Besondere Kleinigkeiten

Juli 25th, 2014

Wenn ich was Besonderes suche, komme ich um Dawanda nicht herum. Nirgendwo sonst bekomme ich Dinge nach meinen Wünschen und Vorstellungen so liebevoll von Hand gefertigt. Gerade bei Sachen, bei denen mir handwerkliches Geschick einfach abgeht, deswegen ist das oft mein erster Anlaufpunkt bei Extrawünschen, geht bestimmt ganz vielen so.
Da muss man zwar oft lange Suchen, aber es lohnt sehr sich durch das Angebot zu arbeiten. Nicht mal im Lieblingseinrichtungsladen hier vor Ort fliegt mir gleich ganz leicht was zu.
Mittlerweile habe ich da auch Lieblingsshops, wie viele die dort einkaufen, bei denen ich immer wieder lande. Und weil hier und da mal gefragt wurde, wo wir unsere Herzenssachen her haben, erzähle ich euch heute von zwei, drei besonderen Shops.

Jetzt wo die Einschulung bevor steht und ich schon viel im Voraus planen wollte und musste, kümmerte ich mich auch um ein besonderes Detail: eine Schreibtischunterlage für Tom. Ich hatte bei Noah schon zu einer solchen aus Wachstuch gegriffen und wurde nicht enttäuscht. Der Tisch bleibt sauber, die Unterlage lässt sich dank Beschichtung super einfach reinigen und das Ganze passt wunderbar ins Zimmer oder Farbkonzept. :)
Jetzt suchte ich einen neuen Shop und wurde fündig, weil im alten keine mehr gefertigt werden. So tollen und freundlichen Kontakt hatte ich noch nie, ich wurde richtig verwöhnt. Toms Unterlage ist eine super tolle Sonderanfertigung. Er hat sie noch nicht gesehen, sie wird hübsch eingepackt und am grossen Tag überreicht und gefällt ihm hoffentlich! :) Aber nix verraten!

Schreibtischunterlage

Nachdem Tom und Ben ins Hochbett umgezogen waren, blieb da unten bei Ben so ein Spalt zwischen Matratze und Wand. Schon bei Frau Sued hatte ich mal eine Bettschlage gesehen und inspiriert davon, suchte und fand ich einen schönen Shop. Dort orderte ich eine 2m Bettschlange nicht ahnend, dass Ben sie so ins Herz schliessen würde.
Und da wir liebende aber auch verzweifelte Eltern sind, die die Hoffnung hatten, Emil würde nachts nur wach werden, weil er sich am Gitter anstösst, bekam Emil jetzt zum zweiten Geburtstag von seiner Oma auch eine Bettschlange. Wieder super toller, herzlicher Kontakt!
Und wenn alles klappt und ich ganz viel Glück habe, kriegt Anton von meiner Ma auch eine zur Geburt. Nur diesmal etwas farbliche Abwechslung!

Bettschlange

Und zu guter Letzt, gerade sehr beliebt die Häkeltiere von lalylala.de. Auch hier wurde ich nur bei Dawanda fündig, hier verkaufen Dritte fertige Kuschelware an untalentierte Handarbeiter, kurz an Menschen wie mich, die vielleicht häkeln können, aber weder Zeit, noch Muse oder die körperliche Verfassung haben sich die Hände zu verknoten. Hier wählte ich ein Tier, das mir zu der Zeit am Besten gefiel. Mittlerweile gibt es diesen kleinen Freund, der für den kleinen Löwen vielleicht besser gepasst hätte. :)

Kuscheletwas

So jetzt hab ich euch mal ein bisschen unterhalten, statt zu jammern oder sehnsüchteln. Gewöhnt euch nur nicht dran. :)

