Abgewogen

März 1st, 2015

Seit Jahren trage ich Umstandshosen, egal ob schwanger oder nicht. Der elastische Gummi schmiegt sich sanft um meinen weichen Bauch und hält ihn etwas in Form, egal in welcher Gewichtsklasse. Mein Körper hat sich mit den Kindern verändert, eigentlich schon beim allerersten Kind und mit den Jahren bekam er seine Form, mein großer Busen wurde nur noch größer und meine schwungvollen Hüften wurden breiter…
Mein Gewicht schwankte immerzu. Ich schrieb hier auf dem Blog schon einmal darüber. Als ich Nils vor fast 13 Jahren kennenlernte waren es ungefähr 52kg, eineinhalb Jahre später zur Hochzeit 10 kg mehr. Da war ich dann auch gleich mit Zoe schwanger und nahm über 20kg zu, die Hälfte davon blieb mir, dann machte sich Noah auf den Weg und mit ihm doch tatsächlich die Sorge, ob ich wieder 10 Kilo von meinem Schwangerschaftsgewicht behalten würde. Das bewahrheitete sich aber nicht, alles blieb beim Alten und dann nahm ich konsequent ab. Bis ist beinahe dauerhaft, tatsächlich nach einem Magendarm- Virus, wieder die 5 vorne sehen konnte. Das blieb nicht von Dauer. Ich wurde mit Tom schwanger, dann mit Ben. Trotzdem fühlte ich mich schlank und wohl in meiner Haut. Nach Bens Geburt in der Stillzeit nahm ich zu. Dann kam der Kummer um die Fehlgeburten und mir blieben die Kilos. Wieder wurde ich schwanger, erst mit Emil und dann mit Anton. In der letzten Schwangerschaft nahm ich soviel zu wie nie zuvor. Am Ende wog ich fast 100 Kilo, auch weil ich viel Wasser eingelagert hatte. All das verlor ich ohne Müh wieder zum Ausgangsgewicht nach seiner Geburt. Was dennoch “zuviel” war.
Jetzt durch die neue rheumatische Erkrankung übe ich mich an einer fleischlosen Ernährung. Noch fühle ich keine Verbesserung, aber durch das Gewicht beim Tragen von Anton sind da wieder über 10 Kilo mehr auf meinen Gelenken, also denke ich, dass eine Gewichtsabnahme sinnvoll ist, mit oder ohne Anton an mir. Je weniger mein Körper tragen muss, umso besser. Das ist nicht einfach, erfolge erziele ich nur minimal. Sport ist kaum möglich so schlimm wie der Schub aktuell ist, dennoch versuche ich ihn einzuschieben, was zeitlich natürlich ein Problem ist. Mein Körperbau, also als Laie würde ich sagen, ist eher schmal. Meine Schultern sind kaum wahrnehmbar, meine Hand und Fußgelenke unheimlich schmal, allein deswegen würde ich sagen, dass ich noch mindestens 10kg abnehmen sollte. Aber ich mache mir keinen Druck, das führt ja zu nichts. Es wäre nur schön, gerade weil ich denke, dass es mir gut tun würde.
Mir ist Gewicht nicht wichtig, ich habe nach langer Zeit überhaupt erst wieder so eine mechanische Waage gekauft. Wenn ich jemanden sehe, den ich mag und kenne, würde mir nie auffallen, dass er oder sie abgenommen hat. Das muss dann schon so viel sein, dass ich dafür überhaupt einen Blick habe. Ich finde das gesund, mich stört das nicht. Ich mag schließlich den Menschen, den ich vor mir habe und wenn es nicht gesundheitlich ein Problem ist, kann jeder soviel Polster haben wie er oder sie es mag. Da ist Ausstrahlung und ein gutes Wesen doch viel wichtiger, denke ich. Oft bin ich damit allein, wenn mich Menschen überschwänglich begrüßen mit “Boah, du hast aber abgenommen!” finde ich das unheimlich. Weil es für mich doch Wichtigeres gibt und das versuche ich auch an meine Tochter und Söhne weiter zu geben. Was bleibt schon von unserem guten Aussehen? Wenn dann noch Eltern von Kleinkindern oder Schwangere sich rechtfertigen müssen, warum sie so “dick” sind, gruselt es mich, weil es doch im seltensten Fall um die Gesundheit geht. Ich möchte das für mich nicht und wie gesagt, ich spreche nicht von Krankheiten, die Menschen, die wir lieben wirklich in Gefahr bringen, sondern einer breiten Spanne von normal und durchschnittlich und einem Wahn, immer schön schlank und attraktiv sein zu müssen. Sport darf Spaß machen und sollte nicht Mittel und Zweck sein sich zu kasteien, mich beunruhigt das immer sehr zu sehen, als ein jemand mit einer kleiner Esstörung im Hintergrund als Pubertierende.
Wenn also die Tochter Heim kommt und sagt, Freundinnen hätten ihr ein “schön schlank” attestiert, kann ich als Mama nur sagen: “Du bist ganz normal. Du bist genau richtig so!”

