elternschaft trägt man aus den unterschiedlichsten Gründen.
Ich persönlich bin sehr froh beim vierten Kind aufs Tragen gekommen zu sein. Damals wollte ich zu meinen Eltern nach Berlin fliegen mit vier kleinen Kindern und kaufte mir eine Manduca, die ich danach nicht mehr hergeben wollte. Davor mit drei Kindern hat es mich einige Nerven gekostet, abends zum Beispiel das Abendbrot bewerkstelligen, immer lag das kleine dritte Baby auf dem Küchenboden und ich sprang umher zwischen Dreijähriger und Zweijährigem, aber diese Tücher bekam ich nicht gebunden. Es gab keine hippen Youtube- Videos, keine FB- Tragegruppen und auch keine Trageberaterinnen. Es gab einige Hersteller, die bebilderte Anleitungen mitschickten, das wars- und in meiner Unahnung hatte ich mit dem Leitfaden „viel hilft viel“, das längste Tuch bestellt, das mich natürlich völlig überforderte.
Für mich begann nach Tragehilfen das Tragen im Tuch mit einem Didymos, dem ersten Sterntaler- Motiv, das ich kaufte, obwohl ich nach drei Fehlgeburten zwischendrin, nach einem gesunden fünften Kind, für unser sechstes Kind kaufte, obwohl wir nicht über der kritischen Zeit waren, es war ein emotionales Großereignis, die erste Anschaffung, getragen von Hoffnung und Zuversicht, es benutzen zu können. Und das konnte ich.
Ich machte Abstecher zu Girasol über Oscha, Linuschka und Sling Studio und landete wieder bei Didymos und fing an die „Indios“ zu sammeln. In verschiedenen Farben, Grössen und Materialzusammensetzungen. Bis ich schwanger mit Zelda einiges aufstapelte, dann wieder abstapelte und nun bei Kindsknopf landete. Nichtsdestotrotz bleibt da die Dankbarkeit bei Didymos, die meine Kleinen ins Leben trug und zwei Tücher bleiben für immer als Erinnerung. Und an Tagen an denen es mich besonders fordert am Tag 24Stunden erreichbar für mein Kinder zu sein, erfreue ich mich an meinen wenigstens schönen Tüchern und kaufe ab und an ein neues Tuch und verkaufe ein Altes, man macht es sich schön soweit das geht.

Didymos ist ein Familienunternehmen. Erika Hoffmann hat kein Geheimnis darum gemacht, woher sie ihre Trage- Inspiration hatte. Und sie bleibt für viele eine international ausgezeichnete Frau, die als Pionierin das Tragen im Tuch etabliert hat. Dass es heute, Jahrzehnte später etliche Hersteller gibt, die den Markt überfluten, steht auf einem anderen Blatt. Aber Didymos hat das Tragetuch weiterentwickelt, neue, bequemere Bindeweisen entwickelt und so zum Wohlbefinden der Eltern hingearbeitet, mit Hilfe der Stimmen der Eltern, Hebammen und Ärzten.
Didymos ist eine wahnsinnig kundenorientierte Firma mit einem super Preis- Leistungsverhältnis, das perfekte Einsteigertuch und wenn man mag, darf man da Jahre bleiben. In den letzten Jahren ging das alles erst ins Social Media und man findet nun nebst modernisierter Website, die Firma auch bei Instagram und Facebook, wenn man Didymos folgt, hat man das Gefühl, es handelt sich um eine weltbekannte Marke, die Eltern überall zueinander bringt, einander verbindet.
Nach dem Tod von Erika Hoffnann übernahmen deren Töchter Anna und Tina die Regie und tragen die Idee ihrer Mutter fort.
Didymos hat sich auf die Fahne geschrieben, das Leben der Eltern zu erleichtern. Und bietet nun auch Accessoires, Slings und dem Didytai an, einer Wrapconversation aus Tuch und Tragehilfe, außerdem Schals, Taschen und Kindertragetücher. Der Kontakt mit den Kunden wirkt aufrichtig und nah und man darf sich jederzeit einbringen.

