Tag 15

Juli 27th, 2015

Meine Gedanken schweiften heute immer wieder zu dem Tag vor einem Jahr, als ich mittags noch beim CTG im Krankenhaus war, in dem eine liebe Hebamme mich in Empfang nahm, während der Mann sich an den (Sonntags-) Schweinebraten wagte…
Ich war so unruhig an diesem Tag, aber dass es wirklich losgehen könnte war weit weg, würde ich sagen, auch wenn man schon Wehen sehen und fühlen konnte, die ich aber hauptsächlich als Schmerzen wahrnahm. Das Wetter war genau wie heute, mild und windig, erinnerte mich an die Ostsee, die ich so sehr herbei sehnte- auch genau wie heute.
Je später es wurde, desto unruhiger wurde ich und ich konnte die Schmerzen nicht einschätzen, erinnerte mich an eine andere Geburt und wenige Zeit später, der kleine Mensch hatte gewartet bis der Geburtstag meiner Mama vorbei war, platzte mir das allererste Mal die Fruchtblase und dann ging alles eher schnell und es war nun so klar, dass das Warten vorüber war…
Ich erinnere mich an die Aufregung und trotz der Sorge ob alles gut wäre und bleiben würde an diesen Zauber, den die Ankunft eines neuen Menschen einfach mit sich bringt.

Heute durfte ich wieder unseren Sohn beobachten, wie sehr sich sein eigener Wille, sein ganzer Charakter in den letzten Tagen noch einmal präsentiert, wie viel er ins so kurzer Zeit noch einmal von sich Preis gegeben hat, er öffnet sich und dadurch wird die Liebe und Nähe nur noch mehr. Heute hielt ich diesen kleinen Menschen auf dem Arm, nachdem wir ganz oft gerutscht waren, weil er es so so schön fand und seinen blonden Haare wehten im Wind, er kniff die Augen zusammen, wenn die Sonne ihm ins Gesicht schien ab und an. Ich wünsche diesem unserem Kind nur das Allerbeste für das kommende Lebensjahr, das fühlte ich heute in diesem Moment. Bedingungslose Liebe, Dankbarkeit und Zuversicht, einfach nur Freude aus dem Bauch heraus für dieses gewachsene Wunder in meinen Armen, dass sich vor einem Jahr mit braunen Haaren wohlgemerkt seinen Weg auf die Welt zu uns bahnte, in ebendiese unsere Arme…

Und wir dürfen wieder dabei sein, wenn eine neues Leben (weiter) wächst, das ist so ein Geschenk. Jedes Mal von Neuem und immer wieder!

Tag 14

Juli 26th, 2015

Gestern Abend als ich ins Bett gehen wollte, war da plötzlich so ein Gefühl. Heute vor einem Jahr war der errechnete Entbindungstermin von Anton, dachte ich. Kann ja aber gar nicht sein, sowas fühlt man doch nicht einfach, also sah ich auf mein Blog, denn das ging am Schnellsten und doch es stimmte absolut.
In den letzten Tagen waren da so viele Erinnerungen an das letzte Jahr, hauptsächlich die unglaubliche Vorfreude und die Sehnsucht nach diesem kleinen, neuen noch unbekannten Menschen, den ich schon so sehr liebte.
Ich sehe in diesem Jahr wie unser Sohn sich verändert, gerade im Moment gibt er gefühlt noch einmal Gas und zeigt wie groß er schon geworden ist. Das ist wunderschön. Erst heute Abend legte er das erste Mal den Zeigefinger an die Lippen und sagte „Pssst!“ (sein erstes „Wort“) – das war so unglaublich niedlich, ich hatte sofort Tränen in den Augen vor lauter Freude und Liebe und überhaupt…

