Romantik in der Ehe

Juni 16th, 2016

Er aufm Sprung die Kindergartenkinder wegzubringen, ruft ihr, ebenfalls mit Schulkindern aufm Sprung liebevoll zu: „Ich hab dir schon mal das Putzmittel hochgestellt, damit du dich mit Zelda nicht bücken musst!“ <3 #Vorbesuchsputzen

Unsere Telefonzelle

Juni 10th, 2016

Ein Relikt aus beinahe vergessenen Zeiten: die Telefonzelle. Ein kleiner viereckiger Kasten, der ausgestattet mit einer Tür etwas Privatsphäre bot. Abgelöst durch unsere Mobiltelefone, findet man kaum mehr eine solche in freier Wildbahn. Ausser bei uns. Wir haben unsere eigene Telefonzelle.
Denn nicht nur, dass schon der Gedanke ans blosse Telefonieren reicht, um mich zu stressen, gerade bei Familienfremden, ich es vermeide wo immer es nur geht und durch WhatsApp und Email ersetzt habe, ich kann gar nicht einfach so frei sprechen, weil etwas seltsames passiert, sobald ich etwas aus Plastik an mein Ohr halte: Es wird laut! Ganz plötzlich! Ich habe das nun über ein Jahrzehnt ausgiebig getestet und es stimmt, es geht nicht mehr. Sobald das Läuten verstummt und ich gespannt in den Hörer lausche, egal wie still es zuvor war, auf einmal wird gestritten, geschlagen, gefühlt erzählen ein dutzend Kinder wie ihr Tag war, der Feueralarm geht los, ein Sturm zieht auf, es klingelt ein Nachbar oder der Paketbote. Oder alles gleichzeitig. Und weil man ab und zu trotz Phobien telefonieren muss oder gerade deshalb und ich immer noch keinen Mothers Room habe, ging ich dazu über mich ins Gästelklo einzusperren. Und weil das so genial ist, so revolutionär sich in die hauseigene Telefonzelle zurückzuziehen samt Toilette, die anscheinend früher da draussen immer fehlte, anders kann ich mir diesen Geruch nicht erklären, sieht man in diesem Haus auch Menschen unter 30 mit dem Plastik am Ohr darin verschwinden, da oh Wunder, diese Wesen genauso wenig telefonieren können, weil Sturm, Paketbote, Feueralarm und fliegende Äffchen, wie die Menschen über 30 ;)

Von Reisepässen

Juni 7th, 2016

Sieben Wochen ist Zelda nun alt und am Montag stand meine Abschlussuntersuchung beim Frauenarzt an, sogar Blut nahm man mir noch mal ab. Seltsam war es, denn die Besuche waren in dieser zehnten Schwangerschaft spärlich ausgefallen. Schön war es hingegen mit Zelda da zu sein.
Im Vorfeld hatte ich mir wahnsinnig viele Gedanken gemacht, weil es das erste große Event wieder allein ohne Mann war, mit zwei kleinen Kindern einen (intimen) Arzttermin bewältigen, nach all den Wochen mit ihm. Würde Anton aus seinem Wagen raus wollen? Würde Zelda sich ablegen lassen, damit der Arzt sich etwas ansehen könnte? Sollte ich noch extra den Maxi Cosi mitnehmen, um sie kurz ablegen zu können oder aber würde es dieses eine Behandlungszimmer sein und so unkompliziert ablaufen wie ich mir das dachte?
Als ich dann dran war, staunte der Arzt nicht schlecht, dass Zelda doch auch so schwer bei ihrer Geburt gewesen gewesen war wie ihr Bruder und schien sich zu freuen, dass die geplante Hausgeburt geklappt hatte, danach hüpfte ich auf den Stuhl mit Zelda im Sling und Anton begann beim Geräusch des hoch fahrenden Stuhls zu schreien. Ich hatte Verständnis für mein Kind, dass das vielleicht ein oder zweimal erlebt hatte und nun Angst bekam, säuselte beruhigende Worte und schaute weder auf den grauweißen, flackernden Monitor noch auf den Arzt, der mit mir sprach, sondern nur zu meinem Kind in seiner lila Kinderwagenschale, die ihn schützend umgab.
Diese kurze Untersuchung war auch schnell geschafft und ich setzte mich noch einmal auf die Liege. Als der Arzt das Ultraschallgerät auf meinen Busen ansetzte, war es bei Anton vorbei, das war ihm alles zu unheimlich. Zelda lag hingehen völlig ausgeglichen auf der Liege und schlief weiter. Zufrieden übergab mir mein Arzt den Mutterpass mit den Worten: „Hier! Ihr Reisepass!“ Wie passend, dachte ich… Eine lange Reise lag nun hinter uns und Pässe, hätte ich von anderen Reise schon einige…
Ich solle erneut kommen, wenn ich wieder schwanger wäre, sagte der Arzt lächelnd, wobei ich hingegen nur das Gesicht meines Mannes vor Augen hatte (und vielleicht auch den einen Reisepass, der oben in einer Kiste liegt, für die anderen viel zu kurzen Reisen gab es keine Pässe)… Also fragte ich, wann die nächste Vorsorge wieder anstehen würde, in einem halben Jahr, so schnell wollte wenn denn dann keine weitere Reise planen… Das Kleinkind hatte sich derweil beruhigt, das kleine Mädchen gleitete schlafend wieder in den Sling, ganz nah zu mir und während ich die Praxis verließ, war ich stolz und froh, dass ich diesen Start in den Montag, in diese Woche so gut bewältigt hatte und alles bis auf das Schreien des Kleinkindes gut gewesen war und eine Stück weit, endete ein weiterer Abschnitt meines Lebens…