Nun nach dem Sturm, der da nieder ging, werden alle möglichen Vorwürfe an die Oberfläche gespült, es wird dem Unternehmen sogar vorgeworfen, dass es damit wirbt, dass in Deutschland fair gewebt wird und nicht im Ausland. Alles wird vermischt und das ist wahnsinnig schade und anstrengend…

Fakt ist Didymos hat sich entschlossen, das Muster umzubenennen und gab das gestern bekannt. Die Tücher mit dem alten „Indio“ Muster heissen nun „Prima“ und jeder der zu Beginn der Woche noch ein Indio kaufte, wird ein Prima bekommen. Um zu meiner Einleitung zu kommen, war es im doppelten Sinne mein letztes Tuch dieser Art.
Ich persönlich finde die Entscheidung vom Unternehmen wichtig und richtig, dort genau hinzuschauen, denn auch wenn es Jahrzehnte keine Primas gab, werden wir ja alle klüger und lernen dazu…

Nur wie das von Statten ging ist für mich als „Fan“ ganz und gar nicht richtig, denn für mich gilt nach wie vor „Der Ton macht die Musik“…
Und weil ich hier auf diese Änderung aufmerksam machen möchte, aber keine Kommentare wie „Ich habe ja nichts gegen andere, aber…“ oder aber hasserfülltem Menschen keine Plattform bieten möchte, deaktiviere ich die Kommentare vorerst und verweise mit Absicht nicht auf den Original Beitrag, der hundertfach geteilt wurde…

Zahlenspiel 2.0

Oktober 28th, 2016

Mit noch 17 zog ich zu Hause aus.
Mit noch 18 lernte ich Nils kennen.
Mit gerade 19 zog ich zu ihm nach/ bei München.
Mit 20 habe ich ihn geheiratet und war unwissend ganz frisch schwanger.
Mit gerade frisch 21 wurde ich zum ersten Mal Mutter.
Mit 22 das zweite Mal.
Mit 24 das dritte Mal.
Und noch bevor ich 26 wurde, das vierte Mal.
Im Alter von 27 hatte ich drei Fehlgeburten in nicht mal einem Jahr.
Ich durfte zum fünften Mal Mutter werden mit noch 28.
Zum sechsten Mal mit 30.
Zum siebten Mal mit 32.
Mit Nils zusammen bin ich seit über 14 Jahren und verheiratet seit 12 1/2.
Ich habe mit ihm zwei Töchter und fünf Söhne.

Vier Kinder habe ich „übertragen“, drei kamen vor dem errechneten Termin.
Zwei Mal hat man versucht einzuleiten, nur ein Mal hat es wunderbar geklappt.
Von sieben Geburten hatte ich genau zwei Mal einen Blasensprung, bei den zwei letzten Geburten.
Alle sieben Geburten waren spontan. Sechs Kinder wurden im Krankenhaus geboren, die große Tochter in München, die fünf Jungs in unserem Krankenhaus vor Ort, die vier ersten davon im selben Kreisssaal. Die siebte und letzte Geburt, war die erste Geburt, die zu Hause stattfand.
Meine Kinder waren von 53 bis 56cm lang und von 3820 bis 4790Gramm schwer. Und bis gerade eben dachte ich, Anton und Zelda hätten genau das gleiche gewogen, also beinahe 5kg, die Schwersten, aber Zelda war noch mal 20g schwerer.
Ich war in meinem Leben bisher zehn Mal schwanger, geschätzt etwa (!) 70 Monate. Das sind über fünfeinhalb Jahre meines Lebens. Nur ein Mal davon war ich zeitgleich mit meiner Schwester guter Hoffnung.

Ich fing an zu bloggen, als ich mit Noah schwanger war, also mit 22, in diesem Herbst schreibe ich also schon 11 Jahre auf diesem Blog, unter dieser Domain, mit diesem Pseudonym.

