Toms Abschied

Juli 31st, 2014

Nachdem wir beide seine Kunstwerke aus drei Jahren Kindergarten bestaunt hatten, räumte ich alle wieder allein zusammen, damit er zu den Andern gehen konnte. Und während ich da so sass, nochmal die Blätter in den Händen hielt, der Glitzer des Osterbildes aufs Bett rieselte, wurde mir ganz schwer ums Herz.
Vor mir lag ein Schatz aus unglaublich kreativen Ideen und Erinnerungen, kleinen Meilensteinen von Toms Entwicklung, zusammen gefasst in einer Din A3 Mappe mit seinem Profil vorne drauf. Ich band eine Schleife und dachte daran, dass ein Teil der Reise mit diesem Kind nun vorbei ist, auch wenn vor uns der nächste Abschnitt liegt, wieder begleiten dürfen.
Ein paar wenige aber wunderschöne Fotos von unserem Kind, die nur zeigen wie sehr er sich verändert hat mit der Zeit, wie viel er gewachsen ist.
Er freut sich auf das neue Abenteuer, er geht gern in die Schule, aber ich weiss, er wird das alt Vertraute vermissen, sehr. Seine Erzieherin, die ihn drei Jahre lang begleitete und seine Freunde. Es war wirklich eine schöne Zeit.

Rauswurf

Heute war ich ganz sentimental, denn heute wurde mein grosses Kind aus dem Kindergarten geworfen. Morgens hatte ich Tom noch mal feste gedrückt und geküsst, ein letztes Mal würde sein Morgen so ablaufen.
Es fiel mir unglaublich schwer zu Hause zu bleiben und nicht dabei sein zu können, bei diesem Abschied, wenn unser Großer nachmittags beim Fest auf die Matte fliegt. Die Wahrheit war aber, dass es weder der richtige Ort für Anton gewesen wäre, noch ich schon genug Kraft gehabt hätte. Dennoch zerriss es mir das Herz, ich wäre gern hier und dort gewesen.
Ich hoffe, dass er mich nicht zu sehr vermisste, wenn der Rest der Familie plus die Oma dabei waren. Vermutlich aber fehlte er mir mehr, als ich ihm. Ich hab ihn so lieb und ich wäre auch an diesem Tag gern bei ihm gewesen, an seiner Seite, an seinem Tag.
Derweil versuche ich meine Aufmerksamkeit schon mal auf die Einschulung zu lenken, bei der wir dann hoffentlich alle zusammen sind, zusammen feiern können.

Und einen neuen Abschnitt seines Lebens Willkommen heissen.

Ein Leben lang…

Juli 28th, 2014

Ein paar Tage vor deiner Geburt dachte ich daran, dass es sich anfühlt, als würde ich schon mein ganzes Leben auf dich warten, aber die Wahrheit ist doch, dass ich wirklich schon mein ganzes Leben lang auf dich gewartet habe.

Und nun endlich bist du bei uns …

Anton

Anton Casimir Fiete wurde am 28.07.2014 um 5:54Uhr spontan geboren in der Schwangerschaftswoche 41, bei 40Wochen + 3 Tagen. Er wog bei seiner Ankunft 4770g, war 54cm lang und hatte einen Kopfumfang von 37cm.

Er hat viele braune Haare auf seinem Köpfchen, lange Finger und Füße und ist auch sonst so ziemlich perfekt! :)

40+1

Juli 26th, 2014

Es liegt wohl in der Natur einer Mutter in bestimmten Situationen immer bei sich zu landen. Und so geht es nun auch mir mit meinem einem Tag übern Termin (ab von den Gedanken, ob wirklich alles in Ordnung mit dem kleinen Löwen ist).
Aber ich frage mich immerzu, ob ich blockiert bin, irgendetwas mich abhält zu Ruhe zu kommen, ich etwas vergessen habe, dass mir noch total wichtig war oder ist und es nur nicht sehen kann, ich nicht loslassen kann?!

Vermutlich ist er wirklich einfach noch nicht fertig und wird schon irgendwann sein Signal geben… ich möchte ihm auch die Zeit geben, die er braucht. Aber die Uhr tickt, morgen werde ich zur Kontrolle im Krankenhaus ein CTG im Kreisssaal schreiben lassen und dann schauen wir mal… Ein bißchen gruselt mich der Gedanke, dass am Montag einfach wieder Alltag sein könnte, aber ändern könnte ich daran überhaupt gar nichts.

Wir warten weiter… in Liebe.

Nun mit Hebammen- Oma frisch aus dem Urlaub an der Seite. Und morgen feiert übrigens meine Ma ihren 50. Geburtstag.