Wachsende Effizienz…

Juni 4th, 2016

Mit einen frischem Baby wird man ja etwas schneller im Wirken. Immer. Zumindest ist das bei mir so. Es heißt die Zeit optimal zu nutzen.
Hat jemand gerade das Baby auf dem Arm, es ist zufrieden und glücklich und ich habe zwei Arme frei, spiele ich im Kopf sofort durch, was ich am ehesten lieber ohne Baby im Tragetuch schaffen möchte und dabei bin ich schnell, nichts hier mit gemütlich mal eben durchs Wohnzimmer schledern, nein. So also hab ich heute morgen diese Minuten zwischen das Baby von mir zum Kind oder Vater genutzt und ein Buch geschrieben, ein 5 Gänge Menü gezaubert, schnell die Weltherrschaft an mich gerissen, den Tisch abgeräumt und abgewischt, die Spülmaschine eingeräumt und angestellt, die Spüle geputzt, die Küche aufgeräumt, die Stühle hoch gestellt, schnell um und unter dem Esstisch gewischt, Blumen in die Vase geworfen und alles wieder nett drapiert, (was man so macht nach dem Frühstück) nur um mir dann doch wieder Zelda zu greifen, einzubinden und das oberste Bad zu putzen und Staub zu wischen (wie jedes Wochenende), bevor wir zu Zweit mit Anton und Zelda spazieren waren. Das darf ein Ritual werden.
Ja, vielleicht denken Sie an dieser Stelle, warum putzt die denn soviel? Hat die nichts anderes zu tun? Ist der langweilig? Muss sie nach jedem Essen um den Tisch saugen und wischen?! Jein. Müsste/sollte/könnte ich und es ist für besonders ästhetisch wohnen wollende Menschen, doch eigentlich nötig, denn wir sind verdammt viele krümelnde Menschen (auch die Erwachsenen). Mache ich aber natürlich nicht immer, denn da ist ja noch was anderes zu erleben oder zu tun. Aber kennen Sie das große Putzen nach so einem heimischen Kindergeburtstag? Wenn alles voll gebröselt ist? Ich habe hier quasi täglich Kindergeburtstag. Vier mal, wenn es ein besonders krümeliger Tag ist. Es gibt natürlich auch Nahrungsmittel, die weniger Dreck machen als andere. Aber da ich gern täglich unsere Wäsche auf dem Esstisch zusammen lege, ist es doch ganz schlau, wenn der Boden nicht allzu dreckig ist, denn mir fällt ja auch mal was runter. Und wenn dann das saubere weiße Tshirt in die Reste der Blaubeermuffins fällt, ist das nicht allzu effizient. :)

Zeichen und Wunder…

Juni 1st, 2016

Stehen bleiben und auf die Seele warten, die den Körper wieder einholen muss, manchmal fühlt es sich genau so an. Überwältigt vom Anblick unserer kleinen Tochter. Manchmal ehrfürchtig erstarrt, versuchend das Wunder zu begreifen…