Unsere vier Großen sind in der 6., 5., 3. und 1. Klasse. Emil geht im zweiten Jahr in den Kindergarten und somit gehen wir ins zehnte Jahr hintereinander ohne Unterbrechung in diesen Kindergarten. Wir haben davon die ersten zwei Jahre nur ein Kind gebracht, dann fünf Jahre zwei Kinder zur gleichen Zeit, dann ein Kind ein Jahr allein und wieder ein Jahr zwei Kinder zur Zeit, gefolgt von nun diesem einem Jahr ein Kind und dann gucken wir mal, theoretisch ab nächsten Jahr wieder zwei Kinder gleichzeitig.

Ich hatte zu Hause immer alle Kinder bis zum Kindergartenstart mit rundum drei Jahren. Das heisst seitdem Zoe nicht ganz eineinhalb war, hatte ich immer parallel zwei Kinder zeitgleich im Haus bis zu Emils Geburt. (Dann zeitweise und ein halbes Jahr vormittags drei Kinder gleichzeitig durch die Tagesmuttertätigkeit.) Und dann ab Emils zweiten Geburtstag wieder zwei, denn dann schlüpfte Anton. Seit Emils Kindergartenstart im vergangenem Jahr wieder nur ein Kind, aber dann wurde ich ja sofort schwanger und seit einem halben Jahr hab ich wieder zwei Küken hier.

Die Kinder wurden mit einem Altersabstand von 17, 23, 18, 33, 25 und 20 Monaten geboren. Das bedeutet ich habe vier Kinder in nicht ganz fünf Jahren geboren und bekam schlussendlich in elf Jahren, sieben Kinder.
Ich habe also vor bald zwölf Jahren die erste Windel gewechselt und damit nie mehr aufgehört, oftmals zwei Kinder zur Zeit, mit der gute Nacht Windel von Emil sind es abends aktuell sogar drei. Ich habe gestillt und Fläschchen gegeben. Oder für kurze Zeit stereo Flaschen gereicht.
Ich habe den drei ersten Kindern die Flasche gegeben, vier weitere gestillt- 14, 18 Monate und etwa 9 Monate, danach bekam Anton die Flasche, damit ich das erste Mal meine Rheumamedikamente nehmen konnte.
Ich habe darauf bestanden die drei ersten Kinder früh in ihren eigenen Betten (ein)schlafen zu lassen und die letzten vier wurden lieber in den Schlaf begleitet, erst stillend, dann kuschelnd.
Ben schlief daher die letzten Jahre nur neben mir ein, bis ich schwanger mit Anton wurde. Ben, Emil und Anton schliefen abends nur unter dem Geschuckel des Kinderwagens ein, davor beim Stillen bis sie (nach dem Kinderwagen- Intermezzos) soweit waren mit uns in einem Bett liegen zu bleiben bis sie schlafen. Die beiden kleinen Jungs schlafen immer noch mit mir oder Nils ein, wenn ich das mache oft noch mit Zelda- werden dann umgebettet und Anton ruft nachts nach seinem Papa, der dann dank Etagenbett bei ihm (unter Emil) weiter schläft.

