Lächeln!

April 28th, 2016

Einen grossen Wunsch hatte ich an meine Kinder, ein neues Foto für die Fotowand. Irgendwann schlich sich das so ein im Wochenbett ein Foto von allen Kindern zu machen samt frisch geschlupftem Küken im und ums Babybay. Diese Bilder hängen an der Wand beim Esstisch und das aktuellste Bild immer im Flur.
Das Fotomachen wird immer kniffliger, es sollte die Sonne scheinen und jedes Kind sollte da sein und dann das richtige farblich abgestimmte Oberteil parat liegen, niemand weinen oder grimmig gucken. Diesmal brauchten wir drei Anläufe für ein Foto. ;)
Aber ich glaube nun haben wir eines. Das letzte Foto dieser Art hängt nicht nur im Flur, ich zeige es Freunden, Verwandten und uralten Bekannten, wenn wir auf die Kinder zu sprechen kommen, ich habe auch einen Abzug im Rotenfaden, mit Blick auf das Wesentliche. Das ist ein Foto mit dem ich ganz viel Emotionen verbinde. Das erste Bild mit dem neuen kleinen Menschlein und das erste Bild auf dem ein grosser Teil oder aber alle Menschen meiner eigenen (Kern-) Familie sind, die ich liebe- von ganzem Herzen. Und auch das erste Mal, dass das Auge ruhen kann und Zeit hat aufzusaugen, dass da ein Mensch mehr ist… Ganz echt…
Wir machen selten Bilder mit allen Kindern, deswegen bedeuten sie mir so viel. Und mit jedem gemachten Foto, scheine ich das Glück mehr begreifen zu können.
Beim auf den Laptop ziehen, sah ich mir auch die Fotos von meinem Handy an, die wir Stück für Stück runter laden, denn das Telefon ist schon vor Zeldas Geburt voll gewesen und das wurde nun nicht besser. So viele Bilder der letzten Monate, meiner zehnten Schwangerschaft. Ich war ganz sentimental. Gerade gegen Ende des letzten Jahres, als ein wichtiger Punkt in der Schwangerschaft überschritten und der Mann immer hier war, war da Luft zum Atmen, mehr Leichtigkeit, mehr Genuss… Automatisch werde ich sentimental, wenn ich all die Fotos sehe, auch die der letzten Tage der Schwangerschaft in aufgeregter, freudiger Erwartung… Aber als da Bilder von Zelda auftauchten kamen mir die Tränen, es dauert immer etwas bis mein Herz begriffen hat, dass das kein Traum, sondern die Realität ist, auch auf die Gefahr hin mich zu wiederholen, aber wie irre (schön) das ist, kann ich immer noch nicht glauben…

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Ich bin so unglaublich glücklich!

PS: Das ist nicht das Foto für den Rahmen, sondern schönste Nebenaufnahmen, die ich dann gern teile :)

Busenfreunde

April 27th, 2016

Als ich meine erste Tochter im Arm hielt, wollte ich sie stillen, aber irgendwie lief das alles nicht so rund, wie ich mir das vorgestellt hatte, mir schmerzte der Busen, sie trank nicht so gut, zumindest habe ich das so in Erinnerung, ich pumpte gefühlte Stunden immerzu ab, war so öfter wach als nur zum Stillen, was mich so schlauchte und natürlich kam da nicht soviel Milch zu Tage wie ich das gern gehabt hätte… Ich glaube, wir kämpften vier Wochen bis meine Schwiegermama als Nachsorgehebamme sagte, ich solle den Kampf aufgeben, gut dass wir das da gemacht haben, denn wenige Tage später war ich mit halbseitiger Gesichtslähmung im Krankenhaus… Das zweite Kind wollte ich dann nicht stillen, zu tief saßen die schlechten Erinnerungen mit der Stillerei, ich war glücklich mit meiner Entscheidung, allein schon weil ich sie getroffen hatte und nicht getroffen wurde. Ich handelte selbstbestimmt und das tat mir gut, weniger gut tat mir natürlich die Auseinandersetzung mit stillenden Mamas, wenn ich mein Zubehör auspackte, wie schon mit der Großen. Beim dritten Kind haderte ich ewig, sollte ich wirklich mit dem dritten Kind damit anfangen? Mir fehlte das, ich spürte das, aber hatte auch Angst, zwei Wochen Urlaub vom Mann und ich wäre allein mit drei kleinen Kindern, eines dreieinhalb, eines fast zwei und ein Neugeborenes. Mein Mann, meine Schwiegermama, ja auch meine Vernunft sagten „Lass es!“ und ich ließ es und bereute es leider sofort. Es war so auch kein allzu schönes Wochenbett. Dann eineinhalb Jahre später kam dann unser viertes Kind.. Im Voraus hatte ich mir auch hier so viele Gedanken gemacht, ich wollte stillen, ganz unbedingt. Mir hatte zuviel gefehlt. Ich suchte mir extra eine Hebamme, die sich auch aufs Stillen spezialisiert hatte, zudem hatte ich eine liebe Freundin an meiner Seite, die mir Mut gemacht hatte und ich war informiert, ich wusste, das würde wehtut, aber ich war zuversichtlich, dass wir beide, mein Sohn und ich das schon schaffen würden, zumindest hoffte ich das. Und die Hebamme war Gold wert, betonte immerzu wie schön wir beide das machen. Ich stillte das Kind über ein Jahr und hörte erst auf, als er nachts immerzu zubiss und ich wieder schwanger wurde. Ich mochte dann nicht mehr und auch wenn es mir fehlte, war es okay, dass wir da aufhörten, hatte es sich doch bis zum Abend eh schon ausgeschlichen. Leider verlor ich das Kind im Bauch und zwei weitere bis sich unser fünftes Kind auf dem Weg machte… Auch ihn stillte ich lang, noch länger, etwa 1 1/2 Jahre und hörte erst wieder auf als ich erneut schwanger wurde. Als ich unser sechstes Kind im Arm hielt und auch dieses stillte war ich selig, ich dachte, dass wäre doch ein guter Schnitt, drei Kinder hatten die Flasche bekommen, drei hatte ich gestillt. Vielleicht würde ich dieses dritte Stillkind noch länger stillen? Leider blieb das aus, meine frisch diagnostizierte Arthritis zwang mich zum Abstillen, wir mussten die neuen Medikamente auf Verträglichkeit bei mir Testen und nur durch die Hilfe einer tollen Rheumatologin und ihren Coritsonspritzen, hatten wir Zeit das in Ruhe zu machen, was schon schlimm genug war, denn er schrie zu Beginn schon nur beim Anblick der Flasche. Es war keine einfache Zeit, die wir am Ende aber gut gemeistert haben, wir haben uns beide an die Flasche gewöhnt, es entwickelten sich niedliche Rituale und nicht zuletzt gäbe es unsere zweite gerade geborene Tochter nicht, wenn ich nicht aufgehört hätte zu stillen, denn mein Zyklus setzte immer erst dann ein, wenn ich wirklich so gut wie aufgehört hatte zu stillen und das war mit einem 6 Monate altem Baby nicht absehbar.
Jetzt stille ich wieder, ich war vorher so gespannt, ob das alles klappen würde. Ich gebe zu manchmal war ich erleichtert noch einen Sohn bekommen zu haben hinsichtlich des Stillens, vielleicht könnten die Jungs besser bei mir trinken, als die Mädchen? Das bekommt man ja auch oft so suggeriert, ja die Jungs würden den Busen lieben, auch wenn das Hirn weiß, dass das Quatsch ist, es bleibt doch so ein letzter Zweifel hängen. Und da Zelda ihrer großen Schwester in vielem ähnlich ist, war ich sehr unruhig, als sie in der zweiten Nacht so viel schrie und mit der Vormilch nicht satt und glücklich wurde, wie ihre Brüder zuvor, ich machte ihr mit Antons Pre- Milch sogar ein Fläschchen… Es blieb das einzige. Als die Milch einschoss, war sie plötzlich so zufrieden und ich erleichtert. Jetzt würde ich beinahe sagen, wir haben uns eingespielt und das Stillen klappt richtig gut, sie macht das toll und ist ein Naturtalent. Und siehe da, auch das Mädchen liebt den Busen und das Stillen.