Tschüss, Februar 2015!

Februar 28th, 2015

Im Februar…

*feierten wir unseren 11. Hochzeitstag.
*hatten die Hälfte der Kinder einen grippalen Infekt,
*ein Kind davon mit Streptokokkeninfektion.
*las ich weiter in “Welt in Flammen”.
*rettete ich eine Rose aus dem Baumarkt.
*verfiel ich wieder mehr dem Tragewahn.
*hatten die Grundstüfler Projektwoche mit Thema “Otfried Preußler”.
*schauten wir in den Ferien so viele Filme wie nie zuvor.
*war ich einmal mit meiner Schwiegermama und allen Kindern schwimmen,
*meine Schwägerin mit ihrem Patenkind einmal
*und der Mann einmal mit den beiden Großen und dem kleinen Kobold.
*brach der Erstklässler den Schwimmkurs ab.
*schwamm ich nicht eine einzige Bahn.
*war der große Sohn mit seinen Paten im Sealife.
*war nur die Tochter beim Faschingsturnen, der Rest liess das bunte Treiben ausfallen.
*besuchte ich mit den beiden Kleinen ein ganz gemütliches Geburtstagsfrühstück bei einer lieben Freundin.
*schauten wir mit der liebsten Schwägerin am Abend eine DVD.
*besuchten uns am Abend liebe Freunde daheim, während die großen Fünf schliefen.
*war ich abends einmal zum Quatschen bei einer lieben Freundin.
*traf ich mich mit drei Freundinnen erstmals am Abend ohne Anton.
*besuchte ich mit den sechs Kindern die Schwiegereltern, bei der wir die liebste Schwägerin und die Cousine von Nils samt ihren zwei Kindern wieder sahen.
*trank Anton erstmals wenige Milliliter Plastikmilch.
*schrieb ich Einladungen für den kommenden Kindergeburtstag.
*kauften wir Geburtstagsgeschenke für den kommenden Kindergeburtstag.
*fiel mir dank Lagerkoller gewaltig die Decke auf den Kopf.
*war ich drei Mal beim Rheumatologen, ein Mal beim Haut- und ein anderes Mal bei einem neuen Hausarzt.
*hatte ich zwei Nebenwirkungen vom Kortison.
*bekam die Tochter eine neue Zahnspange.
*wurden dem großen Sohn zwei Milchzähne gezogen.
*hatte ich mein erstes Lehrer- Elterngespräch, in dem ich mich ganz in mir wähnte.
*war ich emotional mehr als durch geschüttelt.
*waren die beiden Grossen wieder gemeinsam in geheimer Mission unterwegs.
*schenkten uns die beiden Großen von ihrem Taschengeld ein Geschenk zum Hochzeitstag.
*war ich mit der Tochter ganz allein beim Friseur.
*war ich mit der Grossen allein in der Einkaufen und in der Bücherei.
*war meine einzige Auszeit ganz allein ein Besuch im Baumarkt (oder beim Arzt).
*buk ich Waffeln.
*ortete ich erste Zeichen des Heufschnupfen.
*freute ich mich über vermehrtes Vogelgezwitscher.
*konnte ich morgens wegen doofem Vogelgezwitscher (und Grübeleien) nicht wieder einschlafen.
*freute ich mich über jeden Sonnenstrahl
*und über Tageslicht bis kurz nach 18Uhr.

Ich wünschte, …

Februar 19th, 2015

ich hätte Zeit und Lust zu bloggen, darüber wie es ist nun zehn Jahre eine Mama von eine so tollen Tochter zu sein, ein halbes Jahr Mama von sechs wunderbaren Kindern, über den einen Sohn, der seinen Platz sucht, über den neuen ganz zauberhaften Sohn, über Momente die Beziehung schaffen… und so vieles mehr, aber abends wenn Emil gerade eingeschlafen ist, meist gegen neun, fehlt mir ein bißchen die Motivation hier noch etwas zu schreiben und mit kranken Häschen in den Ferien umso mehr, was schade ist, weil ich doch so gern mehr festhalten mag.