…Noch zwei Mal schlafen…

Tag 13

Juli 25th, 2015

Eigentlich entspannt und schön war heute der Freiarbeitssamstag in der Schule vom Erstklässler. Wir fuhren ganz Zweisam in Ruhe dort hin und arbeiteten Seite an Seite durch die verschiedenen Bereiche, das hat wirklich Spaß gemacht.
Im Anschluss gab es ein gemeinsames Mittagessen und eine kleine Feier für die Drittklässler, die in die Mittelstufe wechseln.
Somit endete diese Schulwoche, das letzte Fest ist gefeiert und vor uns liegt eine zum Teil stark gekürzte, aber voll gepackte letzte Schul- und Kindergartenwoche, die dann die wohlverdienten Ferien endlich einläutet, auf die wir uns wirklich saumässig freuen!

Tag 12

Juli 24th, 2015

In dieser Woche vier Kuchen in den Ofen geschoben, wobei nur einer wirklich für uns war, der Rest für drei Schulfeste, die mir teilweise vor Überforderung die Tränen in die Augen trieben.
Am Morgen war ich bei unserem Kinderarzt für die U6 und U7 und machte gleich noch andere U- Termine für weitere Kinder aus, von denen ich dachte, die hätten wir schon längst alle überstanden.
Um das Wochenende gebührend einzuläuten war der Große „allein“ beim Probetraining und traf sich im Anschluss mit uns im Freibad, das ich diesmal mit sieben Kindern besuchte, was sich irre schön anfühlte. Der Kindervater stieß dann zu uns, ich traf sogar freudig unerwartet eine ganz liebe Freundin im Wasser und wir trotteten im Anschluss gemütlich Heim, wo wir sieben Kinder ins Bett brachten.
Leider nahm uns all das Schöne nicht die Lust zu streiten und so ging ich spät und mit mulmigen Gefühl ins Bett, das sich aber morgens nach einem Gespräch gleich löste…

Tag 11

Juli 23rd, 2015

Ich wurde gebeten zu schreiben, wie wir das mit dem Einkauf machen, auto- und führerscheinlos. So spannend finde ich das gar nicht, aber ich kann es ja mal festhalten?! :)

Samstags geht der beste Mann immer morgens auf den Markt, zum Metzger und in den Laden der Altstadt und besorgt somit alles Frische, das wir übers Wochenende brauchen und darüber hinaus noch letzte Dinge, die er in den Tagen davor im Supermarkt nicht mitschleppen wollte (Im Idealfall fehlt nichts mehr aus dem Supermarkt oder der Drogerie, denn die sind am Wochenende eher ungut zu erreichen), dabei begleitet ihn aktuell das Bebbie im Kinderwagen. Voll gepackt kommt er dann zum Frühstück wieder Heim und bringt Brötchen vom Bäcker gleich mit. (Im Frühling noch Spargel und Erdbeeren vom Stand gegenüber.)
Am Montag kommt mittlerweile in sehr unregelmässigen Abständen die Ökokiste. Unregelmässig weil wir durch den Einkauf am Samstag am Montag gar nicht mehr soviel benötigen, ich keine Lust habe die Liste der georderten Kisten zu individualisieren oder aber weil es schlicht zu teuer ist. Aber wenn sie kommt, dann meist noch eine Auswahl an Biolebensmittel, die ich zum Kochen gebrauchen könnte oder mal ein Tee, Aufstrich- ein paar wenige Kleinigkeiten also.
Und dann sieht es so aus, dass wir beide beinahe täglich einkaufen gehen- ich in der Altstadt mit Baby und Kleinkind auf dem Weg zum Kindergarten und/oder der Mann am Abend auf dem Weg nach Hause. Wenn es gut läuft, schreibe ich mir sofort Dinge auf, die fehlen und schicke diese Liste dann rechtzeitig an den Mann (oder behalte sich für mich) und er ergänzt sich sinngemäß. An schlechten Tagen versucht der Mann mich abends zu erreichen und ich schaffe es weder klar zu denken, noch zu schreiben oder ans Telefon zu gehen. Es ist nicht immer einfach, alles einzukaufen bzw. an alles zu denken, was gewünscht wird und wenn dann am Samstag eine Sorte Cornflakes nicht da ist, die dieses oder jenes Kind mag, kann es auch mal Kummer geben.

