Tschüss Januar 2015

Januar 31st, 2015

Im Januar…

*hatten wir wieder ein schönes Neujahrsfrühstück mit meiner liebsten Schwiegermama und meiner liebsten Schwägerin.
*telefonierte ich mit meinen Eltern.
*war ich 7km schwimmen, zwei Mal war ich mit je einer Freundin gemeinsam im Wasser.
*suchten wir das Hallenbad mehrmals und in verschiedenen Konstellationen auf, ich mehrmals mit den beiden Großen, einmal alle zusammen, einmal alle Kinder mit mir und Schwiegermama, einmal nur der Papa mit dem Viert- und Fünftgeborenen und einmal nur die Eltern mit dem Baby,
*startete der Drittgeborene spontan einen Schwimmkurs mit seinem alten Kindergartenfreund.
*wanderten wir Erwachsene über eine Stunde abends im Dunkeln mit Anton umher, während die liebste Schwägerin die Kinder ins Bett brachte.
*war ich spontan mit vier von sechs Kindern beim Zahnarzt.
*war ich selbst nicht ein einziges Mal beim Zahnarzt.
*war die Erstgeborene mit ihrer Oma mehrmals beim Kieferorthopäden, einmal mit ihrem ältesten kleinen Bruder.
*waren die großen Jungs mit ihren Papa einmal beim Friseur.
*hospitierte ich im Kindergarten.
*waren die Großen bei der Schlittschuhlaufschule.
*beendete ich ein Buch, las eines durch und begann zwei Bücher.
*strickte ich ein paar wenige Reihen, aber immerhin.
*habe ich mit einer Freundin zusammen an einem Gold- Schmiedekurs teilgenommen, bei dem ich mit Silber gearbeitet habe.
*war ich mit den beiden großen Kindern in der Bücherei, um den Weg zu ebnen für ihre zukünftigen Zweigänge.
*waren wir im Deutschen Museum.
*war ich nachmittags mit einer Freundin im Kino und sah “Honig im Kopf”.
*war ich das erste Mal überhaupt (und das zwei Mal) bei einer Cranio Sacralen Therapie, die mir meine liebste Schwiegermama zu Weihnachten geschenkt hatte, zu der sie mich fuhr und währenddessen hütete sie die zwei Kleinsten…
*dabei sah ich das erste Mal den wunderschönen Ammersee im Vorbeifahren.
*litten wir alle unter einem fiesen und nervigen Schnupfen.
*war ich bei der vierten Schuleingangsuntersuchung und konnte damit…
*die erste Schulrückstellung an unserer Sprengelschule beantragen.
*meldeten wir trotzdem den Viertgeborenen in unserer privaten Wunschschule an, um zu gewährleisten, dass er bei Ablehnen des Antrags den besten Schulstart hat.
*schnupperte der Viertgeborene in der Wunschschule und fand es doof.
*bekam ich eine Email von einer Lehrerin.
*begannen wir den Kindern ein Taschengeld zu geben.
*waren zwei Kinder sogar zwei Mal im Indoorspielsplatz, einmal mit ihrer Tante und einmal mit einer Freundin von mir.
*waren zwei Kinder auf zwei verschiedenen Kinder- Geburtstagsfeiern eingeladen.
*wurde der Mann 32 Jahre alt.
*war ich beim Impfen mit den Sechstgeborenen…
*und bei einer U mit dem Viertgeborenen.
*war der Mann ohne Kinder, wenn mich nicht alles täuscht nur einmal abends weg.
*besuchte mich eine Freundin mit einem ihrer Kinder nachtmittags.
*besuchte ich eine Freundin mit sechs Kindern nachtmittags.
*war ich auf einer Geburtstagsfeier nur mit Anton am Abend.
*übernachteten vier von sechs Kindern bei ihren Großeltern.
*wurde Anton sechs Monate alt.
*besuchte ich spontan und unerwartet einen Orthopäden, lebe nun mit dem Verdacht auf eine rheumatische Erkrankung und sehr eingeschränkt, mehr als stark einge(h)schränkt möchte ich sagen, weil mir nebst dem linken Ohr, dem Fuß, dem Oberarm, erst das linke und dann das rechte Kniegelenk angeschwollen sind.
*sehe ich mich konfrontiert mit dem Gedanken ans Abstillen meines Kindes.
*versuchte ich das erste Mal Anton Brei einzuflößen.
*versuchte ich das erste Mal Anton eine Flasche mit Muttermilch einzuflößen.
*versuchte ich das erste Mal in meinem Leben einen Termin beim Rheumatologen zu bekommen.

Zu den letzten fünf Punkten möchte ich noch einmal gesondert schreiben, aber es gehört auch erstmal hier in meinen Monatsbericht. :)

Gebündelt

Januar 26th, 2015

Gestern bekam ich von einer Lehrkraft eine Mail, es würden kaum noch Hausaufgaben bei dieser ankommen und das Kind wäre auch im Unterricht eher abwesend, also wurden wir Eltern informiert und auch gefragt, ob es Probleme gäbe oder Gesprächsbedarf.
Mein großes Glück war, dass ich beim Ankommen der Email nicht im üblichen Wochenstress war. Anton schlief und im Haus war es still, denn alle anderen waren unterwegs, vor allem das Kind, um das es ging. So war ich allein mit meinen Gedanken.
Mir rauschte soviel durch den Kopf. Ich beantwortete erstmal die Nachricht der Lehrkraft und wartete auf die Rückkehr vom besten Ehemann. Mit dem teilte ich die Neuigkeiten und spürte Ärger in mir hoch kriechen. Ich war enttäuscht vom Kind, wegen dem Schwindeln, fragte mich wie schlimm es wohl schon wäre oder ob man uns zügig Bescheid gegeben hatte, obs wirklich erst jetzt so akut sei und war auch überfordert, weil ich mich an die letzten Grabenkämpfe um die Hausaufgabenkontrolle erinnerte mit demselben Kind.
Ich sendete einen Tweet ab, um das Ganze doch noch mit ein wenig Humor zu nehmen, denn zu oft kommen einem Dinge in dem Moment größer und unüberwindbarer vor, als sie in Wirklichkeit und mit ein bißchen Abstand tatsächlich sind.

Leider waren wir an diesem Punkt schon einmal. Als die Hausaufgabenzeiten immer kürzer wurden und ein Blick in die Schultasche all die Bündel offenbarte, mit Start- Daten von laaange her. Zusammen hatten wir uns damals alles zurück erobert, immer mehr Arbeit täglich bewältigt als andere Mitschüler, um wieder aufzuholen, auch in den Ferien, was gar nicht schön war. Vor allem nicht immer entspannt. Im letzten Gespräch mit der Lehrkraft hatte ich erwähnt, dass das Kind das Zepter über seine Hausaufgaben zurück haben möchte und das ich dem nachgeben, mir das anschauen werde. Vielleicht hätte ich klarer formulieren sollen, dass man mich sofort informieren sollte, wenn wieder Unregelmässigkeiten auftreten würden.

Ich räumte also gestern erstmal in der Abwesenheit des Kindes das Zimmer auf, um klare Linien zu schaffen, wenig was ablenkt. Das dauerte nicht lange, weil wir da eh regelmässig drauf schauen, dann nahm ich die Schultasche zur Hand, die aufgeräumt war. Ich nahm die Mappe in die Hände, auf der Suche nach den fehlenden Bündeln, die erwähnt worden waren. Und fand diese und ein paar andere Blätter mit Datum jenseits der Schmerzgrenze. Darunter ein Bündel von September, Arbeitsblätter mit Weihnachtsthema. Ich legte mir alles ordentlich auf den Schreibtisch, damit ich das Kind befragen konnte, weil ich natürlich keine Ahnung hatte, ob es das noch erledigen muss oder nicht. Dann fand ich eine kleine Mitteilung vom 19.01. mit der Bitte um Kenntnisnahme, es würden Hausaufgaben fehlen, die ich nicht sofort einer Lehrkraft zuordnen konnte. Alles auf dem Schreibtisch hatte nun seinen Platz, ich wartete quasi nur aufs Kind. Der Mann hatte in der Zwischenzeit Staub gewischt und nun ging ich schwimmen, weil grad ein gutes Zeitfenster dafür war.