Die beiden Großen teilen sich exakt die gleichen Zahlen zu ihrem Geburtstag. Nur anders gewürfelt. Deswegen waren sie und wegen ihrem Charakter immer Yin und Yang.
Das dritte Kind kam am 03.03. zur Welt, das Vierte um 4.40Uhr.
Während das dritte Kind die selbe Zahl in Monat und Tag hat, hat das Vierte eine andere Zahl zwei Mal in Monat und Jahr.
Die Tochter wurde einen Monat und einen Tag nach mir geboren, das sechste Kind einen Monat und einen Tag nach dem Fünften.
Das erste Kind wurde in dem Jahr geboren als die Omas 40 und 50 wurden, das Sechste als beide 50 und 60 wurden und werden.
Das erste und das zweite (und nun siebte) Kind haben das gleiche Sternzeichen wie die Großeltern väterlicherseits und sind nur wenige Tage vor oder nach ihren Geburtstagen geboren, das vierte und das sechste haben die gleichen Sternzeichen wie die Großeltern mütterlicherseits.
Alle Kinder hatten bis zu Zeldas Geburt ein anderes Sternzeichen und einen anderen Geburtsmonat- nun teilen sich Noah und Zelda mit zehn Jahren Abstand Sternzeichen und Geburtsmonat, wobei Zeldas errechneter Geburtstermin genau Noahs 10. Geburtstag war, freundlicher Weise suchte sie sich für ihre Ankunft einen anderen Tag aus.
Zelda ist das erste Kind, dass an einem geraden Tag und einem geraden Monat und einem geraden Jahr Geburtstag hat, alle anderen Kinder haben gerade und ungeraden Zahlen in ihrem Geburtsdatum.
Ben ist das einzige Kind, dass in einem ungeraden Jahr geboren wurde und somit exakt ein Jahr nach seinem Bruder, sonst wären alle Kinder augenscheinlich immer im Abstand von zwei Jahren geboren worden: 2004, 2006, 2008, 2009, 2012, 2014, 2016.
Wir haben zwei Kinder die in den ersten zehn Tagen eines Monats, nun zwei die in den Zehnern und drei die in den Zwanzigern Geburtstag feiern. Ein Kind, das am 30. oder 31. Geburtstag hätte, haben wir nicht. Wir haben zwei Kinder, die an einem Montag geboren wurden, Kind 3 (Tom) und Kind 6 (Anton), eines für den Dienstag, Kind 2 (Noah), zwei Kinder haben am Mittwoch zu uns gefunden (Kind 4 und 5- aka Ben und Emil) und zwei Mädchen erblickten am Samstag das Licht der Welt, nachdem am Abend zuvor die Wehen eingesetzt hatten. Es ist noch kein Sonntags- Donnerstags- oder Freitagskind dabei gewesen, dabei hätte die Woche Tage genug für unsere Kinderanzahl.
Die Mädchen sind über elf Jahre auseinander, aber Zoe war der vierte Mensch auf diesem Planeten, der Zelda gehört und gesehen hat. Beide Mädchen haben entweder ausschließlich jüngere oder ältere Brüder. Beide Töchter haben braune Augen, wie ein Bruder, nämlich Emil/Kind 5 (und meine Wenigkeit)- alle anderen Kinder haben grün oder blaue oder grünblaue Augen wie der Papa. Noah/Kind 2 hat meiner Meinung nach sogar zwei verschieden farbige Augen…

So, mir fallen bestimmt noch zig Kleinigkeiten ein, die werde ich dann noch hinzufügen…

Liebe & Fürsorge ist überall- gemeinsam gegen den Krebs

Oktober 27th, 2016

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Ich lese Anne schon so lange, eine der ersten Bloggerinnen, die es gab. Eine wundervolle Frau, die wunderschön schreiben kann und uns an ihrem Leben teilhaben lässt.
Im letzten Jahr zog es mir den Boden unter den Füßen weg, als ich las, sie hätte (bereits das zweite Mal) Krebs… Aber sie kämpfte und hatte ein halbes Jahr gemeinsam mit uns die Hoffnung, dass er endlich weg wäre dieser Mistkerl- raus aus ihrem Kopf. Aber er ist noch immer da und sehr aggressiv, dieser Krebs und sie ist momentan schon sehr beeinträchtigt. Aber sie gibt nicht auf, sie ist nicht nur tapfer und voller Lebensmut, sondern geht in den kommenden Tagen erneut weit weg von zu Hause, um dem Krebs ein weiteres Mal entgegenzutreten…
Anne nimmt nicht gern Hilfe an, aber weil sie alle Kraft braucht um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und sich nicht noch Sorgen machen soll ums Geld, haben wir -Annes Freunde- diese Aktion gestartet…

Darum meine Bitte- lest, teilt und spendet- jeder Euro hilft… <3 Danke!