Besondere Kleinigkeiten

Juli 25th, 2014

Wenn ich was Besonderes suche, komme ich um Dawanda nicht herum. Nirgendwo sonst bekomme ich Dinge nach meinen Wünschen und Vorstellungen so liebevoll von Hand gefertigt. Gerade bei Sachen, bei denen mir handwerkliches Geschick einfach abgeht, deswegen ist das oft mein erster Anlaufpunkt bei Extrawünschen, geht bestimmt ganz vielen so.
Da muss man zwar oft lange Suchen, aber es lohnt sehr sich durch das Angebot zu arbeiten. Nicht mal im Lieblingseinrichtungsladen hier vor Ort fliegt mir gleich ganz leicht was zu.
Mittlerweile habe ich da auch Lieblingsshops, wie viele die dort einkaufen, bei denen ich immer wieder lande. Und weil hier und da mal gefragt wurde, wo wir unsere Herzenssachen her haben, erzähle ich euch heute von zwei, drei besonderen Shops.

Jetzt wo die Einschulung bevor steht und ich schon viel im Voraus planen wollte und musste, kümmerte ich mich auch um ein besonderes Detail: eine Schreibtischunterlage für Tom. Ich hatte bei Noah schon zu einer solchen aus Wachstuch gegriffen und wurde nicht enttäuscht. Der Tisch bleibt sauber, die Unterlage lässt sich dank Beschichtung super einfach reinigen und das Ganze passt wunderbar ins Zimmer oder Farbkonzept. :)
Jetzt suchte ich einen neuen Shop und wurde fündig, weil im alten keine mehr gefertigt werden. So tollen und freundlichen Kontakt hatte ich noch nie, ich wurde richtig verwöhnt. Toms Unterlage ist eine super tolle Sonderanfertigung. Er hat sie noch nicht gesehen, sie wird hübsch eingepackt und am grossen Tag überreicht und gefällt ihm hoffentlich! :) Aber nix verraten!

Schreibtischunterlage

Nachdem Tom und Ben ins Hochbett umgezogen waren, blieb da unten bei Ben so ein Spalt zwischen Matratze und Wand. Schon bei Frau Sued hatte ich mal eine Bettschlage gesehen und inspiriert davon, suchte und fand ich einen schönen Shop. Dort orderte ich eine 2m Bettschlange nicht ahnend, dass Ben sie so ins Herz schliessen würde.
Und da wir liebende aber auch verzweifelte Eltern sind, die die Hoffnung hatten, Emil würde nachts nur wach werden, weil er sich am Gitter anstösst, bekam Emil jetzt zum zweiten Geburtstag von seiner Oma auch eine Bettschlange. Wieder super toller, herzlicher Kontakt!
Und wenn alles klappt und ich ganz viel Glück habe, kriegt Anton von meiner Ma auch eine zur Geburt. Nur diesmal etwas farbliche Abwechslung!

Bettschlange

Und zu guter Letzt, gerade sehr beliebt die Häkeltiere von lalylala.de. Auch hier wurde ich nur bei Dawanda fündig, hier verkaufen Dritte fertige Kuschelware an untalentierte Handarbeiter, kurz an Menschen wie mich, die vielleicht häkeln können, aber weder Zeit, noch Muse oder die körperliche Verfassung haben sich die Hände zu verknoten. Hier wählte ich ein Tier, das mir zu der Zeit am Besten gefiel. Mittlerweile gibt es diesen kleinen Freund, der für den kleinen Löwen vielleicht besser gepasst hätte. :)

Kuscheletwas

So jetzt hab ich euch mal ein bisschen unterhalten, statt zu jammern oder sehnsüchteln. Gewöhnt euch nur nicht dran. :)