Unterwegs dahin fragte ich mich, ob ich zu verständnisvoll gewesen war, wenn das Kind mich so vehement raus geschoben hatte, nein alles wäre in bester Ordnung, es hätte alles im Griff. Meist war das Kind richtig genervt und ärgerlich gewesen. Es hatte sich das erarbeitet, das Vertrauen. Hätte ich strenger sein sollen? Das ist so schwierig, die Balance zu halten dachte ich, wenn zwei andere Kinder solche Selbstläufer sind, die nur kommen, wenn sie wirklich Fragen haben. Beim Schwimmen traf ich eine liebe Freundin und wir tauschten uns kurz aus. Ich dachte jetzt mehr und mehr daran, wie ich das mit dem Kind nachher klären sollte…

Zu Hause zurück begann ich zu Kochen und dann kamen die drei Großen auch schon Heim von ihrem Ausflug mit ihrer lieben Tante. Ich war leider abgelenkt und bekam nicht mit, dass das Kind in seinem Zimmer verschwand. Als ich mich schnell meiner Aufgaben entledigt hatte, ging ich hoch, noch einmal atmete ich tief durch bevor ich die Tür hinter mir schloss. Dann der erste Ochnee- Moment: Alle Blätter, die ich fein säuberlich auf dem Schreibtisch aufgereiht hatte, waren wieder in den Schulranzen eingepackt worden. Atmen. Ein Griff in die Tasche und ohne allzu großen aufkeimenden Ärger, drapierte ich alles wieder hin. Mir half der Gedanke von Wagnerwahn, dass das Kind schon so genug gestraft wäre, weil es aufgeflogen sei, also hatte ich mich dazu entschlossen dem Kind mein Handy zu geben, die Mail lesen zu lassen. Das Kind sah etwas geschockt aus und guckte mich mit großen Kulleraugen an. Ich fragte, ob es etwas sagen wolle. Nein, wollte es nicht. In meinem Kopf drehte sich alles: “Was mach ich jetzt bloß? Was sag ich? Hilfe! Wo ist mein Souffleur?” Also sagte ich ruhig, dass ich enttäuscht wäre, weil wir doch an dem Punkt schon einmal gewesen waren und fragte, was da los wäre? Jetzt kamen die Tränen: Es wäre alles zuviel und schrecklich kompliziert. Ich dachte mir nur, vermutlich hat das Kind sich da in eine doofe Geschichte manövriert aus der es selbst nicht mehr heraus kam ohne Hilfe, hatte versucht alles zu vertuschen, was nicht geglückt war.
Ich fragte, was es auf sich habe mit dem Satz der Lehrkraft, es wäre laut Aussage des Kindes zu Hause zu lärmend um Schularbeiten zu machen, obwohl wir nach dem Mittagessen eine Hausaufgabenzeit haben und das Kind ein Zimmer für sich allein dafür hat. Das Kind, muss man leider sagen, lässt sich doch oft gern ablenken, es störe wohl manchmal sogar die Toilettenspülung, dagegen gibt es testweise nun Kopfhörer, die es sich vorerst vom Bruder ausleiht.

Wir setzen uns also an die ganzen Papiere und es kristallisierte sich auch heraus, dass die Aufgaben ja auch doof wären so manchmal. Ich kann nur annehmen, dass das Kind angefangen haben wird doofe Aufgaben einfach nicht zu machen und schwupps, wuchs ein Berg. Ich machte dem Kind Mut und sagte, dass würden wir schon zusammen schaffen und konzentrierte mich auch allein auf den Schulkram, denn ich war auch enttäuscht, weil genau dieses Kind momentan immerzu seine Unabhängigkeit einfordert, hier und dort hin will, allein. Nein, wir blieben im Hier und Jetzt, ich stellte meine Fragen. Die Weihnachtsblätter sollten in den Ferien gemacht werden, was schwer war, weil das Kind krank war, nacharbeiten, war da nicht in den Sinn gekommen. So sortierten wir aus und leerten den Schreibtisch Schritt für Schritt. Ich erklärte, dass ich jetzt wieder hinterher wäre mit dem Kontrollieren und dass ich kein Gemotze darüber hören will, dass das nervt. Ich fragte von wem die Mitteilung an uns wäre und warum das Kind diese nicht gezeigt hatte, natürlich aus Angst vor Schimpfen. Ich sagte liebevoll: “Und hab ich jetzt geschimpft?!” Das Kind schüttelte mit dem Kopf und umarmte mich erleichtert. Wir arbeiten ein paar Blätter ab und kamen doch zu einem guten Punkt für diesen ersten Tag. Nach den Arbeiten sprachen wir noch einmal über die kommende Zeit, das Aufholen und meine Präsenz, das Kind äußerte aber schon jetzt wieder den Wunsch, es später(!) doch noch einmal Probieren, die Hausaufgaben allein machen zu dürfen…

Im Endeffekt bin ich dankbar für den Zeitpunkt der Nachricht. Es war Wochenende, ich war entspannt, ich hatte Zeit weil das Kind nicht da war, weil mein Partner an meiner Seite war für ein Gespräch und konnte das alles in Ruhe angehen. Und das Kind wirkte auf mich eher erleichtert und froh, zum Einen weil es kein Geheimnis mehr zu wahren gab und dass jetzt jemand da wäre, der hilft das zu bewältigen, was liegen geblieben ist. Und mit einer Nacht drüber schlafen bin ich mir sicher, dass es richtig war dem Kind die Chance gegeben zu haben, es auch allein zu schaffen. Jetzt haben wir Beide was gelernt und die Einsicht ist nicht erzwungen oder von mir übergestülpt, sondern eine bloße Folge, eine natürliche Konsequenz… Nun bin ich gespannt wie das Aufholen sich die nächsten Wochen gestalten wird und ob das dauerhaft so problemlos klappt, dass die Mutter wieder nerven und die Schularbeiten kontrollieren wird…

Wie man Gerüchte in die Welt setzt…

Januar 21st, 2015

Herzlich werden wir Vier beim Einsteigen begrüsst. Ich mag den Mann, er versprüht gute Laune und ist immer so freundlich; eine gute Seele. Als wir im Bus Platz genommen haben und los fahren, wundere ich mich über den schweigsamen Fahrer heute. Doch beim Aussteigen ist da wieder das liebe Lächeln: “Tschüss 7!” Ich schaue irritiert, lächle dann und er korrigiert sich: “Ach ne! 6 oder?! 6 Kinder?!” Mit breitem Grinsen, nicke ich “Ja. Genau. Noch sind es 6.” Nun strahlt er mehr, als zuvor. “Noch 6, ja?!” Ich nicke und freue mich über so einen netten Menschen unterwegs. “Ich habs gewusst!” strahlt er jetzt. Kurz freue ich mich. Noch jemand der signalisiert, dass es etwas Schönes ist viele Kinder zu bekommen. “Ich habs doch gewusst!” wiederholt er etwas lauter und glücklicher.
Die Türen gehen zu und ich bleibe verdutzt zurück, es rattert in meinem Hirn. “Noch”- das sagt man doch so. Oder? ODER? Mit “noch” meinte ich doch nicht erneut schwanger zu sein und nur noch auf die Ankunft eines weiteren Babies zu warten. Aber da war dieser Blick. Oh oh.