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Zudem war ich gespannt wegen der Arthritis, ich hatte es nicht geschafft vor der Geburt die Tabletten abzusetzen und hatte zwei kleinere Schübe in der Schwangerschaft. Pünktlich zum Einsetzen der Wehen, setzte ich meine Medikamente ab, aber ich hatte eine Idee und bat den Kinderarzt sich mal schlau zu machen, was er tat und nun haben wir uns gemeinsam als Eltern für einen Weg entschieden, was mir überhaupt nicht leicht fällt, schließlich trage ich die Verantwortung für dieses kleine zauberhafte Wesen… Ich rechne insgeheim mit einem Schub, etwa drei Monate nach der Geburt mit dem Abfall der Hormone pünktlich zu Haarausfall und Co., wie nach Antons Geburt, dennoch versuche ich offen zu sein, für alles was da auf uns zukommen wird…

Eine Woche danach…

April 23rd, 2016

Gestern lag ein besonderer Zauber in der Luft, soviele Erinnerungen an die Zeit vor einer Woche und seit dieser Nacht ist unsere Tochter nun schon eine Woche bei uns…

Es war eine ganz seltsame erste Woche, die einer Fahrt in der Achterbahn glich, mal ganz gerührt, sehr emotional von überglücklich und glückselig, über sauer und enttäuscht zu sogar ängstlich. Es war alles dabei. Auch ein ganz schlimmer Tag, an dem mir alles so hoffnungslos und dunkel erschien… Ich war so erleichtert, dass dieser Tag in seiner Intensität ein einzelner blieb, denn aus diesem Strudel kam ich mit bloßer Vernunft von allein nicht raus…

Mich beschäftigt wie lange ich noch stillen werde können, auch wenn ich von Anfang an wusste, worauf ich mich einlasse, doch jetzt genau in dieser Situation, jetzt wo das Stillen so toll läuft und sich eingespielt hat, die Maus so zufrieden ist, mag ich es nicht mehr ganz so leicht hergeben. Aber ich bin dankbar für jeden Tag, den wir so zusammen haben. Das eine Knie beschwert sich schon und so lange es nur wehtut und nicht zuschwillt, ist alles in Ordnung, das schaffe ich, auch wenn das emotional nicht so einfach für mich ist, dieses abwartende Aushalten, aber ich muss das lernen. (Edit: Sonntag Abend erfuhr ich vom Kinderarzt, den wir gebeten hatten, seine Meinung kund zutun, dass die Medikamente wohl auch während des Stillens eingenommen werden könnten, aber es fällt mir schwer, etwas einzunehmen, mit dem Wissen, dass meine Tochter davon etwas abbekommt, auch wenn sie das im Bauch gut vertrug, es beschäftigt mich die Verantwortung, die ich trage. Wieviel ist zuviel?!)
Dazu kommt, dass die Tage des Mannes daheim gezählt sind. Erst war ich einfach nur unendlich dankbar wie alles so gekommen war, dass der Mann so für uns da sein konnte, aber nun hab ich auch ein bißchen Angst vor der Zeit ab Juni, wenn er wieder arbeiten geht… Ich kann mich nicht erinnern… Wie war das ohne ihn? Ich habe so Sorge, dass ich das nicht schaffe. All diese Termine, diese kleinen Überraschungen, die Kinder für einen bereit halten, das tägliche einstündige Abholen vom Kindergarten, die Streitereien, Hausaufgaben- all das was ich nun über Monate wie im Luxus nicht mehr allein bewältigen musste, bleibt dann wieder bei mir bis zum Abend, wenn der Mann zurück kommen wird… So wie es Jahre lang auch war… Aber was wird er mir fehlen!… Und wie wird das sein? Es gibt Momente, da bin ich ganz zuversichtlich und dann wieder starre ich beinahe ehrfürchtig zurück und frage mich, wie ich das bloss immer allein gemacht habe?!

Es war auch eine ernüchternde Woche, denn ich konnte nicht lange liegen bleiben. Das habe ich vielleicht zwei Tage geschafft, wenn überhaupt und ich nahm mir auch Auszeiten, aber da sind noch andere Kinder und ein Mann, die mich brauchen und ich wollte dann auch wirklich gern da sein, nur wenn mir dann alles zuviel wurde, brach der kleine Vulkan in mir auch aus. Sehr unschön. Das hätte ich mir anders gewünscht. Ich weiß auch nicht recht, was ich eigentlich erwartet hatte, ich habe mir vorher keine großen Gedanken gemacht, meist war es einfach nur schön, aber dann war alles von einer Minute auf die andere doof. Aber so ist das, Kleinigkeiten wiegen auf einmal so viel, wenn dann ein Streit war, kam mir alles so schrecklich vor und es fiel mir schwer zu sehen, dass es eben nur ein Streit war, nur ein doofer Moment, ein kleines Fragment des Tages, denn in dem Moment wog es zuviel und ich wollte alles gern harmonisch und flauschig haben.
Wochenbett eine Zeit in der man auch gefühlsnackig ist, als hätte man sein Inneres nach Außen gestülpt, total verletzlich. Auch hier vermutlich nur alles eine Frage der Zeit, bis man alles wieder in sich „zurück“ sortiert hat.

Eineinhalb Tage altes Mädchen…💟

Ein von fraukassiopeia (@fraukassiopeia) gepostetes Foto am

Habe ich wirklich vor über einer Woche ein Kind geboren? Mal eben so? Wovor ich ja eigentlich Angst hatte eine ganze Weile. Halte ich wirklich und wahrhaftig unser Wunschkind im Arm? Ist das alles echt? Real? Gehört dieses zauberhafte Wesen wirklich zu uns? Niemand wird kommen und sie wieder mitnehmen? Sie darf hier bleiben? Ich bin noch überwältigt davon und fasse es wirklich nicht, begreife es noch immer nicht, dass wir noch ein Kind bekommen haben, Eine mehr. Sieben. Noch immer wenn dieses Wort meinen Mund verlässt, muss ich lächeln, einfach verrückt, es hört sich aber verdammt gut an und ist trotzdem so unfassbar: „7“.
Das Wesen auf das ich Monate gewartet habe, liegt nun in meinen Armen, kommt bei mir zur Ruhe. Ich kann mein Glück gar nicht fassen. Immer noch nicht. Ich hätte mir das nie träumen lassen. So also versinke ich in diesen dunklen, großen Augen unserer Tochter, die kein Geheimnis Preis geben und frage mich, wer sie wohl ist und genieße die Reise, die wir gemeinsam begonnen haben…

Zeldas Geburt

April 18th, 2016

Wir hatten immer wieder Witze gemacht, es war schon eine Art Sport geworden zu sagen, „Sie kommt erst, wenn…“ oder „Sie wartet noch auf…“ Und so lief an dem Tag der Regen über den Pavillon nur so herunter, auf den wir zuvor gewartet hatten und wir scherzten noch, sie warte auf den Arbeitsvertrag, vorher könne sie nicht. Davor waren es mal Kleidung, Geputztes, Gebackenes, gepflegte Nägel, eine Decke, ein Geburtstag oder was auch immer gewesen, wir hatten noch nicht das Richtige gefunden, was sie heraus lockte… :) Man kann übrigens auch ohne fertige selbstgestrickte Babydecke ein Baby bekommen, ich habe das für euch getestet… Und am Morgen danach einen Arbeitsvertrag aus dem Briefkasten fischen :)

Ich hatte hier zuletzt nach meiner Vorsorge geschrieben, die ja im Grunde nicht viel Neues gezeigt hatte außer dem gleichen Stand zwei Tage zuvor. Von „geburtsbereit“ war die Rede gewesen bei 40+3 wie schon bei 40+1, aber wofür ich wirklich dankbar war, war eben diese Unkompliziertheit meines Frauenarztes „Auf dem CTG sind ein paar Wehen drauf, aber das spüren Sie besser als ich…“, was hatte ich mir schon ausgemalt, was sein könnte, was gemacht werden würde, aber es ging alles zügig in der Praxis (ein Termin, zu dem man rechtlich eigentlich gezwungen ist, zumindest wenn man in Erwägung zieht zu Hause zu gebären) und ich war nach dem simplen CTG schnell zurück zu Hause bei meinen Lieben, wo die Kinder so friedlich spielten wie schon ewig nicht mehr.