Verzweiflung

Juli 24th, 2014

Ja, es mag abgedroschen klingen und ich neige tatsächlich zu bodenloser Übertreibung, aber was ist nur los? Ich fühle mich so ausgelaugt. Und ja ich nage am Verlust meiner Fantasien und Hoffnungen, die ich von dieser und der kommenden Zeit gehabt hatte.
Nachdem ich bereits letzte Woche beim Zahnarzt war und das ein quasi altbekanntes Problem war, bekam ich gestern so ein Ziehen, andere Seite und oben- ein bißchen Abwechslung :/ Ich wollte abends Zahnseide nehmen, hätte ja sein können, dass sich etwas zwischen die Zähne verirrt hat. Dann schlief ich eigentlich ganz gut (nach einem wirklich schönen Tag!), wunderte mich über meine Müdigkeit die letzten Tage und wachte mit Zahnschmerzen auf. Ich überlegte noch gleich zum Zahnarzt zu gehen, aber es blieb ja die Hoffnung, dass das Zahnfleisch einfach entzündet ist. Aber es ließ mir keine Ruhe, die Schmerzen wurden trotz Kamille nicht besser, ich wurde unruhig, rasselte mit Ben aneinander und motzte dann den Mann am Telefon an, er möge jetzt heim kommen- es würde nun reichen, mein Limit wäre leider erreicht (mal wieder nicht ohne Schuldgefühle) einen Tag vorm Geburtstermin, unter der Auflage ich bekäme gleich einen Termin beim Arzt. Und den Termin bekam ich und lief mit zwei Kindern eben dorthin, Tom wurde also von seinem Papa abgeholt. Ich nahm auch eine Tablette, was schon etwas heißen mag. Und natürlich ist da auch große Enttäuschung. So bekommt man eben kein Kind. Morgen ist schon wieder Freitag und dann Wochenende, so Schmerzen lassen sich nicht aufschieben.
Also dachte ich noch, man würde mich vielleicht wieder wegschicken. Aber nein, es ist die Wurzel eines Zahns, bei dem schon einmal die Füllung raus musste. Und auch DER Zahn. DER Zahn ist der Zahn mit dem ich zu kämpfen hatte, als ich damals unser Bauchbaby beerdigen musste. Ich war noch im Krankenhaus als die Schmerzen wieder(!) groß wurden, nahm Tabletten und hatte damals (m)eine (erste) Wurzelspitzenresektion einen Tag vor der Beisetzung. Diese Schmerzen und alles rund um das Ereignis werde ich nie vergessen. Es war einfach furchtbar. Dieser Zahn also. Er eitert, ist nun offen. Und so fühle ich mich auch. Verletzlich. Wund. Und ich bin an so einem Punkt. Ich soll nun abwarten und kann nur hoffen, dass das Offensein allein hilft, damit der Druckschmerz weg ist. Ich unser Kind bekommen kann und dann gibt es nichts mehr zu verschieben, wenn Anton da ist, muss ein Röntgenbild her. Und wenn ich Pech habe, großes Pech muss er raus dieser Zahn und mittlerweile wäre mir das egal, nur bräuchte ich dann mit meinen 30 Jahren die dritte Brücke. Ich heule. Ich mag unseren Sohn bekommen, ohne Zahnschmerzen. Ich mag ankommen, kurz heilen dürfen, bitte das.
Und auf der anderen Seite komme ich mir albern vor, weil wir es hier so gut haben. Niemand hungert, keiner um sein Leben fürchten muss. Aber erklär das jemand meiner Seele, meinem Herzen…

Und nun den nächsten Arzttermin organisieren, denn seit gestern habe ich am Bauch eine wunde, gerötete Stelle. Bisher half keine Selbstbehandlung. Und ich las von Studien, die einen Zusammenhang mit Totgeburten feststellen und welche ohne. Es wird nicht besser. Ich hab Angst um Anton.

Es mag kindisch klingen, aber SO hatte ich mir das alles nicht vorgestellt. Ich kann nur noch daran denken, Anton im Arm zu halten, munter.

Lassen Sie mich durch! Ich bin höchstschwanger und voller Hormone!

39+5

Juli 23rd, 2014

Ein letztes Mal reguläre Vorsorge gehabt. Alles was jetzt käme ist spontan organisiert. Anton ging es heute gut, laut Ärztin. (Der Gebärmutterhals ist verstrichen und der Muttermund 1-2cm geöffnet.) Sein Kopf liegt weiterhin in Startposition, obwohl ich davon nicht so wirklich überzeugt bin, weil er wie sein Bruder Ben irre aktiv ist. Teilweise habe ich das Gefühl, dass er noch mal kurz quer im Bauch liegt, das sieht dann halt sehr verdächtig danach aus und bei Ben hat es auch keiner bemerkt bis ich abends im Krankenhaus lag und die Hebamme hautnah mitbekam, wie der kleine Mann sich von Quer- in Beckenendlage bewegte. Ich merke da wirklich einen großen Unterschied und habe hier und da tatsächlich Angst, ihm könnte bei dem Getobe etwas Schlimmes passieren oder aber die Geburt sich weiter hinaus zögern, Bens Geburt war ja jetzt auch nicht ganz ohne. Ich weiß viele Mütter sagen ihre Kinder wären aktiv, aber da gibt es wirklich nichts dran zu rütteln, wenn sogar erfahrene Hebammen und Ärzte unter der Geburt staunen, was das Kind da veranstaltet und erst wenn es Lust hat den Kopf ins Becken bewegt und mit einem Mal durch rutscht, aber nicht ohne kurz stecken zu bleiben mit den Schultern. (Ben als Mensch ist ja auch eher ein Flummi auf zwei Beinen. :) )
Drei von unseren fünf geborenen Kindern waren zu diesem Zeitpunkt der Schwangerschaft schon auf der Welt, die anderen Zwei kamen ungefähr 6 und 9 Tage nach dem Termin, wobei es bei Tom nicht gut berechnet wurde meinem Gefühl nach. Ich habe nämlich einen sehr langen Zyklus, das wurde damals nicht berücksichtigt.