Letzte Male…

Oktober 20th, 2016

Die große Tochter kam soeben von der Schule nach Hause und präsentierte mir den allerletzten Milchzahn…
Vielleicht auf Grund ihrer Zahnstellung nicht der letzte Zahn, den sie verlieren wird, aber eben der letzte Zahn von denen, durch die wir uns vor 10 Jahren gequält haben- diese fiesen letzten Backenzähne und nun fällt da einfach der Letzte aus…

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Und vielleicht sind das die Momente, in denen sich das ganz rund anfühlt, eine große und eine kleine Tochter, die eine bekommt ihre ersten Milchzähne und die andere verliert sie… Hachjanun…

„Nur mal kurz gucken…“

Oktober 19th, 2016

Das sagten die Leute immer früher, wenn sie vom Strand die Treppe hoch auf das Grundstück meiner Schwiegereltern vors Haus mit Flachdach liefen und dann plötzlich mitten im Garten standen (oder sie wollten den Weg auf die Strasse abkürzen oder zur Toilette) oder wenn sie übern Zaun schauten auf Zehenspitzen… „Aber wir wollten doch nur mal kurz gucken…“
Einmal leicht bekleidet im „heimischen“ Garten, fragte ich dann frech zurück, ob ich auch mal zu ihnen nach Hause kommen darf… „nur mal kurz gucken“… Der Blick- unbezahlbar. Denn „Ja, aber…!“

Nun ist es so, dass man gern mal uns kennen lernen oder uns besuchen möchte. Nur mal kurz „Hallo“ sagen. Kurz vorbei kommen. Kurz einen Kaffee trinken. Nur mal kurz. Man kennt das vielleicht ausm Wochenbett. Nur mal kurz das Baby angucken. Man braucht auch vorher nicht aufräumen, das tut nicht Not, wäre quasi nicht nötig, also wirklich nicht. Denn nur kurz.
Bevorzugt im Urlaub, nur mal kurz vorbei kommen- am Strand wie praktisch mit dem ganzen Meer wie schön, aber wir haben uns doch so lange nicht gesehen… Mensch. Nur kurz. Ich brauch zu meinem Kaffee auch keinen Kuchen, echt jetzt.

Also abgesehen davon, dass man uns gern auch rund ums Jahr hier zu Hause besuchen darf, haben wir als Familie(!) festgestellt, dass wir uns dann manchmal(!) wie im Zoo fühlen. „Guck doch mal! Wie niedlich! Eine frei lebende Großfamilie! Mensch, toll! So nett, wie sie so alle zusammen leben! Darauf ein Erinnerungsfoto mit diesen Exoten!“

Ich hab da so den Löwenzahn- Soundtrack im Ohr, wenns an der Tür klingelt. „Heute sind wir bei einer Großfamilie zu Gast. Klingt komisch, ist aber so. Die haben sogar einen Fernseher, auch andere Hobbies, sind nicht sonderlich religiös, kommen selber aus einer ganz normalen Familie und warum die trotzdem so viele Kinder haben, das erzählen wir euch heute!“

Witzig auch ist, dass *die Leute* nicht uns fragen, sondern meine Schwiegermama. Als hätte die unseren Kalender im Kopf. Ja aber nun sei ich doch mal nicht so, ist doch nur kurz… Aber hey- wir sind schon groß, fragt uns! Nur leider sagen wir auch mal nein, weil wir keine Lust haben, weil ich an manchen Wochen mehr zerschossen bin, als an anderen, weil ich mich eben doch wohl fühlen mag, wenn ich Fremde in mein Haus lasse, weil nämlich Überraschung(!) nicht meine liebe Schwiegermama vorher den Tag wuppen musste, sondern ich. Weil ich aufräumen musste, niemand sonst. Naja, vielleicht hilft der Mann. :P Fragt uns! Denn wir müssen die Tür aufmachen!