Verzweiflung

Juli 24th, 2014

Ja, es mag abgedroschen klingen und ich neige tatsächlich zu bodenloser Übertreibung, aber was ist nur los? Ich fühle mich so ausgelaugt. Und ja ich nage am Verlust meiner Fantasien und Hoffnungen, die ich von dieser und der kommenden Zeit gehabt hatte.
Nachdem ich bereits letzte Woche beim Zahnarzt war und das ein quasi altbekanntes Problem war, bekam ich gestern so ein Ziehen, andere Seite und oben- ein bißchen Abwechslung :/ Ich wollte abends Zahnseide nehmen, hätte ja sein können, dass sich etwas zwischen die Zähne verirrt hat. Dann schlief ich eigentlich ganz gut (nach einem wirklich schönen Tag!), wunderte mich über meine Müdigkeit die letzten Tage und wachte mit Zahnschmerzen auf. Ich überlegte noch gleich zum Zahnarzt zu gehen, aber es blieb ja die Hoffnung, dass das Zahnfleisch einfach entzündet ist. Aber es ließ mir keine Ruhe, die Schmerzen wurden trotz Kamille nicht besser, ich wurde unruhig, rasselte mit Ben aneinander und motzte dann den Mann am Telefon an, er möge jetzt heim kommen- es würde nun reichen, mein Limit wäre leider erreicht (mal wieder nicht ohne Schuldgefühle) einen Tag vorm Geburtstermin, unter der Auflage ich bekäme gleich einen Termin beim Arzt. Und den Termin bekam ich und lief mit zwei Kindern eben dorthin, Tom wurde also von seinem Papa abgeholt. Ich nahm auch eine Tablette, was schon etwas heißen mag. Und natürlich ist da auch große Enttäuschung. So bekommt man eben kein Kind. Morgen ist schon wieder Freitag und dann Wochenende, so Schmerzen lassen sich nicht aufschieben.
Also dachte ich noch, man würde mich vielleicht wieder wegschicken. Aber nein, es ist die Wurzel eines Zahns, bei dem schon einmal die Füllung raus musste. Und auch DER Zahn. DER Zahn ist der Zahn mit dem ich zu kämpfen hatte, als ich damals unser Bauchbaby beerdigen musste. Ich war noch im Krankenhaus als die Schmerzen wieder(!) groß wurden, nahm Tabletten und hatte damals (m)eine (erste) Wurzelspitzenresektion einen Tag vor der Beisetzung. Diese Schmerzen und alles rund um das Ereignis werde ich nie vergessen. Es war einfach furchtbar. Dieser Zahn also. Er eitert, ist nun offen. Und so fühle ich mich auch. Verletzlich. Wund. Und ich bin an so einem Punkt. Ich soll nun abwarten und kann nur hoffen, dass das Offensein allein hilft, damit der Druckschmerz weg ist. Ich unser Kind bekommen kann und dann gibt es nichts mehr zu verschieben, wenn Anton da ist, muss ein Röntgenbild her. Und wenn ich Pech habe, großes Pech muss er raus dieser Zahn und mittlerweile wäre mir das egal, nur bräuchte ich dann mit meinen 30 Jahren die dritte Brücke. Ich heule. Ich mag unseren Sohn bekommen, ohne Zahnschmerzen. Ich mag ankommen, kurz heilen dürfen, bitte das.
Und auf der anderen Seite komme ich mir albern vor, weil wir es hier so gut haben. Niemand hungert, keiner um sein Leben fürchten muss. Aber erklär das jemand meiner Seele, meinem Herzen…

Und nun den nächsten Arzttermin organisieren, denn seit gestern habe ich am Bauch eine wunde, gerötete Stelle. Bisher half keine Selbstbehandlung. Und ich las von Studien, die einen Zusammenhang mit Totgeburten feststellen und welche ohne. Es wird nicht besser. Ich hab Angst um Anton.

Es mag kindisch klingen, aber SO hatte ich mir das alles nicht vorgestellt. Ich kann nur noch daran denken, Anton im Arm zu halten, munter.

Lassen Sie mich durch! Ich bin höchstschwanger und voller Hormone!

39+5

Juli 23rd, 2014

Ein letztes Mal reguläre Vorsorge gehabt. Alles was jetzt käme ist spontan organisiert. Anton ging es heute gut, laut Ärztin. (Der Gebärmutterhals ist verstrichen und der Muttermund 1-2cm geöffnet.) Sein Kopf liegt weiterhin in Startposition, obwohl ich davon nicht so wirklich überzeugt bin, weil er wie sein Bruder Ben irre aktiv ist. Teilweise habe ich das Gefühl, dass er noch mal kurz quer im Bauch liegt, das sieht dann halt sehr verdächtig danach aus und bei Ben hat es auch keiner bemerkt bis ich abends im Krankenhaus lag und die Hebamme hautnah mitbekam, wie der kleine Mann sich von Quer- in Beckenendlage bewegte. Ich merke da wirklich einen großen Unterschied und habe hier und da tatsächlich Angst, ihm könnte bei dem Getobe etwas Schlimmes passieren oder aber die Geburt sich weiter hinaus zögern, Bens Geburt war ja jetzt auch nicht ganz ohne. Ich weiß viele Mütter sagen ihre Kinder wären aktiv, aber da gibt es wirklich nichts dran zu rütteln, wenn sogar erfahrene Hebammen und Ärzte unter der Geburt staunen, was das Kind da veranstaltet und erst wenn es Lust hat den Kopf ins Becken bewegt und mit einem Mal durch rutscht, aber nicht ohne kurz stecken zu bleiben mit den Schultern. (Ben als Mensch ist ja auch eher ein Flummi auf zwei Beinen. :) )
Drei von unseren fünf geborenen Kindern waren zu diesem Zeitpunkt der Schwangerschaft schon auf der Welt, die anderen Zwei kamen ungefähr 6 und 9 Tage nach dem Termin, wobei es bei Tom nicht gut berechnet wurde meinem Gefühl nach. Ich habe nämlich einen sehr langen Zyklus, das wurde damals nicht berücksichtigt.

Seit heute Nacht weiß ich, dass wir einen kleinen Löwen bekommen werden, was ich wunderschön finde, weil jedes Kind immer noch sein eigenes Sternzeichen hat :) Ich bin gespannt auf den kleinen Wirbelwind in meinem Bauch zu dem das Sternzeichen ja super gut zu passen scheint, zumindest dem nach, das ich fühle. (Wir haben einen Skorpion, einen Widder, einen Fisch, eine Jungfrau und einen Krebs. Sind beide Wassermann und Waage.)

Trotzdem ich schon fünf Kinder spontan geboren habe, merke ich Aufregung um die Geburt. Dabei ist es nicht die Geburt an sich, die mich beschäftigt, da finde ich wieder total faszinierend wie egal mir das ist. Es wird weh tun, es wird vorbei gehen, danach ist das kleine Wunderwesen aber da, mitten unter uns. Was mich beschäftigt ist, auch wenn es lustig klingen mag, ob mit mir alles stimmt, mit ihm, warum es sich jetzt doch so zieht. Kann ich überhaupt Wehen selber produzieren oder habe ich einen Wehenschwäche? Kann Anton kein Startsignal geben? Das sind Fragen und Sorgen und Nöte, die ich so habe.