In diesem Jahr grub ich meine Füsse das erste Mal in den Pfingstferien in den Sand, vor einem Jahr wanderte ich meinen Gedanken nachhängend schon Ostern hier am Strand auf und ab…
Meine Arthritisdiagnose war damals noch neu für mich, ich war mitten dabei abzustillen, früher als ich es mir gewünscht hatte. Tagsüber bekam Anton nach vielen, vielen Wochen des Anbietens jetzt immerhin schon die Flasche. Auf den Weg in den Urlaub war mein Rucksack auf einmal voll mit Glasflaschen und Milchpulver in Portionen. Es war viel zu früh dafür und gleichzeitig so weit weg. Die Stillkinder hatte ich so spät abgestillt, dass niemand mehr eine Flasche gebraucht hatte. Zuletzt rührte ich 2009 Flaschen für Tom an, mein drittes und bis dahin letztes Flaschenkind. Gewünscht hätte ich mir eine lange Stillzeit, so war das nicht mehr möglich. Ich hatte das rasche Stillende abgetrauert und dieses Loslassen hatte mir viel abverlangt, nun lag die Ungewissheit direkt vor mir. Würde ich die Medikamente vertragen? Oder doch nicht? Würden sie mir helfen oder bräuchte ich gar das andere, stärkere Medikament? Was passierte da eigentlich mit mir? Immer wieder drückten meine Knie, oft andere Gelenke, die Hände, die Hüfte… ich hatte bisher nur Spritzen bekommen, aber was lag da vor mir? Diese Unsicherheit war gross, das Fragezeichen mit dem ich meinen Körper betrachtete auch. Immer wieder lauschte ich in mich hinein, oft ängstlich. Schlimmer aber vielleicht als die Verantwortung trotz allem weiterhin eine liebevolle Mama zu sein, war für mich die quälende Frage, würde ich je wieder Kinder bekommen können oder wäre das das Ende unserer Familienplanung, so fremdbestimmt? Unter dem stärkeren Medikament wäre ein Baby nicht ohne weiteres möglich, gar nicht. Die Nebenwirkungen sind katastrophal. Ich hatte mich zusammen mit meiner Ärztin genau deswegen für die sanftere Methode entschieden, aber würde das ausreichen, mir helfen? Könnte ich mit der Antwort „nein“ auf diese Frage gut leben? Mein Herz wog schwer in diesen Tagen… Denn das Glück lag ja jeden Tag vor mir, meine Familie, mein Mann, meine Kinder in diesem Urlaub, ich hätte gern noch mehr von diesem Wunder, diesem Glück gehabt… Noch mehr Kinder.
In all diesen Gedanken- und Gefühlswirrwarr fand ich einen Stein beim Spazierengehen am Strand. Als ich in sah, dachte ich sofort an einen Embryo. Ich betrachtete ihn oft und fragte mich insgeheim, ob das ein Zeichen sein könnte. Ich nahm ihn mit nach Hause, diesen magischen Stein und legte ihn mir ins Bad, direkt neben meine Zahnbürste, dort sah ich ihn jeden Tag, mehrmals. Mit Faszination und Ehrfurcht betrachtete ich ihn.
Diese langen Tage, in denen ich auch nachts aufhörte zu Stillen, das Medikament zu nehmen begann, mir immerzu Blut abnehmen liess, um zu schauen, ob ich es vertrug und gleichzeitig hoffte, es möge mir helfen. Ich bekam einen Zyklus, weil ich nicht mehr stillen konnte, zaghaft noch… Der Körper war frei, ich hatte etwas abgenommen und minimalst Sport betrieben, um meinen Gelenken zu helfen, ich fühlte mich wohl in meiner Haut. Und dann plötzlich in dem schönsten Freibad- Sommer mit meinen Kindern hatte ich einen wie immer sehr schmerzhaften Eisprung und zählte… Oh ja, da könnte jetzt etwas Zauberhaftes passieren und das tat es. Ich fühlte es, ich ahnte es, ich wusste es schliesslich, erzählte dann dem Mann davon und fuhr vier Wochen mit meiner Familie in den Sommerferien erneut ans Meer, Anfang der sechsten Woche. Bepackt mit all den Zaubermitteln, die ich einnehmen wollte und musste- und meinem Stein. Hoffend, Zuversicht suchend. Und fuhr nach vier Wochen zwar angespannt, aber glücklich, noch immer schwanger wieder nach Hause. Und blieb schwanger und wurde runder und immer runder, bis wir Mitte der Schwangerschaft erfuhren, wir bekämen eine Tochter. Darüber hinaus hofften wir weiter, dass sie gesund sei, wegen der Tabletten, die ich eingenommen hatte, denn mir ging es bis auf zwei, drei Einbrüche dank der Hormone, die mein Rheuma positiv beeinflussten, wunderbar. Der Fokus lag immer beim Mädchen, das wuchs und wuchs, weitere 20 Wochen und kam schliesslich vor sechs Wochen auf diese Welt. Der Stein blieb und bleibt. Und kam auch dieses Mal mit an die Ostsee. Dort entstanden -etwas mehr als ein Jahr nach dem Entdecken des Steins- diese Bilder.