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Und nun zum spannenden Teil… aber dazu muss ich ausholen. Ich will ja schliesslich auf etwas hinaus… Ich ziehe das mal als Beispiel heran. Heute also hatten wir mal Besuch. Eine Freundin der Oma. Weil die lieber Weise eben immer so wunderschöne Bilder für unsere Kinder gemalt hat, all die Jahre und nun ein neues für Zelda hatte, da darf man ja auch mal sehen wollen für wen man das gemacht hat, das tolle Bild, indem soviel Liebe zum Detail und Zeit steckt, das uns sehr viel bedeutet und weil man sich schon mal gesehen hat, es ne liebe Freundin ist, weils Oma eben auch sehr viel bedeutet und wir die Oma sehr lieb haben, freut man sich auf den Besuch und Oma bringt sogar den Kuchen mit. Die Gastgeberin hat sich mal unter Kontrolle beim Vorbesuchsputzen und alles ist entspannt, die Kinder spielen und erzählen, nachdem natürlich ein Foto gemacht werden musste. Dafür gab es sogar ein Ü- Ei als Belohnung. Wenn das Foto nicht für einen sehr, sehr lieben Menschen gewesen wäre…, aber ich bin schon still, Omas sind eben stolz auf Kinder und Kindeskinder und haben Freude daran, dass jemand anderes uns genauso toll findet, wie sie uns… wäre und bin ich auch, also stolz und freudig.
Und es war schön, um die Kinder kümmerten sich liebe Frauen, man spielte ausgelassen… Ich hab mich wirklich gefreut! Und nun bin ich bereit für das kleine ABER…

Aber als der liebe Besuch ging, sagte Oma „Und das nächste Mal kommen wir zu dir!“- Der Besuch lacht, als wäre das der komischste Witz gewesen, den man machen konnte. Wie absurd! Haha! Und erweitert noch um, denn dort dürfe man keine Schokolade auf dem Sofa essen (Wir erinnern uns an die mitgebrachten Ü- Eier). Ja, bei mir auch nicht so gern, aber leider war ich nicht schnell genug gewesen und ich bekam das auch nicht richtig mit, wenn ich in der Küche stehe und den Abwasch mache…

Worauf ich hinaus will ist, Achtung: Ich mag niemanden wehtun oder verletzten, es bezieht sich auch nicht auf eine böse Person X (ich schreibe das, weil es mir schon sooooo oft aufgefallen ist, also uns) und ich arbeite hart daran meine Meinung kund zu tun und wenn situationsbedingt nicht sofort, dann später, doch: Liebe Menschen, denkt nach!
Ist es wirklich so absurd, lieber bei einer Grossfamilie einzufallen, als selber einzuladen? Ist es keine Arbeit, so selbstverständlich noch einen Teller oder eine Tasse mehr zu nutzen? Noch ein Bedürfnis mehr unter diesem Dach? So unvorstellbar, dass man drüber lachen muss, eine Familie mit vielen Kindern einzuladen?! Nur mal so als Denkanstoß? Ich finde das nicht lustig eher schade, vielleicht tut mir das auch ein wenig weh. Sind wir so schlimm? Naja… also… ich käme auch nur kurz… „Aber wir haben ja gar nicht so viele Stühle…“ Aber wir haben noch viel mehr Platz, weil?! Und da wäre es noch an mir, dass so eine Anfahrt nicht immer witzig ist mit diesen vieeeelen Kindern… Fakt ist, ich lade wahnsinnig gern mir liebe Menschen ein, ich liebe Besuch, das Beisammensein, wenn ich Zeit hatte mich drauf einzustellen oder gar geladen habe…, (und ja ich verabscheue Spontanitäten, ich finde mein Leben spontan und flexibel genug für Neun.)… unter der Woche ist immer mal ein Kind mehr hier oder zwei, sogar über Nacht, ich kann also gar kein verschlossenesr Einsiedler sein, weil es nicht geht, ABER man ist eben immer hier bei uns.
Ich hoffe, man versteht die Intention dieses Beitrags. Ich verstehe ja dieses „mal Mäuschen spielen wollen“, ohne diesen voyeuristischen Hang gäbe es wohl einfach keine Blogs… Also nicht einfach betroffen angesprochen fühlen. Aber nun… nur mal kurz, meine Gefühle dargelegt… und eine Botschaft: Ladet auch mal kinderreiche Familien ein! Einfach so, weils nett sein könnte. Nur kurz, versteht sich.