Ich mach mich in der Regel nicht mehr verrückt. Der Drop ist so gut wie gelutscht, der Keks zerbröselt, in wenigen Stunden ist es nur noch ein Tag, der uns vorm Termin trennt und ob wir dann noch drüber gehen, wird dann auch schon irgendwann egal sein :)
Und je mehr Wochen vergehen, desto mehr kleine Puzzleteile fügen sich zusammen, von jeder Schwangerschaft war jetzt etwas dabei und doch ist er noch einmal ganz besonders.

Aber dieses Bild von unserem Baby, unserem Bündel Leben, das bekomme ich nicht mehr aus dem Kopf. Ich kann es nicht glauben, dass wir noch einmal so beschenkt werden sollen und freue mich so ohne Worte dafür finden zu können genau darauf.
Die Kinder sind unglaublich! Reden die ganze Zeit von Anton, davon dass sie sich auf ihn freuen, wünschen mir Schmerzen und Wehen an den Hals und sind jeden Tag aufs Neue enttäuscht, wenn ich “noch da bin”, sie abhole usw. Das ist ein unglaublich tolles Geschenk! Und ich freue mich auf die Zeit, die jetzt vor uns liegt.

Viele geben lieb gemeinte Tipps wie Treppen laufen und viel Bewegung, aber zum Einen sollte das nur soweit betrieben werden, dass ich keine allzu großen Schmerzen habe und den Betrieb weiter am Laufen halten kann und zum Zweiten, was glaubt ihr was ich hier mache? Ich versorge seit Wochen fünf Kinder hochschwanger allein, den ganzen Tag über. Ohne Hilfe. Ich wuchte Wäsche, ich putze, ich laufe Treppen im Haus und bringe Zeug von einem zum anderen Ort und hole Kinder vom Kindergarten ab, teilweise zu Fuß. Langweilig wird mir jedenfalls nicht. Ich sitze hier nicht im Schneidersitz und warte. Ich warte eher darauf, dass ich ein Baby bekommen darf, um mich dann mal auszuruhen :)

Morgen geht Tom noch einmal in der Schule schnuppern, Ben darf/muss dafür zu Hause bleiben, danach sind es für die Kindergartenkinder auch nur noch fünf Tage bis zum Jahresende. Für die Schulkinder mit morgen eingerechnet nur noch vier Schultage, von denen sie nächste Woche schon nur noch die leichte Version mitbekommen. Am Donnerstag nächste Woche werden die Vorschulkinder aus dem Kindergarten geworfen und wenn Anton nicht morgen oder übermorgen schlüpft werde ich nicht dabei sein, wenn das passiert- komisches Gefühl. Am Montag sind zwei Abschiedsfeste gleichzeitig in der Schule und dazu habe ich schon die liebste Oma eingeladen, weil wohl auch das nichts mehr wird, selbst wenn ich dann noch schwanger bin, werde ich mir das nicht antun, denke ich. Die Hebammen- Oma kommt Samstag aus ihrem Urlaub zurück, meine Ma feiert Sonntag ihren 50. Geburtstag. Wäre Anton deutlich eher geschlüpft, hätte ich überlegt sie spontan doch zu besuchen, aber so bin ich leider auch dort nicht dabei. Die Welt dreht sich weiter, ob mit Kugelbauch oder Babykuscheln. Und wenn ich nur einen Wunsch frei hätte, dann das er den Weg zu uns findet bis Montag, denn mir reicht schon der Gedanke, dass so alles gut wäre, wir mit einem drei Wochen alten Bündel 1000km an die Ostsee fahren. Noch kleiner bräuchte er ja dann nicht weiter sein.

Kleinster Sohn um dich kreisen grad so viele liebe Gedanken… Ich bin mehr als gespannt, wann du endlich bei uns ankommst. Ich liebe dich so so so sehr!

Ein letztes Mal?!

Juli 20th, 2014

Für uns passte es heute einfach gut, ein paar belegte Brötchen und unsere Badesachen zu schnappen, um nach dem langen Aufbleiben der Kinder gestern Abend beim Straßenfest heute den Vormittag zu nutzen, wenn sie noch gut drauf sind, es nicht zu heiss ist und ins Freibad zu gehen.
20 Minuten nahm ich mir dann Zeit, stahl mich davon und ging ein paar Bahnen schwimmen. Purer Luxus und unvergleichlich schön nach der langen Pause. Nachdem ich das erste Mal in diesem Jahr schwimmen war, bekam ich vorzeitige Wehen und durfte nicht mehr. Jetzt steht die Geburt (hoffentlich) kurz bevor und auch dann werde ich nicht mehr groß dazu kommen ins kühle Nass zu hüpfen. Ich habs genossen und auch wenn etwas Wehmut bleibt, als ich heute ein winzig kleines frisch geschlüpftes Baby sah, da überfraute es mich komplett und ich bestand nur noch aus Hormonen, bereit sogar jetzt und hier im Freibad unseren Sohn zu bekommen.