Seit heute Nacht weiß ich, dass wir einen kleinen Löwen bekommen werden, was ich wunderschön finde, weil jedes Kind immer noch sein eigenes Sternzeichen hat :) Ich bin gespannt auf den kleinen Wirbelwind in meinem Bauch zu dem das Sternzeichen ja super gut zu passen scheint, zumindest dem nach, das ich fühle. (Wir haben einen Skorpion, einen Widder, einen Fisch, eine Jungfrau und einen Krebs. Sind beide Wassermann und Waage.)

Trotzdem ich schon fünf Kinder spontan geboren habe, merke ich Aufregung um die Geburt. Dabei ist es nicht die Geburt an sich, die mich beschäftigt, da finde ich wieder total faszinierend wie egal mir das ist. Es wird weh tun, es wird vorbei gehen, danach ist das kleine Wunderwesen aber da, mitten unter uns. Was mich beschäftigt ist, auch wenn es lustig klingen mag, ob mit mir alles stimmt, mit ihm, warum es sich jetzt doch so zieht. Kann ich überhaupt Wehen selber produzieren oder habe ich einen Wehenschwäche? Kann Anton kein Startsignal geben? Das sind Fragen und Sorgen und Nöte, die ich so habe.

Ich mach mich in der Regel nicht mehr verrückt. Der Drop ist so gut wie gelutscht, der Keks zerbröselt, in wenigen Stunden ist es nur noch ein Tag, der uns vorm Termin trennt und ob wir dann noch drüber gehen, wird dann auch schon irgendwann egal sein :)
Und je mehr Wochen vergehen, desto mehr kleine Puzzleteile fügen sich zusammen, von jeder Schwangerschaft war jetzt etwas dabei und doch ist er noch einmal ganz besonders.

Aber dieses Bild von unserem Baby, unserem Bündel Leben, das bekomme ich nicht mehr aus dem Kopf. Ich kann es nicht glauben, dass wir noch einmal so beschenkt werden sollen und freue mich so ohne Worte dafür finden zu können genau darauf.
Die Kinder sind unglaublich! Reden die ganze Zeit von Anton, davon dass sie sich auf ihn freuen, wünschen mir Schmerzen und Wehen an den Hals und sind jeden Tag aufs Neue enttäuscht, wenn ich “noch da bin”, sie abhole usw. Das ist ein unglaublich tolles Geschenk! Und ich freue mich auf die Zeit, die jetzt vor uns liegt.

Viele geben lieb gemeinte Tipps wie Treppen laufen und viel Bewegung, aber zum Einen sollte das nur soweit betrieben werden, dass ich keine allzu großen Schmerzen habe und den Betrieb weiter am Laufen halten kann und zum Zweiten, was glaubt ihr was ich hier mache? Ich versorge seit Wochen fünf Kinder hochschwanger allein, den ganzen Tag über. Ohne Hilfe. Ich wuchte Wäsche, ich putze, ich laufe Treppen im Haus und bringe Zeug von einem zum anderen Ort und hole Kinder vom Kindergarten ab, teilweise zu Fuß. Langweilig wird mir jedenfalls nicht. Ich sitze hier nicht im Schneidersitz und warte. Ich warte eher darauf, dass ich ein Baby bekommen darf, um mich dann mal auszuruhen :)

Morgen geht Tom noch einmal in der Schule schnuppern, Ben darf/muss dafür zu Hause bleiben, danach sind es für die Kindergartenkinder auch nur noch fünf Tage bis zum Jahresende. Für die Schulkinder mit morgen eingerechnet nur noch vier Schultage, von denen sie nächste Woche schon nur noch die leichte Version mitbekommen. Am Donnerstag nächste Woche werden die Vorschulkinder aus dem Kindergarten geworfen und wenn Anton nicht morgen oder übermorgen schlüpft werde ich nicht dabei sein, wenn das passiert- komisches Gefühl. Am Montag sind zwei Abschiedsfeste gleichzeitig in der Schule und dazu habe ich schon die liebste Oma eingeladen, weil wohl auch das nichts mehr wird, selbst wenn ich dann noch schwanger bin, werde ich mir das nicht antun, denke ich. Die Hebammen- Oma kommt Samstag aus ihrem Urlaub zurück, meine Ma feiert Sonntag ihren 50. Geburtstag. Wäre Anton deutlich eher geschlüpft, hätte ich überlegt sie spontan doch zu besuchen, aber so bin ich leider auch dort nicht dabei. Die Welt dreht sich weiter, ob mit Kugelbauch oder Babykuscheln. Und wenn ich nur einen Wunsch frei hätte, dann das er den Weg zu uns findet bis Montag, denn mir reicht schon der Gedanke, dass so alles gut wäre, wir mit einem drei Wochen alten Bündel 1000km an die Ostsee fahren. Noch kleiner bräuchte er ja dann nicht weiter sein.