Klappergerüst

Februar 7th, 2015

All die Unruhe begann für mich im Nachhinein am Ende der Schwangerschaft, als ich Rückenschmerzen bekam, mich allgemein mit sehr großem Baby in mir sehr unwohl fühlte, die Zahnschmerzen dazu kamen und für mich klar wurde, dass ich kein entspanntes, so sehr herbei gesehntes Wochenbett haben würde, sondern Schmerzen, Behandlungen und Unruhe. Das war hart, das war für mich schwer, all das zu akzeptieren… Das es noch schlimmer, als angenommen werden würde, konnte ich nicht wissen.
Dann passierte über diese Zahngeschichte noch mehr, mein linkes Ohr begann im Herbst letzten Jahres weh zu tun und führte mich mehrere Male spontan zum HNO- ohne Erfolg. Ich schnitt mir in die linke Hand, gut das war doof, dazu gab es die Impfung, was mir Schmerzen im linken Oberarm zurück ließ, die über die kommenden Wochen nicht weniger wurden, nach dem Urlaub am Meer im Herbst hatte ich plötzlich einen geschwollenen linken Fuß, quasi wie über Nacht und ging zum Orthopäden. Dort wurde ein Senk- Spreiz- Plattfuß diagnostiziert, was ich annahm. Ich erklärte mir das mit dem vielen Tragen von Anton, den vielen Schichten Wollsocken- ich war willig das zu akzeptieren und trug brav meine Einlagen und machte Fuß- Gymnastik…
Über Weihnachten war ich mit anderen Sachen abgelenkt, mit dem Neujahr wurden die Schmerzen nicht besser, keine von den Baustellen, aber ich ging wieder schwimmen, das tat mir gut, außerdem wanderte ich zur Osteopathin. Da erhoffte ich mir Antworten, landete aber auch wieder zurück bei mir. Warum die linke Hälfte? Wie die nette Dame meinte, die weibliche, die emotionale Seite… Was stimmte da nicht mit mir?
Ich kümmerte mich mehr und mehr um mich und versuchte mein Seelen- Konto aufzufüllen, teilweise verzweifelter, denn das durfte mein Körper ruhig mal toll finden und sich erholen. Weil nichts davon geschah, machte ich erneut einen Termin beim Orthopäden und genau in der Nacht zu diesem Termin schwoll mein Knie an, auch das linke. Ich dachte mir erst mal nichts Schlimmes. Durch die Schonhaltung vielleicht zuviel das Knie belastet? Aber als ich vorm Arzt saß, sagte ich schon, dass ich Angst hätte, das mein Körper die linke Hälfte langsam aufgibt. Der Orthopäde ordnete Röntgenbilder an, mehrere von Fuß und Knie und riet zur Punktion nach dem Schall. Die Flüssigkeit würde er samt Blut mal einschicken, könnte eine rheumatische Erkrankung oder Gicht sein. Gicht? Ich bin 31! Rheuma? Ich war total durch den Wind.
Der Orthopäde war auch nicht sehr nett oder einfühlsam und machte weiter nichts, wegen dem Stillen. Ich sollte sofort abstillen, da muss eine Frau auch mal an sich denken. Er haute mir auch noch ein paar andere Sätze an den Kopf, aber ich war schon so genug durcheinander. Mein Mann ging dann arbeiten und ließ mich mit meinen Gedanken zurück, denn die Punktion hatte mir etwas Linderung verschafft. Ich machte weiter meinen Hausarbeitskram an diesem Tag. Aber immer wieder waren da Fragen: Muss ich sofort abstillen? Wie soll das gehen? Bin ich krank? Schlimm krank? Geht mein Körper kaputt? Was ist mit meiner Zukunft? Kann ich nie mehr Kinder bekommen?
Am nächsten Tag wurde meine Angst nur schlimmer, ich hatte so starke Schmerzen. Das Knie war dick und ich konnte definitiv nicht mehr laufen. Gar nicht mehr. Ich ging mir Nils Hilfe die Treppe morgens runter und irgendwie abends rauf, nachts nahm ich meine Arme und schlang sie um das Bein, um das Bein umzubetten. Es ging nichts mehr. Das war beängstigend, wie von jetzt auf gleich nichts mehr ging. Die Wege zur Toilette waren eine Qual, wenn ich mich irgendwo nur festhalten konnte ging es irgendwie, mein Körpergewicht auf die Arme leiten, meinen Körper abstützen konnte. Am nächsten Tag merkte ich schon das andere Knie. Und bekam meine Ergebnisse. Schuppenflechte mit Arthritis sollte es sein. Keine Gicht, keine anderen Rheumamarker. Ich solle mir einen Rheumatologen suchen, weiterhin Ibuprofen nehmen. Mehr gäbe es nicht zu tun, solange ich mich weigere das Stillen zu beenden. Trotz der Schmerzen gab ich alles um das zu erreichen Schritt für Schritt, pumpte ab, was sehr schwierig war unter diesen Umständen, kaufte eine Flasche und Ersatzmilch. Aber Anton wusste mit dem Plastiksauger nichts anzufangen, woher auch, er hat ja nicht einmal einen Schnuller. Einen Termin beim Rheumatologen bekam ich für Mitte April. Ich war unruhig und traurig. Was würde nun werden? Wann kann ich wieder laufen? Freitag waren dann beide Knie dick und geschwollen, voller Flüssigkeit, eine Freundin brachte mir Krücken und fragte, ob ich einen Verband unter meiner Hose hätte, hatte ich nicht, die waren wirklich so angeschwollen.
Dann ein so großes Glück, am Telefon muss ich zur richtigen Zeit, das Richtige gesagt haben und in der tags zuvor angerufenen Praxis wurde ich nun doch für Montag eingetragen. Zwar in der großen Stadt und das gleich am Morgen um 8Uhr- aber das war alles egal. MONTAG! Das war irre. Ich war aufgeregt und erleichtert zugleich.
Die Ärztin war unglaublich toll, nahm noch einmal viel Blut ab und vier Spritzen Flüssigkeit aus dem linken Knie, lokal gab es Cortison auf das ich bisher sehr gut reagiert habe, ich konnte wieder gehen! Fast richtig normal. Mit aushaltbaren Schmerzen. Am Donnerstag war ich nun wieder da und bekam eine zweite Spritze in den Fuß, eine zweite Punktion im rechten Knie war erst einmal nicht mehr nötig.