Eine Hausgeburt, das war nie etwas auf das ich mich versteifen wollte, mit meinem Rheuma und den Medikamenten, meinem Vielgebären war ich irgendwie auch darauf vorbereitet es nicht tun zu können, zudem gibt es gute Gründe und Situationen -unter, vor oder nach der Geburt- in denen es doch sinnvoll ist ein Krankenhaus aufzusuchen, das in unserem Fall nicht mal 1km mit dem Auto entfernt ist. Als das Gespräch mit unserer Hebamme zur Rufbereitschaft hinter uns lag, war ein erster Meilenstein erreicht, jetzt mit dem absolvierten Termin beim Facharzt dank „Übertragung“ ein weiterer… Ich bin kein Verfechter von „man muss“, daher war immer klar, es wäre kein Drama sollte es nicht gehen, vielleicht war ich auch eine ganze Weile blockiert, weil ich das noch nie gemacht hatte und unsicher war, aber der Gedanke gefiel mir schon Jahre und nach dem Geburtstrauma hatte ich den Mut dazu, ich fasste mir in der Frühschwangerschaft ein Herz und kontaktierte eine Hebamme, sollte das Kind nicht zu uns kommen können, müsste ich das aushalten, aber ich musste in dem Moment Sorge für eine mögliche Geburt für mich tragen und das Kind, ich musste stark sein und mich für mich selbst und mein Kind einsetzen, also mailte ich im Sommerurlaub Elke…
Ich war zwiegespalten, ob ich mich groß äußern sollte über meinen Hausgeburtswunsch, weder wollte ich ein Aushängeschild für die Vorteile außerklinischer Geburt werden, noch Kontakt haben zu den Dramatikern, die mir vorwerfen würden, mein Leben und das meines Kindes zu gefährden. Ich wollte einfach nicht diskutieren, ich fühlte mich bei unserer Hebamme sehr gut aufgehoben und sicher, ich vertraute ihr die ganze Zeit über, dass sie genug Erfahrung haben würde einzuschätzen, ob wir zu Hause bleiben können oder lieber ins Krankenhaus gehen sollten, in das sich mich begleitet hätte!
Dazu kam rein pragmatisch, dass wir niemanden fanden, der über 5 Wochen hinweg 24 Stunden am Tag Zeit gehabt hätte unsere Kinder zu hüten, damit wir ins Krankenhaus könnten, wir hatten zwar alles soweit für einen Plan B besprochen, aber da war nie etwas sicher oder geplant, weil eine Geburt das vielleicht letzte unplanbare Ereignis unserer Zeit ist, wir hatten eine große Tochter daheim und eine Telefonliste mit potentiellen Betreuungskandidaten.

Der Mittwoch tags zuvor war anstrengend gewesen, der Tag an dem ich das zweite Mal zum Schwangerschaftsende dachte, es ginge los und alles sich so aufbaute, nur um wie nach einem Sturm wieder zu verwehen, nachdem ich das via Instagram zugeben konnte ohne mich schuldig zu fühlen, weil ich es doch wirklich so luxuriös mit Nils zu Hause hatte, ein fertiges Baby erwartete, fiel mir das Warten am Donnerstag um einiges leichter, der Tag kam mir so schön rund und unkompliziert vor. Ich war los gelöster, wir verbrachten diesen Vormittag relativ entspannt, wie die Tage zuvor auch, schauten „Homeland“ am hellichten Tag, aßen mit den Kindern simple Fertigpizza, nach dem Kontrolltermin durften die Kinder am Nachmittag eine DVD anschauen und dazu die Brote vorm TV essen, danach ging es ins Bett mit Emil zum Kuscheln.

Doch in der Nacht zum Freitag hatte sich wieder etwas verändert. Die Tage zuvor hatte ich trotz der Vorfreude immer auch Angst vor den Geburtsschmerzen und der Arbeit, die ich leisten würde müssen. Nicht nur die Ungewissheit, die vor mir lag wie der vage Ort, die nicht gelöste Betreuungsfrage, sondern auch wie viele Stunden werde ich geburtsarbeiten müssen? Werde ich genug Kraft haben? Wann geht es wirklich los? Wird es bis dahin ein guter Tag gewesen sein? Wusste Zelda was auf sie zukam, ließ sie sich daher noch etwas Zeit?
Ich wurde nachts wach von ganz seltsamen Bewegungen im Bauch oder hatte ich das nur geträumt und hatte sofort eine kleine Panikattacke, was wenn sich die Nabelschnur im sie verwickelt hatte und sie da drinnen um ihr Leben kämpfte? Ich stupste sie leicht, suchte Kontakt zu unserer Bauchtochter und natürlich war sie träge so mitten in der Nacht… Es war eine Kopfsache. Aber das war der Punkt, an dem die Angst vor dem Schmerz der Geburt total in den Hintergrund trat, ich wollte sie nur noch aus mir heraus haben, dann könnte ich auf sie achten, ihr beim Atmen zu sehen, sie spüren und nur mit einem Blick sehen können, ob es ihr soweit gut ginge oder nicht. Alles konnte nur besser sein, als diese Angst, die sich da befremdlich von hinten anschlich: „Geht es dir noch gut da drinnen?“ Ich nahm ganz bewusst wahr, dass sich ein Gefühl in mir verändert hatte…

Dennoch war ich an diesem Freitag so entspannt wie schon lange nicht mehr, vielleicht weil zwar eine neue Sorge dazu gekommen, aber eine andere dafür gewichen war, die Angst vor der Geburt an sich? Es regnete Bindfäden an diesem Vormittag und Anton, unser 21 Monate altes Kleinkind wich an diesem Tag nicht von meiner Seite, ich verstand sein Nähesuchen, empfand es aber als äußerst anstrengend, immerzu saß er auf oder ganz nah neben mir, folgte mir überall hin und da tauchte wieder diese Frage auf: Spürt er etwas? Und auch hier konnte ich loslassen, dann muss er im Fall der Fälle eben in Betreuung, er wird es überstehen. Zuvor hatte ich mir auch wegen ihm immer wieder Gedanken gemacht…
Wieder gab es etwas simples zum Mittag und dennoch strengte mich das Zubereiten heute an, Zelda fühlte sich groß an und jede Bewegung von ihr drückte schmerzhaft gegen die Bauchwände, die sich teilweise skurril verschoben oder mir schoss ein Schmerz in den Po, weil sie ungünstig lag, so kam es mir vor. Auch wenn nach dem Traum nachts die Sorgen wuchsen, war ich relativ entspannt was den Start der Geburt anging, vor uns lag ja ein Wochenende. Ich maß meinen Bauchumfang, der sich nicht weiter verändert hatte und bei 125cm geblieben war. Ich kontaktierte noch mal drei meiner Freundinnen und war nun etwas schlauer als vorher. Die Kinder machten am Nachmittag ihre Hausaufgaben, es gab aber Unruhe und etwas Streit, wir waren alle etwas dünnhäutig. Noah und Tom fuhren ins Schwimmbad und wir Eltern putzten das Erdgeschoss mal eben nebenbei und ich merkte wieder wie anstrengend es eben doch ist, immer das Gefühl zu haben, etwas „fertig haben zu müssen“ für diesen Moment der Geburt, ob nun solide Sauberkeit, (ich meine damit nicht klinisch rein, das wäre eh unmöglich,) genug Vorräte oder ausreichend saubere Unterwäsche in den Schränken und so arbeitete man täglich immer irgendetwas in diese Richtung „ab“.