Alle paar Monate machen wir eine (neue) Liste mit allen Dingen, die wir gerne frühstücken wollen und jeder kreuzt an, was ihm mundet. Daraus entsteht dann besagte Liste, die den Kühlschrank ziert mit 5 Frühstücken unter der Woche an den Schul- und Kindergartentagen, die sich wöchentlich wiederholt. Zum Einen damit etwas Abwechslung da ist und auch damit die Kinder wissen was sie erwartet, wirklich etwas essen bevor sie das Haus verlassen und da wir das Privileg haben erst kurz vor 8Uhr das Haus verlassen zu müssen, gibt es also sogar ein Frühstück von dem wir Eltern wissen, was wir einkaufen müssen ohne groß nachzudenken. Sollte trotz der Planung etwas schief gehen, wird eben getauscht oder die Eltern werden angemotzt.
Das Wasser lassen wir uns vom wirklich netten Getränke- Fahrer vor Ort liefern (Ein Test der vergangenen Tage machte erst wieder deutlich, wie wichtig diese Erleichterung (im wahrsten Sinne des Wortes) ist.) und je nach Möglichkeit auch die Säfte, die wir am Wochenende trinken, eine Zeit sogar das Sprudel in Glasflaschen, aber das war wenig praktikabel. Ab und an Zutaten für alkoholfreies Radler oder mal eine Kiste Bionade, Letzteres aber seltenst.
Oft haben wir das Glück, dass Oma uns mit (zum Teil laktosefreier) Milch versorgt, die sie mit dem Auto herfährt oder auch mal erleichternd Drogerieartikel, die sperrig sind. Wenn die liebste Oma aber ein paar Wochen im Urlaub ist, müssen wir komplett selber ran, auch wenn sie vorab extra mehr gekauft hatte.
Von einer Firma, die Lebensmittel hauptsächlich gefroren vertreibt, kaufe ich an der Haustüre Müslistangen, Croissants und Eis in Mengen, damit die Kühlkette nicht unterbrochen wird.

Das war es eigentlich auch schon. Dazu sei vielleicht noch ergänzend gesagt, dass ich versuche den Kindern einmal täglich mittags eine warme, meist wenig kreative Mahlzeit anzubieten, die wir dann gemeinsam essen. Abends gibt es dann Brot sowie einen Obst- und Gemüseteller, den die einen oder anderen vielleicht schon mal gesehen haben. :)

Tag 10

Juli 22nd, 2015

Die letzten Schultage neigen sich dem Ende zu, mehr Feste sind bereits gefeiert als uns noch bevorstehen und es ist alles in allem die Zeit im Jahr, in der ich mich langsam nach Rückzug sehne. Nach der Ruhe am Meer und dem Loslassen und Abschalten können, auch dem Alleinsein und bei sich sein, wieder Atmen können und Kraft tanken.

Tag 9

Juli 21st, 2015

Träume die zum Greifen nahe scheinen, weil Menschen auf dessen Meinung man großen Wert legt, an einen glauben und das Gefühl vermitteln, man könne es tatsächlich schaffen. Mut in sich suchen, etwas zu wagen, nach dem das Herz schreit, aber gleichzeitig so unendlich große Angst haben zu scheitern.