Jetzt versuche ich damit zu leben, die letzten Monate und Tage ankommen zu lassen. Ich habe eine chronische rheumatische Erkrankung. Auf der einen Seite ist es eine unheimliche Erleichterung eine Erklärung für die vielen Entzündungen meines Körpers zu haben. Vermutlich war der Senk- Spreiz- Plattfuß gar keiner, sondern eine plötzliche Schwellung der Gelenke. Und vermutlich begann alles schon vor über einem Jahr, kurz bevor ich mit Anton schwanger wurde und meine Hand schmerzhaft geschwollen war. Jetzt ist da ein Gesamtbild. Dieses Gesamtbild bedeutet nun aber auch eine Leben mit der Krankheit, die jederzeit so wie jetzt zur Zeit schieben kann. Ein Schub, eine Wort das neu ist in meinem Leben. Abstillen sollte ich auch vermutlich früher, als geplant um die Basistherapie zu starten, die es milder gibt, für eventuellen noch Kinderwunsch, aber ich muss nichts überstürzen. Ich hatte Pläne und Wünsche, ich hatte mit einem Kurs zur Trageberaterin geliebäugelt, aber ist das noch klug? Wie viel Belastung ist zuviel? Das muss ich austesten. Ich würde so gern weiter zum Heilpraktiker gehen und da noch etwas bewegen und vielleicht auch noch mit Krankengymnastik machen, um bestimme falsche Bewegungsabläufe genau zu beleuchten, denn der nette Orthopäde hatte “miese Haltung” diagnostiziert.
Ich kann damit leben aber wie- ist total unterschiedlich von Patient zu Patient, vielleicht bin ich eines Tages ein reiner Schmerzpatient. Es gibt wohl sehr schwere Verläufe. Für mich wird wohl die größte Aufgabe mit meiner Angst zu leben. Ich bin eh jemand, der sich immer viel zu viele Gedanken macht, bevor etwas eingetreten ist und es wird nun meine größere Aufgabe im Leben im Hier und Jetzt zu bleiben und mich auch in der Hinsicht meiner Angst zu stellen. Ein Stück weit bin ich erleichtert. Ich falle vorerst nicht auseinander. Aber ich weiß nicht mit Sicherheit, ob ich jetzt in den nächsten Monaten wirklich weiter stillen kann und der Schub vorbei ist. Alles ist etwas ungewiss, aber für den Moment okay… Und das ist am Wichtigsten!

Geschützt: Mal linsen (Kinderpasswort)

Februar 6th, 2015

Dieser Inhalt ist passwortgeschützt. Um ihn anzuschauen, gib bitte dein Passwort unten ein:

“Haste mal 10 Cent?!”

Februar 4th, 2015

Wir verlassen zu Dritt das Haus, die beiden Großen und ich. Da wir zwei verschiedene Ziele haben, beginne ich in den Weiten meines Geldbeutels nach Kleingeld zu kramen, erst befördere ich einen Euro für den Spint zu Tage und überreiche ihn feierlich dem Tochterkind dann: “Hat einer von euch noch 10 Cent? Ich hab nicht mehr genug Kleingeld für meine Fahrkarten.”- “Nein”, murmelt die Tochter, doch der große Sohn verkündet stolz er sei sich sicher noch ein 10 Cent Stück zu haben und findet es tatsächlich. “Ich geb es dir nachher wieder, versprochen!”, sage ich noch. Und das geliebte Kind sagt: “Brauchst du nicht! Du bist doch meine Mama! Und außerdem gibst du mir Taschengeld! Das kannst du behalten!”