In der Zwischenzeit hatte meine Hebamme versucht anzurufen, aber neben den motzenden Schulkindern und einem weinenden Kleinkind war das total unter gegangen, ich schrieb ihr kurz eine SMS, machte Anton eine SOS- Kuschel- Milchflasche, als sie es nochmal bei uns probierte. Sie wollte mich gern sehen, mich mal anschauen, sie hätte spontan Zeit, wenn ich wollen würde… Ich machte für mich noch schnell ein paar Bilder vom Bauch, wie die letzten Tage öfter, ich wusste ja nie, wann es das letzte Mal sein könnte, aber entschied mich gegen das Hochladen…
Wenige Minuten später saßen wir im Bett oben im Schlafzimmer, unsere Hebamme fand den Befund auch „geburtsbereit“, der Muttermund war weich und nach wie vor zwischen 2-3cm geöffnet, der Kopf lag schön tief, aber würde im Falle eines Blasensprungs nicht abdichten, das Wasser würde dann am Kopf vorbei rinnen erklärte sie mir und sagte, sie hätte das Gefühl, es würde nur so ein Stupser fehlen, vielleicht müsse, sagte sie am Ende die Fruchtblase platzen, damit dieser Punkt überschritten wird und es los gehen könne. Wie recht sie damit hatte, wussten wir in dem Moment beide nicht. Sie fragte auch, ob sie den Muttermund sanft dehnen dürfe, was gar kein Problem darstellte, weil alles eh weich und bereit war, ich spürte davon tatsächlich so gut wie nichts… vielleicht würde das ja etwas bringen, aber da ich vermutete, dass der Frauenarzt am Dienstag das Gleiche ergebnislos versucht hatte ohne zu fragen, war ich da entspannt, ich dachte, wenn die Bauchmaus nicht will, kommt sie eh nicht. Aber mulmig war mir trotzdem, sie akupunktierte dann noch, dagegen hatte ich nun überhaupt nichts, (aber das spürte ich dann schon, sehr fies diese kleinen Zehen,) außerdem schrieb sie mir ein Rezept für einen Rizinuscocktail auf (den ich Samstag Nacht einnehmen sollte und bei dem Tipp ich gemischte Gefühle hatte ) und wir verabredeten uns für ein CTG am Sonntag, zudem sie mich aber auf jeden Fall begleiten würde, weil sie Angst hätte, dass ich jemanden in die Hände fiele, der mich verunsichern könnte und dazu reichen schon ein paar Worte. Sie sagte, ich würde mir schon genug Gedanken machen, auch das ich sonst einen entspannten Eindruck machte, ich fand das total schön von ihr zu hören… Wir tranken noch einen Kaffee zusammen, ich veratmete wenig beeindruckt noch ein paar Kontraktionen in ihrer Anwesenheit und dann fuhr sie, zurück blieb das Gefühl, dass sie jemand Gedanken um mich, um uns machte und das fühlte sich schön an…

Mein Mann war verwirrt, warum ich dieser „Manipulation“ zugestimmt hatte, sah er doch keinen Grund dafür. Bei mir war es nur ein Gefühl, ich kann es nicht beschreiben, ich war zwiegespalten weil ich nach Noahs Geburt einfach kein gutes Gefühl für Einleitungen habe, auch keinen sanften Versuchen gegenüber, aber irgendwas war heute anders, ich war mir sicher dem Bauchmädchen keine Gewalt anzutun und es einfach aussitzen zu können, falls es eben doch durch die Manipulation nur falschen Alarm geben sollte… Als sie ging, hatte ich ein paar Schmerzen und mir war so…
Ich spielte zwei Runden „Das verrückte Labyrinth“ einmal mit Ben und einmal mit Emil, wie ich es beiden noch versprochen hatte, als wir Besuch bekamen und dann gingen beide duschen, die Abendroutine startete. Ohne groß drüber nachzudenken, zündete ich tiefenentspannt die Kerze an, die ich extra für Zeldas Geburt gekauft hatte, nur so ein Gefühl, sollte nichts weiter sein, kann man sie immer wieder neu anzünden, alles gehört ja am Ende doch zusammen, dachte ich auf einmal seelenruhig. Und ich war ja auch überhaupt nicht aufregt wie sonst bei Geburtsbeginn. Ich deckte den Abendbrotstisch und sagte noch sowas wie mal gucken, ob es dann jetzt wirklich losgehen würde, brachte Emil ins Bett, vielleicht für eine Weile das letzte Mal?

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Aber es lag überhaupt keine (An)Spannung in der Luft, wie ich das sonst kannte, ich hatte nichts vor, ein „Homeland“- Abend klang auch verlockend und so saßen wir wenig später auf dem Sofa und schauten ein, zwei Folgen, da es so spannend war, schauten wir trotz der Uhrzeit noch eine dritte Folge an „Der große Tag“.
Ab und zu musste ich zur Toilette und ich pustete wieder Wehen, aber das war so neu nun nicht und ich war überhaupt nicht auf eine Geburt versteift, sie hatte noch empfohlen eine Position zu suchen ab und an, damit ihr Rücken sich Richtung Bauch drehen konnte, das hatte ich bis dahin einmal geschafft, weil es so zog, entledigte ich mich meiner Hose, könnte ja sein, dass man die nochmal brauchen könnte und die sollte nicht dreckig werden (auf der Sessellehne liegt die Hose immer noch, die würde nur jetzt nicht mehr passen und an mir herunter rutschen) und unter mir lag auch irgendwo so vorsichtshalber eine Unterlage, aber da die Blase bisher nur ein einziges Mal, nämlich bei Antons Geburt geplatzt war, dachte ich nicht im Traum dran, dass das sinnvoll sein könnte, aber sicher ist sicher und bei dem prallen Bauch unter den Kontraktionen heute und dann so rund um halbzwölf, längst hätte ich im Bett gelegen und da wollte ich auch eigentlich hin etwas schlafen… Immerhin war der Tag bis hierher recht entspannt gewesen, auf einmal jedoch machte es „plopp plopp“, zwei Mal hintereinander und das brachte mich dazu, dass ich hektisch vom Sofa aufsprang, was bestimmt lustig aussah mit einem „Ohoh“ und da stand ich vorm Sofa und wartete (Das gute Sofa sollte doch trocken bleiben, falls…) Erst passierte nichts, der Mann zückte sogar noch entspannt die Wickelunterlage vom Sofa, die unter mir gelegen hatte auf den Boden zwischen meine Beine und dann lief es etwas… Aber nicht viel. Das Polster vorm kindlichen Kopf, vom dem unsere Hebamme gesprochen hatte oder? Also lief ich aufgeregt zur Toilette, soviel Urin wird man ja nicht auf einmal los oder doch? Und da roch ich das Fruchtwasser, ein einzigartiger schöner Geruch, der ein Kind ankündigt und da war ich auf einmal ganz aufgeregt. Die Farbe war aber komisch, ich bat den Mann unsere Hebamme anzurufen, was ich mir hätte sparen können, denn sie wollte, dass ich sie nochmal selbst anriefe, also legte ich mich trocken soweit das ging unter Zittern vor Aufregung, denn nun war es ernst, uns trennten nur noch Stunden von unserer Tochter…
Ich setzte mich kurz, während wir telefonierten kam auch noch eine Wehe und Elke sagte, sie würde dann losfahren, sie schaut sich das mal an… Ich machte mir wirklich etwas Sorgen, konnte ich nicht sicher sagen, ob das nur klares Fruchtwasser und auch Fruchtblase gewesen war oder gar grünes Wasser, was würde das bedeuten? Ich machte mir selber Mut und Notizen, ich wußte nichts sicher, aber das Schlimmste würde wohl sein, jetzt doch los zu müssen und das Zelda Medikamente bräuchte, aber erstmal auf Elke warten! Erstmal ruhig bleiben…
Wir wollten beide noch die fünf Minuten der letzten Folge zu Ende gucken, aber ich war dann doch zu unruhig, ging hoch, völlig egal war mir zu diesem Zeitpunkt der Reinheitsgrad unseres Hauses, ich wollte mich frischmachen bevor unsere Hebamme eintreffen würde, zog mich um, denn mir war nun warm und ich veratmete Wehen, die nun doch rascher kamen und stärker wurden… Außerdem ließ ich das Rollo runter, damit mich niemand sehen und ich mich frei fühlen könnte, machte letzte Fotos vom Kugelbauch, man macht doch immer zu wenige Bilder unter so einer Geburt.. Und entschied mich gegen das Twittern, niemanden wollte ich aufregen, auch wenn der Mann mir zuvor gekommen war und ich wollte irgendwie dann doch nicht das Schicksal heraus fordern, da war er wieder- mein Aberglaube…