Das wird die vermutlich längste Schwangerschaft der Welt ;)

Sich abgrenzen

Januar 15th, 2015

In letzter Zeit komme ich häufiger an mein Limit, ein paar Tage war es ganz schlimm. Ich rudere, ich hadere, ich finde den Ausgang nicht aus diesem Gefühl von Enge und Druck. Egal wie sehr ich in solchen Momenten mit den Kindern zusammen pralle, am Ende des Tages lande ich bei mir. Wieso kann ich nicht mehr so entspannt auf dieses oder jenes reagieren, wenn ich das sonst sehr wohl kann?
Es ist schön Verständnis zu haben. Für das Kleinkind zum Beispiel. Mit der Jacke um das Kind herum zu tanzen, weil man weiß, dass man ihn zu nichts zwingen kann, weil man weiß dass die Schuhe, die man grenzüberschreitend angezogen hat, gleich wieder ausgezogen werden und man überhaupt nichts gewonnen hat. Empathie ist toll, eines der wichtigsten menschlichen Eigenschaften wohl, aber es kann auch zu viel sein. Wenn zwischen meinem gesäuselten Verständnis und Ruhe in einer nervigen Situation und einer kleinen mütterlichen Eruption nur Sekunden liegen, weil mal gut ist. Das sind Momente in denen man sich viel besser kennen sollte, sich und und seine Grenzen. Und diese ziehen sollte. Wie das mit dem Ankleiden in Einklang gebracht werden kann?- Keine Ahnung. Es ist wohl eines dieser Phasen, die wir Eltern uns mantramässig immer wieder ins Gedächtnis rufen, aber ich kann in einer anderen Situation sagen: “Jetzt nicht.”

Ich kann mir 30 Minuten Pause am Tag nehmen. Ich muss sogar. Und hoffe, dass das reicht. Manchmal wird es wohl nicht gehen. Aber einfach mal jetzt nicht ein “MAMA!?”. Mir fällt das schwer, weil ich gerne immer ein kompetenter Ansprechpartner sein möchte, aber es sind ein paar mehr Kinder, die mich ansprechen und ich muss lernen mich abzugrenzen. Ich werd das jetzt testen und hoffen, dass dann wieder mehr Luft ist, mehr Raum, mehr Durchschnaufen.

Farbtupfer

Januar 15th, 2015

Weil das Blog zur Zeit aus Mangel an der selbigen sehr textlastig daher kommt, hab ich heute kurzentschlossen ein paar Fotos geschossen. :)

Und ich beschäftigte mich in den letzten Wochen vermehrt mit dem Gedanken an ein Special in diesem Jahr hier, weil es mein 10. Blogjahr ist und ich mein 9. Geburtstag Ende November mal einfach so verpasst hab.
Vielleicht kleine selbst gepackte Päckchen an treue Leser verlosen und verschicken oder Fragen beantworten, die diesen schon lange unter den Nägeln brennen?
Ich bin ganz ich selbst, sehr unentschlossen und befürchte am Ende passiert gar nix. :)

Allzeit bereit

Januar 11th, 2015

Ich kann nicht abschalten. Ob ich nur unfähig bin oder nicht kann, weil es schlichtweg nicht geht, liegt vermutlich im Auge des Betrachters.
Es gibt Menschen, die soviel arbeiten, dass sie an einem Abend mit Freunden vielleicht auf ihr Handy sehen und auf Nachrichten warten, das tue ich auch. Nur stoße ich damit vielleicht nicht auf so viel Verständnis. Wenn ich in gemütlicher Runde, nebenher Emails checke, beantworte und ein Geschenk für den nächsten Kindergeburtstag zu dem eines unserer Mäuse eingeladen ist bestelle. Oder im Laufen versuche einen Schwimmkurs für den Sohn zu organisieren. Vielleicht nicht gesund, nicht konzentriert eine Sache zu tun, aber oft nicht vermeidbar. Sei es weil nur so Gipfel von Bergen abgearbeitet werden können oder weil ich sowieso immerzu unterbrochen werde.
Vielleicht bin ich dann aber auch die Mutter, die nicht loslassen kann, nicht einen Abend entspannt irgendwo sitzen, immerzu mit einem Auge auf dem Handy, meine Familie immer dabei. Aber so läuft das. So macht der Mann das auch. Wir sind da und helfen einander. Erst kurz vor Weihnachten war ich mit dem Mann, der abends in München war in Kontakt, nicht umsonst, gegen Mitternacht spuckte Ben und ich brauchte schneller seine Hilfe, als mir lieb gewesen war.
Deswegen sind kleine Auszeiten umso wichtiger, einmal ins Schwimmbad und 45 Minuten im Wasser hoffen, dass niemand versucht hat mich anzurufen, dort nicht die Möglichkeit haben, sich währenddessen ablenken zu lassen von einer Email. So wie während man ein Buch liest von einen Tweet oder während man ein Frühstück in sich rein schaufelt, eine Einkaufsliste und einen Blogpost schreibt.
Ich bin die, die die Familie immer dabei hat. Ohne mich gehts nicht, so beängstigend das manchmal ist, weil es eine so große Verantwortung ist und so unverständlich für manch Andere, es ist auch so schön.

Unheldenhafter Alltag

Januar 8th, 2015

Als ich heute morgen in der Küche stand und einen Tweet las, indem unter anderem ich gefragt wurde, “wie ich das mache”, musste ich lachen und das kam so…