Kleinster Sohn um dich kreisen grad so viele liebe Gedanken… Ich bin mehr als gespannt, wann du endlich bei uns ankommst. Ich liebe dich so so so sehr!

Ein letztes Mal?!

Juli 20th, 2014

Für uns passte es heute einfach gut, ein paar belegte Brötchen und unsere Badesachen zu schnappen, um nach dem langen Aufbleiben der Kinder gestern Abend beim Straßenfest heute den Vormittag zu nutzen, wenn sie noch gut drauf sind, es nicht zu heiss ist und ins Freibad zu gehen.
20 Minuten nahm ich mir dann Zeit, stahl mich davon und ging ein paar Bahnen schwimmen. Purer Luxus und unvergleichlich schön nach der langen Pause. Nachdem ich das erste Mal in diesem Jahr schwimmen war, bekam ich vorzeitige Wehen und durfte nicht mehr. Jetzt steht die Geburt (hoffentlich) kurz bevor und auch dann werde ich nicht mehr groß dazu kommen ins kühle Nass zu hüpfen. Ich habs genossen und auch wenn etwas Wehmut bleibt, als ich heute ein winzig kleines frisch geschlüpftes Baby sah, da überfraute es mich komplett und ich bestand nur noch aus Hormonen, bereit sogar jetzt und hier im Freibad unseren Sohn zu bekommen.

Aber er kam nicht. Auch heute nicht. Und Himmel, was zergehe ich vor Sehnsucht und Aufregung für diesen kleinen Menschen… Ich vermiss ihn so sehr. Diesen Jungen mit dem ich 24 Stunden eins bin, der immer da ist, aber den ich einfach kaum kenne und dennoch so liebe…

39+0

Juli 18th, 2014

Ich komme mir vor wie eine Katze oder ein anderes Tier, dass durch die Gegend stromert, auf der Suche nach einem geeigneten Platz für die Niederkunft. Nur das es bei mir nicht an dem richtigen Platz mangelt, sondern gefühlt an der Zeit.
Meine Schwiegermama ist eine der Hebammen die sagen, dass die Frauen nur nieder kommen, wenn es passt, zum Beispiel, wenn die Lieblingshebamme Dienst hat oder oder.
Jetzt wird es viele Frauen geben, die eifrig oder selig zustimmend mit dem Kopf nicken, andere schütteln vielleicht heftig mit demselben, weil ihr Kind mitten im größten Chaos den Weg ans Licht der Welt gesucht hat…

Vielleicht behält sie am Ende recht und Anton bleibt in meinem Bauch bis sie zurück aus dem Urlaub ist, das wäre nächsten Samstag, vielleicht aber auch nicht und es ergibt sich an anderer Stelle ein geschützter Rahmen, um mir Zeit zu nehmen dieses Kind zu bekommen.