Aber er kam nicht. Auch heute nicht. Und Himmel, was zergehe ich vor Sehnsucht und Aufregung für diesen kleinen Menschen… Ich vermiss ihn so sehr. Diesen Jungen mit dem ich 24 Stunden eins bin, der immer da ist, aber den ich einfach kaum kenne und dennoch so liebe…

39+0

Juli 18th, 2014

Ich komme mir vor wie eine Katze oder ein anderes Tier, dass durch die Gegend stromert, auf der Suche nach einem geeigneten Platz für die Niederkunft. Nur das es bei mir nicht an dem richtigen Platz mangelt, sondern gefühlt an der Zeit.
Meine Schwiegermama ist eine der Hebammen die sagen, dass die Frauen nur nieder kommen, wenn es passt, zum Beispiel, wenn die Lieblingshebamme Dienst hat oder oder.
Jetzt wird es viele Frauen geben, die eifrig oder selig zustimmend mit dem Kopf nicken, andere schütteln vielleicht heftig mit demselben, weil ihr Kind mitten im größten Chaos den Weg ans Licht der Welt gesucht hat…

Vielleicht behält sie am Ende recht und Anton bleibt in meinem Bauch bis sie zurück aus dem Urlaub ist, das wäre nächsten Samstag, vielleicht aber auch nicht und es ergibt sich an anderer Stelle ein geschützter Rahmen, um mir Zeit zu nehmen dieses Kind zu bekommen.

Zeit ist in einer Familie wie unserer ein sensibles Konstrukt. Zum einen für die Seele, wie das Erreichen einer bestimmten Schwangerschaftswoche, nur damit das Kind im Bauch optimale Vorraussetzungen für das Leben ausserhalb des Mutterleib hat, so wie es bei uns der Fall war. Ich weiß nun rückblickend warum ich so nieder geschlagen war nach dem Erreichen der 37+0. Mein Ziel war erreicht, ich war mental erschöpft und es passierte nichts. All die Sorgen lösten sich auf und ich musste mich selbst neu finden in meiner Rolle als ganz normale Hochschwangere. Als die 38+0 dann erreicht waren, wusste ich intuitiv, dass unser Sohn nicht deutlich eher kommen würde, ich entspannte mich. Einzig und allein die Schmerzen machten mir einen Strich durch die Rechnung.
In dieser Woche gab es noch einmal viele Termine und nachdem am Montagabend mit Schmerzen so ein weiterer Höhepunkt erreicht war, ebbte alles wieder ab und ich hatte Energie für die Woche. Bis gestern.
Der andere Zeitfaktor in unserer Familie ist pures Management. Wir haben unseren Sommerurlaub legen müssen ohne zu wissen, wann unser Sohn den Weg zu uns findet. Wir fahren Mitte August ab. Je älter er zu diesem Zeitpunkt sein wird, umso besser für ihn nehme ich an. Aber natürlich auch für mich. Als frühe Wöchnerin möchte ich nicht über 12 Stunden ans Meer fahren. Optimal wäre, wenn die Geburt um die 4 Wochen her wäre, dann hätten wir beide genug Zeit gehabt einander zu finden, in der Welt anzukommen und zu heilen.
Wir haben dann vor als Familie 4 Wochen weg zu sein in der Elternzeit des Mannes. Wenn wir zurück sind, ist einen Tag später die Einschulung des Vorschulkindes und dann geht der Alltag wieder los. Gut geplant in Theorie. Jeder Tag zu früh geboren hätte bedeutet, der Mann hätte noch zusätzlichen Urlaub nehmen müssen, um die restlichen Ostseetage abzudecken. Jeder Tag den Anton im Bauch bleibt, entspannt die erste Schulwoche aber macht es auch schwieriger und anstrengender mal eben 1000km weg zu fahren.
Um mich für die Geburt zu entspannen war ich dann gestern bei meiner Zahnärztin. Die mir meinen Verdacht bestätigte, nämlich dass nur weiterhin mein Weisheitszahn, der unten quer liegt für meine Schmerzen verantwortlich sei. Naja fast, sie erwähnte nun erstmalig und nebenbei, dass der Zahn davor schon Karies hätte, weil sich dort ja Bakterien sammeln zwischen beiden Zähnen. Und sie erwähnte das erste Mal, dass ich das ja hätte durch aus auch schwanger machen lassen können. Also den Weisheitszahn raus operieren lassen und den Backenzahn behandeln, nun wäre ihre Empfehlung und sie sagte das als sei es ein Klacks, dass ich das nun eben mit frisch geschlüpften Baby machen müsste, am besten gleich eine Woche nach der Geburt.
Man kann sich glaube ich nicht wirklich vorstellen, welche Gedankenzüge da alles gleichzeitig abgefahren sind. Zum einen natürlich mein eigener Zug, voller Hoffnung und Sehnsucht nach Ruhe im Wochenbett und Genuss! Das ist eine einmalige Zeit und ich mag in Ruhe ankommen und Heilen. Ich habe große Schmerzen nach der Geburt, die Nachwehen werden mir wieder stark zu schaffen machen. Ich mag mich dann nicht nebenbei in eine Arztpraxis quälen, dort warten, mich ein bißchen aufschneiden lassen, an mir rumpulen und einen quer liegenden Weisheitszahn womöglich teilen und entfernen zu lassen, um dann Heim zu gehen und die ersten 24 Stunden wimmernd die nächsten Schmerzen auszuhalten. Während ich Schmerzmittel brauche, die nicht unbedingt ideal für mein winziges Baby sein werden. Damit wäre es dann nicht mal getan. Ich müsste eine Woche heilen, um dann zur Zahnärztin zu gehen, die dann ihren Behandlungsplan starten würde. Was vielleicht mit einem Termin nicht erledigt ist, denn der Zahn reagierte nicht mehr groß auf Kälte, ich bin da nicht sehr zuversichtlich. Genau das wollte ich alles nicht. Das ist mein größter wunder Punkt, was hab ich da schon durch? Jedenfalls ab von all diesem emotionalem Balast bleibt auch hier nur ein winziges Zeitfenster, denn wir fahren ja weg, vier Wochen und mit “Pech” bleiben davor nicht mal ganz drei Wochen Zeit sich um die Zähne zu kümmern.
Natürlich möchte ich auch nicht, dass die Schmerzen schlimmer werden und ich am Ende meinem Kleinstbaby immer zu durch die Muttermilch Schmerzmittel mitgebe, damit ich die Tage aushalte. Aber meine Familie braucht diesen Urlaub! Es ist der erste überhaupt in diesem Jahr und jeder einzelne hat ihn verdient! Also hängen wir in der Luft, anrufen muss ich in der Praxis aber eh noch und nachfragen, ob die nicht auch Schließzeiten im Sommer haben.