Es ist eine unruhige Nacht. Anton will gefühlt stündlich stillen, aber ich sehe lieber nicht auf die Uhr, als er um 6Uhr wach ist, übergebe ich das Baby an den Vater. Ich brauche noch mehr Schlaf und wir haben da so ein stilles Abkommen, Nils hat nachts ja seine Ruhe und kümmert sich dann morgens um die Kinder, inklusive Wecken, Tisch decken, Brotzeit machen…
An diesem Morgen betritt also Zoe das Schlafzimmer mit Haarbürste und Haargummis gegen halbacht. Emil klettert mit ihrer Hilfe aus dem Bett und stromert durchs Haus. Während ich ihr die Haare flechte, fragt sie mich wie sich Liebe anfühlen würde. Nils kommt mit Anton, übergibt ihn an mich, putzt sich seine eigenen Zähne, dann noch Toms und Bens. Anton schläft beim Stillen in unserem Bett wie erwartet ein und so helfe ich noch kurz, während die Kinder schon mal loslaufen, hole Toms Sporttasche noch einmal hoch, die der Mann einfach runter getragen hatte, stopfe die Skihose rein, renne ein zweites Mal runter und hole zwei Mützen hoch, denn wir beiden haben gesehen, dass er ohne draußen rumläuft, ungewiss ob er eine in der Tasche hat, sicher ist sicher, denn heute geht er Schlittschuhlaufen. Der beste Vater schnappt sich noch seinen Fahrradhelm und weg ist er den Kindern hinterher.
Als der Großteil der Familie das Haus verlassen hat, stelle ich Emil ganz faul eine Schale Kornflakes hin. Viel Zeit werde ich nicht ohne Anton haben, ich würde gern duschen, aber Emil allein hier sitzen lassen, fällt auch aus. Der Kindervater hatte einen Korb Handtücher auf dem Küchentisch abgestellt, also wische ich eine Hälfte des Frühstückstisch ab und fange an die Handtücher zu falten, nach Etagen wie immer. Emil grinst mich frech und niedlich von der Seite an. Ich koche nebenher Wasser und mache mir einen Tee, bringe die Handtücher hoch und hole letzte dreckige runter, flitze in den Keller und schalte eine Maschine Handtücher an, der Trockner läuft schon dank dem Mann und überfliege den Stand der Dinge, jetzt Handtücher, nachher dunkle Wäsche, morgen hell oder weiß, etwas Wolle. Beim Einfüllen des Waschpulvers fällt mir auf, was wir noch alles neu brauchen, versuche es mir zu merken für den abendlichen Einkaufszettel an den Mann. Ich fülle einen halben Korb mit Wäsche in einen anderen, der jetzt etwas sehr voll ist und bringe ihn hoch. Ich weiß, wenn ich jetzt diese Wäsche falte und nachher noch einen Korb, habe ich morgen an dem langen Tag nur einen zu bewältigen.
Emil ist anscheinend satt und derweil aufgestanden, wir gehen Hände waschen und Zähne putzen, ich wickle ihn und ziehe ihn an.
Als ich runter zurück in die Küche gehe, stehe ich immer noch in Unterhose in der Küche, esse ein schnelles Müsli und eine Banane, während ich auf mein Smartphone ein paar Tweets nachlese, stürze nebenher eine halbe Flasche Wasser runter, damit ich meinen Liter am Vormittag schaffe, da höre ich oben schon Anton. Ich muss weiter essen, ohne satte Mutter kein sattes Kind. Ich bitte Emil schon einmal hoch zu gehen, wie schon öfter, doch dieses Mal geht er wirklich hoch. Mit der Nerf seines Bruders, die Batterien brauchen: Einkaufszettel!
Esse etwas ruhiger auf und nehme meine Tasse Tee mit nach oben. Finde Emil neben Anton, der seinen Bruder anschmachtet. Perfekt. Gehe zur Toilette und mache mir Notizen, auch endlich eine Datei auf dem Handy auf, und ergänze nicht mehr in Gedanken meinen Einkaufszettel mit Wattepads und Q-Tipps, was mir beim Gesichtwaschen auffällt. Ich mache mir weiter Notizen zum Vormittag, statt zu duschen, jetzt fängt Anton an zu motzen, erstmal nur ein wenig. Trotzdem frage ich mich was besser ist ihn da lassen und schnell duschen oder ihn herholen. Hole ihn, damit ist mir wohler, aber da weint er auf der Decke. Da hilft nur der Föhn, schalte ihn kurz an, Anton sieht nicht groß glücklicher aus als zuvor, der Schlaf reichte nicht, viel Zeit hab ich nicht. Hüpfe unter die Dusche und rufe nach Emil, der auch jetzt wieder überraschend kommt. Es ist 9Uhr. Ich habe nur noch zwei Stunden und ich muss noch kochen.
Nach dem Duschen mache ich für Anton den Föhn an, putze meine Zähne gleichzeitig und versuche möglichst viel zu schaffen. Komme genau bis zum Abdeckstift und Puder. Der Rest liegt brach. Nehme Anton auf den Arm, als er spuckt, nehme also ein Tuch um ihn und mich etwas trocken zu tupfen und denke, wickeln wäre mal ne gute Idee. Beim Hände waschen im Anschluss, geh ich kurz übers Klo, also wieder Hände waschen, total klug.
Es geht wieder hoch, immer noch mit Anton auf den Arm und hole Klamotten aus meinem Schrank. Lege alles hin. Schlüpfe nur schnell in ein Top, um wenigstens neben einer Unterhose das Nötigste an zu haben, kicke mit dem Fuss die alten Klamotten eine Etage tiefer durch die Treppe. Als ich ins Bad gehe, kotzt Anton erneut, nichts zum aufwischen mehr da, wie klug schon alle Sachen runter befördert zu haben, nehme das frische Handtuch und wische ihn und mich ab, wische den Boden und kicke auch das Handtuch runter. Nun darf aber nichts mehr passieren, habe ja nichts mehr zum Aufwischen denke ich. Da sehe ich das offene Deo, das ich vorhin benutzen wollte, hab ich ganz vergessen, ach ja, da war ich vorhin stehen geblieben und genau mein Duft! Ich föhne einarmig meine Haare trocken, zumindest etwas. Versuche Anton noch mal abzulegen und ich habe Glück, er hat kurz Interesse am schwarzen Föhnkabel. Ich schminke mich zu Ende, wenigstens das Nötigste, juhu und bemerke ich bräuchte mal wieder eine Wimpernzange!
Anton weint, nehme ihn wieder sofort auf den Arm, finde er ist ganz schön nass, also runter und umziehen. Räume vorher das Bad noch etwas auf, so weit das geht mit Baby, hole meine Klamotten vom Bett und gehe vorsichtig die Treppe runter. Als er beim Umziehen immer noch weint, weiß ich kochen brauch ich gerade gar nicht versuchen, also auf das Sofa und stillen (und weiter Notizen machen, sonst ist alles weg). Es ist kurz vor 10Uhr. Ticktack.
Beim stillen schläft er ein, das Nickerchen morgens hat nicht viel gebracht. Versuche ihn vorsichtig abzulegen, doch natürlich wacht er auf und schaut mich aus müden Augen an. Es ist schon 10 nach 10 und ich hab nur noch bis 11Uhr Zeit. Dann muss ich mit anziehen von uns Dreien beginnen. Setze Anton in den Stokke Stuhl und fange an zu schälen, so schnell es geht, denn wer weiss wie lange Anton mich lässt. In dem Moment, als die Zwiebeln im Topf landen und schwitzen, bekomme ich eine Nachricht vom Mann, er bräuchte die Kopie einer Rechnung, also renne ich runter in den Keller und suche nach dem Original. Auf einmal weint Emil aus unbekannten Gründen, also tröste ich ihn und schaue dann, ob das beim Mann so passt. Als ich endlich wieder zum Schäler greife, hat Emil Hunger und wühlt im Kühlschrank. Ich gebe ihm was er will, eine Wiener, die nachher zur Suppe gegessen werden soll. Ich schaffe es tatsächlich, alles zu schälen. Das ist immer eine ganze Menge, denn ich koche nicht für vier eine Kartoffelsuppe, sondern für sieben Menschen. Das alles gelingt nur, indem ich Anton immer wieder einen Kochlöffel und Messbecher reiche, die er noch immerzu fallen lässt.
Also die Suppe köcheln kann, hab ich sogar noch zehn Minuten, also renne ich runter, hole den zweiten Korb Wäsche zum Falten hoch und aus dem Trockner, den ersten hab ich nicht mal berührt, seitdem ich ihn hoch getragen hatte, schmeiße die Handtücher von der Waschmaschine in den Trockner und dunkle Wäsche in die Waschmaschine, schalte beide Maschinen ein und gehe wieder hoch…
Ganz knapp das Wichtigste geschafft, ich bin geduscht, alle Anwesenden sind satt und Mittagessen ist so gut wie fertig, wir probieren das jetzt mit dem entspannten Anziehen und fahren in den Kindergarten… Das tägliche große Einsammeln darf beginnen.

Ich lachte also am Morgen, als ich in der Küche stand, um das oben aufzugreifen, weil ich effektiv nicht viel geschafft habe und wäre ich supermuttilike früher aufgestanden, hätte ich keine wertvolle Zeit mit meiner täglichen Pflege verschwendet. Da mir persönlich mein Schlaf aber viel wichtiger ist und es auch so irgendwie geht, lachte ich. Und so bewundernswert ist es ja nun nicht, morgens in Unterwäsche in der Küche mal eben so zwischen Tür und Angel ein Müsli im Stehen essen zu müssen. :)

Vorsätze für das Jahr

Januar 5th, 2015

*Bewältigungsstrategien für stressige Situationen finden, in denen ich mich einfach nur komplett überfordert fühle und Familienmitglieder anraunze, hektisch umher laufe, ganz gleich und unabhängig davon, ob ich mein Ziel erreiche oder nicht.

*Entschleunigung, wie jedes Jahr, weil leider wirklich viele Termine ohne mein Zutun auf dem selben Tag landen und oder aber zu wichtig sind, um sie nicht wahr zu nehmen, emotional wie anders geartet und daher ein Auge auf die Termine ruhen sollte, die man tatsächlich umlenken kann und dieses Umlenken, dann auch in Gang setzen.

*Verlässlichkeit, immer noch schaffe ich es regelmässig Dinge vor mir herzuschieben, zum Beispiel das Beantworten mir wichtiger Emails, winke an dieser Stelle mal feierlich zu allen die warten, aber auch weil ich überfordert bin von der Menge und der Verschiedenartigkeit meiner Aufgabenlisten.

*Psychohygiene, mehr loslassen, zulassen dass alle auch ohne mich auskommen und die Türe hinter mir allein schließen, um aufzutanken und um wieder bewusster und mit mehr Herz, weil es da ist wo es hingehört, da sein zu können.

*Fehler zulassen, einfach mal entspannt unperfekt sein.

Jahresrückblick 2014

Dezember 30th, 2014

Auch wenn ich körperlich wie geistig in den vergangenen Monaten anwesend war, kann ich nicht glauben, dass all das in 365 Tage gepasst hat.
Und für mich bleibt dieses Jahr auch für immer ein wenig gespalten in das Leben vor und nach Antons Geburt.
Das Jahr, in dem ich ich Mutter von sechs Kindern wurde.