Diese Geste fand ich so unbeschreiblich schön, ich wäre bereit gewesen dem Kind gleich noch einmal Taschengeld zu geben, wenn ich nur Kleingeld gehabt hätte. Und als ich abends wieder flüssig war, ließ sich das tolle Kind wirklich nicht davon abhalten meine geliehenen 10 Cent nicht anzunehmen. Er weigerte sich vehement. Und ich ließ ihn dann auch und freute mich still und heimlich. :)

Tschüss, Januar 2015!

Januar 31st, 2015

Im Januar…

*hatten wir wieder ein schönes Neujahrsfrühstück mit meiner liebsten Schwiegermama und meiner liebsten Schwägerin.
*telefonierte ich mit meinen Eltern.
*war ich 7km schwimmen, zwei Mal war ich mit je einer Freundin gemeinsam im Wasser.
*suchten wir das Hallenbad mehrmals und in verschiedenen Konstellationen auf, ich mehrmals mit den beiden Großen, einmal alle zusammen, einmal alle Kinder mit mir und Schwiegermama, einmal nur der Papa mit dem Viert- und Fünftgeborenen und einmal nur die Eltern mit dem Baby,
*startete der Drittgeborene spontan einen Schwimmkurs mit seinem alten Kindergartenfreund.
*wanderten wir Erwachsene über eine Stunde abends im Dunkeln mit Anton umher, während die liebste Schwägerin die Kinder ins Bett brachte.
*war ich spontan mit vier von sechs Kindern beim Zahnarzt.
*war ich selbst nicht ein einziges Mal beim Zahnarzt.
*war die Erstgeborene mit ihrer Oma mehrmals beim Kieferorthopäden, einmal mit ihrem ältesten kleinen Bruder.
*waren die großen Jungs mit ihren Papa einmal beim Friseur.
*hospitierte ich im Kindergarten.
*waren die Großen bei der Schlittschuhlaufschule.
*beendete ich ein Buch, las eines durch und begann zwei Bücher.
*strickte ich ein paar wenige Reihen, aber immerhin.
*habe ich mit einer Freundin zusammen an einem Gold- Schmiedekurs teilgenommen, bei dem ich mit Silber gearbeitet habe.
*war ich mit den beiden großen Kindern in der Bücherei, um den Weg zu ebnen für ihre zukünftigen Zweigänge.
*waren wir im Deutschen Museum.
*war ich nachmittags mit einer Freundin im Kino und sah “Honig im Kopf”.
*war ich das erste Mal überhaupt (und das zwei Mal) bei einer Cranio Sacralen Therapie, die mir meine liebste Schwiegermama zu Weihnachten geschenkt hatte, zu der sie mich fuhr und währenddessen hütete sie die zwei Kleinsten…
*dabei sah ich das erste Mal den wunderschönen Ammersee im Vorbeifahren.
*litten wir alle unter einem fiesen und nervigen Schnupfen.
*war ich bei der vierten Schuleingangsuntersuchung und konnte damit…
*die erste Schulrückstellung an unserer Sprengelschule beantragen.
*meldeten wir trotzdem den Viertgeborenen in unserer privaten Wunschschule an, um zu gewährleisten, dass er bei Ablehnen des Antrags den besten Schulstart hat.
*schnupperte der Viertgeborene in der Wunschschule und fand es doof.
*bekam ich eine Email von einer Lehrerin.
*begannen wir den Kindern ein Taschengeld zu geben.
*waren zwei Kinder sogar zwei Mal im Indoorspielsplatz, einmal mit ihrer Tante und einmal mit einer Freundin von mir.
*waren zwei Kinder auf zwei verschiedenen Kinder- Geburtstagsfeiern eingeladen.
*wurde der Mann 32 Jahre alt.
*war ich beim Impfen mit den Sechstgeborenen…
*und bei einer U mit dem Viertgeborenen.
*war der Mann ohne Kinder, wenn mich nicht alles täuscht nur einmal abends weg.
*besuchte mich eine Freundin mit einem ihrer Kinder nachtmittags.
*besuchte ich eine Freundin mit sechs Kindern nachtmittags.
*war ich auf einer Geburtstagsfeier nur mit Anton am Abend.
*übernachteten vier von sechs Kindern bei ihren Großeltern.
*wurde Anton sechs Monate alt.
*besuchte ich spontan und unerwartet einen Orthopäden, lebe nun mit dem Verdacht auf eine rheumatische Erkrankung und sehr eingeschränkt, mehr als stark einge(h)schränkt möchte ich sagen, weil mir nebst dem linken Ohr, dem Fuß, dem Oberarm, erst das linke und dann das rechte Kniegelenk angeschwollen sind.
*sehe ich mich konfrontiert mit dem Gedanken ans Abstillen meines Kindes.
*versuchte ich das erste Mal Anton Brei einzuflößen.
*versuchte ich das erste Mal Anton eine Flasche mit Muttermilch einzuflößen.
*versuchte ich das erste Mal in meinem Leben einen Termin beim Rheumatologen zu bekommen.