Zeit ist in einer Familie wie unserer ein sensibles Konstrukt. Zum einen für die Seele, wie das Erreichen einer bestimmten Schwangerschaftswoche, nur damit das Kind im Bauch optimale Vorraussetzungen für das Leben ausserhalb des Mutterleib hat, so wie es bei uns der Fall war. Ich weiß nun rückblickend warum ich so nieder geschlagen war nach dem Erreichen der 37+0. Mein Ziel war erreicht, ich war mental erschöpft und es passierte nichts. All die Sorgen lösten sich auf und ich musste mich selbst neu finden in meiner Rolle als ganz normale Hochschwangere. Als die 38+0 dann erreicht waren, wusste ich intuitiv, dass unser Sohn nicht deutlich eher kommen würde, ich entspannte mich. Einzig und allein die Schmerzen machten mir einen Strich durch die Rechnung.
In dieser Woche gab es noch einmal viele Termine und nachdem am Montagabend mit Schmerzen so ein weiterer Höhepunkt erreicht war, ebbte alles wieder ab und ich hatte Energie für die Woche. Bis gestern.
Der andere Zeitfaktor in unserer Familie ist pures Management. Wir haben unseren Sommerurlaub legen müssen ohne zu wissen, wann unser Sohn den Weg zu uns findet. Wir fahren Mitte August ab. Je älter er zu diesem Zeitpunkt sein wird, umso besser für ihn nehme ich an. Aber natürlich auch für mich. Als frühe Wöchnerin möchte ich nicht über 12 Stunden ans Meer fahren. Optimal wäre, wenn die Geburt um die 4 Wochen her wäre, dann hätten wir beide genug Zeit gehabt einander zu finden, in der Welt anzukommen und zu heilen.
Wir haben dann vor als Familie 4 Wochen weg zu sein in der Elternzeit des Mannes. Wenn wir zurück sind, ist einen Tag später die Einschulung des Vorschulkindes und dann geht der Alltag wieder los. Gut geplant in Theorie. Jeder Tag zu früh geboren hätte bedeutet, der Mann hätte noch zusätzlichen Urlaub nehmen müssen, um die restlichen Ostseetage abzudecken. Jeder Tag den Anton im Bauch bleibt, entspannt die erste Schulwoche aber macht es auch schwieriger und anstrengender mal eben 1000km weg zu fahren.
Um mich für die Geburt zu entspannen war ich dann gestern bei meiner Zahnärztin. Die mir meinen Verdacht bestätigte, nämlich dass nur weiterhin mein Weisheitszahn, der unten quer liegt für meine Schmerzen verantwortlich sei. Naja fast, sie erwähnte nun erstmalig und nebenbei, dass der Zahn davor schon Karies hätte, weil sich dort ja Bakterien sammeln zwischen beiden Zähnen. Und sie erwähnte das erste Mal, dass ich das ja hätte durch aus auch schwanger machen lassen können. Also den Weisheitszahn raus operieren lassen und den Backenzahn behandeln, nun wäre ihre Empfehlung und sie sagte das als sei es ein Klacks, dass ich das nun eben mit frisch geschlüpften Baby machen müsste, am besten gleich eine Woche nach der Geburt.
Man kann sich glaube ich nicht wirklich vorstellen, welche Gedankenzüge da alles gleichzeitig abgefahren sind. Zum einen natürlich mein eigener Zug, voller Hoffnung und Sehnsucht nach Ruhe im Wochenbett und Genuss! Das ist eine einmalige Zeit und ich mag in Ruhe ankommen und Heilen. Ich habe große Schmerzen nach der Geburt, die Nachwehen werden mir wieder stark zu schaffen machen. Ich mag mich dann nicht nebenbei in eine Arztpraxis quälen, dort warten, mich ein bißchen aufschneiden lassen, an mir rumpulen und einen quer liegenden Weisheitszahn womöglich teilen und entfernen zu lassen, um dann Heim zu gehen und die ersten 24 Stunden wimmernd die nächsten Schmerzen auszuhalten. Während ich Schmerzmittel brauche, die nicht unbedingt ideal für mein winziges Baby sein werden. Damit wäre es dann nicht mal getan. Ich müsste eine Woche heilen, um dann zur Zahnärztin zu gehen, die dann ihren Behandlungsplan starten würde. Was vielleicht mit einem Termin nicht erledigt ist, denn der Zahn reagierte nicht mehr groß auf Kälte, ich bin da nicht sehr zuversichtlich. Genau das wollte ich alles nicht. Das ist mein größter wunder Punkt, was hab ich da schon durch? Jedenfalls ab von all diesem emotionalem Balast bleibt auch hier nur ein winziges Zeitfenster, denn wir fahren ja weg, vier Wochen und mit “Pech” bleiben davor nicht mal ganz drei Wochen Zeit sich um die Zähne zu kümmern.
Natürlich möchte ich auch nicht, dass die Schmerzen schlimmer werden und ich am Ende meinem Kleinstbaby immer zu durch die Muttermilch Schmerzmittel mitgebe, damit ich die Tage aushalte. Aber meine Familie braucht diesen Urlaub! Es ist der erste überhaupt in diesem Jahr und jeder einzelne hat ihn verdient! Also hängen wir in der Luft, anrufen muss ich in der Praxis aber eh noch und nachfragen, ob die nicht auch Schließzeiten im Sommer haben.