Januar

Dieses Jahr beginnt für mich noch mit größter Unsicherheit. Sorge und Hoffnung vereint in einem Herzenswunsch, ich bin in der 11. Woche schwanger.
Ich begleite Tom zu seiner Schuleingangsuntersuchung, wir füllen die dritte Schulanmeldung aus, er schnuppert in seiner Wunschklasse, sehr zu seiner Freude. Wir feiern Nils 31. Geburtstag, streichen das Kinderzimmer von Tom und Ben neu und so etwas heller. Wir backen Waffeln und kaufen erste Tulpen, als bunte Tupfen in der kalten Jahreszeit. Wir hübschen das Wohnzimmer auf, was sich nicht unbedingt als geschickt erweist. Es gibt einen neuen schwarz/weißen Teppich fürs Wohnzimmer, eine weiße TV- Bank und einen neuen weißen Tisch fürs Wohnzimmer. Emil verschönert derweil den weißen Sekretär mit rotem Filzstift, schmiert das gelbe vom Ei auf den neuen Teppich im Wohnzimmer und verewigt sich obendrein mit blauem Wachsmaler auf den neuen Couchtisch. Auch eine Art Farbkleckse, ein bunter Jahreseinstieg.
Wir haben drei Tage kein Telefon, Fernseher oder Internet. Noah erobert die Nachbarschaft und dreht mittlerweile routiniert seine Runden mit dem Rad allein. Ich erwische Emil zwei Mal beim Anknabbern von Kuchen und halte das fotografisch fest, als er ins Klo greift mache ich nicht extra ein Foto (ansonsten ist er einfach nur niedlich). Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich nicht ein einziges Buch gelesen habe, was wie sich später heraus stellt ein Omen für dieses Jahr ist.
Genau einmal war ich Schwimmen und habe es leider bereut. Das Tochterkind gründet einen Club in der Schule, der sich um Verletzte während der Pause kümmert, nicht die einzige Idee in diesem Jahr. Man kann endlich mit Herz behaupten, Ben ist nach über einem Jahr richtig im Kindergarten angekommen.
Es finden ein Familienfrühstück ohne Opa, ein Krimiabend, ein Taufgespräch und ein Frühstück bei mir statt.
Das neue Haus an der Ostsee feiert sein Richtfest.

Februar

Das Wetter ist mild für diese Jahreszeit. Am 15. des Monats können wir sogar draußen grillen und auch wenn die Temperaturen nicht so schön bleiben sollten, wir genießen jede Minute davon.
Ziemlich zügig gehen die Vorbereitungen für die Haustaufe voran. Meine Schwiegereltern öffnen ihr Haus für uns und unsere Freunde. Zusammen feiern wir mit 10 Kindern, 16 Erwachsenen und der Pfarrerin die sehr bewegende Taufe unseres fünften Kindes. Wenige Tage später möchte ich meiner Schwiegermama anvertrauen, dass wir auf unser sechstes Kind hoffen, da gesteht sie mir, dass man es an der Taufe schon gesehen hat.
Unser 10. Hochzeitstag nähert sich. Auch in diesem Jahr schenkt uns Heide zwei Nächte im Ausland. Unser Ziel in diesem Jahr ist Paris. Doch nur wenige Tage vor der Abreise hat Emil einen ersten schlimmen Pseudokrupp- Anfall und obwohl es ihm gut geht und ich ihn in den besten Händen weiß, fällt mir der Abschied schwer. Noch schwerer wird er durch die leichten Blutungen, die ich ganz plötzlich und unerwartet habe. Ich bin in der 19. Woche schwanger und im Krankenhaus ist bei der Untersuchung mit Anton soweit alles gut. Schweren Herzens setzen wir uns in das Flugzeug, fliegen immer der Liebe entgegen. Wir haben endlich Zeit für uns, sind in einer der schönsten Städte der Welt und ich bin die meiste Zeit mit meinen Gedanken bei unserem Kind, dessen Bewegungen ich immer wieder nachspüren muss. Ich traue mir nicht viel zu, möchte nichts riskieren, nicht in diesem fremden Land, in dem ich mich nicht gut ausdrücken kann. Wir verleben trotz allem viele schöne Momente, machen alles sehr behutsam. Als wir am Flughafen auf den Rückflug warten bin ich dennoch aus tiefstem Herzen dankbar und erleichtert, zähle weiter die Tage bis zur magischen Grenze: überlebensfähig. Eine Chance aufs Leben. Es sind noch etwas mehr als 30 Tage dahin.
Mit dem Hochzeitstag jährt sich auch mein allerster positiver Schwangerschaftstest. Ich bin unheimlich sentimental und schwelge in Erinnerungen. Derweil macht der positive Test von damals mit dem ältesten jüngeren Bruder die Straßen unsicher: Zoe und Noah .

März

Gleich zu Beginn des Monats feiern wir Toms Geburtstag mit viel Sonnenschein.
Die ganze Zeit schon schleiche ich um Anleitungen für eine Decke für Anton, auch ihm möchte ich wie schon Emil eine häkeln oder stricken, aber ich finde keinen Anfang. Dann ist da plötzlich eine andere Idee und ich bastel ein Mobile für Anton. Jedes kleine Teil, an das ich mich wage, an das ich meine Vorfreude rein arbeiten kann ist ein Stück Glück.
Wir werden von der Zeitschrift Freundin gefragt, ob wir Lust darauf haben, Teil einer Serie in der kommenden Ausgabe zu sein. Eigens dafür werden wir in ein Studio eingeladen, um professionelle Fotos machen zu lassen, die nun ein Stück wundervolle Erinnerung für unsere Familie sind.
Der dritte Monat im Jahr ist auch der, an dem ich mich jedes Mal an den Tod unseres ungeborenen Kindes erinnere. Schon ein zweites Mal in meinem Leben bin ich genau zu der Zeit schwanger und unheimlich unsicher. Da ist Trauer, Liebe, Vermissen und Hoffnung, Glück und Vorfreude auf einmal, alles gleichzeitig.
Meine Eltern sind zu Besuch und ich kann ihnen endlich sagen, dass wir noch ein Kind bekommen, auf diesen Moment habe ich Monate gewartet. Zusammen besuchen wir den Tierpark Hellabrunn in München, als wir ankommen scheint die Sonne, als wir gehen ist es klirrend kalt und es wehen Schneeflocken. Aber der Besuch ist unvergesslich und für die Kinder eine schöne Abwechslung in diesem Frühjahr von ihrem Alltag.
Ende März, nach der Abreise meiner Eltern, fasse ich mir ein Herz und offenbare auch im Netz meine Schwangerschaft. Mit mulmigem Gefühl, da ich Emils bis zur Geburt für mich behalten hatte.

April

Wir sind krank. Andauernd, zumindest gefühlt. In diesem Monat werden die mittleren Jungs nur ein paar wenige Tage im Kindergarten sein. Emil leidet mehrere Tage ganz fies unter einem Magendarm- Virus, scheint sich erstmal kaum davon zu erholen. Darum herum leiden auch andere Familienmitglieder.
Mitte April hat Noah Geburtstag. 8 Jahre wird er alt und feiert mit ein paar Gästen seinen Geburtstag im Deutschen Museum in München.
Nils geht mit den vier Großen ins Kino, sie schauen: The Lego Movie, derweil erkennt man uns in der neuen Ausgabe der “Freundin”. Emil spricht endlich Ein- und Zweiwortsätze, ich halte seine ersten Worte fest und bin hingerissen von unserem wachsenden Küken. Außerdem nehme ich mir Zeit zu Zweit mit Tom, der seinen Platz nicht findet und zwischen den Stühlen steht, die Kindergarten und Schule heißen.
Ein neuer finanzieller Tiefpunkt tut sich auf, der uns in Streit und Verzweiflung treibt, weil da noch ein Berg Ausgaben vor uns liegt. Weil ich den Kindern gegenüber ein unglaublich schlechtes Gewissen habe, dass wir bis zum Sommer keinen Urlaub oder eine kleine Auszeit nehmen können, kratzen wir dennoch unser Geld zusammen und fahren mit den Kindern in die Therme Erding, was uns als Familie unheimlich gut tut und wieder schöne Erinnerungen geschafft hat! Am nächsten Tag findet bei uns in der Stadt eine kleine aber richtig tolle Lego- Ausstellung statt, die wir besuchen, im Anschluss daran kochen wir schön und genießen unser Essen auf der Terrasse.
Ich versuche mir eine Auszeit zu nehmen und fahre allein in die Bücherei, in der ich mehrere Bücher ausleihe, die ich in den kommenden Wochen tatsächlich auch lese und der Mann freut sich, dass ich nicht wieder welche kaufe. Ich beginne mit dem autobiografischen Buch “Ein Tagwerk Leben”.