Als ich dann gestern Heim kam und meine Gedanken sortieren wollte, dann der schlimmere Schreck: Unser Vorschulkind wäre im Kindergarten einfach so umgekippt. Einfach so. Der beste Vater meiner Kinder, kam dann also doch wieder sofort nach Hause, schnappte sich das Kind, dass die Erzieherinnen zu uns gebracht hatten und fuhr zum Kinderarzt, wo das Kind gründlich untersucht und ein EKG geschrieben wurde. Nun stand die Theorie im Raum es könnte ein Darminfekt gewesen sein und das Wasser im Körper hätte sich dort gesammelt und zum Kreislaufzusammenbruch geführt haben, aber außer ein paar Toilettengängen morgens, hatte er nichts mehr weiter. Alles sehr seltsam und auch das erste unserer Kinder, das erste Mal so generell, dass eines unserer Kinder einfach ohnmächtig wurde. Auch das führte dazu, dass ich gestern um dieses Kind schlich, es immer wieder ansah und hoffte, es möge nichts mehr passieren. Man steckt einfach nicht drinnen, man weiß nicht was los ist und es ist alles so neu. So verpasste das Vorschulkind die Übernachtung seiner Kollegen im Kindergarten und das Frühstück heute morgen, was ihn sehr mitnahm, auch wenn er versuchte tapfer zu sein. Der Kindergarten hat heute dann also zu und meine drei Jungs sind daheim. Ich bin immer noch ein bißchen vorsichtig und weiß, die Zeit macht das schon. Je mehr davon vergeht, umso besser fürs Mamaherz.

Aber was eben bleibt, ist dieses Gefühl: Wo soll man denn da ein Kind bekommen? Und so stromere ich weiter wie ein trächtiges Tier auf der Suche nach einem stillen Ort, Ruhe und Geborgenheit… Ich spüre, dass sich mein Körper vorbereitet, auch wenn ich das nicht mal so genau benennen kann, aber die Geburt steht bevor, wann ob in Tagen oder eineinhalb Wochen werden wir sehen, aber es tut sich was.
Morgen ist hier Straßenfest, das Tochterkind ist schon wieder bei einer Geburtstagsparty eingeladen, nächste Woche gibt es auch noch ein paar Termine, aber nichts was ich nicht gern abgeben tät…
Ich merke wie ich mich nach Rückzug sehne und einfach nicht finde, ich habe dann regelmässige Wehen, plötzlich fällt mir wieder was ein und sie hören auf. Die innere Unruhe wächst somit und ich spüre auch wie meine Nerven immer dünner werden, weil sich das eine oder andere verdammt falsch anfühlt und ich doch eigentlich unser Kind willkommen heißen möchte. Ein Wunsch mit dem ich natürlich nicht allein bin, alle hier sind aufgeregt und reden jeden Tag von Anton… Wartend und voller Liebe…

38+0

Juli 11th, 2014

Ich betrachte meinen Bauch ganz bewusst. Eine sich langsam wiederholende Bewegung fällt mir auf, sein Atem oder sein Herzschlag oder nuckelt er am Daumen?
Irgendwann wird er sich auf den Weg machen, ganz bestimmt, eine Frage von Tagen und nur noch 10 Arbeitstage liegen vor mir, die ich ganz allein bewältigen müsste.

Startet morgen das vorletzte Wochenende zu siebt? Oder doch schon das Letzte? Wirst du noch mit einer Eins am Anfang geboren oder doch mit einer Zwei oder Drei oder überrascht du uns am Ende alle und kommst erst im August? Wirst du auch noch ein Krebs wie Emil einer ist oder doch ein Löwe wie meine Mama? Werde ich dich so bekommen wie alle anderen oder wird diesmal ein Kaiserschnitt nötig sein? So viele Möglichkeiten.

Wie wird es sein unseren Sohn zu bekommen? Wird es ein schöner runder Tag, wie der gestern an dem ich ganz viel innere Kraft habe dank meiner wunderbaren Familie an meiner Seite? Oder werde ich müde und gereizt sein? Abgehetzt?
Ein Tag unter der Woche oder am Wochenende? Wird es in der Nacht losgehen? Oder am frühen Morgen? Am Abend, wenn ich zur Ruhe komme? Ganz plötzlich und unerwartet oder sich abzeichnen, sich einschleichen wie bei Geburten davor? Werde ich sicher sein, dass es genau jetzt passiert oder wieder unsicher?
Wie wird es sein, wenn sich unser Sohn für die Welt entscheidet und wir Abschied von dieser Zweisamkeit nehmen, um in eine andere einzutauchen?