Von Wehmut

Mai 14th, 2016

In der Nacht vor unserer Abreise ans Meer, konnte ich kaum schlafen… Zu viele Gedanken kamen und gingen und es blieb diese Wehmut. Wenn ich dieses Haus nach dem Aufwachen verlasse, würde ich das Wochenbett hier lassen, all die erste Zeit zurück lassen und wenn ich zwei Wochen später käme, in ein Haus, dass Kleidung beherben würde für ein Kind, das diese niemals mehr tragen würde, hätten wir Eltern nur zwei klitzekleine winzige Tage und dann wäre ein Alltag zurück, den ich kaum bis wenig vermisst habe, in ein Leben, dass mir fremd geworden ist.
Auch wenn das Wochenbett zu halten, alles andere als leicht gewesen war, wäre es nun vorüber, der Zauber der ersten Zeit vorbei. Ich fahre mit einem Kind, dass schon vier Wochen alt ist 1000 Kilometer weit weg, um in einer Zeitblase weitere vierzehn Tage zu verbringen, die uns dann nur noch in die Wirklichkeit zurück bringen wird…
Eine Wirklichkeit vor der ich wirklich zugegeben etwas Angst habe, einen Alltag zu bewältigen, der sich fremd anfühlt und mir nicht mehr so gut passt. Denn die Wahrheit ist, nie war ich entspannter und glücklicher, als in den vergangenen sechs oder sagen wir vier Monaten, bevor dem Mann in der Probezeit gekündigt wurde. Wir hatten uns bis dahin alles mehr geteilt als zuvor, ich fühlte mich nicht mehr überfordert oder zerrissen zwischen Terminen, ich musste nicht mehr immerzu mit sechs Kindern zu Terminen ausrücken oder mit einem Kleinkind beim Arzt sitzen, um mir Blut abnehmen zu lassen, wir hatten das Privileg Zeit schubsen und uns geeigneter formen zu können, so wie wir sie besser gebrauchen konnten. Ich hatte plötzlich Zeit für Dinge, die ich in den letzten Jahren nicht tun konnte, Banales wie allein mit der S-Bahn und zu Fuß mitten an einem Freitag laut Musik hörend in einen Ikea zu fahren. Es hatte natürlich seinen Preis, dafür war der Mann am Wochenende mal nicht da oder im Ausland für eine oder zwei Nächte und ich war schwanger allein gewesen. Aber wenn ich zum Wellness fuhr mit meiner Schwiegermama und meiner Schwägerin, fehlte mir meine Familie, weil ich gar nicht erschöpft genug war, ich hatte diese Pause gar nicht so dringend nötig wie die Jahre zuvor. Es ist im Alltag einfach nicht leicht, Nischen und Zeit für sich zu finden, für Selbstfürsorge oder Psychohygiene, nein es ist verdammt schwer. Verdammt einfach ist es, sich in diesem Hamsterrad zu verlieren. Und da man wohl die beste Mama ist, wenn es einem selber gut geht, mache ich mir eben meine Gedanken über die Zeit nach diesem Urlaub…
Ferien, die ich genießen werde, weil es völlig egal ist wie viele Gedanken ich mir mache, denn der Alltag bekommt mich wieder, allein oder zu zweit mit oder ohne genossenen Urlaub. Ich denke an all die Dinge, die in den vergangenem halben Jahr zu kurz gekommen sind, weil mein Fokus auf anderen Dingen lag, einen Fokus den ich versuche nun auszurichten auf all die Dinge, die mir gefehlt haben, Freundinnen treffen wäre das Erste, das mir in den Sinn kommt. Aber ich weiß auch dieser Spagat zwischen an sich denken und jemand Liebes zum Frühstück treffen und danach losrennen müssen, um Kinder einzusammeln, Mittag zu kochen, Hausaufgaben neben Geschwisterstreitigkeiten und Stillen möglich zu machen ist etwas kompliziert- ich war zwar in den vier Monaten auch auf mich gestellt damit, aber allein dieses Gefühl, dass da noch jemand wäre, falls etwas ist… Das war schön. Auch freue ich mich auf Ruhe und Zeit für mich und meine geliebten Selbstgespräche. Genau genommen bin ich also hin und hergerissen zwischen den mannigfaltigen Vor- und Nachteilen eines Lebens, das beinhalten wird, dass der Mann und Vater von sieben Kindern morgens mit den Kindergartenkindern das Haus verlässt, um im Anschluss in die Arbeit zu fahren und abends zwischen 19 und 20Uhr erst wieder Heim kommt. Das ist einfach verdammt wenig Zeit, für uns, für die Kinder, für uns alle als Familie, auch wenn es großartig ist, sich keine Sorgen mehr machen zu müssen, wie man seine Rechnungen bezahlen soll. Dieser Mann an meiner Seite, von dem ich verdammt viel hatte in den letzten Monaten und Wochen, wird mir einfach unglaublich fehlen. ♥