6 Monate Zelda

Oktober 16th, 2016

Sechs Monate bist du nun schon bei uns, zumindest in unseren Armen, ein Teil von uns bist du schon so viel länger als nur dieses halbe Jahr.
Du bist schon so ein großes Mädchen geworden, du entwächst dem Neugeborensein nur weiter von Tag zu Tag und weiter in die Rolle eines großen Babymädchens hinein. Du bist so wach, so zäh, so stark, so fröhlich, so lieb, so vertrauensvoll, so klug und unglaublich niedlich…
Heute hast du immerzu versucht deine Knie unter den Po zu schieben, ich glaube du möchtest nicht nur weiter brummkreiseln und rückwärts robben, sondern endlich auch vorwärts kommen.
Wenn ich dich trage, hälst du dich fest, an der Tuchbahn neben dir, meinem Oberteil oder meinen Haaren, sicher ist sicher. Und wenn wir dann so unterwegs sind, müssen hin und wieder die Arme raus, bist halt schon gross und nicht mehr eingeknautscht allzeit schlafbereit. Du möchtest was sehen und auf keinen Fall etwas Wichtiges verpassen. Schlafen bitte auch nur mit mir, kurz nach dem Einschlafstillen bleibst du vielleicht auch noch liegen, aber nie lange. Das ist dir nicht geheuer. Den Raum darf ich noch kurz verlassen. Aber Föhn, Staubsauger und Rührgeräte ängstigen dich seit Neuestem. Dafür freust du dich über jedes bekannte Gesicht und das mit dem ganzen Körper mit Armen und Beinen und Strahlen übers ganze Gesicht.
Weil es hier so viele Gesichter zu merken gibt, kann dir Oma (oder jemand anderes) ohne Mama schon mal Angst machen. Und generell ist Mama doch auch noch ein bisschen besser als Papa, schliesslich hat die was zu Essen und das brauchst du oft. Wo du vor Monaten stundenlang durchhielst, meist die ganze Nacht mit deinem Daumen zufrieden warst, brauchst du mich nun viel öfter. Da gibt es einfach soviel Sicherheit, wenn die Welt sich doch zu schnell bewegt… Und da komische Dinge mit dir passieren, wie eben Robben bis man unterm Sofa oder unter Tischen und Stühlen feststeckt oder man sich im Stokke Newbornaufsatz aufrecht hinsetzen kann, Brot mümmeln und sich noch zu oft verschlucken…
Da ist soviel von dir, was du schon zeigst und wenn du dann so strahlend neben deiner großen Schwester auf dem Bett liegst, kann ich mein Glück noch immer nicht fassen, dass es dich gibt, ich dich habe, du wirklich da bist und unsere Familie noch so viel toller machst!
Ich liebe doch so unendlich sehr und du hast mich einfach nur weil es dich gibt, noch glücklicher gemacht…

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Halb voll, halb leer?!