Immer öfter sind Bilder in meinem Kopf, wie ich wieder aufstehen kann ohne Schmerzen, wenn die Kinder gerade hier unten im Wohnzimmer wuseln und basteln, meine Hilfe brauchen- ich werde dann ein Baby im Arm halten. Ich möchte so gern endlich unseren Sohn in den Armen halten. Und nie mehr loslassen.

Anton, wir warten auf dich. Lange kann es nicht mehr dauern und mit jedem Tag, der vergeht wächst die Wahrscheinlichkeit, dass ich dich plötzlich im Arm halten kann. Und je mehr Tage verstreichen, je näher dieser Tag kommt, desto aufgeregter und vorfreudiger werde ich.

Und wenn deine Geschwister dich unter meinem Herzen streicheln, von dir sprechen und dich herbei sehnen, dann macht mein Herz vor lauter Glück beinahe einen Purzelbaum. Lass uns vielleicht nicht mehr allzu lange warten. Wir lieben dich!

… nichts geht mehr …

Juli 10th, 2014

Nachdem ich gestern unter Tränen einschlief und sehr frustriert war, wachte ich frisch und munter wieder auf, der letzte Tag der 38. Woche lag vor mir und im Herzen schwang so ein “dann eben nicht”.
Ich machte der Tochter noch die Haare und merkte schon beim Aufstehen aus der Sitzposition, wie mir der Schmerz nach unten schoß. Das Anziehen glich einer kleinen Odyssee, aber irgendwie schaffte ich es schleichend, manchmal inne haltend und unter Schmerzen noch zur Haltestelle, um die Schulkinder wegzubringen.
Zu Hause hoffte ich dann auf Besserung, wie es ja auch schon öfter der Fall gewesen war. Ich ließ es ruhig angehen, ganz bewusst, aß ein kleines Frühstück, nur Laufen ging nicht. Nicht ohne Schmerzen. Ich wurde fast verrückt. Heute, wo es mir soweit endlich mental besser geht, dann Schmerzen? Ich hielt engen Kontakt zum Mann, veratmete auch die eine oder andere Wehe, die in den letzten Tagen immer öfter oder sogar Stunden am Stück kommen und wieder gehen. Ich legte mich jammernd ins Bett, dort ließ es sich auch aushalten, aber sobald ich aufstand, weil Emil um mich herum wuselte, krümmte ich mich.
Ich hatte so ein unglaublich schlechtes Gewissen und fühlte mich so blöd, wegen so etwas den Mann heim zu holen, denn ich hatte ja keine regelmässigen Wehen. Aber es schoss so stark vorn und hinten im Unterleib und die Beine runter. Klar, der kleine Bauchmensch ist schwer, aber irgendwie liegt er ungünstig oder oder… Mein Plan war dann auf den Mann zu warten und in den Kreisssaal zu gehen, denn ich meinte mich zu erinnern, mal akkupunktiert worden zu sein wegen Rückschmerzen. Beim Ankündigen am Telefon sagte die nette Hebamme aber nur, dass sie zwar schauen könnte, ob die Geburt losgehe, aber machen könne sie gar nichts. Ich solle Schmerzmittel nehmen, hieß es und sie nannte mir auch gleich mal die tägliche Höchstdosis. Mit solchen Vorschlägen kann ich leider gar nichts anfangen. Ich versuche auf Medikamente soweit es geht zu verzichten, weil sie alle noch beim Kind landen, mir macht das kein gutes Gefühl und schon mal gar nicht den ganzen Tag über. Ich soll mich entspannen und ausruhen, vielleicht ein heißes Bad nehmen.
Das sind ja wirklich schön runde Vorschläge, aber selten zu realisieren, denn Mutterschutz fällt aus, obwohl ich in dieser Schwangerschaft wieder einmal merkte, wie traumhaft es wäre, der Mann könnte mich ohne finanzielle Einbußen schon vor der Geburt unterstützen, gerade in den letzten beschwerlichen Wochen. Final wurde die Hebamme witzig (mein Humor ist gerade manchmal unterwegs) und meinte, da würde nur eine Entbindung helfen… An den Satz, kaum gehört, konnte ich mich erinnern, den hatte ich schon einmal vernommen.
Nun gut, ich hatte heute ganz viel Zeit um Kraft zu sammeln für morgen und die kommenden Tage vielleicht auch noch, das Wochenende ist zum Greifen nahe und ich werde eventuell wenigstens für mittags und das Abholen und Einsammeln der Kinder eine Schmerztablette in Erwägung zu ziehen.
Fakt ist, die Frau Kassiopeia geht ein bißchen kaputt, sieht seltsam beim Laufen aus, krümmt sich hier und da, ohne dass ihr noch was peinlich sein könnte und veratmet Wehen immer öfter auch vor Freunden- ohne große Freude.
Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, dann mehr von diesem positiven emotionalen Gefühlen, dann sind es wirklich ab morgen “nur noch” 14 Tage zum Termin, den ich hoffe nicht mehr zu erreichen wie in den letzten beiden Schwangerschaften, aber mein Gefühl sagt mir in dieser vor mir liegenden 39. Woche passiert jetzt nichts mehr, vielleicht hört dann das “Warten” auch auf. Was gar nicht so einfach ist, dieses nicht immerzu in sich horchen, wenn man über Stunden regelmässige Wehen hat, aber bisher schätzte ich diese ja leider ganz gut ein…

Kurzfassung: Endlich geht es mir mental wieder besser, nur werden die Schmerzen schlimmer und machen etwas mürbe.

