Eine Stimme

April 14th, 2014

Ich finde es jedes Mal eine unglaubliche Verwandlung, wie aus so einem kleinen “hilflosen” Säugling, ein kleiner Mensch wird, der nicht nur rasch selbst entscheidet, wann er wohin geht, sondern auch eine echte Stimme bekommt und nicht mehr “nur” mit Händen und Füßen (Babyzeichen habe ich auch bei diesem Kind nicht regelmässig angewendet) seinem Willen Ausdruck verleiht.
Vor ein paar Wochen noch bestand Emils Welt aus vier Worten: “Mama” (auch für Papa, obwohl er es fast eher sagen konnte, aber er nutzte es einfach nicht mehr), “Nau” (Katze), “raus” und “Staubsauga”. Damit ist auch alles gesagt, mehr brauchte der kleine Mensch nicht.
Irgendwann begann zaghaftes Nachfragen von Außen, ob er schon sprechen würde und immer antworte ich, dass er es nicht wirklich braucht und wir Zeit haben.
Jetzt ist es soweit, als wäre ein Knoten geplatzt, es sprudelt nur so aus ihm heraus, ich komme mit aufschreiben der Worte gar nicht mehr hinterher, teilweise auch schon gleich “Zweiwortsätze”. Eine richtige Sprachexplosion findet da statt und auch wenn nicht alles korrekt ausgesprochen wird, verstehe ich mein Kind und Emil hat sichtlich Spaß am Sprechen.

“Mama”
“Nau”
“Raus!” (Sobald die Augen auf sind, untermalt mit dem Holen von Schuhen und Jacke)
“Staubsauga” (Sein liebstes Spielzeug.)
“Guckguck”
“Hallo”
“Hi”
“Hasi”
“Mauf” (Maus)
“Auf”
“Tor”
“Ball”
“Noah” (betitelt aktuell alle Geschwister)
“Lule” (Schule)
“hoch”
“alle”
“Schuhe (an)”
“Hose”
“A-los!” (Lass mich los. Lass mich runter.)
“Oma”
“leer”
“Nane” (Klassiker: Banane)
“None” (Melone)
“Käse” (Aufschnitt aller Art, auch Wurst)
“mehr”
“Nune” (Blume)
“Nanno” (Manno)
“Helfe!” (Man soll bei irgendwas helfen, zum Beispiel 1,2,3 Playmobil zusammen setzen.)
“Brot”
“Sa” (Saft!- schönes Wort und so ungesund! Aber fragen hilft… manchmal.) :)
“Opa”
“Auto”
“Ipä weg” (Ipad ist weg, keiner kann spielen.)
“Fiete aus” (Das Spiel “Fiete” ist aus.)
oder Fragen wie “Nau is? Noah is?”

Emil

Ich hab bestimmt die Hälfte vergessen, aber es ist unglaublich toll erneut mit zu erleben, wie da noch ein kleiner Mensch “plötzlich” im Raum steht und genauso laut mit Stimme für sich einsteht, wie schon vorher seine Geschwister. <3

Ertappt!

April 13th, 2014

Die Zeitschrift “freundin” ist in dieser Woche am Mittwoch neu erschienen mit dem Titel- Thema “Das Geheimnis glücklicher Paare”. Vor ein paar Wochen wurden wir (und viele andere Paare) im Zuge dessen gefragt, ob wir Lust hätten dabei zu sein. Und wir hatten Lust. Wir haben zwar kein Patentrezept für die Liebe, das hat wohl niemand, aber es schien eine schöne Strecke zu werden mit vielen persönlichen Geschichten.
Ich war gespannt, denn da bot sich ein kleines Abenteuer für uns. Mich verunsicherte es zwar etwas meine ganze Familie in einer Zeitschrift zu sehen, Teil eines großen Artikels zu sein, aber das Angebot die gesamte Familie dafür auf ein Foto zu bannen, lockte zu sehr. Also auch mit mir- nicht nur wie ich meine Lieben fotografiere.
Für dieses Abenteuer hat uns zu Hause eine nette Redakteurin besucht und uns über eineinhalb Stunden interviewt. Anschließend wurden uns nach ein paar Tagen zwei verschiedene Texte geschickt, dessen Veröffentlichung wir bzw. ich autorisieren durften. (Der dort zu lesende Text ist also in der Ich- Form, aber nicht von mir, sondern über mich von jemanden geschrieben, der das beruflich macht und nicht nur zum Spaß an der Freude, so wie ich.)
Weiter ging unser Abenteuer. Der regelmässige Besuch beim Friseur stand vor der Tür, sowie wurde darum gebeten frische, fröhliche Kleidung mit zubringen, die nicht zu bunt sein sollte für das Foto. Als gingen der Mann und ich getrennt von einander, ich mit einer lieben Freundin noch schnell auf den letzten Drücker ein paar mehr Klamotten einkaufen, die Vorräte aus dem Kleiderschrank wurden erstmalig seit Jahren von mir gebügelt und im Anschluss suchte ich noch ein wenig Spielzeug wie gewünscht heraus.
Am Morgen des Termins dann zwei Kinder mit Bindehautentzündung schnell verarztet und dank des Ersatzverkehrs am Wochenende und des nicht vor 9Uhr fahrenden Busses am Sonntag, kamen wir in den Genuss ein (Großraum-)Taxi in die Innenstadt nehmen zu dürfen und wurden direkt zum Studio gefahren, wo wir zwei Stunden unseres Sonntags mit den Kindern verbringen durften. Und das war wirklich spannend. Wir Eltern wurden geschminkt und noch mal frisiert, ich bekam Chucks geliehen, wir wurden positioniert und es wurde geduldig versucht ein schönes Foto von sieben Menschen gleichzeitig zu machen. Gar nicht so einfach, ich kenn mich da aus. :) Aber der Fotograf Wilfried Wulff war wirklich super nett und hatte einen langen Atem.
Ich bin vielleicht auch kein Mensch, der sich super schön und wohl in seiner Haut fühlt, ich zappel dann mal gern rum oder weiß im Gegenteil gar nicht wohin mit mir und meinen Körperteilen während der Mann so ein Kameragesicht hat, der lächelt irgendwie immer. Bei mir? Die Augen halbauf, wie in Mombie. Am Ende des ersten Durchlaufs der liebevolle Hinweis, statt in die Kamera zu sehen wie in der Einstellung gewünscht, gab es von sehr vielen Fotos exakt eines, auf dem ich geradeaus schaute, bei den anderen war mein Blick immer bei den um uns herum wuselnden Kindern- der Mann derweil? Sah natürlich nach vorn, wie sich das gehört! :)
Es war wirklich anstrengend, alles insgesamt- auch die Anweisungen zu verstehen, während die Kinder um uns so einen Krach machten, denn die blieben ja nicht wie Statuen in früheren Jahrhunderten fürs Foto stehen, sondern in Bewegung. Und irre zu sehen, wie viel Arbeit da drinnen steckt, wie viele (nette) Menschen dort mitwirken und helfen, um ein einziges brauchbares und schönes Bild für so einen Artikel auf den Weg zu bringen. Eine ganz andere Welt…