Unten wartete der Mann, weil doch Anton schlafend im Kinderwagen lag, der im Flur stand, auf unsere Hebamme und ich pustete oben allein für mich, kreiste und versuchte es Zelda so leicht wie möglich zu machen. Hier oben fühlte ich mich gut aufgehoben, die Vorstellung unten zu gebären war mir immer schwer gefallen, es hallt durchs ganze Haus und ich wollte weder Anton noch jemand anderen aufwecken, oben war eben auch mein Reich und als ich es mir damals bei Einzug so schön mit Nils gemacht hatte, war immer irgendwo mein Traum gewesen, wie schön es sein müsste, hier ein Kind zu bekommen, in diesem rosa Zimmer, in meinem Bett, meinem Zuhause und nun stand ich genau da, Wehen veratmend, das war überwältigend! Dachte ich doch immer man müsse aus Sicherheitsgründen im Erdgeschoss bleiben…
Eine halbe Stunde etwa nach Blasensprung (gegen Mitternacht) kam Elke, beruhigte mich wegen dem Fruchtwasser, erklärte in Ruhe was es bedeutet hätte und untersuchte mich, ich weiß nicht mehr ob 5-6 oder 6-7cm aber ich wusste, es hatte sich schon gut was getan und trotz der Intervalle hatte ich dieses Mal keine Angst, sondern dachte nur, das wird heute dann hoffentlich schneller gehen… Heute! Wir hatten ein Datum! (Ein Samstag wie schon bei der großen Schwester und sie würden sich zu dem Wochentag noch die Zahlen auch etwas teilen, fiel uns später am Tag auf.) Elke hörte die Herztöne mit dem Dopton ab: vor, während und nach der Wehe und Zelda ging es gut. Nils begutachtete den geschrumpften Bauch ohne das viele Fruchtwasser, obwohl noch genug davon da war… Ich zog eine dieser Damenwindeln an, die Elke empfohlen hatte und kniete, nachdem ich zuvor auch mal vor den Kommoden geweht hatte, wieder vor dem Bett, was mir so gar nicht mehr behagte, denn mit jeder Wehe kam immer auch Fruchtwasser und das lief mir die Beine entlang, nicht wie vorher in meine gebastelte Einlage. Als ich zur Toilette wollte, ging es nicht, ich konnte mich nicht setzen, weil ich so fiese Krämpfe in der Pobacke hatte, dafür lief munter Fruchtwasser in die Schüssel und so brachten mich dann beide zusammen zurück zum Bett, wo Elke gegen den Krampf half, aber was war das fies so mitten unter der Geburt…

Aber so wehend am Bett, ganz bei mir und wahrnehmend, dass ich nicht groß viel mehr als eine Minute Pause zwischen den einzelnen Wehen haben könnte, bekräftigt vom Mann, der da zwischen sagte „Schon wieder?!“, bekam ich in meinem Dschum schon auch noch mit wie der Mann und unsere Hebamme Hand in Hand zusammen arbeitend alles vorbereiteten, große Koffer einschleppten, das Bett mit Malerfolie bezogen und wieder ein dunkles Laken drüber zogen, bei dem ich kurz sogar mit anfasste, Nils brachte mir etwas Wasser zu trinken, stellte Zoes Wecker auf die Kommode, so das Elke eine Uhr im Blick hatte, reichte mir immer wieder seine großen warmen Hände, wenn wieder eine Wehe über mich rollte, unter denen ich mir zu Beginn immer vorgestellt hatte, ich wäre im Meer und eine Riesenwelle käme und die müsse ich irgendwie nur durchschwimmen, wäre sie über mich gerollt, hätte ich kurz Zeit zum Verschnaufen, die müsste ich nutzen um Kraft zu tanken und zu Entspannen, damit es gut voran ginge… Dazu drückte ich die Nase in meine eigene Bettwäsche!
Im Gegensatz zur letzten Geburt hatte ich aber keine Angst, dass es Stunden so gehen würde, ich dachte nur, dass muss gut sein, dass muss ein gutes Zeichen sein, ich muss Vertrauen haben und ich fühlte mich pudelwohl, lauschte auf Elkes „Uh…“ Ich war wie ich mir niemals hätte Träumen lassen in meinem Schlafzimmer! Hielt mich am Kopfende fest, wie praktisch. Ich wurde lauter und lag kurz zwischen zwei Wehen auf dem Bett, da veränderte sich schon der Schmerz, es zog im Bauch vorn unten und Elke meinte dann wirklich, wenn mir langsam danach wäre zu drücken, dann bitte. Nils dachte in dem Moment, wie er später sagte, sie würde das nur für mich sagen. Aber ich wusste, dass es stimmte, war mir sicher, ich fühlte es doch! Und es war so schön jemanden da zuhaben, der mir zuhörte! Ich hätte also gern mitgeschoben jetzt, aber da war wieder der Krampf im Po, war das gemein mit benötigten angezogenen Beinen, dann war mir auch noch etwas flau, aber Elke fragte nur kurz, ob ich je gespuckt hätte und weil ich das nie hatte, brachte der Mann mir nur eines meiner Rennie, ich hatte gar keine Zeit mich da typisch für mich in irgendetwas reinzusteigern…