Meer #Tag1

Ein von fraukassiopeia (@fraukassiopeia) gepostetes Foto am

Und weil da zwei Wochen mit ihm und den tollsten Kindern auf mich warten, zogen wir heute morgen im Dunkeln los mit dem magischem Schlüssel in der Hand, um das Zauberhaus zu besuchen…

40 Wochen, mehr oder weniger

Mai 1st, 2016

Etwas überrascht war ich, als am Donnerstag meine Hebamme meinte, sie wäre dann heute das letzte Mal regulär bei mir, ich könnte zwar jederzeit anrufen und sie wäre weiterhin für mich da, aber weil alles so prima liefe, sieht sie keine Notwendigkeit mehr zu kommen, nachdem die Tage zwischen ihren Besuchen rasch immer mehr wurden und sie vielleicht vier Mal da war? Sie hatte Recht… Die Rückbildung lief prima, die Nachwehen waren überstanden, nach einem wie immer fiesen Milcheinschuss, war auch hier Ruhe eingekehrt, Zeldas nimmt zu, ihr geht es augenscheinlich nach super, Nabel sieht gut aus und überhaupt, traf sie mich an diesem Tag Pfannkuchen backend in der Küche an.
Sie würde gern mit uns allen ein Bild machen für die Zeitung, um ein bißchen Werbung für sich und Hausgeburten zu machen, damit man sieht, dass man das auch überleben kann, sagte sie noch, aber dennoch war ich doch irritiert wie schnell das jetzt ging, wie schnell unsere gemeinsame Zeit nun vorbei ist…
Monatelang wartet man auf dieses kleine Wesen, was man noch nie gesehen, aber über Wochen gespürt hat, was in einem heran wuchs… Früh hatte ich zu meiner Hebamme Kontakt aufgenommen, war ein paar Mal in ihrer Praxis in den letzten Monaten, in letzter Zeit sahen wir uns etwas öfter, besprachen die Einzelheiten der Hausgeburt, als sich zeigte, dass dieses möglich werden könnte und nun nicht mal zwei Wochen nach der Geburt unserer Tochter sollte Schluss sein, wir würden das nun ab jetzt ganz offiziell allein schaffen, das war seltsam. Aber fühlte sich auch gut an, es kam nur so überraschend.
Normalerweise endet eine Schwangerschaft für mich dann immer formell mit dem Nachsorge- Termin für den Frauenarzt, aber vielleicht weil diese Schwangerschaft für mich besonders war, was die Betreuung durch die Hebamme betrifft, fühlt es sich diesmal mit dem Abschied von ihr so an…

Somit endete meine 10. Schwangerschaft und ich nehme viele schöne Erinnerungen mit, vielleicht vermisse ich ab und an doch den kugelrunden Bauch, aber nehme liebend gern vorlieb mit dem zauberhaften kleinen Wesen, das ich nun in meinen Armen halten darf, das wir so herbei gesehnt haben, wie die Zauberwesen vor ihr.
Ich bin verblüfft wie rasch wieder die Zeit nach der Geburt vorbei geht, wo sie doch zuvor gefühlt nur so dahin tropfte bis die Wehen endlich einsetzten. Ich bin verliebt in das kleine starke Mädchen, das zu uns gefunden hat und tapfer und mutig die Welt entdeckt, die es davor nicht kannte, jetzt während es kälter ist, Hunger dazu kam und sie alles allein machen muss, wo vorher Wasser war und jedes Bedürfnis immerzu sofort befriedigt wurde… Klein sein muss sehr anstrengend sein, ich hoffe wir machen ihr den Start ins Leben so angenehm wie möglich… für unsere gemeinsame Reise…

Lächeln!