Nun also ertappt, weil wir erkannt wurden von anderen Internetmenschen, denn ich war mir gar nicht so sicher, ob wir das “an die große Glocke” hängen wollten, denn es ist keine große Sache oder doch?! :) Ein Foto vom Fotografen mag ich hier zeigen, ich mags sehr, auch wenn der (potente) Ehemann (ja, so wurde er genannt von Bekannten) und Kindervater sein Brusthaar darauf entblößt, unfreiwillig zugegeben von Emil, der am Tshirt zieht und Ben nicht gut zu sehen ist und ich auf die Kinder sehe… Ich mags sehr, ich mag den Artikel und wer den lesen und ein weiteres Bild von uns sehen möchte, der muss zum nächsten Zeitschriften- Dealer und sich eine “freundin” besorgen…

Mit freundlicher Genehmigung durch den Fotografen, ein Foto fürs Blog.

Fremdbetreut

April 13th, 2014

Mama notes fragt nach Erfahrungen mit Schule und Kinderbetreuung. Jademond und Frische Brise haben schon etwas geschrieben und heute bin ich dran…

Als ich schwanger mit Zoe war, steckte ich inmitten meiner wieder aufgenommenen Schulausbildung. Ich hatte bereits früher schon einmal ein Praktikum in einem Kindergarten gemacht, zwischendrin eine Ausbildung als Erzieherin in Berlin begonnen (und wieder verworfen), jetzt hatte ich in der Heilpädagogischen Tagesstätte mit Schulkindern zu tun und im weiteren Verlauf des Jahres an der Fachoberschule in zwei Kinderkrippen zu arbeiten, eine davon fantastisch, die davor von mir verlassene, furchtbar grauenvoll.
Für mich stand im Herzen ziemlich schnell fest, dass ich dieses heiß ersehnte Kind nicht einfach so rasch weg geben würde wollen. Ich wollte warten und sie lieber drei Jahre zu Hause lassen. Hinzu kam, dass vor 10 Jahren, Krippe hier im Münchner Umland so eine Art Fantasiewort war. Ich möchte eigentlich keine Zahlen nennen, aber wir hatten nicht mal annähernd genug Plätze. Es gab damals vielleicht eine oder zwei Einrichtungen hier in unserer nicht allzu kleinen Stadt, die Kinder unter drei Jahren betreute, ein schlechter Scherz für alle, die drauf angewiesen waren. Dafür gab es diese “Tagesmütter”, die wir aber nie hätten bezahlen können, weil der Mann zu diesem Zeitpunkt als Alleinverdiener nur eine Halbtagsstelle inne hatte.
Nichts desto trotz für mich war es genau richtig, so wie es war. Ich wollte gern zu Hause bleiben, unterstützend spielte mir hinzu, dass ich ja der Liebe wegen von Berlin nach München gezogen war und auch wenn das niemand gern ausspricht, aber es gibt meiner Meinung nach im Großen und Ganzen sehr wohl noch so etwas wie eine Linie in Deutschland zwischen alten Osten und alten Westen des Landes und das spürt man noch nach all den Jahren, weil es Kinder (uns) aus dieser Zeit gibt, die selbst Kinder bekommen haben. Das ist auch nichts Schlimmes dran, das gehört zu der Geschichte unseres Landes nun einmal dazu. Ausnahmen gibt es immer, aber für Mütter, wo ich herkam gehörte die Berufstätigkeit neben den Kindern dazu, während es nun dort wo ich wohnte, vermehrt niemanden groß störte, im Gegenteil, wenn man als Frau in den ersten Jahren erstmal bei den Kindern blieb. Meine Schwiegermama war selbst zwar nicht ausschließlich Hausfrau gewesen in den letzten Jahren, hatte aber sehr viel Zeit gern für ihre Kinder zu Hause verbracht, sie begann wieder in ihrem Beruf als Hebamme zu arbeiten, als Nils auszog. Während meine Mutter in Berlin erstmal in jungen Jahren sowas wie gezwungen war und es später gar nicht anders kannte, immer viel arbeitete und nie hätte zu Hause bleiben können, weil sie gar nicht gewusst hätte wie das geht. Meine Schwester und ich besuchten erste eine Krippe, dann Kindergarten und vor oder nach der Schule später den Hort. So war das.
Für mein persönliches Kinderhaben- Herzmodell spielte mir also die Örtlichkeit vor 10 Jahren schon in die Hände. Ich denke nach all den Jahren nach wie vor, dass ich mich in Berlin sehr viel schwerer getan hätte, zu Hause zu bleiben, der sogenannte soziale Druck wäre größer gewesen.
Als Zoe dann zwei Jahre alt war, begann das Umsehen nach einem Kindergarten und auch hier zeigte sich im wunderschönen Münchner Umland, dass es nicht so einfach werden würde einen Platz für das Tochterkind in einer Einrichtung zu finden, die uns gefällt. Denn Zoe war mit ihrem Geburtstag im November kein Kind, dass einen Anspruch auf einen Platz in diesem Jahr gehabt hätte. Wir bemühten uns und bekamen erst einen Platz in einem Integrativen Kindergarten, da ich aber dann schon mit dem dritten Kind schwanger war und uns der Kindergarten mit katholischem Träger so gut gefallen hatte, nahmen wir mit Kusshand einen uns dort angebotenen Platz und besuchen diesen Kindergarten mit wechselnder Besetzung nun schon das siebte Jahr. Zoe war demnach 2 Jahre und 10 Monate als wir mit der Eingewöhnung im Kindergarten begannen.