Dann wurde es auch schon ungemütlich, aber eine gescheite Position in den Presswehen zu finden, wenn man krampft ist nicht so schön, aber ich hörte alles was Elke sagte klar und deutlich, ich hatte nur Angst, ich wecke gleich alle auf, allen voran Anton, ich wollte wirklich leise sein, aber es ging nicht. Ich sollte pressen und musste wirklich nachdenken, wie man jetzt noch mal gleich presst… Eine erste Presswehe war vorbei und Elke sagte, noch eine, dann hätten wir es auch schon und der Mann nahm mich fest und sagte „Komm, wir machen das jetzt!“ und das sagt er so ähnlich immer und da spüre ich dann das Ziel vor Augen in seinen Worten und so schrie und drückte ich… Und gebar unsere Tochter, das Gefühl kannte ich doch, wie etwas so wunderbar Warmes aus mir heraus gleitet, ein ganz schönes Gefühl. Mir wurde ein kleines Wesen auf den Bauch gelegt, etwa eineinhalb Stunden nachdem die Fruchtblase geplatzt war und zeitgleich kam Zoe ins Zimmer, ich musste weinen vor Glück, nahm nebenbei Elkes Konzentration genau war, sie rubbelte an Zelda, damit sie atmete, ich sagte irgendwas von ich könnte nicht glauben, dass ich hier gerade in meinem Bett unser Kind geboren hätte und schaute dem wunderschönen Bündel, obwohl es aussah wie Zoe nach der Geburt, zwischen die Beine und sagte meiner großen Tochter unter Tränen, das wäre nun wirklich ihre Schwester. Zoe sah aber gar nicht so gesund aus, sagte sie möchte die Nabelschnur lieber doch nicht durchtrennen und ich kann nur ahnen, was sie da alles auf dem Bett gesehen hatte, ich war nur so froh, dass ich ihr eine Schwester geschenkt hatte, etwas für uns beide verbindend wirklich wichtiges, wir hatten immer gescherzt, sollte es doch ein Junge sein, muss er Edward heißen! :) Als Erinnerung an die letzten Monate und das teilen vieler Erinnerungen… Aber ich war überwältigt, da war ich umringt von zwei Töchtern… Ein Geschenk. Es war nie so, dass mir unendlich viel gefehlt hätte, ich hatte bereits eine wundervolle Tochter und fünf fabelhafte, großartige, unterschiedliche Söhne, gerade bei den beiden Letzten war mir das Geschlecht herzlich egal gewesen, hauptsache da, hauptsache am Leben, aber als der Arzt sehr spät prophezeite, es handele sich beim Bauchwesen um ein Mädchen war das etwas noch mal Besonderes, nicht besser, nicht schlechter als mit meinen Söhnen, aber anders… Ich genoss diese Vorfreude sehr, auch wenn ich nicht müde wurde zu betonen, ich könne es erst glauben, wenn unser Bauchkind wirklich geschlüpft wäre… Und da war es: unser Bauchmädchen, das Kind, das wir Zelda nennen wollten. Frisch geschlupft, neben mir meine große Tochter…
Wir schauten dann dem Papa beim Durchtrennen der Nabelschnur zu, Elke hatte mir wie gewünscht erst in Ruhe gezeigt, dass sie auspulsiert war, dann küsste Zoe Zelda und ich Zoe und sie ging wieder in ihr Zimmer, wo es ihr wohl überwältigt wie sie war, schwer fiel in den Schlaf zurück zu finden…
Elke war das Kind zu groß, sie sagte überhaupt nicht hektisch, aber hoch konzentriert und aufgeweckt, sie würde mir jetzt doch lieber Oxytocin spritzen und die Plazenta heraus holen, damit ich da drinnen nicht blute und das ging dann auch schnell und unkompliziert, ab da war dann alles nur noch entspannt… Ich vertraute ihr und war ja vorher aufgeklärt worden, all das wusste ich schon vorher, es überrannte mich niemand…

Nils und Elke zogen das Bett ab und opferten unser Laken der Geburt, in dem es gleich in den Müll wanderte. (Ich brauche also ein Neues :) ) Ich wollte mich frisch machen und entschied mich, motiviert von unserer Hebamme dazu, einfach gleich zu duschen und weil ich mich soweit fit fühlte, wusch ich mir Haare und Körper, Nils half mir beim Abtrocknen, ich schlupfte in frische Kleidung und legte mich wieder zu meiner Tochter, die Elke in der Zwischenzeit angezogen hatte, denn sie war ganz schön kalt geworden… Ich hatte mein Kind wirklich allein gelassen, kam mir dann in den Sinn, nur kurz denn ansonsten, musste ich sie immerzu anlegen, ohne ging gar nicht, Zelda war sehr hungrig, bei einem Geburtsgewicht von 4790g jetzt auch kein Wunder. Wir lagen dann noch eine ganze Weile zusammen, Elke schrieb ihren Bericht, wir unterhielten uns und ich war überwältigt wie alles so gewesen war, dass nicht alle wach geworden waren, wie schnell es gegangen war und wie unkompliziert und schön und nicht weniger sicher… Wir stießen an, ich knusperte einen Müsliriegel und trank einen Stillsaft, bis Nils und Elke anfingen alles wieder einzupacken und zusammen zu räumen… Elke ging gegen halb drei oder etwas später und ich lag in meinem Bett, neben dem neuen Menschlein, direkt daneben der bald schlafende Mann, der noch verzückt gefragt hatte wie unsere Tochter so in meinen Bauch gepasst hätte, und war sowas wie hellwach, ab und an fielen mir die Augen zu, aber ich musste doch nach ihr sehen… Das Licht blieb an, bis der Morgen anbrach und ich begann mich auf die anderen Kinder zu freuen, die ihre Schwester noch begrüßen würden, das kleinste Kind, das keine Ahnung hatte, Emil der so vorfreudig gewesen war, der neugierige Ben und den analytischen Tom und Noah, der wohl auch wach geworden war, aber verzichtet hatte, gleich nach uns zu sehen…

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Als die Vögel zwitscherten und es dämmerte, knipste ich die Lampe neben dem Bett aus und betrachtete verliebt meine kleine Tochter, für die und mit der alles so neu war…

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Von Töchtern und Schwestern…

April 16th, 2016

Heute Nacht um 1.03Uhr ist unsere kleine bezaubernde Tochter Zelda Isabelle Marie wie erhofft zu Hause geboren worden… Uns geht es soweit gut, ich kann gar nicht glauben, dass sie schon in nur wenigen Stunden einen Tag alt sein wird. Die Zeit mir ihr im Arm, die wir so lange herbei gesehnt haben, fliegt nur so dahin…

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40+3

April 14th, 2016

Und immer noch sitze ich hier im Garten an dem gleichen Tisch mit dem selben Kugelbauch. Am Nachmittag war ich bei der Vorsorge und das brachte nicht wirklich viel Neues…

Es gab jetzt schon zwei Tage, an denen ich fast sicher war, es ginge los, einer davon war gestern. Ab dem Morgen begann sich die Geburt abzuzeichnen und das ist auch bisher so geblieben, dazu hatte ich Wehen, die schlauchten mich ganz schön und den halben Abend verbrachte ich damit auf die Toilette zu gehen, zu kreisen und zu atmen… Als der Mann dann vom Kleinkind beansprucht wurde, verzog ich mich ins Bett, wo ich dann trotz der einen oder anderen Wehe einschlief und das mit Unterbrechungen bis zum Morgen fortführte, also bis heute.

Ab und zu zieht es im Bauch und auch wenn sich das Bauchmädchen bewegt, bekommt der Bauch so eine Spannung, dass das CTG selbst dann hochgeht, wenn sie nur Rabatz macht. Vielleicht erwartet mich ja der zweite Blasensprung, wer weiß?!
Also wir sind beim Stand „geburtsbereit“, Wehen und Zeichnung… Ob das „bald losgehen“ bedeutet noch heute oder aber in den kommenden 11 Tagen, dass weiß niemand. Ich muss am Wochenende noch mal zur Kontrolle ins Krankenhaus und habe für nächsten Dienstag einen Termin, man weiß ja nie…

Und ich hätte nie gedacht jetzt noch schwanger zu sein, somit habe ich vier Kinder übertragen und dieses hier trage ich schon länger mit mir herum als das letzte, unser Bebbie. Ich hatte gedacht sie käme eher, es war so ein Gefühl. Nun verstrich der runde erste Geburtstag des großen Sohnes am Montag ohne dramatische Zwischenfälle sehr entspannt und das war schon ein Meilenstein, das ist nun drei Tage her… Ich merke, dass ich Angst habe vor den Schmerzen und im entscheidenen Moment keine Kraft oder nicht genug Kraft zu haben, ich habe mir da gestern was vorgestellt unter den Wehen und das half ganz gut, ich weiß auch, dass ich dann das größte Geschenk im Arm halte, aber es hilft ja nichts, kein guter Ratschlag, kein gutes Wort, die Geburtsarbeit mache ich allein und da muss ich auch allein durch, niemand kann mir dabei helfen…