… und alles gleichzeitig…

Juli 8th, 2014

Heute auf dem Weg zum Kindergarten, ich laufe etwa aktuell 45-50 Minuten zu Fuß, war noch etwas Sonne zu sehen, es war warm, es gab viele graue Wolken am Himmel, es wehte ein kühler Windzug und es begann zu nieseln… “und alles gleichzeitig”, dachte ich noch, wie bei mir… der Tag ist wie auf hoher See.

Wenn ich morgens aufstehe und schlafen konnte, dann ist da Optimismus, dann möchte ich die freien Vormittage mit Emil noch genießen, noch sind wir allein, noch sind keine Ferien, noch ist ja nicht viel zu tun… und die paar Tage noch…
Wenn der halbe Vormittag dann um ist, bin ich mindestens das erste Mal verzweifelt oder fange an zu Weinen, zumindest war es heute so, weil ich mein Kind im Arm halten will, weil ich noch unruhig werde, wenn er sich mal nicht bewegt, weil ich ihn einfach sicher bei uns wissen will, weil ich bis zu seiner Geburt (und eigentlich darüber hinaus) nicht weiß, ob er wirklich gesund und munter ist oder medizinische Hilfe braucht…
Weil ich dieses Kind liebe, weil es ein großes Wunder ist. Wie wahrscheinlich war das alles- so schnell schwanger zu werden?! Wie große Angst hatte ich dieses Kind könnte ich wieder verlieren, wie zäh zogen sich die ersten Tage dahin und wie ähnlich ist es jetzt gegen Ende nur umgekehrt…

Dann ist da wieder Energie, innere Aufruhr, ich mag stark sein und nicht herum jammern, weil ich eben ein solches Glück genießen darf, dann werde ich unterwegs pitschnass, der Bus kommt mal wieder nicht, wir laufen immer mehr und mir fehlt es an allem, zu Hause entleere ich wutentbrannt meinen Handtascheninhalt vor der Tür, weil der * Schlüssel her muss, weil ich nur noch rein will und alles nass ist… die Kinder hoben alles auf, ich war sprachlos, weil ich mich so hatte gehen lassen und war dankbar für die kleinen Wesen und so geht es den ganzen Tag rauf und runter und rauf und runter…

Und wenn ich so lese, was ich in dieser Zeit in den anderen Schwangerschaften schrieb, war es überall gleich und das Schönste wird mein eigener innerer Filter sein, der mir in vier Wochen bescheinigt, wie wohl ich mich gefühlt habe und wie schön ich doch da auf den Fotos aussehe und wie herrlich es war, Leben zu spüren, zu schenken… Und wieder selig lächle, wenn ich eine hochschwangere Frau sehe…

Hormone, Baby…

37+2 (oder noch 19 Tage bis zum Termin)

Juli 6th, 2014

Es ist so weit, gefühlt schon eine Ewigkeit, dabei sind es nur 3 Tage in Folge: Anton ist offiziell kein Frühchen mehr. Auch wenn ich vielleicht schon einen Tag vor dieser magischen Grenzen weniger Angst hatte und einfach mit jedem Tag etwas ruhiger wurde.
Gestern war noch einmal für alle ein großer Tag, es wurde viel gemacht und gab viel zu tun. Am Abend hatte ich dann auch Wehen, das erste Mal so am Stück. Es waren drei Stunden, die mich ganz schön unsicher gemacht haben, erst alle 5 später alle 3 Minuten. Ich war hin und hergerissen, ob ich in den Kreisssaal gehen sollte, dachte an Bens Geburt und wenn es wirklich so bleiben würde, könnte ich später noch gehen. Ich döste dann auch etwas bis Emil um 1Uhr nachts wach wurde und mich zwei Stunden halb wahnsinnig machte mit seinem Gewurschtel und Nils ein Erbarmen hatte und mit dem Kobold auf das Sofa umzog. Danach lag ich wach, weil ich nicht einschlafen konnte. Leider kenne ich all das von den Schwangerschaften zuvor. Alles nichts neues und auch alles nichts wildes. Was ich mich gefragt habe gestern, ob ich schon so weit wäre. Dieses Warten, dieses Erwarten und Hinfiebern kommt ja einfach nie wieder, aber mit jedem Tag mehr, sehne ich mich nach dem kleinen Bündel Mensch in meinen Armen und nicht mehr dieses unkoordinierte Gekrame in meinem Innern. Außerdem hat mich gestern erschreckt, wie viel Wehen einem körperlich abverlangen, es zog dahin wo es hin sollte, es fühlte sich gut platziert und kräftig an und ich war ko, als ich ins Bett ging und das, wo doch gestern das erste Mal so ein Tag war an dem ich beim Heimweg dachte, jetzt noch was essen, ein Film und ab ins Bett, gebären muss ich heute nicht mehr.

Überhaupt dieses Sehnsucht nach einem Menschen, der da ist und doch wieder nicht, den man schon so lange kennt und eigentlich noch nie gesehen hat. Ich bin so so vorfreudig und aufgeregt.