April 28th, 2016

Einen grossen Wunsch hatte ich an meine Kinder, ein neues Foto für die Fotowand. Irgendwann schlich sich das so ein im Wochenbett ein Foto von allen Kindern zu machen samt frisch geschlupftem Küken im und ums Babybay. Diese Bilder hängen an der Wand beim Esstisch und das aktuellste Bild immer im Flur.
Das Fotomachen wird immer kniffliger, es sollte die Sonne scheinen und jedes Kind sollte da sein und dann das richtige farblich abgestimmte Oberteil parat liegen, niemand weinen oder grimmig gucken. Diesmal brauchten wir drei Anläufe für ein Foto. ;)
Aber ich glaube nun haben wir eines. Das letzte Foto dieser Art hängt nicht nur im Flur, ich zeige es Freunden, Verwandten und uralten Bekannten, wenn wir auf die Kinder zu sprechen kommen, ich habe auch einen Abzug im Rotenfaden, mit Blick auf das Wesentliche. Das ist ein Foto mit dem ich ganz viel Emotionen verbinde. Das erste Bild mit dem neuen kleinen Menschlein und das erste Bild auf dem ein grosser Teil oder aber alle Menschen meiner eigenen (Kern-) Familie sind, die ich liebe- von ganzem Herzen. Und auch das erste Mal, dass das Auge ruhen kann und Zeit hat aufzusaugen, dass da ein Mensch mehr ist… Ganz echt…
Wir machen selten Bilder mit allen Kindern, deswegen bedeuten sie mir so viel. Und mit jedem gemachten Foto, scheine ich das Glück mehr begreifen zu können.
Beim auf den Laptop ziehen, sah ich mir auch die Fotos von meinem Handy an, die wir Stück für Stück runter laden, denn das Telefon ist schon vor Zeldas Geburt voll gewesen und das wurde nun nicht besser. So viele Bilder der letzten Monate, meiner zehnten Schwangerschaft. Ich war ganz sentimental. Gerade gegen Ende des letzten Jahres, als ein wichtiger Punkt in der Schwangerschaft überschritten und der Mann immer hier war, war da Luft zum Atmen, mehr Leichtigkeit, mehr Genuss… Automatisch werde ich sentimental, wenn ich all die Fotos sehe, auch die der letzten Tage der Schwangerschaft in aufgeregter, freudiger Erwartung… Aber als da Bilder von Zelda auftauchten kamen mir die Tränen, es dauert immer etwas bis mein Herz begriffen hat, dass das kein Traum, sondern die Realität ist, auch auf die Gefahr hin mich zu wiederholen, aber wie irre (schön) das ist, kann ich immer noch nicht glauben…

image

Ich bin so unglaublich glücklich!

PS: Das ist nicht das Foto für den Rahmen, sondern schönste Nebenaufnahmen, die ich dann gern teile :)