Diesen besuchte sie von 8-15Uhr, weil ich zu Hause noch den kleinen Noah hatte und das für uns passte. Heute würde ich sagen, es war vielleicht ein wenig zu lange für sie, aber damals passte es nicht anders für mich. Andere Eltern konnten noch den Frühdienst ab 7Uhr dazu buchen, um 17Uhr schloss der Kindergarten und freitags schon um 15Uhr.
Sie ging vier Jahre in den Kindergarten, auch etwas was nicht jeder mögen muss, aber ich finde es gehört ein bißchen mehr dazu, als nur rechnen und schreiben können, um die Schule zu besuchen. Sozial -um Himmels Willen- war Zoe auch kein Kind, was weiter den Kindergarten gebraucht hätte, aber ihr hat das Jahr jetzt auch nicht geschadet und das Leben soll ja auch Spaß machen :)
Was wir aber schon in der Zeit des zweiten Jahres im Kindergarten gemacht haben, war uns nach alternativen Schulformen umzusehen. Eine Schule hatten wir da auch im Auge und zu der Zeit, in der das mit dem vierten Jahr im Kindergarten für Zoe interessant wurde, gab es noch diesen Übertritt, es hing in der Schwebe, ob Kinder bis Dezember geboren nun Muss- Schulkinder sind oder Oktober bis Dezember geborene Kinder Kann- Kinder bleiben. Aber sie blieb ein Kann- Kind. Das ist nun bei Ben (aktuell 4 Jahre alt) im nächsten Jahr sehr interessant, denn er wäre ein Muss- (Ein)Schulkind, wir würden ihn aber gern mit Ende September geboren lieber ein Jahr länger im Kindergarten sehen, ob das klappt wird sich zeigen.
Ich sah mir ein Jahr bevor es wichtig wurde schon die Montessori Schule an. Und ein Jahr später gingen wir den ganzen Bewerbungsweg durch und bekamen für Zoe einen der heiß begehrten Montessori Schulplätze. Deswegen fahren unsere Kinder auch mit dem Schulbus und laufen nicht wie ihre Freunde in der Siedlung zur sogenannten Sprengelschule. Aber wir hatten das sehr gut überlegt und durchdacht und dank meiner Freundinnen, die mir zwei Jahre voraus hatten, hatte ich einen realistischen Blick für die Schule (war ja bei mir auch noch nicht allzu lange her) und ich wollte unbedingt eine Alternative. (Homeschooling ist auch für mich Thema, aber ich würde es mir bei der Menge an Kindern nicht zu trauen ohne Vorbildung. Wer schöne Anregungen dazu sucht, findet diese bei kreativberg.) Was uns bisher wunderschöne, entspannte Schuljahre beschwerte. Die Kinder machen nach dem Mittagessen selbstständig ihre Hausaufgaben und wir hatten nie den Druck, diese Machtkämpfe um die Schularbeiten. Sollten wir mal einen schlechten Tag haben, wurden die Aufgaben vertagt. Ich musste nie sagen, “du musst aber…”, die Verantwortung lag beim Kind. Wenn sie etwas mussten, dann den Rückstand der Lehrerin erklären, aber es gab keine drohende 6, kein Bauchweh und keine Tränen in den ersten Wochen der Schulzeit oder danach (wie tatsächlich im nahen Umfeld auch bei anderen Kindern).
Mit der Einschulung des ersten Kindes änderte sich etwas Grundsätzliches für uns. Da nun der Schulbus rund um 13Uhr hier ankam, dachte ich erst, vielleicht hätten wir ja Zeit für ein Mittagessen, Hausaufgaben und dann würde ich allein “schnell” (eine Stunde) die “Kleinen” vom Kindergarten abholen und das Schulkind würde zu Hause warten oder mitkommen, denn gebucht hatten wir ja den Kindergarten noch bis 15Uhr. Aber schnell kristallisierte sich für uns heraus, dass wir alle lieber gemeinsam zu Hause essen und es stressfreier ist. Was mir bescherte, dass ich nun im dritten Jahr kurz nach 11Uhr das Haus verlasse, um die Kindergartenkinder vor den Schulkindern einzusammeln.
In diesem Jahr kommt Zoe in die vierte Jahrgangsstufe und wechselt somit erstmalig ihre Klasse und hat soweit ich weiß an einem oder zwei Tagen etwas länger Unterricht. Ein Jahr später das gleiche für Noah. Und die Frage bleibt bestehen, wie es mit Zoe weiter geht, aber das hat hier jetzt vorerst nichts zu suchen. Generell kann sie aber bis zur 10. Klasse auf der Schule bleiben, die Empfehlung geht nur in eine andere Richtung. Wir als Eltern sind gefragt (mit dem Kind) zu entscheiden.
Unsere Schule bietet generell eine Mittagsbetreuung bis halb vier an, soweit ich weiß. Zudem gibt es einen Ganztagszweig für Grund, Mittel und Oberstufe, gegen den wir uns auch in diesem Jahr entschieden haben, da ich die Zeit mit den Kindern einfach genieße. Noch passt das alles richtig für unsere Familie. Der Nachmittag gehört uns. Die Kindern stromern draußen herum und treffen bis abends ihre Freunde.