Als ich dann gestern Heim kam und meine Gedanken sortieren wollte, dann der schlimmere Schreck: Unser Vorschulkind wäre im Kindergarten einfach so umgekippt. Einfach so. Der beste Vater meiner Kinder, kam dann also doch wieder sofort nach Hause, schnappte sich das Kind, dass die Erzieherinnen zu uns gebracht hatten und fuhr zum Kinderarzt, wo das Kind gründlich untersucht und ein EKG geschrieben wurde. Nun stand die Theorie im Raum es könnte ein Darminfekt gewesen sein und das Wasser im Körper hätte sich dort gesammelt und zum Kreislaufzusammenbruch geführt haben, aber außer ein paar Toilettengängen morgens, hatte er nichts mehr weiter. Alles sehr seltsam und auch das erste unserer Kinder, das erste Mal so generell, dass eines unserer Kinder einfach ohnmächtig wurde. Auch das führte dazu, dass ich gestern um dieses Kind schlich, es immer wieder ansah und hoffte, es möge nichts mehr passieren. Man steckt einfach nicht drinnen, man weiß nicht was los ist und es ist alles so neu. So verpasste das Vorschulkind die Übernachtung seiner Kollegen im Kindergarten und das Frühstück heute morgen, was ihn sehr mitnahm, auch wenn er versuchte tapfer zu sein. Der Kindergarten hat heute dann also zu und meine drei Jungs sind daheim. Ich bin immer noch ein bißchen vorsichtig und weiß, die Zeit macht das schon. Je mehr davon vergeht, umso besser fürs Mamaherz.

Aber was eben bleibt, ist dieses Gefühl: Wo soll man denn da ein Kind bekommen? Und so stromere ich weiter wie ein trächtiges Tier auf der Suche nach einem stillen Ort, Ruhe und Geborgenheit… Ich spüre, dass sich mein Körper vorbereitet, auch wenn ich das nicht mal so genau benennen kann, aber die Geburt steht bevor, wann ob in Tagen oder eineinhalb Wochen werden wir sehen, aber es tut sich was.
Morgen ist hier Straßenfest, das Tochterkind ist schon wieder bei einer Geburtstagsparty eingeladen, nächste Woche gibt es auch noch ein paar Termine, aber nichts was ich nicht gern abgeben tät…
Ich merke wie ich mich nach Rückzug sehne und einfach nicht finde, ich habe dann regelmässige Wehen, plötzlich fällt mir wieder was ein und sie hören auf. Die innere Unruhe wächst somit und ich spüre auch wie meine Nerven immer dünner werden, weil sich das eine oder andere verdammt falsch anfühlt und ich doch eigentlich unser Kind willkommen heißen möchte. Ein Wunsch mit dem ich natürlich nicht allein bin, alle hier sind aufgeregt und reden jeden Tag von Anton… Wartend und voller Liebe…

38+0

Juli 11th, 2014

Ich betrachte meinen Bauch ganz bewusst. Eine sich langsam wiederholende Bewegung fällt mir auf, sein Atem oder sein Herzschlag oder nuckelt er am Daumen?
Irgendwann wird er sich auf den Weg machen, ganz bestimmt, eine Frage von Tagen und nur noch 10 Arbeitstage liegen vor mir, die ich ganz allein bewältigen müsste.

Startet morgen das vorletzte Wochenende zu siebt? Oder doch schon das Letzte? Wirst du noch mit einer Eins am Anfang geboren oder doch mit einer Zwei oder Drei oder überrascht du uns am Ende alle und kommst erst im August? Wirst du auch noch ein Krebs wie Emil einer ist oder doch ein Löwe wie meine Mama? Werde ich dich so bekommen wie alle anderen oder wird diesmal ein Kaiserschnitt nötig sein? So viele Möglichkeiten.

Wie wird es sein unseren Sohn zu bekommen? Wird es ein schöner runder Tag, wie der gestern an dem ich ganz viel innere Kraft habe dank meiner wunderbaren Familie an meiner Seite? Oder werde ich müde und gereizt sein? Abgehetzt?
Ein Tag unter der Woche oder am Wochenende? Wird es in der Nacht losgehen? Oder am frühen Morgen? Am Abend, wenn ich zur Ruhe komme? Ganz plötzlich und unerwartet oder sich abzeichnen, sich einschleichen wie bei Geburten davor? Werde ich sicher sein, dass es genau jetzt passiert oder wieder unsicher?
Wie wird es sein, wenn sich unser Sohn für die Welt entscheidet und wir Abschied von dieser Zweisamkeit nehmen, um in eine andere einzutauchen?

Immer öfter sind Bilder in meinem Kopf, wie ich wieder aufstehen kann ohne Schmerzen, wenn die Kinder gerade hier unten im Wohnzimmer wuseln und basteln, meine Hilfe brauchen- ich werde dann ein Baby im Arm halten. Ich möchte so gern endlich unseren Sohn in den Armen halten. Und nie mehr loslassen.

Anton, wir warten auf dich. Lange kann es nicht mehr dauern und mit jedem Tag, der vergeht wächst die Wahrscheinlichkeit, dass ich dich plötzlich im Arm halten kann. Und je mehr Tage verstreichen, je näher dieser Tag kommt, desto aufgeregter und vorfreudiger werde ich.

Und wenn deine Geschwister dich unter meinem Herzen streicheln, von dir sprechen und dich herbei sehnen, dann macht mein Herz vor lauter Glück beinahe einen Purzelbaum. Lass uns vielleicht nicht mehr allzu lange warten. Wir lieben dich!