Busenfreunde

April 27th, 2016

Als ich meine erste Tochter im Arm hielt, wollte ich sie stillen, aber irgendwie lief das alles nicht so rund, wie ich mir das vorgestellt hatte, mir schmerzte der Busen, sie trank nicht so gut, zumindest habe ich das so in Erinnerung, ich pumpte gefühlte Stunden immerzu ab, war so öfter wach als nur zum Stillen, was mich so schlauchte und natürlich kam da nicht soviel Milch zu Tage wie ich das gern gehabt hätte… Ich glaube, wir kämpften vier Wochen bis meine Schwiegermama als Nachsorgehebamme sagte, ich solle den Kampf aufgeben, gut dass wir das da gemacht haben, denn wenige Tage später war ich mit halbseitiger Gesichtslähmung im Krankenhaus… Das zweite Kind wollte ich dann nicht stillen, zu tief saßen die schlechten Erinnerungen mit der Stillerei, ich war glücklich mit meiner Entscheidung, allein schon weil ich sie getroffen hatte und nicht getroffen wurde. Ich handelte selbstbestimmt und das tat mir gut, weniger gut tat mir natürlich die Auseinandersetzung mit stillenden Mamas, wenn ich mein Zubehör auspackte, wie schon mit der Großen. Beim dritten Kind haderte ich ewig, sollte ich wirklich mit dem dritten Kind damit anfangen? Mir fehlte das, ich spürte das, aber hatte auch Angst, zwei Wochen Urlaub vom Mann und ich wäre allein mit drei kleinen Kindern, eines dreieinhalb, eines fast zwei und ein Neugeborenes. Mein Mann, meine Schwiegermama, ja auch meine Vernunft sagten „Lass es!“ und ich ließ es und bereute es leider sofort. Es war so auch kein allzu schönes Wochenbett. Dann eineinhalb Jahre später kam dann unser viertes Kind.. Im Voraus hatte ich mir auch hier so viele Gedanken gemacht, ich wollte stillen, ganz unbedingt. Mir hatte zuviel gefehlt. Ich suchte mir extra eine Hebamme, die sich auch aufs Stillen spezialisiert hatte, zudem hatte ich eine liebe Freundin an meiner Seite, die mir Mut gemacht hatte und ich war informiert, ich wusste, das würde wehtut, aber ich war zuversichtlich, dass wir beide, mein Sohn und ich das schon schaffen würden, zumindest hoffte ich das. Und die Hebamme war Gold wert, betonte immerzu wie schön wir beide das machen. Ich stillte das Kind über ein Jahr und hörte erst auf, als er nachts immerzu zubiss und ich wieder schwanger wurde. Ich mochte dann nicht mehr und auch wenn es mir fehlte, war es okay, dass wir da aufhörten, hatte es sich doch bis zum Abend eh schon ausgeschlichen. Leider verlor ich das Kind im Bauch und zwei weitere bis sich unser fünftes Kind auf dem Weg machte… Auch ihn stillte ich lang, noch länger, etwa 1 1/2 Jahre und hörte erst wieder auf als ich erneut schwanger wurde. Als ich unser sechstes Kind im Arm hielt und auch dieses stillte war ich selig, ich dachte, dass wäre doch ein guter Schnitt, drei Kinder hatten die Flasche bekommen, drei hatte ich gestillt. Vielleicht würde ich dieses dritte Stillkind noch länger stillen? Leider blieb das aus, meine frisch diagnostizierte Arthritis zwang mich zum Abstillen, wir mussten die neuen Medikamente auf Verträglichkeit bei mir Testen und nur durch die Hilfe einer tollen Rheumatologin und ihren Coritsonspritzen, hatten wir Zeit das in Ruhe zu machen, was schon schlimm genug war, denn er schrie zu Beginn schon nur beim Anblick der Flasche. Es war keine einfache Zeit, die wir am Ende aber gut gemeistert haben, wir haben uns beide an die Flasche gewöhnt, es entwickelten sich niedliche Rituale und nicht zuletzt gäbe es unsere zweite gerade geborene Tochter nicht, wenn ich nicht aufgehört hätte zu stillen, denn mein Zyklus setzte immer erst dann ein, wenn ich wirklich so gut wie aufgehört hatte zu stillen und das war mit einem 6 Monate altem Baby nicht absehbar.
Jetzt stille ich wieder, ich war vorher so gespannt, ob das alles klappen würde. Ich gebe zu manchmal war ich erleichtert noch einen Sohn bekommen zu haben hinsichtlich des Stillens, vielleicht könnten die Jungs besser bei mir trinken, als die Mädchen? Das bekommt man ja auch oft so suggeriert, ja die Jungs würden den Busen lieben, auch wenn das Hirn weiß, dass das Quatsch ist, es bleibt doch so ein letzter Zweifel hängen. Und da Zelda ihrer großen Schwester in vielem ähnlich ist, war ich sehr unruhig, als sie in der zweiten Nacht so viel schrie und mit der Vormilch nicht satt und glücklich wurde, wie ihre Brüder zuvor, ich machte ihr mit Antons Pre- Milch sogar ein Fläschchen… Es blieb das einzige. Als die Milch einschoss, war sie plötzlich so zufrieden und ich erleichtert. Jetzt würde ich beinahe sagen, wir haben uns eingespielt und das Stillen klappt richtig gut, sie macht das toll und ist ein Naturtalent. Und siehe da, auch das Mädchen liebt den Busen und das Stillen.

image

Zudem war ich gespannt wegen der Arthritis, ich hatte es nicht geschafft vor der Geburt die Tabletten abzusetzen und hatte zwei kleinere Schübe in der Schwangerschaft. Pünktlich zum Einsetzen der Wehen, setzte ich meine Medikamente ab, aber ich hatte eine Idee und bat den Kinderarzt sich mal schlau zu machen, was er tat und nun haben wir uns gemeinsam als Eltern für einen Weg entschieden, was mir überhaupt nicht leicht fällt, schließlich trage ich die Verantwortung für dieses kleine zauberhafte Wesen… Ich rechne insgeheim mit einem Schub, etwa drei Monate nach der Geburt mit dem Abfall der Hormone pünktlich zu Haarausfall und Co., wie nach Antons Geburt, dennoch versuche ich offen zu sein, für alles was da auf uns zukommen wird…

Eine Woche danach…

April 23rd, 2016

Gestern lag ein besonderer Zauber in der Luft, soviele Erinnerungen an die Zeit vor einer Woche und seit dieser Nacht ist unsere Tochter nun schon eine Woche bei uns…

Es war eine ganz seltsame erste Woche, die einer Fahrt in der Achterbahn glich, mal ganz gerührt, sehr emotional von überglücklich und glückselig, über sauer und enttäuscht zu sogar ängstlich. Es war alles dabei. Auch ein ganz schlimmer Tag, an dem mir alles so hoffnungslos und dunkel erschien… Ich war so erleichtert, dass dieser Tag in seiner Intensität ein einzelner blieb, denn aus diesem Strudel kam ich mit bloßer Vernunft von allein nicht raus…