Im Moment finde ich, ist eine generelle gute flächendeckende Betreuung aller Kinder nicht gegeben, weder qualitativ noch tatsächlich greifbar, sprich nicht jede vorhandene U-3 Betreuung ist wirklich eine gute.
Der Berufszweig hat nicht den besten Stand, die Bezahlung ist bestimmt auch nicht so toll. Und hier gibt es zu wenig Erzieher für all diese neuen schicken aus dem Boden gestampften Einrichtungen für unser aller Kinder. Soweit ich weiß gibt es deutschlandweit nicht mal eine einheitliche Ausbildung für den Beruf, jedes Bundesland macht es anders, zumindest war es zu “meiner Zeit” so. Dann heißt es Kinderpfleger werden abgeschafft und wo anders werden händeringend welche gesucht. Tagesmütter werden geworben nur damit die Kinder “irgendwo” betreut werden können und diskutieren in den Kursen ihre Bezahlung (Vom Jugendamt bekam ich 2,93Euro die Stunde) und die Dauer der Ausbildung mit den Kursleiterinnen, die sich stark machen für eine noch längere Ausbildung der Erzieherinnen, sogar als Studium wie in den einen oder anderen skandinavischen Nachbarländern.
So vielschichtig erlebt, ob als enger Beobachter oder selbst aktiv noch im letzten Jahr, auch als Tagesmutter- es ist sauschwer den Qualitätsstandard zu halten und den Kindern wirklich gerecht zu werden.
Vieles hat sich durch die Einführung des Elterngeld geändert. Ein paar Frauen, die früher versucht hätten zwei Jahre zu Hause zu bleiben, sind finanziell gezwungen nach einem Jahr zurück in den Job zu gehen. Dabei ist es je nach Örtlichkeit nicht wirklich leichter geworden eine Betreuung fürs Kind zu finden. Natürlich gibt es mittlerweile mehr Tagesmütter, mehr Krippen und mehr Hortplätze, als in den Jahren zuvor, aber der Bedarf ist nach wie vor nicht gedeckt, aber da.
Ich habe gesehen wie meine Freundinnen begannen zu straucheln, nachdem ihre Kinder bis nachmittags in den Kindergarten gegangen waren und die Sprengelschule in der ersten Klasse drei Mal in der Woche kurz nach 11Uhr aus war. Am besten noch mit Sportstunden am Nachmittag. Da wurde gezittert, ob man in den privaten Einrichtungen einen Platz wenigstens in der Mittagsbetreuung (ohne Hausaufgaben) oder eben einen echten Hortplatz bekam, weil sie arbeiten gehen wollten und mussten.
Das Münchner Umland wird mit jedem Jahr attraktiver, wie in anderen Großstädten auch. Es wird gebaut auf jedem freien Quadratzentimeter, aber alles andere hinkt hinterher. Von Bus- und S- Bahn- Takt bis zur Betreuung der Kinder. Es werden zwar neue Einrichtungen und an Schulen an- gebaut, aber die Leute fehlen. Die Frage ist, wie man das attraktiver gestalten kann. Und das fängt vielleicht bei uns Eltern an und unserer Wertschätzung gegenüber den Menschen, mit denen unsere Kinder täglich viele Stunden in der Woche verbringen. Dennoch bleibt es ein sensibles Konstrukt. Ein Geflecht von überhaupt das Geld haben, entweder mehr Zeit zu Hause zu bleiben beim eigenen Kind oder mehr Geld zu haben für eine gute Betreuung fürs eigene Kind, in der Zeit, in der man dann arbeiten gehen möchte und/oder muss, damit die Leute, die sich dann um unsere Kinder kümmern auch angemessen bezahlt werden, die aber erstmal gut ausgebildet sein müssen.

Es geht meiner Meinung gar nicht darum, was genau richtig oder falsch ist von Eltern, von Müttern für ihre Kinder. Ich bin völlig überzeugt davon, dass das für jede Familie etwas anderes ist, sondern dass wir als Familien schon wie bei den brisanten Thema um die (stark eingeschränkte) Arbeit der Hebammen aktuell überhaupt eine echte Wahlfreiheit haben sollten. Da liegt noch ein langer Weg vor uns…

Erste Hilfe am Kind

April 12th, 2014

Im letzten Jahr machte ich mit Emil und meiner Schwiegermama einen Erste Hilfe Kurs am Kind. Für mich war das Auflage der Tagesmutterausbildung, zudem reizte es mich sehr, gerade bei fünf Kindern mein Wissen mal wieder etwas aufzufrischen. Wie viel davon übrig bleibt, sieht man leider oft kurz nach Kursende. Vor drei Wochen war meine Mama zu Besuch, frisch aus eben solch einem Erste Hilfe Kurs (für Erwachsene) und wir überlegten beide, wie das nochmal war bei der Wiederbelebung. (30 Druck-Massagen, dann 2 Mal beatmen im raschen Wechsel, egal wer.)
Trotzdem finde ich so einen Kurs generell total gut, man hat alles mal gemacht und es bleibt immer etwas hängen. Bei mir zum Beispiel als Emil einen Pseudokrupp Anfall hatte und ich noch im Kopf hatte, wie das klingen würde… Alles schon mal gehört, ich fühlte mich immer noch überrumpelt, wäre ich jederzeit wieder, weil es um mein Kind geht, aber ich hatte es im Kopf.