Tag 8

Juli 20th, 2015

oder Kindergarten- und Schuljahresendwahnsinn

Vor mir liegt eine gefüllte Woche, drei Abschiedsfeiern, heißt drei Kuchen, drei Mal zwei Geschenke für Lehrer, zwei Arzttermine, ein Besuch der Kirche eventuell mit dem Kindergarten und überhaupt sind denn alle vor dem Beginn der Ferien total verrückt geworden?
Ich wollte es entspannt angehen und lud mir eine ganz liebe Freundin zum Frühstück ein, was ich so genossen habe. Dann musste ich aber schon kurz nach 11Uhr los um das Kindergartenkind einzusammeln, aber der kleine Kobold wollte lieber anfangen zu weinen und zu schreien und sich auf den Boden zu werfen, weil er eigentlich mit dem Auto meiner Freundin fahren wollte. Also gab ich mein Bestes um ihn wieder aufzumuntern und so kamen wir doch noch gerade so rechtzeitig an der Bushaltestelle an und fuhren in die Altstadt zum Einkaufen und im Anschluss liefen wir gemütlich stehspazierend zum Kindergarten, sammelten das Kind und seinen Kram heim und warteten wieder an der Haltestelle, wo unser Bus kam. Als wir an der Kirche vorbei fuhren schimpfte der kleine Kobold erneut und ich beruhigte ihn und sprach ruhig mit ihm, dass wir gleich unten aussteigen würden, weil es dort schattiger wäre und das machten wir dann doch nicht, denn vor lauter Gequatschte mit dem Kind, fuhren wir an der Haltestelle vorbei, weil ich vergessen hatte zu drücken. Also war die nächste Haltestelle unsere Ausstiegsmöglichkeit der Wahl und wir tigerten zurück. Und während wir so zügig liefen, sahen wir unseren Anschlussbus vorbei fahren. Womit mir klar war, dass meine armen Kinder den ganzen Weg aus der Altstadt nach Hause laufen müssten, was sie auch ganz lieb taten. Ich schmiss mich zu Hause ins Zeug anzufangen zu kochen, parallel die Einkäufe zu verräumen und musste dann auch schon los, um die Schulkinder abzuholen. „Was gibt es heute?!“ ist eine Fangfrage und kann niemals nicht befriedigend für alle beantwortet werden, egal wie gut man es meint!
Die Tochter kam heute Mittag nicht nach Hause, die war mit einem Freund mitgefahren- die erste unbeaufsichtigte S-Bahnfahrt, schon wieder musste ich loslassen und eigentlich ist das auch total schön sie wachsen zu sehen. Die Kinder freuten sich auch eigentlich über das Essen, halfen bei den letzten Vorbereitungen. Ich entschuldige mich noch, weil es mir eigentlich lieber wäre, ich wäre so gut in der Zeit, dass sich unsere Mäuse nach der Schule sofort an den gedeckten Tisch setzen konnten, aber das fiel heute mal wieder leider aus. Wir saßen in Ruhe zusammen, aber ich spürte schon den Druck auf meinen Schultern und kann mich dann schlecht davon frei machen. Ich wollte noch die Wäsche endlich zusammen legen, einen Kuchen backen, wusste da wird eventuell noch Hausaufgabenhilfe von mir erwartet, der Große musste sein Abschiedsgeschenk fertig machen, unter Aufsicht mit Lackfarbe und irgendwie hatte ich ja die leise Hoffnung, dass ich heute noch Zeit mit den Kindern verbringen könnte. Die Tochter rief an, sie sei gut gelandet und ich hauchte leise ins Telefon, sie solle mal lieber anrufen nachher bevor sie herfahren würden, vielleicht würden wir ja eventuell und unter Umständen noch ins Freibad gehen. Aber jedes Mal wenn ich sowas wie Pläne schmiede, kommt der Alltag dazwischen. Kaum hatte ich das also geflüstert, kam alles anders. Ich gab gerade wirklich alles, wollte abräumen, die Spülmaschine anschalten, nach der Wäsche gucken und dann mit dem Sohn das Geschenk endlich fertig machen, als Anton weinte und als ich ihn hoch nahm, sah ich das Dilemma, der ganze Kinderwagen war voller Pups. Ich duschte das Kind, zog es um, setzte es oben ab und wollte dann schnell mal eben den Bezug abschrauben, ihn in die Waschmaschine werfen, draußen aufhängen, dann wieder anschrauben, zwischendrin die Handtücher fürs Freibad waschen und überhaupt. Ich kam dann bis zum Waschmaschine anschalten, mit Unterbrechungen um das Bebbie von der Treppe zu pflücken, war gerade fertig geworden alle Stühle hochzustellen, denn neuerdings wische ich mindestens einmal am Tag unterm Esstisch, als es an der Tür klingelte. Eine Freundin kam und brachte ihre Geburtsanzeige vorbei, ich bat sie herein, bot ihr etwas zu trinken an, aber da sie nichts wollte, konnte ich nicht ohnehin unauffällig weiter zu wurschteln. Der Größte kam und fragte: „Kann ich jetzt lackieren?!