Mai

Oma läd die Kinder ein bei sich zu übernachten. Leider regnet es am ersten Tag und Tom spuckt mit solcher Ausdauer, dass er mit uns zu Hause bleibt und lange aufbleiben darf, während die anderen unterwegs sind. Am nächsten Tag bekommen wir die drei Kinder nach einem schönen zweiten Tag zurück.
Seitdem es Erdbeeren gibt, kaufe ich fast täglich welche, die Kinder verschlingen beinahe ein Kilo mühelos am Tag und ich genieße diese Zeit sehr, backe Erdbeerkuchen mit eigenem Biscuitboden dank der alten Form meiner Oma und dem Rezept meiner Familie, wenn wir Besuch erwarten.
Je weiter die Schwangerschaft voran schreitet, desto mehr beschäftigen mich die Blicke der Anderen. Ich bin nach dem letzten Monat Kranksein ziemlich ausgebrannt und hege schon jetzt meine ganze Hoffnung ins kommende Wochenbett, das mich in wenigen Wochen erwartet. Ausruhen möchte ich mich gern können, gut dass ich jetzt noch nicht weiß, dass das so auch nicht möglich sein wird.
Beim Abholen der Kinder im Kindergarten läuft Ben gegen den Maibaum, sofort kommen der Papa und die Oma zur Hilfe und eilen zu uns nach Hause. Zusammen versorgen wir das Kind, das nur geklebt werden muss und mit Kopfschmerzen davon gekommen ist (und die anderen Mäuse).
Nachdem wir den ersten Besuch von Toms Kindergarten- Gruppe absagen mussten, als Tom erkrankt war, versuchen wir das nachzuholen und dem Vorschulkind zu ermöglichen. Genau an dem Tag vergesse ich dem Schulsohn seine Schwimmsachen mitzugeben, das schlechte Gewissen ist riesig, ich mag für alle da sein, also renne ich im Galopp zur Bushaltestelle, fahre zur Schwimmhalle und bitte dort eine mir fremde Frau meinem Kind die Badesachen zu übergeben, weil ich keine Zeit habe, selbst auf ihn zu warten, denn wir erwarten ja die Kindergartengruppe in wenigen Minuten, also renne ich zum Bus und von dort zum Erdbeerstand, wo mir die allerliebste Verkäuferin die Erdbeeren erstmal ohne Geld mit gibt, denn das liegt abgezählt zu Hause. Rechtzeitig sind wir zurück, machen allen die Türe auf und Tom genießt den Trubel. Als alle wieder fort sind, hänge ich meinen Gedanken nach und mache sauber, den Kindern Mittag und hoffe auf einen entspannten Nachmittag bis Emil auf den Arm fällt und ihn nicht mehr richtig bewegt, also fahren wir alle dem Papa in die Stadt entgegen, übergeben den Gestürzten und fahren wieder nach Hause, in das uns nur kurze Zeit später Gott sei Dank beide wieder folgen. Der Arm ist nur ordentlich geprellt.
Ich nutze an einem Tag die Gelegenheit und fahre mit den aktuellen noch drei Kleinen das erste Mal ins Freibad und finde es wundervoll!
Im Frühjahr hatte ich mich liebevoll um meine Rosen gekümmert, das trägt nun die schönsten Blüten. Meine Rosen blühen in Hülle und Fülle, was mich unheimlich glücklich macht und ich stelle sie mir wegen des Regens öfter ins Haus, damit ich auch etwas von Duft und Farbe habe, so lange sie blühen.
Ich hechte einmal abends ins Freibad, um etwas für mich zu tun und schwimme zwar nur noch vier Bahnen, aber bin danach sehr glücklich.

Juni

Die Ruhe, die ich mir noch vor Kurzem gewünscht hatte, trifft mich plötzlich aus dem Hinterhalt. Ich habe Wehen in der 33. Woche und muss für ein paar wenige Tage ins Krankenhaus, in dem ich meine Familie nicht nur vom Bett aus vermisse, sondern sie auch von jetzt auf gleich mit allem allein lassen muss. Nach dem Aufenthalt fühle ich mich total verunsichert und es fällt mir unglaublich schwer meine Kräfte einzuschätzen, möchte unser Baby nicht in Gefahr bringen, aber auch wieder etwas tun, meine Arbeit erledigen, keine Last sein und mich lebendig fühlen. Dabei hilft ein Ausflug ins Freibad mit der Familie, bei dem ich mich nicht von der Decke bewege, aber mich trotzdem wieder als ein Teil der Familie fühle, mittendrin bin.
Der Garten liegt brach, ich darf nicht und Nils fängt schon genug auf, noch immer kann ich mich um nichts mehr wie zuvor kümmern, derweil zähle ich die Tage.
Ich möchte Emil bei stehen und schaffe es tatsächlich die großen Vier bei einer Freundin zu lassen und so fahren wir Eltern und Oma zusammen nach München, um ihm bei seiner Zahn- OP bei zu stehen. Emil wird unter Vollnarkose operiert, wobei ihm zwei seiner oberen Schneidezähne entfernt werden. Ich habe sehr lange daran zu knabbern, die Schuldgefühle nagen (berechtigt) an mir und ich versuche mich an den neuen Anblick unseres Sohnes zu gewöhnen, was mir leichter fällt als gedacht, weil er deutlich zeigt, wie gut ihm das alles tut, endlich hat er keine Schmerzen mehr.
Nach zwei Wochen daheim ohne nennenswerte Wehen, muss der beste Vater meiner Kinder wieder arbeiten gehen, die Kinder haben noch eine Woche Ferien und ich lasse die Kindergartenkinder zusätzlich daheim, damit ich nicht raus muss und mir das Hin- und Herlaufen und Fahren erspare.
Je mehr Zeit vergeht, desto weniger mache ich mir Sorgen um Anton. Am Ende des Monats habe ich doch wirklich die 37. Woche erreicht und fiebere der magischen Frühchengrenze entgegen. Ich kann mich kaum noch bewegen, aber bereite mich mehr und mehr auf Antons Ankunft vor, koche Mahlzeiten vor, während die drei Großen mit ihrem Papa durch den Wald stapfen, anlässlich der Sommersonnenwende. Aber ich koche nicht nur, ich nähe einen Wal für Zoe mit der Hand, nachdem wir einen für Anton geschenkt bekamen. Total überwältigt bin ich von einem großen Paket, wir bekommen das Bett für Anton, das ich versuche seit Wochen zu kriegen, geschenkt.
Emil feiert mit uns seinen zweiten Geburtstag in Familie, ganz in Ruhe, an einem schönen warmen Tag Ende Juni.