Gestern im Deutschen Museum verletzte sich ein Kind an der Hand, nur leicht. Es hatte sich eingezwickt und an der Stelle war die Haut letztendlich aufgerissen und blutete ganz wenig. Das Kind fragte mich nach einem Pflaster, aber ich hatte leider keines da. Außerdem war ich abgelenkt. Mein Fokus lag bei Emil, dem schwächsten Glied unserer 10 Kinder unterwegs. Zumindest dachte ich das. Er lief durch die Gegend und das Museum wollte gerade schließen. Der Junge aber, das bekam ich schon mit, wurde unruhig. Er ergriff meine Hand, aber ehrlich gesagt war mir das fast zuviel, weil ich eben so angespannt war für den Moment. Ich ließ ihn an meiner Hand und sah mich um, bat Zoe ein Auge auf Emil zu werfen. Der Junge redete immer seltsamer, erzählte noch was von seinen Augen und “das passiere ihm immer” und in einem Bruchteil einer Sekunde hörte ich den dumpfen Knall seines Kopfes auf dem Fliesenboden. Er war umgekippt. Ich dachte in dem Moment nicht nach. Ich hatte im Kopf zwar die Worte Atmung, Herzschlag, aber das Erste, was ich tat, war ihn in die stabile Seitenlage zu bringen, obwohl ich nicht mal wusste, wie das ging, ich wusste nur, ich muss was tun und das hatte ich gelernt, irgendwas tun- da sein, man kann nichts falsch machen. Leute gingen an uns vorbei. Und taten nichts, ich nahm sie nur am Rande war und erinnerte mich erst nachts an sie, als ich nach dem Tag nicht in den Schlaf fand. Eigentlich erschreckend, da lag immerhin ein kleiner Mensch am Boden.
Ich drehte ihn also auf die Seite und vielleicht war das nicht klug, ich hätte erst überprüfen müssen, ob er atmet, aber ich vermute mein Hirn hatte noch seine Worte und sein Verhalten im Kopf. Da waren auch Fetzen von lieben Internetmenschen, die einem Epileptiker vor kurzem Helfen mussten… und ich wartete auch irgendwo, ob er noch zuckt, irgendetwas noch passiert, aber in dem Bruchteil geschah nichts. In dem Moment, in dem ich ihn auf die Seite drehte, mich ihm zuwendete, kam er wieder zu sich. Noch benommen, aber er war wieder da. Ich war so erleichtert. Wir päppelten ihn auf und er erzählte mir dann, dass ihm das öfter passiert, wenn er Blut sieht. Vom Gefühl her, rief ich seine Mutter also nicht an und suchte das Gespräch abends, blieb beim Kind und sprach mit ihm.
Das Traurige war wohl, dass das stimmte mit dem Blut nicht sehen können. Die Mama des Kindes wirkte beschämt, wenn auch nur leicht und entschuldigte sich, dass mir ihr Kind so einen Schrecken eingejagt hatte. Aber der kleine Kerl konnte ja gar nichts dafür. Ich kann nicht mal der Mutter einen Vorwurf machen, weil sie es nicht erwähnt hat, sie wird ihre Erfahrungen gemacht haben, so wie alle Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind hin und wieder. Das macht mich eigentlich traurig, weil ich niemand bin, der sich was draus macht. Ich habe mit tollen Kindern in der Heilpädgogischen Tagesstätte gearbeitet, wir haben alle Ecken und Kanten und ich würde nie ein Kind ausgrenzen, weil es zum Beispiel ein Handycap hätte- solange mein Kind das andere gern einladen möchte, bin ich dabei.
Aber hätte diese Mama es vorher erwähnt, hätte ich natürlich anders reagieren können, ich hätte besonders darauf achten können, hätte gewusst, dass er in dem Moment, das schwächste Glied in unserer Gruppe war, als er verletzt wurde und ich hätte ein Erste Hilfe Set dabei haben müssen mit Pflastern.
Ich habe vieles unserer Kinder auch immer an Lehrer und Erzieher weiter gegeben, weil es mir wichtig ist. Egal ob das jetzt doof aussieht oder nicht. Leider versteh ich die Mama aber auch.
Ein Post über mehr Mitmenschlichkeit, mehr Feingefühl, mehr Offenheit und den Tipp (auch an mich selbst) -erneut- einen Erste Hilfe Kurs zu besuchen.

Endlich 8!

April 12th, 2014

Gestern feierten wir den achten Geburtstag von Noah. Und das Allerwichtigste war wohl, dass wir diesen Tag wirklich feiern konnten. Das beste Geschenk überhaupt, denn nach wie vor reißt das Kranksein der Kinder nicht wirklich ab, es gleitet in einander über und manchmal übermannt es sogar die Eltern.

8

Aber gestern durften wir feiern! Wir haben zum Frühstück Geschenke vor der Schule ausgepackt und Emil war dabei behilflich. Hieß er stahl einzelne Geschenke und lief damit zu seinem Platz, um schon mal mit dem Entpacken zu beginnen. Das war lustig mit anzusehen, denn an Toms Geburtstag vor ein paar Wochen schlief er noch selig in der Früh und bekam von all dem gar nichts mit.
In die Schule nahm Noah ein paar Cupcakes mit, in seinen aktuellen Lieblingsfarben. Weniger gefiel ihm das mit dem überhaupt in die Schule gehen, wie schon an Toms Geburtstag war das Lego-Set aufbauen natürlich fiel attraktiver, als durch die Haustür zu treten, aber das Bauen musste auch an diesem Tag auf den Abend verschoben werden.
Als die Kinder gegen 13Uhr mit dem Schulbus kamen, fuhren wir in die Innenstadt und verbrachten noch die restliche Zeit im Deutschen Museum, wie Noah es sich gewünscht hatte. Gegen 19Uhr zurück, übergaben wir die glücklichen Gäste an ihre Eltern- zum ersten Mal alles nur Jungen, fünf an der Zahl plus unsere fünf Kinder waren es gewesen. Und als dann das später nach 21Uhr -und dem Aufbauen des Legos- alle in ihren Betten lagen und schliefen, -Noah nächtigte im neuen Schlafsack- dauerte es auch nicht lange bis ich ins Bett fiel. Kaputt aber glücklich, mit schönen Erinnerungen und viel Kinderstrahlen, hauptsächlich vom Geburtstagskind, das nämlich wirklich Sorge hatte, ob sein Geburtstag wie geplant stattfinden würde können…