Zu den letzten fünf Punkten möchte ich noch einmal gesondert schreiben, aber es gehört auch erstmal hier in meinen Monatsbericht. :)

Gebündelt

Januar 26th, 2015

Gestern bekam ich von einer Lehrkraft eine Mail, es würden kaum noch Hausaufgaben bei dieser ankommen und das Kind wäre auch im Unterricht eher abwesend, also wurden wir Eltern informiert und auch gefragt, ob es Probleme gäbe oder Gesprächsbedarf.
Mein großes Glück war, dass ich beim Ankommen der Email nicht im üblichen Wochenstress war. Anton schlief und im Haus war es still, denn alle anderen waren unterwegs, vor allem das Kind, um das es ging. So war ich allein mit meinen Gedanken.
Mir rauschte soviel durch den Kopf. Ich beantwortete erstmal die Nachricht der Lehrkraft und wartete auf die Rückkehr vom besten Ehemann. Mit dem teilte ich die Neuigkeiten und spürte Ärger in mir hoch kriechen. Ich war enttäuscht vom Kind, wegen dem Schwindeln, fragte mich wie schlimm es wohl schon wäre oder ob man uns zügig Bescheid gegeben hatte, obs wirklich erst jetzt so akut sei und war auch überfordert, weil ich mich an die letzten Grabenkämpfe um die Hausaufgabenkontrolle erinnerte mit demselben Kind.
Ich sendete einen Tweet ab, um das Ganze doch noch mit ein wenig Humor zu nehmen, denn zu oft kommen einem Dinge in dem Moment größer und unüberwindbarer vor, als sie in Wirklichkeit und mit ein bißchen Abstand tatsächlich sind.

Leider waren wir an diesem Punkt schon einmal. Als die Hausaufgabenzeiten immer kürzer wurden und ein Blick in die Schultasche all die Bündel offenbarte, mit Start- Daten von laaange her. Zusammen hatten wir uns damals alles zurück erobert, immer mehr Arbeit täglich bewältigt als andere Mitschüler, um wieder aufzuholen, auch in den Ferien, was gar nicht schön war. Vor allem nicht immer entspannt. Im letzten Gespräch mit der Lehrkraft hatte ich erwähnt, dass das Kind das Zepter über seine Hausaufgaben zurück haben möchte und das ich dem nachgeben, mir das anschauen werde. Vielleicht hätte ich klarer formulieren sollen, dass man mich sofort informieren sollte, wenn wieder Unregelmässigkeiten auftreten würden.

Ich räumte also gestern erstmal in der Abwesenheit des Kindes das Zimmer auf, um klare Linien zu schaffen, wenig was ablenkt. Das dauerte nicht lange, weil wir da eh regelmässig drauf schauen, dann nahm ich die Schultasche zur Hand, die aufgeräumt war. Ich nahm die Mappe in die Hände, auf der Suche nach den fehlenden Bündeln, die erwähnt worden waren. Und fand diese und ein paar andere Blätter mit Datum jenseits der Schmerzgrenze. Darunter ein Bündel von September, Arbeitsblätter mit Weihnachtsthema. Ich legte mir alles ordentlich auf den Schreibtisch, damit ich das Kind befragen konnte, weil ich natürlich keine Ahnung hatte, ob es das noch erledigen muss oder nicht. Dann fand ich eine kleine Mitteilung vom 19.01. mit der Bitte um Kenntnisnahme, es würden Hausaufgaben fehlen, die ich nicht sofort einer Lehrkraft zuordnen konnte. Alles auf dem Schreibtisch hatte nun seinen Platz, ich wartete quasi nur aufs Kind. Der Mann hatte in der Zwischenzeit Staub gewischt und nun ging ich schwimmen, weil grad ein gutes Zeitfenster dafür war.