Oktober 14th, 2016

In den letzten Tagen hab ich es geahnt. Die Steifigkeit morgens nach dem Aufwachen, die Schmerzen in den Ohren nach dem Stillen auf der Seite in der Nacht, in der linken Schulter zum Oberarm, im Nacken und im Rücken, in den Fingern, wenn ich sie gerade mal wirklich genutzt hatte und das Pulsieren in den kleinen Gelenken ab und zu…
Und dann wache ich auf und das Knie fühlt sich ungut an, was ich ganz selten mal hatte, aber wieder verschwand. Doch es schmerzt, im Sitzen traue ich mich, berühre es und spüre sofort die Schwellung, das ist ungut.
Ein bunter Haufen aus alten Bildern taucht vor meinem inneren Auge auf. Es ist wie bei Anton die gleiche Zeit, nur dass ich eben jetzt schon die Hälfte meiner Tabletten nehme. Die Frage, ob ich das nun wieder allein hinbekomme. Meinen nächsten Termin hab ich erst in über einem Monat. Meine Rheumatologin weiß noch nicht mal, dass ich stille und trotzdem die halbe Dosis Tabletten nehme, ich glaube sie wollte das damals vorschlagen, aber ich hatte abgeklärt gemeint, mein Kind sei kein Versuchskaninchen und ich werde eben nicht stillen können, wenn es mit den Gelenken nicht mehr geht, nur stand ich damals nicht wo ich heute stehe, das war vor der Geburt des kleinen Mädchens.
Jetzt bin ich mitten drin in meinen Gefühlen, im Stillen. Nach der Geburt (als ich es kommen fühlte mit dem Hormonabfall) hatte ich die geniale Idee mal den Kinderarzt nach seiner Meinung zu fragen und er war da recht zuversichtlich, dass durchaus beides Gehen würde. Und so nahm ich in den ersten drei Monaten 1/4 der Dosis und als es schlimmer wurde erhöhte ich auf die 1/2 meiner Dosis. Ich habe Zelda nicht an die Flasche gewöhnt, weil ich gar nicht daran denken wollte, was sein könnte. Weil ich keine was/wäre/wenns sinnbefreit im Kopf durchgehen wollte, sondern im Ist bleiben wollte. Sie nimmt keinen Schnuller und kennt keine Flasche. Und noch steht nichts fest, aber vielleicht muss ich mich doch damit auseinander setzen, was kommen könnte.
Zelda ist nun so gut wie ein halbes Jahr alt, ich konnte ein halbes Jahr vollstillen. Das ist doch schon mal was oder? Das ist mehr, als ich zu hoffen gewagt hatte. Aber es bleibt ein Stich, weil ich sie doch so gern ein weiteres halbes Jahr stillen möchte… Auch wenn ich weiß, dass vielleicht das Abstillen ein Drama sein kann, aber die Flasche kein Weltuntergang ist, ist es nicht das, was ich wirklich will.
Nun habe ich mich notdürftig eigenmächtig mit Kortisonsalbe behandelt und warte den Termin zur Blutkontrolle beim Hausarzt am kommenden Donnerstag ab, den ich heute morgen schnell ausgemacht hatte, denn einen Bluttest umgehe ich auch schon sehr lange, um zu gucken, ob ich das Medikament überhaupt noch so gut vertrage, wie ich gerade annehme und dann könnte ich gegebenenfalls immer noch auf meine eigentliche Dosis erhöhen, ob nun stillend oder nicht…
Außerdem hab ich Sorge, was meine Rheumatologin von all dem hält, immerhin hab ich beim Stillen ein Medikament genommen, ohne explizit mit ihr zuvor darüber zu sprechen.
Ich habe die Krankheit noch nicht lange, ich weiß nicht wie ich mich verhalten soll, wie mein Körper mit ihr umgeht, die Hälfte der bekannten Erkrankung bis hierher war ich schwanger und weitestgehend symptomfrei. War das schön! Aber ich weiß dadurch eben nicht, ob im normalen Alltag auch weiterhin diese Tabletten reichen, stillend oder nicht oder härtere Geschütze aufgefahren werden müssen… Wo wir wieder bei was/wäre/wenn wären… Aber mir fehlt einfach die Erfahrung mit meiner Krankheit…
Fakt ist, ich muss aufpassen, das ist wohl das eine Mal im Leben wo ich vernünftig sein und doch an später denken muss und daran was ist, wenn ich nicht gut auf die Gelenke acht gebe, an mich selber denken, an mein ich in ein paar Jahren, weil ich die eben noch ein paar Jährchen brauche und nicht einfach was kaputt machen kann, weil es jetzt irgendwie geht und das später dann bereuen könnte… Also in Gedanken stark sein und mir sagen, wenn ich abstillen muss, dann ist das so, aber vielleicht kriegen wir das auch noch einen Moment länger hin…

Ich bleibe also beim Glas lieber bei „is noch was drin…“, ich gucke wo die Reise hingeht… Und muss mir doch mehr Zeit nehmen für Sport, was gerade oft einfach nicht geht, so wie zu vieles gerade nicht geht, dann ist das Tragen sicherlich nicht so optimal, aber eben auch zeitlich begrenzt, zumindest für mich… All das gibt mir noch so viel, all die Nähe zu meinem Kind und alles rund ums Tragen ist eben auch mein Hobby zur Komponente, dass es mein Leben eben doch im Alltag enorm erleichtert… Ich hoffe aufs Beste mit meinem Knie, auf weiterhin Beweglichkeit, denn ich weiß, wie schnell das kippen kann und genieße den Augenblick, denn mehr bleibt wohl erstmal nicht…