Einleitung, eine alte

April 10th, 2014

Heute vor 8 Jahren wurde die Geburt von Noah bei schon 37+0 eingeleitet. In den letzten Tagen hat mich das sehr beschäftigt, vielleicht ist und bleibt es sein Start ins Leben, vielleicht auch das gerade wieder schwanger sein, die mich in diesem Jahr nicht mehr loslassen.
Alles hatte in der 34. Schwangerschaftswoche begonnen, als ich nichts ahnend ins Zimmer meines Arztes ging und eigentlich direkt heim und von da aus, ins KH geschickt wurde. Ich hatte Wehen. Ich hatte sie noch gar nicht als solche empfunden und plötzlich lag ich da inmitten eines Dreibettzimmers mit Thrombosestrümpfen und Tokolyse. Zu Hause war meine kleine 16 Monate alte Tochter, das Krankenhaus wurde gerade umgebaut, es war also laut und einfach eine schlimme Zeit dort zu liegen und nicht zu wissen, wie lange, sich zu fragen, ob es dem Bauchbewohner gut geht, während man andere Babies schreien hört oder neben sich liegen hat. Es dauerte diese ganze Woche, also fünf Tage bis ich im Kreisssaal geschoben wurde. Man wollte mir Mittelchen geben, Nadeln setzen und ich weigerte mich. Seit fünf Tagen versuchten wir diese Wehen in den Griff zu kriegen und egal wie hoch die Tokolyse gestellt wurde, die viel Herzrasen und Übelkeit herauf beschwor, es half nicht, die Wehen blieben unverändert. Die Hebamme, die vor mir stand, werde ich nie vergessen, sie fragte mich, ob ich mein Kind raus schmeißen wolle, aber das wollte ich natürlich nicht. Ich wollte wissen, warum ich Wehen hatte, nicht sinnfrei weiter die Symptome stoppen und siehe da, endlich gab es eine Diagnose. Ich hatte zuviel Fruchtwasser. Eine seltene Geschichte in der Schwangerschaft, aber ich hatte genau das. Mein Umfang betrug über 130cm und ich hatte Fruchtwasser für zwei Kinder zeitweise. Diese Diagnose half uns wenig. Im Gegenteil nun hatte ich weiter Wehen und Angst um mein Kind, denn es stand im Raum, ob wir das zu viele Fruchtwasser nicht mit einer Nadel abführen wollen und das Wasser einschicken, um untersuchen zu lassen, ob unser Kind eventuell krank ist, Chromosen zuviel hätte und deswegen das Fruchtwasser so viel war. Außerdem durfte ich nicht mehr allein sein, hieß es. Wenn die Blase wegen des enormen Drucks springen sollte, müsste ich sofort liegend ins Krankenhaus gebracht werden, damit die Nabelschnur nicht vorfiele. Es waren furchtbare Tage, Wochen, Nächte. Für ein paar Tage kam sogar meine Mama, nur um irgendwie die Zeit gut rumzukriegen. Ich konnte kaum noch schlafen. Und dann sagte mein Arzt die Zauberworte: Unser Kind wäre nun soweit. Wir könnten zur Einleitung gehen, nun wäre Noah kein Frühchen mehr und könne auf die Welt.
Endlich! Endlich was tun. Ich ging also aufgeregt in den Kreisssaal heute vor 8 Jahren und ließ seine Geburt bei 37+0 einleiten, weil ich dachte, es wäre das Richtige.
Die Mittel schlugen an und trotz der Einleitung erlebte ich diese Geburt als traumhaft und selbstbestimmt. Zwischendurch liefen wir zwei Mal nach Hause, wo meine Schwägerin Zoe versorgte. Wir aßen erst zusammen Mittag, später ging ich in die Wanne. Nach 17Uhr zurück im Kreisssaal dann die Nachricht, die Blase wäre gerissen. Es gab also wirklich kein zurück mehr. Und als die Hälfte geschafft war, entschied ich mich für eine PDA, die ich auch bekam. Die zweite und letzte meines bisherigen Lebens. Es war traumhaft. Alles war wieder im Lot. (Ich hatte unter Vollnarkose eine Korrektur-OP vor der Schwangerschaft und Sorge, die Schmerzen würde schlimmer werden unter der Schwangerschaft, stattdessen aber wurde es viel besser. Als Zoe nicht einmal ein Jahr alt war, nicht laufen konnte und mir schrecklich schlecht war, als ich in ihrem Zimmer in der Kuschelecke lag, fragte ich mich schon, ob ich da nicht komplett zuviel gewollt hatte mit zwei Kindern unter Zwei, aber auch die Ängste waren fort.)
Während ich so überwältigt von der ersten Geburt war, hatte ich jetzt das Gefühl, mein Körper wisse genau, was er tun muss. Mir kam das alles so bekannt vor und ich hatte ein gutes Gefühl. Alles war so wie es sein sollte. Und dann schwamm Noah in zuviel Fruchtwasser auf diese Welt und nichts war mehr so schön, wie es grad gewesen war. Er schrie nicht und die Hebamme rubbelte nervös an ihm herum. Kurz gefasst, Noah war anscheinend nicht bereit für diese Welt, er wog zwar bei 37+1 fast 3920Gramm und war 56cm lang. Aber er hielt seine Temperatur nicht und sein Zucker war auch nicht gut. Also wurde er mir “weggenommen” und versorgt. Nils schickte ich mit, aber es war furchtbar nicht bei ihm zu sein. Man probierte es wirklich, aber er schaffte es noch nicht allein. Wir blieben am Ende drei lange Tage, in denen wir nicht wussten, ob er gesund war, denn man hatte eine Blutkultur angelegt und wartete die Ergebnisse ab. Ich konnte kaum stehen nach der Geburt und niemand bot mir einen Stuhl neben seinem Wärmebettchen an. Ich wäre auch nicht auf die Idee gekommen zu fragen, ich bat darum ihn füttern zu dürfen und wurde dabei kritisch beäugt, denn ich gab ihm die Flasche, stillen wollte ich nicht, nachdem das bei Zoe alles so schief gegangen war. Als wir dann endlich zu Hause waren, war nicht alles wieder gut. Ich machte mir Vorwürfe, ich brauchte Zeit das alles zu verarbeiten, denn eigentlich wollte ich ambulant entbinden und zu Hause war ja unsere Tochter gewesen, zwar in besten Papa- Händen, aber zu weit weg von mir. Ich denke also noch heute daran, auf meine Fragen, werde ich nie die eine Antwort bekommen… und das ist so kurz gefasst es geht, was mir heute und die letzten Tage so im Kopf herum spukt…