Unterwegs dahin fragte ich mich, ob ich zu verständnisvoll gewesen war, wenn das Kind mich so vehement raus geschoben hatte, nein alles wäre in bester Ordnung, es hätte alles im Griff. Meist war das Kind richtig genervt und ärgerlich gewesen. Es hatte sich das erarbeitet, das Vertrauen. Hätte ich strenger sein sollen? Das ist so schwierig, die Balance zu halten dachte ich, wenn zwei andere Kinder solche Selbstläufer sind, die nur kommen, wenn sie wirklich Fragen haben. Beim Schwimmen traf ich eine liebe Freundin und wir tauschten uns kurz aus. Ich dachte jetzt mehr und mehr daran, wie ich das mit dem Kind nachher klären sollte…

Zu Hause zurück begann ich zu Kochen und dann kamen die drei Großen auch schon Heim von ihrem Ausflug mit ihrer lieben Tante. Ich war leider abgelenkt und bekam nicht mit, dass das Kind in seinem Zimmer verschwand. Als ich mich schnell meiner Aufgaben entledigt hatte, ging ich hoch, noch einmal atmete ich tief durch bevor ich die Tür hinter mir schloss. Dann der erste Ochnee- Moment: Alle Blätter, die ich fein säuberlich auf dem Schreibtisch aufgereiht hatte, waren wieder in den Schulranzen eingepackt worden. Atmen. Ein Griff in die Tasche und ohne allzu großen aufkeimenden Ärger, drapierte ich alles wieder hin. Mir half der Gedanke von Wagnerwahn, dass das Kind schon so genug gestraft wäre, weil es aufgeflogen sei, also hatte ich mich dazu entschlossen dem Kind mein Handy zu geben, die Mail lesen zu lassen. Das Kind sah etwas geschockt aus und guckte mich mit großen Kulleraugen an. Ich fragte, ob es etwas sagen wolle. Nein, wollte es nicht. In meinem Kopf drehte sich alles: “Was mach ich jetzt bloß? Was sag ich? Hilfe! Wo ist mein Souffleur?” Also sagte ich ruhig, dass ich enttäuscht wäre, weil wir doch an dem Punkt schon einmal gewesen waren und fragte, was da los wäre? Jetzt kamen die Tränen: Es wäre alles zuviel und schrecklich kompliziert. Ich dachte mir nur, vermutlich hat das Kind sich da in eine doofe Geschichte manövriert aus der es selbst nicht mehr heraus kam ohne Hilfe, hatte versucht alles zu vertuschen, was nicht geglückt war.
Ich fragte, was es auf sich habe mit dem Satz der Lehrkraft, es wäre laut Aussage des Kindes zu Hause zu lärmend um Schularbeiten zu machen, obwohl wir nach dem Mittagessen eine Hausaufgabenzeit haben und das Kind ein Zimmer für sich allein dafür hat. Das Kind, muss man leider sagen, lässt sich doch oft gern ablenken, es störe wohl manchmal sogar die Toilettenspülung, dagegen gibt es testweise nun Kopfhörer, die es sich vorerst vom Bruder ausleiht.

Wir setzen uns also an die ganzen Papiere und es kristallisierte sich auch heraus, dass die Aufgaben ja auch doof wären so manchmal. Ich kann nur annehmen, dass das Kind angefangen haben wird doofe Aufgaben einfach nicht zu machen und schwupps, wuchs ein Berg. Ich machte dem Kind Mut und sagte, dass würden wir schon zusammen schaffen und konzentrierte mich auch allein auf den Schulkram, denn ich war auch enttäuscht, weil genau dieses Kind momentan immerzu seine Unabhängigkeit einfordert, hier und dort hin will, allein. Nein, wir blieben im Hier und Jetzt, ich stellte meine Fragen. Die Weihnachtsblätter sollten in den Ferien gemacht werden, was schwer war, weil das Kind krank war, nacharbeiten, war da nicht in den Sinn gekommen. So sortierten wir aus und leerten den Schreibtisch Schritt für Schritt. Ich erklärte, dass ich jetzt wieder hinterher wäre mit dem Kontrollieren und dass ich kein Gemotze darüber hören will, dass das nervt. Ich fragte von wem die Mitteilung an uns wäre und warum das Kind diese nicht gezeigt hatte, natürlich aus Angst vor Schimpfen. Ich sagte liebevoll: “Und hab ich jetzt geschimpft?!” Das Kind schüttelte mit dem Kopf und umarmte mich erleichtert. Wir arbeiten ein paar Blätter ab und kamen doch zu einem guten Punkt für diesen ersten Tag. Nach den Arbeiten sprachen wir noch einmal über die kommende Zeit, das Aufholen und meine Präsenz, das Kind äußerte aber schon jetzt wieder den Wunsch, es später(!) doch noch einmal Probieren, die Hausaufgaben allein machen zu dürfen…