Seit heute sind dann meine Schwiegermama und meine Schwägerin an der Ostsee, die eine für drei, die andere für zwei Wochen. Deswegen hängt in der Küche eine Liste mit Nummern, ganz oben die eine Freundin, die alle Kinder jetzt gerade auch in der Nacht nehmen würde, auch wenn ich ihr das gerne ersparen würde und sie lieber tagsüber brauchen würde. Aber die Wahrscheinlichkeit mal ich mir nicht groß aus, denn erst abends bemerke ich die Wehen, komme erst dann zur Ruhe, sitze und höre auf zu räumen. Dafür habe ich heute eine Tasche gepackt mit Kinderkleidung und muss noch eine Liste schreiben mit Zeiten und Telefonnummern fällt mir gerade ein. Ich bin mal sehr gespannt, ob wir sie brauchen diese Tasche, die ich das allererste Mal für meine Kinder gepackt habe zu diesem Anlass, war vorher einfach nie nötig gewesen.
Ein jeder prophezeit eine Geburt am Termin, ich finde das nicht wirklich lustig, aber aussuchen kann ich mir das nun auch nicht, so war das schon immer. Der Körper arbeitet eindeutig und wir können nur gespannt warten, wann es los geht. Habe den Kindern dann heute auch noch einmal gesagt, dass es nun jederzeit losgehen kann, sie sich nicht wundern sollen, wenn morgens ein anderer Mensch hier ist, sie von jemand anderem abgeholt werden oder abends alles schnell gehen muss und der Papa hektisch telefoniert…
Ich hoffe wir schaffen es in den nächsten zwei Wochen, die Kinder sind irre aufgeregt und wollen auch ihren Bruder kennen lernen.

Da ist echt ein Baby in meinem Bauch…

Zahn- Kontrolle

Juli 4th, 2014

Gestern war es soweit, wir hatten den Termin zur Kontrolle nach der OP von Emil. Als meine Schwägerin mir in der Früh schrieb, sie würde an uns denken, merkte ich erst wie schwer mein Herz war und wie viel Angst ich hatte, dass sie doch noch etwas finden würden oder das was wir gefunden hatten, uns auf gefallen war, ihm noch einmal so viel abverlangen würde.
Die zweistündige Narkose, die Infusionen für die er lange brauchte, bis sie wieder raus waren, die Wundschmerzen- all das war nicht so einfach für ihn gewesen.
Dann ein paar Tage später war mir ein verfärbter Zahn aufgefallen. Mein Verstand sagte mir, es könne ja unmöglich etwas sein, sie hätten ja nach Röntgenbild gearbeitet und da wäre ja noch vor ein paar Tagen alles gut gewesen, aber mein Herz war so dermaßen unsicher.
Und dann saß ich da im Wartezimmer und Emil war bereit sich vor mir auf die Liege zu setzen, ich kniete vor ihm und wir warteten eine gefühlte Ewigkeit auf die Ärztin. Ich merkte meine Nervosität, Tränen stiegen in meine Augen, Emil versuchte sich dann auch von der Liege loszueisen. Ich schluckte die doofen Tränen runter und gab mein Bestes ihn abzulenken, zeigte ihm den Fernseher und als endlich die liebe Ärztin kam, ließ er sich das allerste Mal hinlegen, machte den Mund so etwas wie auf und ließ sich mit dem kleinen Spiegel wirklich alle Zähne ansehen. Ich hätte am Allerliebten geweint vor Erleichterung, vor Freude, vor Dankbarkeit. Es war nun auch alles in Ordnung, genau so wie es sein soll, die Verfärbung kommt vom Chlorhexamed wie geahnt und wir sollen bitte in vier Monaten zur Kontrolle wieder kommen, damit er sich weiter an alles gewöhnt und vielleicht auch kommende letzte Backenzähne mal so versiegeln lässt.
Ich gab Rückmeldung, dass wir bemerken, dass das Zähne putzen nun leichter wird, so wie jetzt hier von ihm der Mund aufgemacht wurde. Weil er einfach keine Schmerzen hat. Das muss man sich mal vorstellen, wie große Schmerzen der kleine Mensch die ganze Zeit gehabt haben muss. Trotzdem war er schon immer ein so lieber und freundlicher Kobold, von seinem Wesen hat sich seitdem nichts verändert. Unglaublich tapfer und stark.

In Anschluss hatten meine Schwiegermama und ich noch mit Emils Hilfe einen Großgroßeinkauf im Drogeriemarkt getätigt, damit die Vorräte wirklich erstmal aufgefüllt sind und der Mann nicht wegen jeder “Kleinigkeit” vorbei fahren muss. Frisches Obst gab es auch. Nur beim Einräumen fiel Emil so unglücklich, auf den Mund, schlug sich die Lippe blutet. Der Moment, an dem ich sofort wieder rein gelaufen wäre zum Zahnarzt, denn die Angst ist im Moment wirklich zu groß, dass er sich da verletzen könnte, andere Zähne wackeln und ausfallen könnten.
Zu Hause verbrannte er sich an einer heißen Kartoffel, fiel vom Stuhl auf den Kopf, stieß sich später an Zoes Stuhl am Kinn, an dem Tag war echt der Wurm drin, das hatte der kleine Mensch einfach nicht verdient.

Ansonsten blieb Erleichterung. Ich liebe Emil so sehr und er ist so ein tolles Kind und ich bin froh, dass wir nun wieder mit den Zähnen vorerst auf einem guten Weg zurück sind, möge es bitte bitte einfach so bleiben.