Krankenstand

April 6th, 2014

Letzten Montag ging es los. (Eigentlich schon Sonntag Abend, er schlief unruhig und stand etwas neben sich, nach einem Tag an der Sonne machten wir uns eher Sorgen, er könne einen Sonnenstich abbekommen haben, auch wenn er eigentlich einen Hut aufgehabt hatte usw.) Emil war vormittags ganz still und kuschelig, gegen 9Uhr dann, als alle schon eine Stunde aus dem Haus waren, hörte ich ihn auf mir würgen und er übergab sich ein erstes Mal. Hoppla. Einmal Kind liebevoll hoch nehmen, duschen, umziehen, dann aufwischen. Da wiederholte sich leider noch weitere Male, so das ist mir nicht anders zu helfen wusste, als den Mann zu bitten sofort nach Hause zu kommen, denn so könnte ich unmöglich die Kindergartenkinder abholen und so langsam war ich aus der Puste mit meinem Anton im Bauch. Ich hatte dann ein Riesenglück, er kam und half und gegen Abend dann behielt Emil endlich etwas Tee in sich. Ich wiegte mich schon in Sicherheit, dass es nun vielleicht schon bergauf gehen würde wie im Dezember, aber so war es leider nicht. Den nächsten Tag verbrachte Emil fiebernd und spuckfrei auf mir. Die folgende Nacht mit seinem Papa schon bereits das dritte Mal im Wohnzimmer auf dem Sofa. Dann am Mittwoch übergab er sich wieder, kuschelte und schlief viel auf mir, wirkte aber insgesamt schon etwas fitter. Als er am Donnerstag dann wieder nur quengelig war und weinerlich, morgens gar nicht mehr aufhörte, blieb Nils daheim, denn ich war am Anschlag, hätte den Tag nie allein gewuppt, mein Auge war geschwollen von den Pollen und Emil wurde von Nils zum Kinderarzt gefahren, der aber nichts weiter feststellen konnte, als einen Infekt. Ich kochte allen eine magere, schnelle Hühnersuppe, die guten Anklang fand, was mich freute, dachte ich nur soviel Kraft und Vitamine in die Familie, wie nur geht. Freitag dann weiterhin endlich etwas Nahrung und Flüssigkeit im Kind, kuschelig und schläfrig war er zwar noch immer, machte aber nur einen langen Mittagsschlaf und lief am Nachmittag schon etwas umher, spielte mit seiner Schwester. Das erste Mal so etwas wie Normalität.
Jetzt freute ich mich auf das Wochenende und fragte mich auch, ob es das nun gewesen sein mag, immerhin hatte noch niemand ähnliche Symptome. Gestern war ich dann nur sehr weinerlich, weil meine Allergie mich so quälte, außerdem war ich müde und unfit, mir hing die Woche so nach. Nachts dann, als Nils mir ins Bett folgen wollte, ein Geräusch und Ben übergab sich. Zusammen machten wir Kind und Bad sauber und nachdem beide unten gut versorgt waren, ging ich ein weiteres Mal allein ins Bett in dieser Woche. Weil Ben zum Abendbrot leider normale und keine laktosefreie Milch erwischt hatte, kann es sein, dass diese in wieder verlassen hatte. Es wäre nicht das erste Mal, dass eines unserer Kinder so heftig darauf reagiert. Trotzdem setzten wir ihn auf Schonkost, es gab nur das Nötigste, aber es passierte nichts Spektakuläres. Tom fühlte sich dazu berufen zu verkünden, ihm sei nun auch schlecht, was ihm nichts weiter einbrachte, als leider ebenfalls Schonkost. Auf dem Nachmittag bekam er jetzt hohes Fieber, Ben krebst nur bei erhöhter Temperatur herum. So ist das grad. Die Welt ist bunt. Wir läuten wohl eine weitere Woche ohne Kindergarten ein, zumindest die ersten Tage sind gestrichen- letzte Woche waren die Jungs zu Hause geblieben, weil niemand sie hätte abholen können, mit Emil hätte ich es mir nicht zugetraut und die paar Stunden machten jetzt auch nichts weiter.
Wir Eltern sind ein bißchen müde, kaputt und angespannt, weil wir nicht wissen, was genau uns in dieser Woche erwartet und zucken bei jedem Husten der Kinder zusammen.
Eigentlich sollten wir alle gesund sein, denn Freitag steht ein Kindergeburtstag bei uns an. Aber Noah ist vorgewarnt. Ich habe schon mit ihm gesprochen und einen Alternativplan ausgeheckt, sollte es wirklich so schlimm sein und alle Stränge reißen. Seufz.
Ich bin ziemlich durch, war jetzt seit über einer Woche nicht mehr draußen bis auf den eigenen Garten und etwas drüber hinaus, habe Freundinnen nur per WhatsApp gesprochen und niemanden sonst bis auf ein paar Nachbarn, aber die sind eben nur nett und keine Freundinnen. Ich hab etwas Lagerkoller und könnte eine Auszeit gebrauchen, um ehrlich zu sein. Bin aber auch froh, wenn alles soweit für mich gut meisterbar ist und der Mann seinem Broterwerb nachgehen kann. Auf in die nächste Woche…