Im Endeffekt bin ich dankbar für den Zeitpunkt der Nachricht. Es war Wochenende, ich war entspannt, ich hatte Zeit weil das Kind nicht da war, weil mein Partner an meiner Seite war für ein Gespräch und konnte das alles in Ruhe angehen. Und das Kind wirkte auf mich eher erleichtert und froh, zum Einen weil es kein Geheimnis mehr zu wahren gab und dass jetzt jemand da wäre, der hilft das zu bewältigen, was liegen geblieben ist. Und mit einer Nacht drüber schlafen bin ich mir sicher, dass es richtig war dem Kind die Chance gegeben zu haben, es auch allein zu schaffen. Jetzt haben wir Beide was gelernt und die Einsicht ist nicht erzwungen oder von mir übergestülpt, sondern eine bloße Folge, eine natürliche Konsequenz… Nun bin ich gespannt wie das Aufholen sich die nächsten Wochen gestalten wird und ob das dauerhaft so problemlos klappt, dass die Mutter wieder nerven und die Schularbeiten kontrollieren wird…

Wie man Gerüchte in die Welt setzt…

Januar 21st, 2015

Herzlich werden wir Vier beim Einsteigen begrüsst. Ich mag den Mann, er versprüht gute Laune und ist immer so freundlich; eine gute Seele. Als wir im Bus Platz genommen haben und los fahren, wundere ich mich über den schweigsamen Fahrer heute. Doch beim Aussteigen ist da wieder das liebe Lächeln: “Tschüss 7!” Ich schaue irritiert, lächle dann und er korrigiert sich: “Ach ne! 6 oder?! 6 Kinder?!” Mit breitem Grinsen, nicke ich “Ja. Genau. Noch sind es 6.” Nun strahlt er mehr, als zuvor. “Noch 6, ja?!” Ich nicke und freue mich über so einen netten Menschen unterwegs. “Ich habs gewusst!” strahlt er jetzt. Kurz freue ich mich. Noch jemand der signalisiert, dass es etwas Schönes ist viele Kinder zu bekommen. “Ich habs doch gewusst!” wiederholt er etwas lauter und glücklicher.
Die Türen gehen zu und ich bleibe verdutzt zurück, es rattert in meinem Hirn. “Noch”- das sagt man doch so. Oder? ODER? Mit “noch” meinte ich doch nicht erneut schwanger zu sein und nur noch auf die Ankunft eines weiteren Babies zu warten. Aber da war dieser Blick. Oh oh.

Das wird die vermutlich längste Schwangerschaft der Welt ;)

Sich abgrenzen

Januar 15th, 2015

In letzter Zeit komme ich häufiger an mein Limit, ein paar Tage war es ganz schlimm. Ich rudere, ich hadere, ich finde den Ausgang nicht aus diesem Gefühl von Enge und Druck. Egal wie sehr ich in solchen Momenten mit den Kindern zusammen pralle, am Ende des Tages lande ich bei mir. Wieso kann ich nicht mehr so entspannt auf dieses oder jenes reagieren, wenn ich das sonst sehr wohl kann?
Es ist schön Verständnis zu haben. Für das Kleinkind zum Beispiel. Mit der Jacke um das Kind herum zu tanzen, weil man weiß, dass man ihn zu nichts zwingen kann, weil man weiß dass die Schuhe, die man grenzüberschreitend angezogen hat, gleich wieder ausgezogen werden und man überhaupt nichts gewonnen hat. Empathie ist toll, eines der wichtigsten menschlichen Eigenschaften wohl, aber es kann auch zu viel sein. Wenn zwischen meinem gesäuselten Verständnis und Ruhe in einer nervigen Situation und einer kleinen mütterlichen Eruption nur Sekunden liegen, weil mal gut ist. Das sind Momente in denen man sich viel besser kennen sollte, sich und und seine Grenzen. Und diese ziehen sollte. Wie das mit dem Ankleiden in Einklang gebracht werden kann?- Keine Ahnung. Es ist wohl eines dieser Phasen, die wir Eltern uns mantramässig immer wieder ins Gedächtnis rufen, aber ich kann in einer anderen Situation sagen: “Jetzt nicht.”

Ich kann mir 30 Minuten Pause am Tag nehmen. Ich muss sogar. Und hoffe, dass das reicht. Manchmal wird es wohl nicht gehen. Aber einfach mal jetzt nicht ein “MAMA!?”. Mir fällt das schwer, weil ich gerne immer ein kompetenter Ansprechpartner sein möchte, aber es sind ein paar mehr Kinder, die mich ansprechen und ich muss lernen mich abzugrenzen. Ich werd das jetzt testen und hoffen, dass dann wieder mehr Luft ist, mehr Raum, mehr Durchschnaufen.