Plus drei Tage…

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Wir sind alle sehr aufgeregt, das versteht sich wohl von selbst, die Kinder reden mit dem Bauchmädchen, versuchen sie hervor zu locken, fragen jeden Morgen und hoffen bei jedem Kommen aus der Schule oder dem Kindergarten, dass jemand mehr auf sie wartet… Sie wird sich auf den Weg machen, wenn sie soweit ist… Ich versuche mich in diesem Geduld haben… Schmerzen aushalten und noch ein bißchen Genießen, wo es geht oder Vorfreuen…

39+1

April 5th, 2016

Vom Loslassen zum Abgeben…

Heute habe ich einen Satz gehört der für mich bestimmt war, der mir etwas Gutes mit auf den Weg geben sollte, den ich seitdem in meinem Herzen bewege, ein Satz der mich trägt…

„Warum geben Sie nicht einfach an die Kleine ab?!“

Mein Leben lang habe ich von verschiedenen Seiten mit auf den Weg bekommen, dass alles immer in direktem Zusammenhang mit mir stünde. Ob nun in der Zeit der ersten Arthritisschübe, da habe ich nicht genug auf mich Acht gegeben und versuchte nun mit immer mehr Druck, noch mehr auf mich zu schauen und genau hinzusehen oder nach den Fehlgeburten, da hätte ich eben vorher mehr auf meinen Körper achten sollen, vielleicht hatte der eindeutige Signale gesendet und ich nur zuviel gewollt, Sätze wie „Pass bloß auf dich auf!“, „Mach du doch mal langsam!“ und „Übernimmt dich nicht!“ sind Aufforderungen, ein Hohn wenn die Unterstützung beim Umsetzen dafür einfach fehlt, als wäre man zu blöd diese simplen Hinweise einfach mal umzusetzen. Aber auch so, bin ich gut darin, die Verantwortung bei mir zu suchen. Sind die Kinder komisch drauf? Was könnte ich getan haben, dass sie dahin trieb? Ich glaube so wurden viele Menschen erzogen, von Eltern, Familie, Freunden, vielleicht wenn ich mich mal weit aus dem Fenster lehne, ist das eine Gabe, die Mädchen mitbekommen, stets bemüht sein müssen zu funktionieren, es anderen schön zu machen und wenn sie selbst unglücklich sind, haben sie sich eben nicht genügend bemüht es zu werden. Dass wir auch nur oft geprägt werden und nicht unbedingt Opfer, aber unter Umständen ein Resultat der Umstände sind, hat nicht genügend Gewicht…

Was macht aber nun dieser Satz mit mir? Ganz viel. In den letzten Tagen habe ich so unglaublich oft daran gedacht, ob ICH mich noch verabschieden müsste, vom Schwangersein, vom Bauch, von der innigen Beziehung zu meinem Kind, ob ICH nicht genug loslasse, mich zu fest klammere, zu viele Dinge unerledigt sind, die nur darauf warten von mir noch abgearbeitet zu werden, um im Kopf frei zu werden, anstatt auch anzunehmen, hinzusehen, dass es da einen zweiten kleinen Menschen gibt, der vielleicht sogar ein größeres Mitspracherecht hat: unsere Bauchtochter. Vielleicht ist sie noch nicht soweit, vielleicht mag sie sich aussuchen, wann genau sie fertig gebacken ist und da fällt es mir doch gleich viel leichter mich aus meiner Verkrampfung des Suchens einer möglichen Ursache in den kommenden Tagen nicht zu gebären, zu lösen. Einfach loslassen im Sinne von Abgeben.

Ich gebe also ab… Ich hatte bis hierher eine wunderschöne Schwangerschaft mit so wenig Komplikationen wie schon ewig nicht mehr, mir ging es körperlich und geistig in und mit der Schwangerschaft wunderbar, ich hatte durch den Mann und seine neue, letzte Arbeit soviel Unterstützung wie schon lange nicht mehr und einfach Zeit und Ruhe in anderen Umständen zu sein, ich habe es wirklich genossen. Sehr. Und das schreibe ich, die sonst nicht gern schwanger ist und es eher als Mittel zum Zweck sieht, das Ziel als Ziel vor Augen nicht den beschwerlichen Weg. Es war schön und rund, es werden sicherlich schöne Erinnerungen an diese Zeit bleiben, die ich mit meiner Familie und Freunden geteilt habe…
Und nun in wenigen Tagen, wird eine neue andere Zeit anbrechen und auch wenn ich mir beim besten Willen gar nicht vorstellen kann, dass das bald ein kleines Zauberwesen zwischen uns liegen wird, so in echt und zum anfassen, freu ich mich unendlich genau darauf und den Kindern beim Staunen und Dabeisein zusehen zu dürfen…

Noch 6…

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Bis dahin mache ich Pläne, falls mich unsere Maus noch machen lässt, denn ein Geburtstag steht vor der Türe und ich mag diese schönen Frühlingstage mit den Kindern und dem Mann verbringen…

38+2

März 30th, 2016

Noch 12 Tage… Naja nicht mehr ganz, weil der Tag so gut wie rum ist…

Heute schloss sich gefühlt ein Kreis, auch wenn das Gröbste erledigt ist, bleiben ja immer so Kleinigkeiten im Hinterkopf, die man gern noch vorher machen möchte, neben einer kleinen Menge Papierkram stand da bei mir unter anderem: Schwimmen gehen…

Ich musste mich doch sehr muttivieren mit den Kindern ins Schwimmbad zu fahren, aber wir haben die zweite und letzte Woche Osterferien und irgendwie darf man da ja auch ab und zu raus gehen und mich lockte das Wasser. Ein letztes Mal für längere Zeit (und ich war schon sehr lange nicht mehr) ein paar Bahnen schwimmen, das war die Aussicht. Die Realität war ein Kleinkind, das nur an mir hing und ein anderes kleines Kind, das dem sehr nahe war plus Kugelbauch. Womit ich nun nicht gerechnet hatte war, dass mir das gar nichts ausmachte, ich sah meine oder unsere Kinder glücklich und ausgelassen und auch wenn ich nun total ko bin, weil ich den Abend jetzt noch allein wuppen musste und Anton mein Maskingtapeglas vom Schreibtisch auf den Boden gleiten ließ, wo es zersprang… Das war es wert. Diese innere Ruhe zu finden und dieses Glück zu sehen in dem Moment und es schloss sich an der Stelle ein Kreis, wo ich vor genau neun Monaten die letzten Tage im Freibad stand, ganz frisch schwanger, niemand davon wusste, nicht mal der Mann und ich stand da mit Baby auf dem Arm und eines unterm Herzen und ich hoffte einfach nur, dass wir noch ganz viel gemeinsame Zeit haben würden, dieses Bauchbaby und ich, viele erste Mal erleben würden… Der Spätsommer verging, der Herbst kam und ging, der Winter ebenso und nun blüht alles, es ist soweit, der Frühling ist da… wir haben alle Jahreszeiten durchlebt und heute plantschte ich da herum mit kugelrundestem Bauch, zwei Kindern an der Hand und vier anderen die mit ihrem Papa oder allein Spaß hatten oder vom 1 Meter oder 3 Meter Brett sprangen… Wann sind die eigentlich so groß geworden, dachten wir wohl beide?!