“, der Zweitgrößte: „Kann ich jetzt Antolin machen?“ und es sah einfach nur aus wie Hulle, der spuckende Mount Washmore lag uns zu Füßen. Ich drapierte die Wäsche also wieder zu einen Turm oder Berg zurück und verabschiedete unsere Freundin mit Minibaby und machte mich wieder an die Arbeit. Nur schnell wischen und dann wäre ja Platz auf dem Tisch. Während die Jungs unten herum lungerten und sich unendlich langweilten war mir so gar nicht langweilig, es klingelte zudem an der Tür, die Ökokiste stand vor der Türe und wollte bittedanke ausgeräumt werden. Das Tochterkind rief an und führe dann jetzt los, mein Herz war schwer als ich sagte, wir wären zu Hause: „Warum das denn?!“- „Ach alles doof, erzähl ich dir gleich.“ Ich wollte nur schnell einen Kuchen in den Ofen schieben, aber der kleine Kobold wollte unbedingt mithelfen, der große Sohn bekam seine Anleitung und irgendwie kurz vor es kotzt mich alles so dermaßen an, wanderten die Sachen in die Kühlung, als es wieder klingelte und die Tochter lieber Weise gebracht wurde, also kurzer Schnack mit der Mama und wieder in die Küche. Wo die Tochter fragte, warum wir denn nun hier geblieben wären, ja eben weil, guck dich doch mal um, nachher müssten sie noch Backen und überhaupt. Ich wollte nur kurz die Erdbeeren schnippeln und ärgerte mich darüber, dass ich eigentlich viel zu viel eingekauft hatte an frischen Sachen. Die Erdbeeren waren grauslig, also fanden sie ihr Ende in Zucker und Milch. Meine Laune wurde immer unterirdischer, als ich gerade die Erdbeermilch auf den Tisch gestellt hatte, kippte das Kindergartenkind sein Wasserbecher aus, mit mehr Humor und Luft hätte ich wohl an dieser Stelle gesagt, dass er das Wasser nicht hätte ausschütten brauchen, nur weil er lieber Erdbeermilch mag. So war ich einfach nur genervt. Dann stiess ich zweimal aus Versehen(!) dem Bebbie im Tragetuch, denn der Kinderwagen war ja nicht verfügbar, den Kopf an den Küchenschränken an, was dazu führte dass ich raus auf die Straße lief, tief einatmete und dachte ich habe die Nase sowas von voll, dieses Aufreiben und immer noch mehr machen. Ich ging rein, sah in betretende Gesichter, ein ganz furchtbares Gefühl und sagte, dass es nun genug wäre und fragte wer Lust hätte ins Freibad zu fahren. ALLE! Das war wohl das Beste, was ich machen konnte, auch wenn ich das nicht dachte, als beim Loskommen der müde Kobold wieder anfing sich fallen zu lassen und zu schreien und zu toben, weil wir sein Telefon hatten liegen lassen. Alles half nichts, für eine Sekunde dachte ich daran umzukehren, aber die Kinder hatten so lieb und dankbar voller Eifer alles zusammen gesucht, wir mussten jetzt dahin, auch wenn das bedeuten würde, dass wir nur noch später alles fertig hätten. Ich wollte Zeit MIT den Kindern verbringen und raus aus dem Irrsinn. Der Kobold schrie weiter im Bus, beim Aussteigen und bis wir im Freibad ankamen, da merkte er dann, dass das vielleicht doch nicht so übel wäre und kam wieder langsam runter. Und ich auch. Die Tochter war dabei so eine große Hilfe, so lieb und geduldig. Die vier Großen zogen sich um und waren weg und ich kümmerte mich um die zwei Kleinen. Irgendwann zog ich mich dann auch um und ging mit ihnen ins Wasser, in das uns der Mann dann irgendwann folgte. Zu Hause dann schubsten wir die Kleinen ins Bett, die Großen machten sich ans Backen, etwas anderes war mir auf die Schnelle nicht eingefallen. Ich konnte nichts mehr einkaufen heute Mittag und Süßkram wäre wohl morgen und übermorgen bei 35Grad geschmolzen. So hatten die Zwei auch etwas Spaß und wir Eltern tobten uns dann noch mit dem Zusammenbauen des Kinderwagens aus. Zwei Schrauben blieben über, Emil hat wohl Bauchweh und wachte jetzt immer wieder auf, der Mann kümmerte sich lieb um ihn und ich durfte neben Anton diesen Text zu Ende tippen…