Samstags- Ritual

April 5th, 2014

Am Samstag entstand dieses Bild und nun nach Emils Krankentagen in der letzten Woche, ist er auch etwas auf den Geschmack gekommen: Samstag ist Ipad- Spieltag.
Alles begann mit einer Fahrt in den Urlaub, wo ich mir von einer liebsten Freundin, dass Ipad Mini ausleihen durfte. Es war wohl die entspannteste Bahnfahrt, die wir je hatten, aber dann war es da mitten unter uns, diese Spielewelt. :)
Jeder hat seine Spielzeit und wenn die um ist, ist das nächste Kind drang, ein wichtiger Bestandteil nun für die Kinder- auch das Zusehen und kommentieren bei den anderen :) Ob es ihnen nun sonderlich gut tut, darüber lässt sich streiten, aber nun ist es hier angekommen.

Spielzeit

Kleines Lebenszeichen

April 2nd, 2014

Ich mag eigentlich noch auf den einen oder anderen lieben Kommentar eingehen, ein paar Emails beantworten, aber ich komme grad zu so gut wie nichts, weil der Lütte krank ist und uns leider ganz viel braucht. Sollte es das nun sein und wir den Gipfel hinter uns gelassen haben, sich niemand weiter ansteckt, sollte ich das die Tage noch auf die Reihe kriegen und nachholen können. Das war mir wichtig zu sagen schreiben. Bis dahin: Vielen Dank! ♥

Voller Liebe

März 28th, 2014

Ich wünschte, ich wäre eine Schwangere, die strahlt und sich voller Hoffnung ausschließlich auf ihr Kind freut, von diesem Ideal bin ich wohl etwas entfernt.
Bevor ich diesen ersten Plastikzauberstab mit zwei zarten Strichen in den Händen halten durfte, war ich ganz bei mir in meiner Mitte, eine Frau mit zwei Beinen fest auf dem Boden, einem Mann an der Seite und fünf Kindern an der Hand.
Aber mit diesem kleinen Glück im Bauch, diese leise Ahnung bei 3+3 bestätigt mit zwei parallelen Streifen änderte sich schlagartig alles. Ich war eine werdende Mutter, eine die liebt und hofft und auch bangt.
Die ersten zwölf Wochen hangelte ich mich so ganz gut durch, ich war mir selbst durch meine Ängste, mein größter Feind. Jede Woche hatte ich einen Termin bei meiner Ärztin, die sich fürsorglich um mich kümmerte und für mich da war. Ich brauchte diese Fürsorge und auch das Utrogest, zu dieser Zeit wussten dann genau zwei Menschen neben meiner Frauenärztin von dem kleinen Menschlein unter meinem Herzen.
Dann kamen die vielleicht schlimmsten Wochen, die Zeit in der ich James- unser Manschgal verloren habe. Als auch die geschafft waren, hatte ich mal eine kleine Blutung, die sich nicht mehr blicken ließ, bis zu dem Tag, genau einen Tag vor unserer Abreise nach Paris. Als ich ganz wenig blutete, es wurde eine Ektopie festgestellt, die mich seitdem etwas in Atem hält, vor allem zu diesen Zeitpunkt der Schwangerschaft. Kleine andere Momente, die mich dazu brachten, außerplanmässig das Krankenhaus aufzusuchen gab es auch, jetzt beginnen langsam die Vorwehen, die ich genau im Auge habe, ich schrieb darüber Tagebuch, mir immer alles von der Seele.
Nun waren meine Eltern am Wochenende da, das Geheimnis war gelüftet (hier liest meine Schwester mit: HALLO! :) ) Die Kinder wissen es schon etwas länger und seitdem auch Nachbarn und Freunde, mit dem Tempo der Kinder musste ich erst mal mithalten lernen.
Dieser Schritt, das kleine Glück ins Internet zu tragen, fällt mir schwer. Ich hatte gestern Abend auch direkt Herzklopfen, jetzt ist das nicht wirklich besser. Ich möchte nicht diese große Aufmerksamkeit, ja ich habe Angst, ich kann da nicht so gut aus meiner Haut, denn Hochmut kommt vor dem Fall, ich bin nur hier ganz dankbar bei mir, still und leise. Denn ich liebe dieses Kind so sehr. Es ist ein Wunder. Ich wollte nicht unbedingt schwanger werden, ich hatte mir immer gewünscht, es nur zu werden, wenn ich das Kind auch halten kann. Und dann kam er und stellte meine Welt einmal auf den Kopf, ein so großes Glück, einfach so schwanger zu werden und bis hier her zu kommen! Und ich mag einfach nur die kommenden Wochen gut rum kriegen, damit ich unseren Sohn gesund und munter Ende Juli im Arm halten darf.
Ich sitze nicht hier, wie ein kleines krankes Häschen, ich schmiede Pläne, habe Träume, kaufe besondere Kleinigkeiten für ihn und streichle abends versonnen meinen Bauch, wenn er sich kräftigt bewegt. Aber die Angst sitzt daneben, wie schon bei Emil. Die Zeit kann nicht schnell genug vergehen.
Ich war mal so gern schwanger, ich war dann ganz bei mir, das hat sich doch sehr verändert. Für meine Seele ist es eine aufregende Zeit, in vielerlei Hinsicht.

Wir stehen hier voller Hoffnung und Liebe- und warten alle gespannt auf die Ankunft von Anton in 17 Wochen.

Ich liebe dich so sehr! Bleib stark kleiner Mann, lass dir Zeit zum Wachsen!