Noch 12…

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Noch 12 Tage bis zum erratenen Termin und noch 12 Tage bis zum 10. Geburtstag des größten Sohns. Ich bin dann mal aufgeregt…

38+0

März 28th, 2016

Ich sehe immer wieder auf die Liste mit den Utensilien für die Hausgeburt und sie gehört irgendwie nicht zu mir, abgesehen davon, dass sie wirklich schnell abgearbeitet war und da oben neben der Kliniktasche also ein Korb mit Zeug für eine Hausgeburt steht, scheint es mir so fremd, nicht wie die Tasche, die ich schon etliche Male gepackt habe mit immer wieder den selben Dingen, die ich gebrauchen könnte…
Gestern erst einen super guten Artikel über das Gleichgewicht zwischen Haus- und Klinikgeburten gelesen und ich empfinde eigentlich genauso, ich muss nicht auf Biegen und Brechen zu Hause entbinden, ich fühle mich dennoch sicher hier, auch vielleicht weil ich eine super gute Hebamme an meiner Seite weiß und es nur 800m mit dem Auto in die Klinik sind, zu Fuß sicher nur 500m. Ich habe gar keine hohen Ansprüche, ich mag eine wenn es geht rasche Geburt, in der ich das Gefühl habe zu wissen, was mit mir passiert, an meiner Seite mein Mann und eine liebevolle Hebamme, die für mich da ist und ich möchte mich nie wieder so überrannt und völlig unwichtig fühlen unter einer meiner Geburten. Bei einer Klinikgeburt wäre ohne meine Hebamme nicht alles davon gewährleistet gewesen, deswegen habe ich diese Hebamme kontaktiert, die mit mir sollte es nötig sein, gemeinsam in die Klinik geht. Aber dieses zu Hause gebären ist mir so fremd, ich kenne gefühlt jeden Winkel in diesem Krankenhaus, aber mich gedanklich wirklich auf mein eigenes Zuhause einzulassen, dass ich noch viel besser kenne, fällt mir total schwer, ich habe das eben noch nie gemacht… Alles ist furchtbar neu und mit so einer Hausgeburt mit sechs bereits vorhandenen Kindern anzufangen, war nicht sonderlich geschickt, zuzugeben. Es macht mir natürlich Gedanken wie ich mich voll auf die Geburt einlassen kann und soll, während um mich meine Kinder sind, die ich immer aus dem Geburten erfolgreich ausgeklammert hatte, damit ich ganz bei mir sein kann. Ich habe mich aus verschiedenen Gründen für diese Hausgeburt entschieden, die es nun eventuell wird, eben auch wegen der Betreuung, um die ich mir nicht pausenlos Gedanken machen wollte und konnte, finde mal jemanden der 24h am Tag Zeit hat und motiviert wäre auf 6 kleine Menschen acht zu geben, von dem wenigstens einer absolut nicht begeistert sein wird, wenn Mama geht oder noch schlimmer Mama und Papa.
Wieso fällt es mir nur so schwer dahin gehend loszulassen? Oder mir das in irgend einer Weise auch nur vorzustellen hier mein Kind zu bekommen, in meinen eigenen vier Wänden? Das kann ja nicht nur daran liegen, dass ich es noch nie so erlebt habe oder? Das sind Gedanken, die mich umtreiben, weil ich eben nicht weiß, ob ich wirklich so loslassen kann und bereit für eine Geburt wäre… Oder nicht am Ende ewig übertrage, weil ich nie bereit sein werde.
Morgen kommt wieder unsere Hebamme, kaum zu glauben, dass dann nach unserem letzten Gespräch schon wieder eine Woche vergangen sein soll…

Ich habe alles gepackt, aber es wirkt auf mich, als hätte ich das für eine andere Frau getan, dann aber ab und an, stelle ich mir vor dieses winzige Bündel im Arm zu halten, unser Kind, das ich immerzu spüre, wie es sich schwer tut in meinem Bauch noch große Bewegungen zu machen, da sind Arme und Beine, Ellenbogen und Füße, in mir soll ein echter kleiner Mensch sein, den ich bald wirklich echt streicheln und festhalten darf?!
Eben womöglich hier, das wäre so irre schön und dennoch bin ich so blockiert, dabei kann es doch nichts gemütlicheres geben, als zu Hause wo man alles kennt, wo das Bett und die Dusche danach einen selbst gehören, nur ein paar Schritte entfernt sind… Aber diese große Unbekannte mit den eigenen Kindern während und nach der Geburt, was hab ich da nur für Blockaden im Kopf?

Noch 14 Tage bis zum erratenen Termin ;)

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37+4

März 25th, 2016

Ich habe das Gefühl, dass ich mich irgendwie verabschieden muss- vom Schwangersein, vom Einssein mit unserem Bauchmädchen, damit ich loslassen kann, sie frei geben kann für die Welt und die Geburt, die ich doch eigentlich schon gern hinter mir gehabt hätte, so lange die Hebammenoma noch hier war… Heute morgen ist diese in ihren ersehnten Urlaub gefahren und hier bleibt es weiterhin ruhig, ab und zu könnte man da Wehen ausmachen, aber es ist jetzt noch nicht so gewesen, dass ich dachte „Huch, nun aber…“ Ich solle mich nach den Geburtsterminen der anderen Kinder richten, sprach mein Frauenarzt letzte Woche und wenn es danach geht dann sind es noch etwa zwei bis drei Wochen.
Der Große fängt an die Tage zu seinem Geburtstag zu zählen und das sind ja nun mal genau die Tage bis zum errechneten Termin. Wir haben Einladungen verschickt, den Tag soweit geplant wie es eben geht und einen Ersatztermin ernannt, falls alle Stränge reißen.
Ansonsten streicheln alle Kinder täglich den runden Bauch und es hat alles etwas Verheißungsvolles. Die vier Großen konnten ihre Ängste nun zum Teil in Worte kleiden, die beiden Kleinen zeigen immer mehr, wie unheimlich ihnen eigentlich alles ist.

Und ich?! Ich versuche loszulassen. Versuche für alle da zu sein, was gar nicht so einfach ist, denn hier und da muss der Mann noch zu Terminen, um sich vorzustellen, telefoniert große Teile des Tages, aber alles ist so ziellos, Entscheidungen hängen in der Luft, das alles fühlt sich nicht gut an. Wir haben nun die erste Ferienwoche schon beinahe hinter uns, Ostern steht vor der Tür und ab Dienstag geht es dann einfach munter weiter zwischen 6facher Kinderbetreuung und Arbeitssuche, geradewegs durch die 39. Schwangerschaftswoche…

Es fällt mir so schwer mich auf das zu Besinnen, was gerade wirklich wichtig ist, sich dem Wunder zuzuwenden, das mitten unter uns ist und bald stattfindet, wie sehr habe ich dieses Kind herbei gesehnt, die Wochen gezählt, mir ab und an Sorgen gemacht und die Geburt herbei gesehnt. Nun mischt sich auch meine eigene Angst dazu: „Schaffen wir das?!“ Wie wird das sein, bekommen wir unser Kind wirklich hier zu Hause? Wie wird das alles ablaufen? Ich muss mich ganz darauf einlassen und kann eigentlich so absolut nichts planen, außer das bißchen packen und Dinge zusammen suchen, die man gebrauchen könnte. Ich versuche offen zu sein, loszulassen und mir nicht zuviel Gedanken zu machen, weil eine Geburt nicht planbar ist und merke auf der anderen Seite, dass ich mir vielleicht auch zu wenig Zeit nehme mir Gedanken zu machen, über den Abschied von dem runden Bauch, dem Ankommen in der Geburt, dem Loslassen des Bauchmädchens und dem was auf uns alle zukommt, ein kleiner neuer Mensch. Eigentlich kann ich mir gar nicht vorstellen, dass da wirklich bald ein kleines Baby in unserer Mitte liegen soll, eines das bestaunt und beobachtet werden kann, eines zum anschnuppern und abküssen, eines das vielleicht weint, die Nächte verkürzt, gewickelt werden mag, essen möchte und gehalten werden will… All das und noch viel mehr… Ich bin doch furchtbar schrecklich aufgeregt, aber so lange ich mir nicht zu viele Gedanken mache, halte ich die Sehnsucht noch gut aus, streichel mein Kind durch meinen Bauch und versuche mir das Unvorstellbare vorzustellen…