Mich beschäftigt wie lange ich noch stillen werde können, auch wenn ich von Anfang an wusste, worauf ich mich einlasse, doch jetzt genau in dieser Situation, jetzt wo das Stillen so toll läuft und sich eingespielt hat, die Maus so zufrieden ist, mag ich es nicht mehr ganz so leicht hergeben. Aber ich bin dankbar für jeden Tag, den wir so zusammen haben. Das eine Knie beschwert sich schon und so lange es nur wehtut und nicht zuschwillt, ist alles in Ordnung, das schaffe ich, auch wenn das emotional nicht so einfach für mich ist, dieses abwartende Aushalten, aber ich muss das lernen. (Edit: Sonntag Abend erfuhr ich vom Kinderarzt, den wir gebeten hatten, seine Meinung kund zutun, dass die Medikamente wohl auch während des Stillens eingenommen werden könnten, aber es fällt mir schwer, etwas einzunehmen, mit dem Wissen, dass meine Tochter davon etwas abbekommt, auch wenn sie das im Bauch gut vertrug, es beschäftigt mich die Verantwortung, die ich trage. Wieviel ist zuviel?!)
Dazu kommt, dass die Tage des Mannes daheim gezählt sind. Erst war ich einfach nur unendlich dankbar wie alles so gekommen war, dass der Mann so für uns da sein konnte, aber nun hab ich auch ein bißchen Angst vor der Zeit ab Juni, wenn er wieder arbeiten geht… Ich kann mich nicht erinnern… Wie war das ohne ihn? Ich habe so Sorge, dass ich das nicht schaffe. All diese Termine, diese kleinen Überraschungen, die Kinder für einen bereit halten, das tägliche einstündige Abholen vom Kindergarten, die Streitereien, Hausaufgaben- all das was ich nun über Monate wie im Luxus nicht mehr allein bewältigen musste, bleibt dann wieder bei mir bis zum Abend, wenn der Mann zurück kommen wird… So wie es Jahre lang auch war… Aber was wird er mir fehlen!… Und wie wird das sein? Es gibt Momente, da bin ich ganz zuversichtlich und dann wieder starre ich beinahe ehrfürchtig zurück und frage mich, wie ich das bloss immer allein gemacht habe?!

Es war auch eine ernüchternde Woche, denn ich konnte nicht lange liegen bleiben. Das habe ich vielleicht zwei Tage geschafft, wenn überhaupt und ich nahm mir auch Auszeiten, aber da sind noch andere Kinder und ein Mann, die mich brauchen und ich wollte dann auch wirklich gern da sein, nur wenn mir dann alles zuviel wurde, brach der kleine Vulkan in mir auch aus. Sehr unschön. Das hätte ich mir anders gewünscht. Ich weiß auch nicht recht, was ich eigentlich erwartet hatte, ich habe mir vorher keine großen Gedanken gemacht, meist war es einfach nur schön, aber dann war alles von einer Minute auf die andere doof. Aber so ist das, Kleinigkeiten wiegen auf einmal so viel, wenn dann ein Streit war, kam mir alles so schrecklich vor und es fiel mir schwer zu sehen, dass es eben nur ein Streit war, nur ein doofer Moment, ein kleines Fragment des Tages, denn in dem Moment wog es zuviel und ich wollte alles gern harmonisch und flauschig haben.
Wochenbett eine Zeit in der man auch gefühlsnackig ist, als hätte man sein Inneres nach Außen gestülpt, total verletzlich. Auch hier vermutlich nur alles eine Frage der Zeit, bis man alles wieder in sich „zurück“ sortiert hat.

Eineinhalb Tage altes Mädchen…💟

Ein von fraukassiopeia (@fraukassiopeia) gepostetes Foto am

Habe ich wirklich vor über einer Woche ein Kind geboren? Mal eben so? Wovor ich ja eigentlich Angst hatte eine ganze Weile. Halte ich wirklich und wahrhaftig unser Wunschkind im Arm? Ist das alles echt? Real? Gehört dieses zauberhafte Wesen wirklich zu uns? Niemand wird kommen und sie wieder mitnehmen? Sie darf hier bleiben? Ich bin noch überwältigt davon und fasse es wirklich nicht, begreife es noch immer nicht, dass wir noch ein Kind bekommen haben, Eine mehr. Sieben. Noch immer wenn dieses Wort meinen Mund verlässt, muss ich lächeln, einfach verrückt, es hört sich aber verdammt gut an und ist trotzdem so unfassbar: „7“.
Das Wesen auf das ich Monate gewartet habe, liegt nun in meinen Armen, kommt bei mir zur Ruhe. Ich kann mein Glück gar nicht fassen. Immer noch nicht. Ich hätte mir das nie träumen lassen. So also versinke ich in diesen dunklen, großen Augen unserer Tochter, die kein Geheimnis Preis geben und frage mich, wer sie wohl ist und genieße die Reise, die wir gemeinsam begonnen haben…