… nichts geht mehr …

Juli 10th, 2014

Nachdem ich gestern unter Tränen einschlief und sehr frustriert war, wachte ich frisch und munter wieder auf, der letzte Tag der 38. Woche lag vor mir und im Herzen schwang so ein “dann eben nicht”.
Ich machte der Tochter noch die Haare und merkte schon beim Aufstehen aus der Sitzposition, wie mir der Schmerz nach unten schoß. Das Anziehen glich einer kleinen Odyssee, aber irgendwie schaffte ich es schleichend, manchmal inne haltend und unter Schmerzen noch zur Haltestelle, um die Schulkinder wegzubringen.
Zu Hause hoffte ich dann auf Besserung, wie es ja auch schon öfter der Fall gewesen war. Ich ließ es ruhig angehen, ganz bewusst, aß ein kleines Frühstück, nur Laufen ging nicht. Nicht ohne Schmerzen. Ich wurde fast verrückt. Heute, wo es mir soweit endlich mental besser geht, dann Schmerzen? Ich hielt engen Kontakt zum Mann, veratmete auch die eine oder andere Wehe, die in den letzten Tagen immer öfter oder sogar Stunden am Stück kommen und wieder gehen. Ich legte mich jammernd ins Bett, dort ließ es sich auch aushalten, aber sobald ich aufstand, weil Emil um mich herum wuselte, krümmte ich mich.
Ich hatte so ein unglaublich schlechtes Gewissen und fühlte mich so blöd, wegen so etwas den Mann heim zu holen, denn ich hatte ja keine regelmässigen Wehen. Aber es schoss so stark vorn und hinten im Unterleib und die Beine runter. Klar, der kleine Bauchmensch ist schwer, aber irgendwie liegt er ungünstig oder oder… Mein Plan war dann auf den Mann zu warten und in den Kreisssaal zu gehen, denn ich meinte mich zu erinnern, mal akkupunktiert worden zu sein wegen Rückschmerzen. Beim Ankündigen am Telefon sagte die nette Hebamme aber nur, dass sie zwar schauen könnte, ob die Geburt losgehe, aber machen könne sie gar nichts. Ich solle Schmerzmittel nehmen, hieß es und sie nannte mir auch gleich mal die tägliche Höchstdosis. Mit solchen Vorschlägen kann ich leider gar nichts anfangen. Ich versuche auf Medikamente soweit es geht zu verzichten, weil sie alle noch beim Kind landen, mir macht das kein gutes Gefühl und schon mal gar nicht den ganzen Tag über. Ich soll mich entspannen und ausruhen, vielleicht ein heißes Bad nehmen.
Das sind ja wirklich schön runde Vorschläge, aber selten zu realisieren, denn Mutterschutz fällt aus, obwohl ich in dieser Schwangerschaft wieder einmal merkte, wie traumhaft es wäre, der Mann könnte mich ohne finanzielle Einbußen schon vor der Geburt unterstützen, gerade in den letzten beschwerlichen Wochen. Final wurde die Hebamme witzig (mein Humor ist gerade manchmal unterwegs) und meinte, da würde nur eine Entbindung helfen… An den Satz, kaum gehört, konnte ich mich erinnern, den hatte ich schon einmal vernommen.
Nun gut, ich hatte heute ganz viel Zeit um Kraft zu sammeln für morgen und die kommenden Tage vielleicht auch noch, das Wochenende ist zum Greifen nahe und ich werde eventuell wenigstens für mittags und das Abholen und Einsammeln der Kinder eine Schmerztablette in Erwägung zu ziehen.
Fakt ist, die Frau Kassiopeia geht ein bißchen kaputt, sieht seltsam beim Laufen aus, krümmt sich hier und da, ohne dass ihr noch was peinlich sein könnte und veratmet Wehen immer öfter auch vor Freunden- ohne große Freude.
Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, dann mehr von diesem positiven emotionalen Gefühlen, dann sind es wirklich ab morgen “nur noch” 14 Tage zum Termin, den ich hoffe nicht mehr zu erreichen wie in den letzten beiden Schwangerschaften, aber mein Gefühl sagt mir in dieser vor mir liegenden 39. Woche passiert jetzt nichts mehr, vielleicht hört dann das “Warten” auch auf. Was gar nicht so einfach ist, dieses nicht immerzu in sich horchen, wenn man über Stunden regelmässige Wehen hat, aber bisher schätzte ich diese ja leider ganz gut ein…

Kurzfassung: Endlich geht es mir mental wieder besser, nur werden die Schmerzen schlimmer und machen etwas mürbe.