Juli

Mit dem Bett, dem Kuscheltier und der Bettschlange meiner Eltern für Anton vollende ich auch den Ausbau unseres Nests. Wir fangen an zu warten, vor allem jetzt da ich wieder eine ganz normale Schwangere bin und mir keine Sorgen mehr um Anton machen muss. Dieser Wechsel fällt mir gar nicht so leicht, so fällt die Anspannung von mir nur langsam endgültig ab und das Erwarten und Hinfiebern beginnt.
Derweil breitet sich in mir viel innere Unruhe aus, ich habe das Gefühl so auch kein Kind bekommen zu können, es ist neben Weihnachten die anstrengendste Zeit im Jahr: Der letzte Monat vor Schul- und Kindergartenferien. So dreht sich alles um Toms und Zoes Abschied. Tom malt mit seinem Papa eine Zaunlatte an und ich helfe Zoe bei ihrem Abschiedsgeschenk für ihre Lehrerin.
Heide und ich fahren zur Zahn- OP- Nachkontrolle mit Emil, ihm geht es gut, alles heilt wie es soll und ich sehe deutliche Fortschritte.
Mittlerweile kann ich kaum mehr Laufen. Bekomme Zahnweh, die mir mein herbeigesehntes Wochenbett noch zerschießen werden. Nach einem solchen Termin beim Zahnarzt, kommt ein Anruf aus dem Kindergarten, Tom wäre in Ohnmacht gefallen. Ein Riesenschreck nicht nur für uns, sondern vor allem auch Tom, seine Erzieherinnen und die anwesenden Kinder. Gott sei Dank bleibt es bei dem einen Mal.
Ich gehe ein letztes Mal schwimmen und erinnere mich an das letzte Jahr, als ich die vielen wunderschönen runden Bäuche beäugte, jetzt bin ich selbst schwanger und zeige meinem Kind schon einmal mein geliebtes Wasser.
19 Tage vorm Termin fährt meine Schwiegermama und Notfallnummer Nummer 1 in den wohlverdienten Urlaub. Eine super liebe Freundin erklärt sich bereit und wartet Tag und Nacht auf unseren Anruf, doch der kommt nicht. Wir warten auf Heides Rückkehr…
Mitten in der Nacht, zwei Tage nach dem errechneten Termin habe ich meinen allerersten Blasensprung und renne anschließend nicht nur sprichwörtlich ins Krankenhaus, um Anton auf die Welt zubringen. Endlich! Auch nach dieser Geburt laufen mir vor Erleichterung und Glück die Tränen, ich liebe dieses kleine zauberhafte Wesen und er wird sofort bestaunt und gestreichelt, als nur eine Handvoll Stunden nach seiner Geburt, die Geschwisterkinder das Schlafzimmer stürmen.
Noch am selben Abend ist die Abschlussfeier von Noah, die Heide mit Zoe und Tom besucht, diese endet mit einem Besuch der Notaufnahme, Noah muss geklebt werden. Tags drauf ist der letzte Schultag dieses Schuljahres und weitere zwei Tage später wird Tom aus dem Kindergarten geworfen. (Außerdem jährt sich mein letzter Arbeitstag als Tagesmutter und ich bin nach wie vor sehr froh, um meine Entscheidung von damals.)

August

Ferien. Endlich. Nils ist in Elternzeit zu Hause für zwei Monate. Ich sauge unser Baby in der ersten Woche auf, spiele mit den Kindern Uno im Bett oder lese ihnen abends Harry Potter vor und bin allein genauso hilflos am Abend, als ich mir ein Brot machen will und Nils grad mit Emil im Kinderwagen seine Runden dreht, wie beim ersten Kind…
Acht Tage nach Antons Geburt, lasse ich unruhig das Baby bei seinem Papa und renne zum Zahnarzt, das erste Mal. Leider folgen weitere Male, was ich noch nichts weiß. Bei all dem hat mir im Wochenbett der Wochenflussstau noch gefehlt, aber Heide rettet mich vor dem Krankenhaus, in das die Ärztin mich am Liebsten sofort zur Ausschabung geschickt hätte.
In der zweiten Ferienwoche lernen erst Tom und dann Ben Radfahren, Anton genießt sein erstes Bad. Heide entführt die fünf Großen damit wir Zeit haben für einen Ausflug zum Volksfest und packen, denn in der dritten Woche nach der Geburt sind wir mitten in den letzten Abreisevorbeitungen… und auf den Tag genau als Anton drei Wochen alt wird, fahren wir mit TaxiBahnBahnTaxi die 1000km ans Meer ins neue Haus, das erste Mal zu Acht!
Dort verlieben wir uns mehr und mehr in Anton, der dort oben auch bald 1 Monat alt wird.
Wir sind im Glück, genießen das Meer, den Strand, die Wellen, die Ruhe… Zoe bekommt einen Roller und mit den anderen mitgebrachten Rollern und Laufrädern sind die Kinder herrlich mobil und trauen sich immer mehr zu. Erst fährt Zoe allein an die Promenade, dann Noah, ein paar Mal auch beide zusammen. Tom liest erste Worte, in dem er einzelne Buchstaben verbindet, wir essen Eis an der Strandpromenade, machen einen Ausflug nach Neustadt.

September

Die zweite Hälfte unseres Urlaubs bricht an. Wir sind weiterhin am Meer, am Ende werden es vier Wochen sein, die wir am Stück da waren. Das erste Mal überhaupt verbringen wir so viel Zeit an der Ostsee hintereinander.
Wir besuchen das erste Mal den Zoo zu Acht, die Kinder fahren Motorboot mit ihrem Papa, einmal fahren wir alle zusammen. Ich schaffe es unerschrocken in der kalten Ostsee zu baden. Gegen Ende des Urlaubs gehen wir noch ins Schwimmbad und ich versuche mir Zeit für mich zu nehmen. Dazu gehört leider auch ein Besuch beim hiesigen Zahnarzt. Zoe bricht sich als erstes unserer Kinder einen Knochen. Es ist der Ringfinger, der sie mit ihrem Papa ins Krankenhaus bringt und mit einer Schiene zurück kommen lässt. Derweil hat Anton seine erste Bindehautentzündung, was nicht sonderlich verwunderlich ist mit dem Wind und dem einen oder anderen Finger von Emil der sich in Antons Auge verirrt. Die Abreise rückt immer näher und auf einmal ändert sich das Wetter radikal, als würde es uns nach Hause schicken wollen. Die Wellen brechen sich weit auf der Uferschutzanlage, dort sitzen wir auch und beobachten die Naturgewalt. Auf der Fahrt nach Hause treffen wir das erste Mal Frische Brise und ihren Adventsjungen am Hamburger Hauptbahnhof und kommen nach einer langen Fahrt am Abend, eine Stunde später als geplant nach Hause, um am nächsten Tag schon die Einschulung von Tom zu feiern, zu der sogar meine Eltern anreisen.
Ein paar Tage später wird mir ein umkämpfter Zahn endlich gezogen, was aber auch wieder nicht ohne Komplikationen passieren kann. Noch haben wir Elan nach dem Urlaub und so streichen wir die Wand im Wohnzimmer, die dann pünktlich zu Bens Geburtstag erstrahlt. An seinem Geburtstag nehmen wir uns bewusst Zeit für ihn und fahren vormittags in ein Schwimmbad ohne die älteren Geschwister, gerade auch weil er niemanden einladen wollte und unsere Nähe geniesst.
Dieser Geburtstag ist auch so ein Wendepunkt. Ben kam genau in dem Jahr zu Welt, als Zoe wenige Wochen später 5 Jahre alt wurde, so alt wie er jetzt.
Zum Ende des Monats bin ich bei meiner Frauenärztin und habe dort meine Abschlussuntersuchung, die nun diese neunte Schwangerschaft offiziell beendet und mir meinen Rest Unsicherheit nimmt. Mein Körper hat es geschafft!

Oktober

Mein Geburtstag naht. Dafür stehe ich am Ende doch wieder viel in der Küche, weil alle meine Gäste sich nicht nur auf mich, sondern auch meine Backwaren freuen. Der Mann unterstützt mich tatkräftig und so kann ich nach einem schönen Frühstück mit meiner Freundin am Nachmittag einen wunderschönen Geburtstag mit wenigen erwachsenen Freunden und ihren und unseren vielen Kindern verbringen.
Ich bin immer noch mit meinen Zähnen beschäftigt und habe mir Ohrenschmerzen angeschafft. Da mich der Alltag und die Monate voller Arztbesuche überfordern, pfeffere ich unvorsichtig und sauer wie ich bin einen kaputten Teller so in den Mülleimer, dass ich anschließend noch mehr Zeit beim Arzt und in der Notaufnahme verbringe und mich nähen lassen muss. Somit bin ich in den wenigen Tagen vor der Abreise zum Geburtstag der Oma an die Ostsee noch überforderter und weine am Ende bitterlich, weil ich nur eine Hand benutzen kann. Aber es lohnt sich so sehr. Wir reisen in acht Tagen somit 1000km hin und dann noch einmal zurück.
Ich habe in den letzten Wochen Angst gehabt mich selbst zu verlieren, hier am Meer finde ich mich. Und genieße das erste Mal mit meiner Familie den wunderbaren Herbst bei schönstem Wetter an der Ostsee in einem Traum von Haus. Meine Familie geht ins Schwimmbad, bei diesen Besuchen lässt Noah endlich los und “lernt schwimmen”, ich gehe viel am Strand spazieren und versuche die Zeit möglichst viel zu genießen und lese endlich “Die Mondspielerin” zu Ende, als hätte es nur auf den richtigen Moment gelesen zu werden, gewartet.
Heides Geburtstag(e) ist (sind) richtig schön und wir genießen das Wiedersehen mit vielen Familienmitgliedern.