Wenn meine Nägel morgen also nicht so schön sind, wie ich das gewollt hatte, könnte es an diesem Tag liegen :)

Tag 7

Juli 19th, 2015

Wenn man abends irgendwie nur noch seine Ruhe will und zum Ekel mutiert, sich danach ganz arg mies fühlt und dann erst nach 22Uhr das kleinste Kind in den Schlaf schuckelt, das sich im Tuch ganz eng voller Vertrauen an einen schmiegt… Solche Abende…

Weil man das so macht… Oder eben nicht.

Juli 18th, 2015

Als wir das Freibad verließen, begann ein schöner warmer Sommerregen. Und ich glaube wir waren richtig gut drauf, als wir zu Hause ankamen, schmissen alles irgendwo hin und machten uns ans Kochen. Wobei mir auffiel, dass uns eine Zutat fehlte, weswegen der Mann noch mal los radelte. Aber er hatte auf dem Macbook Clueso angemacht und so ließ ich mich treiben ins eine oder andere Stück. Irgendwann machte ich mir „Out of Space“ an und jedes Mal, wenn ich es höre bekomme ich eine Gänsehaut. Nicht nur weil einer unserer Söhne diesen einen Vornamen trägt, sondern weil ich damit so viel verbinde. Nils hörte dieses eine Album ein Jahr bevor es für mich interessant wurde und als diese Schwangerschaft mit Tom so unrund lief mit vorzeitigen Wehen in der 16. oder 17. Woche brauchte ich was zum Durchhalten. Aber nicht mal daran dachte ich, es ist dieses Gefühl gegen alle Widerstände. Auf der einen Seite liest sich „unsere Geschichte“ bestimmt einfach, aber das war sie ja nicht. Sich für diese Kinder zu entscheiden war nicht einfach, immerzu habe ich mich hinterfragt, irgendwas konnte ja nun überhaupt nicht mit mir stimmen. Das war ja nicht normal, sowas macht man ja nicht. Man heiratet auch nicht jung und schon gar nicht bekommt man Kinder ohne eine Ausbildung. Dennoch war das genau mein Weg, für mich das Richtige und ich bereue gerade diese Entscheidungen meines Lebens überhaupt gar nicht. Worauf ich also hinauswollte ist, dass wenn ich dieses Lied höre, ist das quasi meins, es bestärkt mich in meinem Tun und ruft eigentlich nur ein Lächeln hervor.

„Spiel‘ da nicht mit bei eurer Show für viele bin ich nicht bei Trost
doch das Gefühl beflügelt mich und keiner kommt und zügelt mich“ Clueso