November

Am zweiten Tag im November reisen wir zurück und nehmen ein großes Stück Erholung mit, dass ich gleich in die Vorbereitungen für Zoes Geburtstag stecke. Unglaublich aber wahr, das Tochterkind wird 10 Jahre alt und ich bin sehr stolz auf unser tolles Kind!
Eine Woche später werden mir die letzten Weisheitszähne heraus operiert, was unten gar nicht so einfach ist wie erhofft. Ich leide in den Tagen danach so sehr, weiß nicht wohin mit den Schmerzen und brauche viel mehr Schmerzmittel, als ich gehofft hatte.
Auch in diesem Monat wartet ein kleiner Magendarm Infekt auf uns, der aber nicht alle Familienmitglieder trifft.
Mitte des Monats stirbt Nils Tante, die wir noch kurz zuvor auf dem Geburtstag gesehen hatten. Und mit dem Totensonntag denke ich an noch andere liebe Menschen, die nicht mehr bei uns sind.
Und somit kündigt sich auch traditionell plötzlich die Vorweihnachtszeit an. Eigentlich hatte ich viel vor, ich wollte selbst etwas herstellen, aber hinten und vorn fehlt die Zeit dafür, so bleibt es vorerst bei ein paar gestrickten Reihen für Antons Stulpen.
Wir backen viel und ich genieße die viele Zeit mit den Kindern und versuche sie möglichst schön zu gestalten. Was etwas erschwert wird, durch einen fiesen Infekt, der erst den Mann richtig Schach matt setzt für eine Woche und meinen neu hinzu gewonnenen Schmerzen im Fuß.. Ein Gutes hat das Ganze, wir entdecken endgültig “How I met your mother” für uns und dann ist auch schon der erste Advent…

Dezember

Nun bin ich krank. Und ich bastelte die ersten Tage mit Fieber sogar noch mit den Kindern, bis es in die Höhe schießt und nichts mehr geht, so pflegt mich der Mann ein paar Tage. Durch die Ruhe und die Zeit, die ich nun habe, spüre ich ganz deutlich wie schlimm das Geburtstrauma für mich ist. Mit dem Mut einen Artikel hier zu veröffentlichen und dem offener zu begegnen, mich zu trauen die Worte laut zu sagen, geht es mir schon besser. Ich beherzige einige Anregungen, die ich bekam und versuche weiterhin auf meine Psychohygiene zu achten. Was mir relativ gut gelingt, ich bin drei Mal allein schwimmen, lese immer wieder die eine oder andere Seite meines nur 13. Buchs in diesem Jahr, stricken schaffe ich dafür gar nicht, weil da am Abend, wenn es still ist andere wichtigere Dinge auf mich warten, vor allem in der zweiten Hälfte des Monats, dafür treffe ich einen Abend liebe Freundinnen.
Nach meiner Gesundung entsteigt Emil seinem Kinderwagen und läuft fortan nur noch.
Wir besuchen den Weihnachtsmarkt, ich schaffe es drei Mal mit den Kindern ins Schwimmbad, wir backen viel und laden Freunde zu uns ein zu einem schönen Nachmittag ein, besuchen an einem Advent Oma und Opa in der Nachbar- Vorstadt.
Der Nikolaus kommt auch in diesem Jahr, Nils und ich gehen nach Jahren beinahe allein abends aufs Tollwood. Wir schaffen es in diesem Jahr zu drei von vier Weihnachtsfeiern, die Vierte entfällt wegen erneutem Magen- Darm- Infekt, der uns dieses Mal alle erwischt, vor und direkt über Weihnachten. Aber noch halte ich tapfer den Kopf über Wasser, solange wir nur zusammen wären sei alles gut, so verbringen wir einen schönen Nachmittag in Familie am zweiten Weihnachtsfeiertag bis die nächste Plage ins Haus steht, der wir mit allen verbleibender Macht entgegen treten. Aber wie las ich bei irgendwo so schön!?- Weihnachten mit denen feiern, die da sind, an die denken, die es nicht sein können und die vermissen, die da sein sollten- so sinngemäß meine ich. Sehr wahr.
Ansonsten basteln wir fleissig an Bens Schulrücktritt. Tom verliert die zwei oberen Frontzähne und Anton bekommt dafür zwei Neue unten.
Und vielleicht verheißt uns der blühende Barbarazweig ja etwas Glück und vielleicht auch Gesundheit fürs kommende Jahr…

In etwas mehr als 24 Stunden ist dieses Jahr zu Ende. Und als ich vorhin “meinen” Weg an der Amper entlang zum Hallenbad ging, während überall Schnee lag und die Flocken umher tanzten, dachte ich bei mir: “Weißt du noch letztes Jahr um diese Zeit, als alles was erstmal zählte Antons Leben war?!” Wie viel Angst, wie viel Sorge, wie viel Wunsch und Hoffnung, ja wie viel Liebe ich empfand, wenn ich diesen Weg ging. Es war als würde ich noch einmal alle meine Fußspuren nachgehen… als hätte ich mich selbst eingeholt. Ich fühlte mich leichter und dankbar…

… und so geht das Jahr zu Ende…

Schneegestöber

Dezember 27th, 2014

Der Mann hilft heute beim Umzug seines besten Freundes und seiner Frau tatkräftig mit, wie schon gestern am späten Abend und wir zusammen heute Morgen in der Küche fürs versprochene Buffet. Ich bin also allein mit den Kindern über den Mittag und Nachmittag und es hat geschneit. Tapfer erklomm ich den Dachboden mit mentaler Unterstützung unseres ältesten Sohnes und barg die Schlitten, während die Tochter das Baby die letzten Minuten, die es das noch zulassen würde unterhielt. Alle großen Fünf zogen sich an und stürmten in die weiße Pracht. Leise zog ich mich ins Schlafzimmer zurück und stillte Anton in den Schlaf bei geöffneten Fenster, wodurch ich alle Fünf gut in den Ohren hatte. Als Anton schlief dann auch im Blick, denn vom Schlafzimmer aus, kann ich alles gut überblicken. Sogar dass der Erstklässler den Plastikschlitten auf die Rutsche gelegt hatte, so nahm ich bei voll geöffneten Fenster mal kurz Kontakt zum Kinde auf.

Ich ging runter, suchte und fand meine Stiefel, holte Wasser, wusch den Tisch sauber, schleppte zwei übervolle Körbe Wäsche nach oben und dachte: “So, nun machst mal aber was für dich!”, nachdem der kleinere Mittlere schon allein zum Spielplatz wollte und ich versprach wir würden zusammen hin schlittern, wenn Anton wach wäre (hoffentlich erwischt er mich nicht jetzt). Ich setzte mich gerade an den Tisch… Ja, wie weit kam ich wohl? Das Baby hat den schlafenden Zustand gegen den Wachen zurück getauscht. Auf dem Weg nach unten wurde ich der Länge nach erstmal angespuckt und nun sitz ich auf dem Sofa, aber das beste und der Grund warum ich eigentlich hier sitze, als ich aus dem Fenster sah im ersten Stock, weil ich ja ein Spucktuch brauchte um den Boden abzuwischen, viele kennen das vielleicht, da sah ich meine Tochter, wie sie Emil im Schlitten hinter sich herzog. Er lag auf dem Schlitten mit weit geöffneten Mund und ließ sich die Schneeflocken in den Mund rieseln. <3

(Und da sind sie schon wieder alle nach einer Stunde in der Kälte.) :)